Steinway B, Seriennummer 60103 (1887)

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von OE1FEU, 13. Nov. 2017.

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  1. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Tut mir leid aber so funktioniert ein Forum nicht. Das lebt vom Austausch und da gehören Reaktionen zu einem Bericht dazu.
    Das Gute: Dümmlichkeit und Gehässigkeit sind nicht in der Lage, irgend was zu entwerten.
     
  2. Rheinkultur
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    Rheinkultur Super-Moderator Mod

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    Der naheliegende Kompromiss im Spannungsfeld dieser Positionen könnte so aussehen: Ich entspreche der Bitte des Fadenerstellers und mache hier zu. Im Gegenzug lasse ich im Interesse des Austauschs die Folgebeiträge ab #111 unkommentiert stehen, nicht ohne eine Verwarnung in Richtung des Beitragsschreibers von #111 auszusprechen. Sollten wir diese Spannungen im nachhinein anders einschätzen, können wir jederzeit Änderungen bezüglich unserer Vorgehens vornehmen und beispielsweise den Faden wieder öffnen.

    LG von Rheinkultur
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Dez. 2019
    Stilblüte gefällt das.
  3. Wiedereinaussteiger
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    Wiedereinaussteiger

    Beiträge:
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    Obschon "zu ist", drängt es mich auf einen Nachklapp. (Ich habe den Krams erst jetzt gelesen, weil ich in Sachen "Musikinstrument" (BMW R 80 R speciale) tagelang unterwegs war.)

    Steinway fertigte über sehr wesentliche Zeiträume seine Klaviere und Flügel nach einem dreifachen Möbelkonzept.

    1- Es gab und gibt die "schlichte" Version, wie sie zumeist in den Läden steht (und auf den Bühnen),

    2- dann eine "fancy"-Version, mit etwas Bordüren- und Schnitzverzierung und anderen Beinen, meist immer nur EINEN als höherwertig angenommenen Alternativ-Stil zu dem glatten Äußeren von Nr.1 - in der Regel geordert von Menschen, die ihren Empfangssalon oder ihr Wohnzimmer nach jeweilig gängigem Möbelstil schick zu machen wünschten,

    3- und als dritte Variante on top die sehr individuelle Schnitzverschnörkelage, die man entweder "inhouse" durch die Herren der Familie Ajuso (Vater und Sohn, Tätigkeitszeitraum grob ca. 1890-1930) oder aber bei externen bekannten Möbeldesignern ausführen ließ. Sei das noch aufwendigere Verschönern beauftragt durch das Haus Steinway selber, oder aber nach den individuellen Vorstellungen eines meist sehr wohlhabenden Eigners.

    (Hier auch mal als NB die Warnung aus dem Hause Fazioli, dessen F-308 in einer Version mit Gold und extrem viel Schnitzerei nach Brunei in einen der Paläste des Sultans Hassan al Bolkiah ging - Piero Fazioli gab dann mal an, man habe sehr erhebliche Aufwendungen gehabt, um eine Kompromittierung des Instrumentencharakters über das malaiische Holz & Gold zu verhindern.)

    Mr Tinway ist - aufgrund seines Baujahres 1887 - derjenigen Ära punktgenau ab 1880 zuzurechnen, in der Steinway ALLE Flügel, so denn der Käufer bereit war, etwas mehr Geld auszupacken, in diesem viktorianischen Outit mit den "Elefantenbeinen" fertigte. Die Amerikaner nennen sie auch "hydrant post legs", Hydrantenbeine, weil die Längsrillen etc. den gusseisenernen Hydranten auf New Yorks damaligen Trottoirs ähneln.

    Davor (ab Anbeginn 1853 bis 1880) waren es die "Cabriole(t) legs", die S-förmig gekurvten Beine, im Stil der Verdeckscharniere der Kinderwagen-Verdecke und der Cabrio-Verdecke der 30er und 50er Jahre, Beine, die man auch "Löwentatzen" nennen darf.

    Danach waren es die Stylings ab ca. 1910, die man dem Sheraton-Design zurechnelt.

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    Der Flügel ist also bezüglich seines Outfits in der Substanz top original und zeitgemäß.
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    Ob er en detail noch "schicker" würde gemacht werden können, so frischen Lack etc., ,... das sei achselnzuckend als möglich hintangestellt. Das spielt hier auch keine Rolle: Ein "inhaltlich" guter Flügel mit u.U. bemeckerbarem Äußeren ist allemale das bessere Instrument, als ein auf Hochglanz mit Prestolith pardon Polyester auf Hochglanz poliertes Instrument, in dem sich kein gescheiter Klang entwickelt. Fraglos ist ein sowohl in der Optik als auch im Klang feines Insrument stets das beste, aber wenn es daran geht, einen Kompromiss zu haben, dann sollte man doch M.b.M.n. an der Optik, und nicht am Klang sparen...

    Der Kerl, der da der unmaßgeblichen Meinung war, der Flügel sei irgendeine "Ansammlung" von Teilen oder so (ich weigere mich, diesen "Beitrag" nochmal zu lesen) muss sich also sagen lassen, dass sein Wissen um die zeitgeschichtliche Korrektheit ein minderes ist, und ähnliches darf man an Vermutung anstellen zum Ethos seines Beteiligenwollens.

    Ein Admin darf dann diesen Beitrag gerne putzen, oder nach Wahl OE1FEU (wäre mein Vorschlag) unter den alten Thread kleben.
    Merci.
    [mod] Vorschlag umgesetzt [/mod]
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Dez. 2019
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