Spreizen des 5. Finger / entspannt spielen

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luc

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Hi Leute!

Mir ist kürzlich aufgefallen, daß ich oft dazu neige, den 5. Finger abzuspreizen (sieht so aus wie das alte, betuchte Damen beim Halten ihres Kaffetässchens tun ;)). Ich habe mir sagen lassen, das soll ein Zeichen sein für übermäßige Spannungen in der Hand.

Besonders fällt mir das auf bei Bachs 5. Präludium aus dem WTC1. Da hab ich auch starke Probleme, die 8tel-Läufe in dem schnelleren Tempo gleichmäßig und präzise zu spielen. Besonders auf Klavieren mit schwergängiger Mechanik.

Eine Stelle in der man das besonders gut sehen kann, ist z.B. der erste Takt. Um hier den großen Sprung zwischen dem fis und dem a und wieder zurück zu spielen, muß man ja zwangsläufig die Hand spannen, denn der Arm ist zu langsam für den Sprung. Bei mir führt das aber automatisch dazu, daß dann auch den 5. abspreize. Zumal ich auch den 4. stärker anheben muß, da der ja auf eine schwarze Taste muß.

Man sagt ja immer, man solle möglichst "entspannt" spielen, manchmal wird das auch näher spezifiziert als "aus dem Arm" statt "aus den Fingern" zu spielen. Wenn ich das aber mache und den Fingerdruck auf ein Minimum reduziere, kann ich nicht mehr legato spielen. Die Töne werden abgehackt, weil die Kraft nicht mehr ausreicht, um "tief in die Tasten" zu gehen. Das gilt ebenfalls besonders für Klaviere mit schwergängiger Mechanik.

Vielleicht kann einer von euch mir Licht ins Dunkel bringen. :)
 
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luc

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Danke für den Link, ich habe ihn sogar schon gekannt und vor meinem Posting aufmerksam durchgelesen.

Ich habe trotzdem ein neues Thema eröffnet in der Hoffnung, daß mir jemand auch konkret bei dem Bach-Stück und meinen unten genannten Problemen, "entspannt" zu spielen, weiterhelfen kann. Hast du da vielleicht ein paar Tips? :)
 
rolf

rolf

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Eine Stelle in der man das besonders gut sehen kann, ist z.B. der erste Takt. Um hier den großen Sprung zwischen dem fis und dem a und wieder zurück zu spielen, muß man ja zwangsläufig die Hand spannen, denn der Arm ist zu langsam für den Sprung.

Ich bin davon überzeugt, dass Du hier irrst: der Arm ist nicht zu langsam! Warum? Weil es praktikabel ist, z.B. Liszts beliebte Paganini-Etüde "La Campanella" (es genügt schon das Thema) ohne jegliche aktive (d.h. ohne jegliche angespannte) Spreizung der Hand zu spielen.

Etwas Übung vorausgesetzt, ist er der Arm nie zu langsam:
La Campanella
Mephistowalzer (Sprungsequenz Prestissmimo)
da schwingt der Arm sehr sehr schnell!!

Ich empfehle Dir, Deine Bachstelle so zu üben, dass Du Deine Hand nicht aktiv spreizt.

Gruß, Rolf
 
 

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