Strawinsky, Tango

.marcus.
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Hallo allerseits,

ich beschäftige mich momentan mit dem schönen Tango von Strawinsky. Der ist alles in allem ein recht übersichtliches Stück, aber es gibt da einen Takt, der mir schon beim Lesen Kopfzerbrechen bereitet und ich hätte da gerne eure Expertise eingeholt.

Takt 1 dieses Ausschnitts ist ja noch klar. Man sieht drei Schichten: a) den Bass in Oktaven, b) rhythmische prägnante Vierklänge in der Mitte und darüber c) eine melodische Linie. Was zum Teufel passiert jetzt in Takt 2?

Stravinsky, Tango.PNG
Was mich konkret verwirrt: die Notenhalsung ist nicht konsequent, also wenn im oberen System gelten soll "Notenhals abwärts = linke Hand", dann hat man auf dem letzten Achtel ein Problem... Das d'' auf der dritten Achtel ist interessanterweise doppelt gehalst. Soll die linke Hand wirklich, wie das Notenbild suggeriert, immer über die rechte Hand greifen? (In diesem Video z.B. löst der Pianist das anders)

Ich habe mich schon gefragt, ob dieses Stück eventuell zuerst in anderer Besetzung vorlag und dann für Klavier arrangiert wurde, aber ich bin dem noch nicht nachgegangen. Das könnte meines Erachtens solche Merkwürdigkeiten erklären. Ich bin über jede Aufklärung dankbar.

lg marcus
 
Pedall
Pedall
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Das Stück ist m . W. original für Klavier. Die Halsung soll die Struktur verdeutlichen.
 
mick
mick
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Ich habe den Tango zwar nur in der Fassung von Samuel Duskin für Violine und Klavier gespielt (ein tolles Zugabenstück, das perfekt zur zweiten Ravel-Sonate passt!), bin aber ziemlich sicher, dass ich hier jedes Gehampel mit Kreuzgriffen vermeiden würde. Die Halsung ist hier eher nicht als Spielanweisung gedacht.
 
 

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