Shigeru Kawai vs. Steinway vs. Yamaha

Annaklena
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Da ich nachgewiesenermaßen schlechte Ohren habe ;-), stelle ich das mal hier ein für diejenigen, die im Gegensatz zu mir gute Ohren haben.


Ich höre da so gut wie keinen Unterschied. Am ehesten erscheint mir der Yamaha noch "wärmer", aber das kann auch nur Einbildung sein. Grundsätzlich mag ich keins der vorgestellten Klaviere, sie sind mir alle zu "bright", zu klar, zu kalt.

Ich bin ja eher ein Fan des Blüthner-Klangs, so wenig klar wie möglich, wenn man so will. Romantisch, verschwommen, weich, warm, voll. Aber da sind Geschmäcker eben verschieden. Heutzutage ist der klare, durchdringende Klang wie hier in dem Video wohl mehr in Mode. Vermutlich weil unsere Hörgewohnheiten sich geändert haben seit der romantischen Epoche. Bis auf meine. :-)Mit tut ein zu klarer Klang in den Ohren weh, bei Boxen genauso wie bei Klavieren.

Aber hören andere hier aus dem Forum Unterschiede bei diesen Klavieren? Bzw. wenn sie die Klaviere auch in natura kennen, gibt es da Unterschiede? Also markenspezifisch. Jedes Klavier klingt anders als jedes andere, das hängt ja nicht von dem Namen ab, der draufsteht. Aber gibt es wirklich einen "Markenklang"?
 
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Häretiker
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Moin!

- Youtube-Videos sind nicht wirklich ein Kriteriuem zur klanglichen Beurteilung.
- Der Bösendorfer in der Schule gefiel mir besser als der Steinway in der Gemeinde.
- Der Flügel, der mir bis jetzt am besten gefallen hat, war ein restaurierter Beschstein aus den 30ern. Warm und wie Seide, herrlich.

Klang ist ja Geschmackssache und auch der Mode unterworfen. Minimoog und Yamaha DX7 ... da liegen Welten zwischen!

Grüße
Häretiker
 
agraffentoni
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Bassplayer
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Die Antwort kann wohl nur relativ sein. Wenn man verschiedene neue Exemplare desselben Modells eines Herstellers vergleicht, ist zwar jedes ein bisschen anderes, aber generelle Tendenzen in der Charakteristik lassen sich meistens schon feststellen, die natürlich auch auf dieselbe Konstruktion zurückzuführen sind.

Wenn man verschiedene Modelle desselben Herstellers vergleicht, nehmen die Gemeinsamkeiten zwar schon ein bisschen ab, aber Ähnlichkeiten dürften immer noch vorhanden sein, weil der Hersteller ja auch bestimmte Prinzipien hat, wie etwa der Saitenhersteller, die Reso-Konstruktion, etc. Daher kann man wohl schon von einem Markenklang reden.

Der erste gravierende Unterschied ergibt sich dann, wenn man Flügel und Uprights vergleicht. Ich finde z. B. dass ein Steinway K 132 klanglich keine Ähnlichkeit mit einem Steinway M hat.

Das Ganze ist dann von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, je nachdem, wie groß die Produktpalette ist, ob er an verschiedenen Standorten produzieren lässt, wie viele Mitarbeiter er beschäftigt und inwieweit er bei einzelnen Produkten individuelle Konstruktionsmerkmale einsetzt. Die Aufzählung ist nicht abschließend.

Je älter ein Klavier ist, je nachdem wie speziell es genutzt (nur Mozart/Bach oder hauptsächlich Boogie Woogie), eingespielt, gewartet, nachintoniert, gestimmt wurde, etc., umso mehr dürften sich individuelle Eigenschaften herausbilden, die sich dann dementsprechend vom "Markenklang", soweit man ihn wie oben beschrieben annimmt, unterscheiden.

LG
BP
 
saugferkel
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Bis zum Kauf spielte und nun spiele ich da und dort immer wieder Klaviere und Flügel in den Läden. Vom Spielgefühl her gefällt mir am besten der Steinway-Flügel. Dem folgt der C. Bechstein, Bösendorfer und Blüthner. Förster, Kawai, Yamaha und Co., mit denen konnte ich mich in dieser Hinsicht bisher nicht anfreunden.

Vom Klang her mag ich eher den Bösendorfer. Dann kommt der Steinway, Blüthner und C. Bechstein.

Gemerkt hab ich an mir während der Suche, dass das Spielgefühl höhere Priorität hat als der Klang und das gilt heute noch. Drum entschied ich mich für Steinway, mit der Zeit gewönt man sich auch an den Klang.

In den YouTube-Aufnahmen, oder Aufnahmen allgemein merkt man den Unterschied kaum. Am Instrument beim Spielen kann man alles am besten vergleichen.
 
Einflügler
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Früher waren die Klangunterschiede sicher grösser. Steinway hatte seine patentierte Duplex, heute ist das Patent abgelaufen und fast alle haben es übernommen. Yamaha ist ursprünglich quasi eine Steinwaykopie.Kawai hat sehr viel in Forschung investiert und klingt meiner Meinung nach auch sehr gut. Steinway ist in der Bauweise sehr konservativ und das hört man auch, ich würde den Klang als analytisch bezeichnen. Blüthner (Aliquot) und Bösendorfer (Resonanzkastenprinzip) setzen sich auch neute noch deutlich von anderen Marken ab. Grotrian gefällt mir auch sehr (wärmer als Steinway).

Hier gibt es noch ein Quiz von allen bedeutenden Hersteller. Bösendorfer hört man am besten raus die andern sind da schon schwieriger.

http://boesendorfersteinway.kantiriederer.ch/comparison/andere_de.php
 
pianochris66
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Einen mindestens so großen Einfluss auf den Klang wie der Hersteller hat auch die Intonation des jeweiligen Instrumentes. Als ich meinen Flügel aus insgesamt 6 Shigerus ausgewählt habe war der Klang der einzelnen Instrumente so unterschiedlich, dass es auch unterschiedliche Fabrikate hätten sein können. Gleich war nur die unglaublich gleichmäßige und angenehme Spielbarkeit. Und diese Vergleiche bei YT sind eh nur bedingt aussagekräftig. Wenn man selber am Instrument sitzt kann die Entscheidung ganz anders ausfallen als wenn man Zuhörer, zumal aus der Konserve, ist.
 
Henry
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pianochris66
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Da zu muß man kein Fachman sein um qualitative Unterschiede zwischen einen S&S und Kawai Shigeru festzustellen, da langt schon ein mäßiges Gehör ;-)

LG
Henry

Henry, ich mag ja die Fopperei und kann nur sagen, dass ich mit meinem "Zinkrohr" sehr zufrieden bin obwohl ich mehrere Steinways bei meiner Flügelsuche angespielt habe;-). Nur interessehalber: An wie vielen Shigerus der Concert Series hast Du schon gesessen?

Viele Grüße
Christian
 
Barratt
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Aber hören andere hier aus dem Forum Unterschiede bei diesen Klavieren?

Ich halte Einspielungen dieser Art nicht für aussagekräftig. Zu viele Faktoren spielen bei der Klangkonservierung und deren Wiedergabe eine Rolle.
Fazit: Man muss die Instrumente direkt hören und zwar möglichst unter gleichen akustischen Bedingungen.

Bzw. wenn sie die Klaviere auch in natura kennen, gibt es da Unterschiede? Also markenspezifisch. Jedes Klavier klingt anders als jedes andere, das hängt ja nicht von dem Namen ab, der draufsteht. Aber gibt es wirklich einen "Markenklang"?

Grosso modo: Ja.

Trotzdem gibt es viele "Abers". Zum Beispiel das Alter des Instruments. Oder seine Wartung/Intonation. Leider auch: Wer darauf spielt. Weiß der Henker wie sie es machen, aber hervorragend klavierspielende Personen lassen ein Instrument "insgesamt anders" klingen. Bei einer Kaufabsicht muss die gleiche Person (man selbst) die Instrumente austesten und den individuellen Klang des Instruments beurteilen. Die von Dir genannten Marken produzieren Spitzeninstrumente, die klingen alle "gut".

Ich behaupte, die Wahl wird regelmäßig auf das Instrument fallen, das einem vom Gesamtpaket am meisten zusagt - Handhabung "Spielgefühl" PLUS Klang PLUS das mysteriöse "gewisse Etwas". Und ich wette, das Optische spielt unterbewusst auch eine Rolle. Wenn ich ehrlich bin, kann ich bis heute nicht klar aussagen, warum ich nicht das C. Bechstein Concert 8 nahm, nicht das Steinway K sondern das V.
 
saugferkel
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Und ich wette, das Optische spielt unterbewusst auch eine Rolle.
Sehr richtig. Vlt. nicht bei jedem. Ich bereue es zumindest nicht, dieses Kriterium bei der Suche in meine Überlegungen miteinbezogen zu haben.

So mysteriös ist es auch wieder nicht. Vlt. ne Sache der Regulierung, kann sein. Für mich war/ist es genauso wichtig wie das Pedalspiel und derer Geräusche.

Ich hab außerdem den -für heutigen Markt geltenden- besseren Werterhalt der Hamburger in Betracht gezogen. Schließlich bin ich kein Profipianist, nur eun Hobby-Klimperer und kein Millionär, dem das Geld egal ist, was später damit wird.

Nun, let the fight begin. :zunge::-D
 
Barratt
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pianochris66
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Ich führe keine Statistik darüber wie oft ich an dieser oder jenen Marke gesessen bin, nur bei allem Verständnis für eure Liebe zu Kawai Shigeru....es ist und wird kein Steinway - dafür kost er ja auch weniger :rauchen:

LG
Henry

Also noch an keinem oder nur wenigen:-D. Natürlich wird aus nem Shigeru kein Steinway, das wär ja schrecklich:angst::lol:. Ich mutmaße mal, dass Dein Urteil mit Deiner bekannten Ablehnung asiatischer Instrumente zusammen hängt. Es geht doch nichts über gepflegte Vorurteile:idee::-).

LG
Christian
 
 

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