Sind Notenpreise immer fair?

...in Rosa, mit perfekter Figur ? ;-)
 
Henle-Noten sind schon recht. Aber aus irgendeinem Grund lese ich bei einigen Werken den Satz von Peters lieber. Vielleicht liegts an der Papierfarbe oder an der Schärfe der Kontur. Ausserdem ist die Zuteilung der Noten auf die einzelnen Liniensysteme bei Peters logischer, vor allem bei Orgelwerken. Henle liebt es, alle Manualstimmen in dieselbe Notenzeile zu quetschen, während die drunterliegende leer bleibt. Da tut Peters konsequent das Naheliegende, nämlich den Satz entzerren und auf zwei Notenlinien verteilen.
Und zur Haltbarkeit: mir gehen eigentlich nur die Noten kaputt, denen ich selber den Rücken aufbrechen muss, damit sie überhaupt stehen bleiben. Dann fallen in kurzer Zeit die Seiten heraus. Selbst die DDR Noten aus dem Studium sehen noch aus wie neu :)
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Es gibt Untertanen und Freie! ;-)
 
Klar, da geht man freiwillig hin, ge(nas)führt von der Notwendigkeit (oder Lust) Das Portemonaie möglichst wenig zu erleichtern. (OHNE WERTUNG!!!)
 
nur Snobs und Halbgebildete glauben immerzu, daß sie selbst Herr ihrer Entscheidungen sind, während andere sich angeblich manipulieren lassen.
 

Ich habe nichts gegen Henle Noten, habe einige davon geerbt (an die 100 Hefte). Nur können sich junge Pianisten/inen, Studenten überhaupt solche Noten leisten? Ich bin der Meinung, sowas gehört zu allgemeinem Kulturgut und nicht zu überrissener Geschäftemacherei.

LG Antoine

Dein Problem besteht darin, dass Du verschiedene Urheberrechte verwechselst. Die Werke, von denen Du sprichst, die sind nach einer gewissen (langen) Zeit nicht mehr urheberrechtlich geschützt. Wenn Du beispielsweise selbst sehr gut darin bist, mit entsprechenden Programmen einen hervorragenden Notensatz eines diese dieser Stücke zu setzen (was Dich sicherlich viel Zeit und Mühe kostet und was seinerseits ein schöpferischer Akt ist, den der Gesetzgeber in Deinem Interesse schützt), dann würdest Du doch sicherlich auch für diesen, Deinen eigenen Notensatz Geld haben wollen. Weil das vielleicht dein Beruf ist und Du Dich davon ernährst.

Ob Dir jemand diese Noten abkauft, darüber entscheidet die freie Marktwirtschaft. Aber Du wärst doch sicherlich mehr als nur verstimmt, wenn irgendjemand genau Deinen Notensatz kauft, kopiert und für lau im Internet verteilt. Und sich darauf beruft, dass das Werk ja lange nicht mehr geschützt ist.

Verstehst Du den Unterschied? Hier geht es nicht darum, ein Werk zu schützen, es geht darum, die Arbeit eines Notenstechers zu schützen. Der hat sich die Mühe gemacht und das Werk in möglichste lesbare Noten zu setzen.

Und natürlich ist es jedem Notensetzer freigestellt, dafür den Preis seiner Wahl zu nehmen. Es ist alleine die Entscheidung das Kunden, den Preis zu bezahlen oder eben nicht. Und wenn nicht, dann kann dieser Kunde eben diese spezielle Ausgabe nicht benutzen und danach spielen. Was erscheint Dir daran unfair?
 
Die Werke, von denen Du sprichst, die sind nach einer gewissen (langen) Zeit nicht mehr urheberrechtlich geschützt.
Diesen Tatbestand versuchen die Verlage aber gezielt zu verschleiern.

Hier geht es nicht darum, ein Werk zu schützen, es geht darum, die Arbeit eines Notenstechers zu schützen.
Notenstecher gibt es schon lange nicht mehr. War in der Tat eine anspruchsvolle Arbeit. Aber auch hier wurde nicht dessen Arbeit bezahlt, sondern vorwiegend die Profitgier der Verlage.

Der hat sich die Mühe gemacht und das Werk in möglichste lesbare Noten zu setzen.
das hat vor allem die Software gemacht. Da ist nicht sooo viel von Hand zu machen. Da ich selbst Noten setze, weiß ich wovon ich rede. Man stelle sich vor, Bücher würden fortan das Doppelte oder Dreifache kosten, weil die Arbeit des Schriftsetzers ja so furchtbar wertvoll ist...

Und natürlich ist es jedem Notensetzer freigestellt, dafür den Preis seiner Wahl zu nehmen.
falsch. Der Notensetzer bekommt den Lohn, den sein Verlag ihm in die Bettelschale wirft. Den Preis macht der Verlag. Und da sitzen Juristen in den Chefetagen, die sich nicht die Bohne für Musik interessieren, sondern nur für Geld.
 
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Barbie, wenn Du auf Kreuzzug gegen die kapitalistische Weltverschwörung aus bist, gibt es wahrlich geeignetere Ziele als Henle und andere Traditionsverlage....

das hat vor allem die Software gemacht. Da ist nicht sooo viel von Hand zu machen. Da ich selbst Noten setze, weiß ich wovon ich rede.

Dass Du Deinen hobbymäßigen Notensatz von zuhause mit dem Notenbild von Henle vergleichst, deutet leider schon an, was im Rest Deines Beitrags zu erwarten ist.

Diesen Tatbestand versuchen die Verlage aber gezielt zu verschleiern.

Henle-Blog vom 20. Januar diesen Jahres (ebenso auf der Facebookseite des Verlags publiziert): http://www.henle.de/blog/de/2014/01/20/rachmaninows-cis-moll-prelude-unter-der-lupe/

"Der letzte Blogbeitrag vom 6. Januar hat es schon angedeutet: wir begrüßen Sergej Rachmaninow als neuen Autor im Henle-Katalog! Mit dem Ablauf der Regelschutzfrist am 1.1.2014 sind seine Werke in Deutschland und vielen anderen Ländern der EU und weltweit nun in die Public Domain gefallen, so dass einer kritischen Neuedition seiner Kompositionen nichts mehr im Wege steht."​

Zitat von Barbie:
Notenstecher gibt es schon lange nicht mehr. War in der Tat eine anspruchsvolle Arbeit.

Bei Henle wurden bis zum Ende des 20. Jahrhunderts Stichplatten verwendet, weil bis dahin die Qualität von Notensatzprogrammen noch nicht deren Ansprüchen entsprach. Setzt man die seither verflossene Zeit in Relation zur jahrhundertealten Tradition des handwerklichen Notensatzes, so relativiert sich der Begriff "lange Zeit" doch erheblich.



Ich bin jedenfalls über alles dankbar, dass wir solche sorgfältig und liebevoll erarbeiteten Editionen zu unserer Verwendung haben, die, nebenbei gesagt, auch international ohne Konkurrenz sind.
 
Man stelle sich vor, Bücher würden fortan das Doppelte oder Dreifache kosten, weil die Arbeit des Schriftsetzers ja so furchtbar wertvoll ist...
Ursprünglich waren Bücher tatsächlich auch deshalb verhältnismäßig teuer, WEIL die Schriftsetzer einst hochgebildet, extrem aufmerksam und mit großer Fachkenntnis ausgestattet waren. Ihre Arbeit war furchtbar wertvoll!!! Dementsprechend waren sie tatsächlich hoch bezahlt.

Ist aber nicht mehr. Man siehts an der Qualität. Die Preise sind aber eher gleich geblieben. GENAU deswegen sollte man die Verlage unterstützen, die noch Satz- und Druck-Qualität liefern - meist ist der Preisunterschied marginal (von Billdrucksachen a la Aldi mal abgesehen).
 
HI Leute,
ich als TO (Thread Owner) habe längst begriffen, dass die Henle Noten jeder Cent wert sind. Die Druckqualität ist mir eigentlich egal, sondern dass sie so gut wie Fehlerfrei sind und aus guten Urquellen entstanden sind. Ferner soll auch der Service unschlagbar sein und zu jedem Komponist (bzw. Gruppe) ein Spezialist zur Verfügung steht. Das hat halt sein Preis und nicht nur der Kupferstecher, Layouter und was auch immer.

Somit möchte ich mich für die Klärung bedanken und weitere Streitereien bezogen auf Henle erachte ich aus meiner Sicht als sinnlos.

P.S.
Ich habe meine Noten immer bezahlt und so wird es auch in Zukunft bleiben. Es hat mich einfach gewundert, woher die z.T. grosse Preisunterschiede herkommen.

LG
Antoine
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Steinbock, hier streitet doch niemand:

Es hat mich einfach gewundert, woher die z.T. grosse Preisunterschiede herkommen.

Da darf ich dann was nachschieben:

Lassen wir mal die nicht unerheblichen Kosten eines wissenschaftlichen Lektorats beiseite, dann ergibt sich folgendes Bild, wenn wir z.B. einen 32-seitigen Band von Henle (o.a.) mit einem 200-Seiten Billigdruck von Aldi vergleichen:

Notensatz bei H. manuell von Fachkräften ausgeführt, bei XYZ voll- oder teilautomatisiert, falls teilmanuell keine Fachkräfte, teilweise Datenübernahme oder Scans von früheren Druckwerken. Hier ist der Aufwand bei den guten Noten mindestens 10 mal, eher 50-100 mal höher! (Fixkosten)

Prepress und Druck in D / Europa versus Produktion in Fernost: Kostenverhältnis ca. 4:1 !!!

Höchstwertiges Papier zu Billigstpapier: Kostenverhältnis ca 5-10 : 1!!!

dito Umschlag und Bindung...

Wenn man sich nun vor Augen hält, dass die hochwertigen Noten vielleicht in einer Auflage von maximal 5.000 gedruckt werden, während bei Aldi und Co das Hundertfache passiert (und somit die Fixosten aufs Stück bezogen mindestens ein Verhältnis von 100:1, eher {s.o.} 1.000 - 10.000 : 1 betragen), dann ... ist es ein schieres Wunder, dass Henle & Co so billig sein können.
 
Pianovirus, danke für´s Video.Sehr interessant!
 
Pianovirus, danke für´s Video.Sehr interessant!
ja, ein interessantes PR-Video.

Mit dem Ablauf der Regelschutzfrist am 1.1.2014 sind seine Werke in Deutschland und vielen anderen Ländern der EU und weltweit nun in die Public Domain gefallen, so dass einer kritischen Neuedition seiner Kompositionen nichts mehr im Wege steht."
Ist doch schön, daß Du drauf reinfällst. Was besseres kann Henle gar nicht passieren. So entstanden schon immer "schutzbedürftige" Neuausgaben: man bringt hier und da ein paar Bögen oder ein Pedalzeichen an und schwupps... ist ein urheberrechtlich geschütztes Werk entstanden. Die eigentlichen Werte, die hier verkauft werden, hat ein Komponist mitunter vor Jahrhunderten geschafffen.
 
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