Skrjabin: Sonate Nr.1 op.6 - 2.Satz

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Troubadix
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Grollen gegen das Schicksal und gegen Gott.

So schrieb Skrjabin in einer Notiz aus dem Jahr 1906 über diese im Sommer 1892 entstandene Sonate op.6 in schmerzlicher Erinnerung an eine Zeit in der er befürchtete, seine rechte Hand nie wieder für das Klavierspielen einsetzen zu können.

Ich hatte hier mal ein bisschen über die Sonate zusammengeschrieben. Nachdem ich den vierten Satz schon früher gespielt habe, habe ich nun den zweiten Satz eingespielt. Dabei wird es auch bleiben, denn die anderen beiden Sätze werden für mich immer unspielbar bleiben. Das macht aber nichts, denn tatsächlich ist es genau dieser zweite Satz, der mir am meisten am Herzen liegt. Er ist dreiteilig (A-B-A) aufgebaut. Im B-Teil wird bereits das Thema des Trauermarsches angedeutet, was für mich einer der ergreifendsten Momente der ganzen Sonate ist.

Der Satz ist etwas schwieriger, als er sich anhört und auch etwas schwieriger, als der vierte Satz (der im Grunde keine technischen Schwierigkeiten stellt).

Es gibt zwei Sachen, an die man sich gewöhnen muss: Die für Skrjabin typisch weitgriffige Figur der linken Hand im zweiten A-Teil (zum Glück hier bei relativ langsamer Geschwindigkeit) und das gelegentliche Ineinandergreifen der Hände. Hat man das im Griff, dann sollte der Satz machbar sein.

Skrjabin: Sonate Nr.1 op.6 in f-Moll - 2.Satz

Hier sind die Noten.

Ich freue mich wie immer über Kritik und Kommentare.

Viele Grüße!
 
Joh
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Hallo,

ich finde es toll, dass du diese Sonate spielst - viele Pianisten die ich mal darauf angesprochen habe, reizt dieses Stück komischerweise nicht.

Du könntest bei dem 2. Satz versuchen, die Akkorde der Phrasen nicht so zu buchstabieren - es hört sich ein wenig statisch an. Betrachte doch mal genau die Bögen und die Dynamikangaben und fasse danach dies in einer sinnvollen Bewegung zusammen (Singen der Phrasen hilft dabei auch sehr).
Dann würde ich, wenn Dinge wiederholt werden (z.B. in der 2. Zeile), auch einen Charakterunterschied ausarbeiten (z.B. Steigerung / andere Klangfarbe etc.)

Hast du nicht doch vor, die ganze Sonate zu spielen? Ich denke, mit gutem Unterricht solltest du das hinbekommen - vielleicht auch in etwas langsameren Tempo?

Welche Aufnahme bevorzugst du?

LG, Joh
 
Troubadix
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Danke für deine Verbesserungsvorschläge, ich werde sie mir zu Herzen nehmen! :-)

ich finde es toll, dass du diese Sonate spielst - viele Pianisten die ich mal darauf angesprochen habe, reizt dieses Stück komischerweise nicht.

Ich liebe so ziemlich jede Skrjabin-Sonate, die Sonate Nr.3 und alles ab Nr.5 aufwärts, würde mich noch mehr reizen, aber dafür reichen meine Fähigkeiten leider nicht.

Ich mag diese Sonate sehr, bis auf eine "Kleinigkeit" im ersten Satz. Das pathetische "Grandioso" im Reiter-Rhythmus kaufe ich ihm einfach nicht ab.

Hast du nicht doch vor, die ganze Sonate zu spielen? Ich denke, mit gutem Unterricht solltest du das hinbekommen - vielleicht auch in etwas langsameren Tempo?

Rolf (der kennt die Sonate sehr gut und hat sie schon gespielt) schrieb mal...

Kopfsatz und Scherzo sind technisch auf dem Niveau der Lisztsonate.
der Scherzosatz ist ein echter Hammer

Die beiden Sätze sind für mich definitiv nicht machbar, da bin ich Lichtjahre von entfernt. Ich war lange Autodidakt und nehme erst seit einem Jahr recht unregelmäßig und leider viel zu selten Unterricht. So ein Unternehmen würde mich wohl nur deprimieren. :-)

Aber Skrjabin hat ja zum Glück noch andere, auch für mich machbare tolle Sachen geschrieben.


Es gibt zwei Aufnahmen, die ich sehr schätze,

Berman...


...und Ashkenazy.


Das Scherzo spielt Berman phänomenal, der zweite Satz gefällt mir aber bei Ashkenazy besser.

Viele Grüße!
 
Joh
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Ich finde die beiden Aufnahmen (besonders Berman) leider etwas zu langsam im 1. Satz. Besonders im Seitenthema geht dadurch der Schwung verloren, aber vielleicht sehe ich den Charakter des Stückes anders wie Berman.

Wie findest du Hamelin bei diesem Stück (leider nicht bei youtube zu finden)?

Kopfsatz und Scherzo sind technisch auf dem Niveau der Lisztsonate.
der Scherzosatz ist ein echter Hammer

natürlich ist es im Endtempo sehr schwer - keine Frage. Aber wenn du das Stück von ganzem Herzen wirklich spielen willst, solltest du damit anfangen zu üben - setze dir halt das Ziel, musikalisch mit einem etw. reduzierten Tempo zu spielen und vor allem immer locker (an deine Fähigkeiten angepasst). Du wirst mit diesem Ziel bestimmt eine Verbesserung deines Spiels erreichen.

LG, Joh

PS.: du hast bei deinen Favoriten die 2. und 4. Sonate ausgelassen? Schade :-)
 
Troubadix
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Wie findest du Hamelin bei diesem Stück (leider nicht bei youtube zu finden)?

Hamelins Aufnahme kenne ich nicht. Ich habe noch die Aufnahme von Ogdon. Der nimmt den ersten Satz verdammt schnell, und den zweiten Satz äußerst langsam (er nimmt sich fast zwei Minuten mehr Zeit als ich).

PS.: du hast bei deinen Favoriten die 2. und 4. Sonate ausgelassen? Schade :-)

Die vierte Sonate mag ich wirklich nicht so besonders. Das hat nichts mit der Qualität der Musik zu tun, aber irgendwie kann ich mit ihr nichts anfangen...

Viele Grüße!
 
 

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