Schalldämmung / Schalldämpfung für Klavier

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Perry Dhalgren

Perry Dhalgren

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15. Jan. 2007
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Hallo zusammen,

meine Tochter (5) hat sein ca. 4 Monaten nun Klavierunterricht. Wir haben uns daraufhin ein Klavier der Marke W.Hoffmann gekauft. Wir haben uns bewußt für ein mechanisches Klavier entschieden, da uns unsere Lehrerin das empfohlen hatte.

Nun haben wir eine Eigentumswohnung und wohnen im Erdgeschoss. Daher haben wir schonmal keine Problem mit Nachbarn unter uns, aber leider ist das Haus so hellhörig gebaut worden (BJ 1965), das unsere Nachbarn es doch sehr laut hören.

Nun möchte ich gerne eine Lösung für das "Lärmproblem" finden. Zur Zeit gibt es drei Möglichkeiten:

1. Eine neue Wohnung bzw. eigenes Haus
2. Umsteigen auf ein elektronisches Klavier
3 Schalldämmungs- oder -dämpfungsmaßnahmen

Punkt 1 ist wahrscheinlich der idealste, aber leider finanziell nicht durchführbar. Punkt 2 würde ich eher als eine Notlösung empfinden, da ja auch diese elektronischen Klaviere nicht gerade günstig sind und für einen Anfänger gerade die Mechanik eines Klavieres wichtig ist.

Also Punkt 3: Dämmpfung. Und nun wollte ich mal fragen, was es denn eurer Meinung nach so für Möglichkeiten gibt.

Wir haben ein Parkettboden, der schwimmend verlegt worden ist. Das Klavier steht recht nah an einer Außenwand. Wir haben erstmal vor, einen Teppichrest zu kaufen, der recht dick ist und diesen unter das Klavier zu stellen. Dann wäre es vielleicht möglich, eine Art Schaumstoff oder ähnliches zwischen Klavier und Wand zu befestigen, damit der Schall nicht so über die Wände sich verteilen kann.

Ob es viel bringt, kann ich nicht sagen, aber ansonsten wüßte ich zur Zeit noch keine Möglichkeiten mehr. Zwar haben wir einen Dämpfungsschalter am Klavier, den wir zur Zeit nutzen, aber wie ich auch gelesen habe, ist es gerade für Anfänger nicht so gut, weil man damit ja den Anschlag verändert und meine Tochter dann "falsch" lernt.

Ich wäre froh, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet.

Danke

Perry
 
Hallo!
Das ist leider immer wieder ein großes Problem in Wohnungen und oft nur durch Kompromisse aller Beteiligten zu lösen!
Im Prinzip können Nachbarn (wenn du die gesetzliche Nachtruhe und am Wochenende auch die Mittagsruhe einhältst) nichts gegen das Klavierspiel ausrichten. Es ist aber auch verständlich, dass man mit den lieben Nachbarn so gut wie möglich auskommen möchte. Vielleicht könnt ihr euch auf eine bestimmt Übezeit oder ähnliches einigen.

Punkto Schalldämmung: Lies dich mal hier etwas ein, vielleicht findest du ein paar interessante Dinge, die du auch in deiner Wohnung übertragen kannst!
 
Zitat von Perry Dhalgren:
1. Eine neue Wohnung bzw. eigenes Haus
2. Umsteigen auf ein elektronisches Klavier
3 Schalldämmungs- oder -dämpfungsmaßnahmen

1. Das Haus passend zum Klavier (das ist etwa wie: Das Kleid passend zu den Strümpfen) :-)
2. Zusätzlich eins, für die Zeiten, wo die Dämmung versagt (nach 22:00 Uhr)
3. Hier wäre erst einmal abzuklären (auch mit den Nachbarn zusammen), wie die Einkopplung erfolgt. Meistens geht es (a) über den Fußboden (Körperschall) und (b) die Wände/Decke (Luftschall).

Wir haben ein Parkettboden, der schwimmend verlegt worden ist. Das Klavier steht recht nah an einer Außenwand. Wir haben erstmal vor, einen Teppichrest zu kaufen, der recht dick ist und diesen unter das Klavier zu stellen. Dann wäre es vielleicht möglich, eine Art Schaumstoff oder ähnliches zwischen Klavier und Wand zu befestigen, damit der Schall nicht so über die Wände sich verteilen kann.

Geh mal in die Suchfunktion, das Thema ist vor nicht allzulanger Zeit schon mal erörtert worden (damals waren's nicht die Nachbarn, sondern starke Reflexionen in einem Kellerraum).
Prinzipiell: Luftschall durch Schallschlucker wegnehmen (schon mal ein Bild von einem schalltoten Raum gesehen? So in der Art ...). Körperschall an der Einkopplung hindern (Klavierrollen/-füße auf größere Platten und die auf weiches Material, sollte sich nicht auf Null zusammendrücken). Beim Discounter um die Ecke gabs vor ein paar Wochen Gummiuntersetzer für die Waschmaschine, habe zwei Sätze gekauft, der zweite klemmt jetzt unter dem Klavier). Schau auch mal nach, ob das Parkett nicht doch irgendwo anstößt...
 
Eine Möglichkeit gäbe es noch: eine sog. "Silent-Funktion" ins Klavier einbauen zu lassen. Das ist eine zusätzliche Digitalisierung des Klavieres - hat den Vorteil gegenüber einem echten Digitalpiano, dass man zwischen akustischem und digitalem Klavier umschalten kann und immer die gleichen Tasten und somit den gleichen Anschlag vor den Fingern hat.
Bei dieser Silent-Funktion fängt eine Art Stoppleiste die Hämmer ab bevor sie die Saiten berühren und nachträglich eingebaute Sensoren unter den Tasten erzeugen die richtige Anschlagsdynamik. Es gibt dabei natürlich auch die Möglichkeit mit Kopfhörern und somit für Nachbarn völlig geräuschlos zu üben.
Allerdings ist es halt auch nicht gerade billig (ca. 2.000.- Euro), aber immer noch billiger als die Wohnung zu wechseln... :wink:

Um nochmal zu den Nachbarn zurückzukommen - hier ein Ausschnitt aus dem Rechtsratgeber:
"Mieter dürfen bis zu 90 Minuten pro Tag in ihrer Wohnung Klavier spielen, sogar wenn es die Nachbarn nervt. Auch Fingerübungen sind in dieser Zeit erlaubt. Der Musikant muß jedoch Rücksicht nehmen und bei seinen Übungen die allgemeinen Ruhezeiten beachten."

("Musikant" find ich irgendwie diskriminierend...)
 
Nun, wir hatten uns ja ein gebrauchtes Klavier gekauft, was uns schon 2000 € gekostet hatte. Es jetzt auf ein digitales umzurüsten, wäre eventuell eine Möglichkeit, aber das müßte ich erstmal prüfen. Und ob es sich dann überhaupt lohnt, weiß ich auch nicht, da wir lieber ein weißes Klavier hätten, unser aber Nußbaum ist.

Ich habe mal ein Bild angehängt, was zwar nicht unser Klavier ist, aber vom gleichen Modell. Nur die Farbe ist etwas dunkler.

Perry
794_Hoffmann_Klavier_1.jpg


Hier unser Klavier direkt. Leider nur von oben aufgenommen.

Perry
794_Hoffmann_Klavier_2_1.jpg
 
Hallo, ich plane in mein neues Klavier (Petrof), ebenfalls eine "Silent-Funktion" einbauen zu lassen. Meine Befürchtung ist allerdings, daß dadurch der Anschlag verändert wird? Oder merke ich das als Hobby-Spieler nicht? Toccata, hast Du Erfahrung mit Stummschaltungen, wenn ja, kannst Du mir ein technisch gutes Produkt auf Sensorbasis empfehlen?
Warum sind die Geräte so teuer? Liegt das am zusätzlichen Einbau? Die Elektronik dürfte den hohen Preis doch nicht ausmachen?
Gruß Gerd
 
Hallo Gerd!
Ich kann dir auf alle Fälle das "QuietTime GT2"-System empfehlen, das ein wirklich sehr gutes Produkt ist und - so viel ich weiß - in jedes Klavier eingebaut werden kann. Hier ein Link dazu.
Der Preis kommt bestimmt großteils auch durch den Arbeitsaufwand zustande, weil ja unter jede einzelne Taste ein Sensorsystem eingebaut wird um die Anschlagsstärke messen zu können. Verändert wird der Anschlag durch den Einbau eines Silent-Systems eigentlich nicht, weil die Tasten ja noch die gleichen sind, nur eben die Hämmer die Saiten nicht mehr erreichen bei Umschaltung auf digitalen Klang.
 
Zitat von Perry Dhalgren:
Nun, wir hatten uns ja ein gebrauchtes Klavier gekauft, was uns schon 2000 € gekostet hatte. Es jetzt auf ein digitales umzurüsten, wäre eventuell eine Möglichkeit, aber das müßte ich erstmal prüfen. Und ob es sich dann überhaupt lohnt, weiß ich auch nicht, da wir lieber ein weißes Klavier hätten, unser aber Nußbaum ist.

Oh, mein Klavier sieht genauso aus, und ich hab auch das Problem mit den Nachbarn.
Ich hab mir zusätzlich noch ein stagepiano gekauft (ein elektronisches Klavier ohne Korpus, sieht aus wie ein Keyboard, spielt sich wie ein Klavier), Yamaha P140. Das kann man über die eingebauten Lautsprecher laufen lassen oder über Kopfhörer. Klingt zugegebenermaßen dünn, ist aber vom Spielgefühl/Anschlag her wirklich gut und kostet "nur" um die 1000 Euro. Jetzt üben meine Kinder und ich mal auf dem Klavier, mal auf dem stagepiano, und die Nachbarn sind jedenfalls zufriedener als vorher.
 
Hallo Toccata, danke für die schnelle Antwort! Es beruhhigt mich, wenn der Anschlag damit nicht verändert wird! Die Alternative mit einem zusätzlichem Digitalpiano (z.B. JAMAHA, CLP 230) habe ich bereits aufgegeben, obwohl der Anschlag schon recht ordentlich ist, aber erreicht bei weitem nicht ein mechanisches Klavier!!! So kann ich dann mit Stummschaltung und Kopfhörern auf MEINEM gewohnten Klavier spielen..... ohne Kompromisse, allerdings zum höheren Preis

Viele Grüße
Gerd
 
Nun, auch ich lasse mir erstmal Informationen zu diesem Silentsystem zukommen. Das ganze kostet ja nochmal 2000 €, dafür bekomme ich ja schon ein neues Digitales Piano. Aber dann hätte ich ja wieder das Problem mit der Mechanik...

Vielleicht warte ich dann doch lieber damit, bis ich das Klavier habe, was wir dann auch länger behalten werden. Denn mal eben so 2000 € habe ich auch nicht so rumliegen...

Perry

/€dit: BTW, weiß einer zufällig, was für ein Modell das ist? Ich glaube, es ist ein Modell 120, weiß es aber nicht so genau.

Perry
 
Zitat von Perry Dhalgren:
Nun, auch ich lasse mir erstmal Informationen zu diesem Silentsystem zukommen. Das ganze kostet ja nochmal 2000 €, dafür bekomme ich ja schon ein neues Digitales Piano. Aber dann hätte ich ja wieder das Problem mit der Mechanik...

BTW, weiß einer zufällig, was für ein Modell das ist? Ich glaube, es ist ein Modell 120, weiß es aber nicht so genau.

Hallo Perry!
Da hast du recht - ein neues Digitalpiano (z.B. das von Gerd angesprochene Yamaha CLP-230) kostet auch in etwa 1.500,- € und ist meiner Meinung nach ein schlechterer Kompromiss als die Silent-Funktion.

Zu deinem Klavier: ich glaube eigentlich nicht, dass das ein Hoffmann H 120 ist - das sieht etwas anders aus. Außer es ist schon älteres Modell. Sieh mal innen im Klavier nach, ob du am Rahmen z.B. eine Typenbezeichnung findest!
 

Mir wurden in einem anderen Forum diese Klavieruntersetzer empfohlen
https://www.thomann.de/de/jahn_isofloor_pianountersetzer.htm
- ich habe sie samt Dämmpolster einfach unter die ursprünglich gekauften kleineren zusätzlich druntergesetzt, so haben meine Knie mehr Platz unter dem tiefen Spieltisch, allerdings waren mir dann die Pedale endgültig zu hoch, so daß ich sie unter den Korpus befestigt habe, bei Bedarf Bild, fährt sich jetzt wie ein Mercedes ;-)

Für die Schalldämmung zwischen Klavierrückwand und Zimmerwand empfahl mein Klavierstimmer speziellen (superschweren) Theatervorhang, er selbst hat aber eine alte Bettdecke dazwischen :lol:

Zum Glück stört's unsere untenwohnenden Vermieter aber nicht, so daß wir bis 22:30 lärmen dürfen soviel wir wollen. Wir wünschten von ihnen, daß sie Bescheid sagen bevor sie anfangen sich zu ärgern.

Viel Spaß beim Spielen,
Manfred
 
Hm, diese Untersetzer wären ja auch eine Alternative. Aber es scheint ja so zu sein, das die nur in runder Ausführung zu erhalten sind. Ich weiß nicht genau, ob die auch bei meinem Klavier passen. Ich glaube, ich benötige da eher längliche, da mein Klavier etwas andere Füße hat.

Aber ich schaue mir das nochmal in Ruhe zu Hause an.

Perry

/Edit

Scheinbar sind diese Untersetzer alle nur für Pianos mit Rollen. Das hat meins aber nicht. Von daher werden die wohl nicht gehen...

Perry
 
Auf euren Wunsch nachfolgend die Dokumente meiner Bastelei:

hier sind die doppelten Untersetzer zu sehen, die das Klavier (und damit die Spieltischunterkante) um 2-3 cm erhöhen, nun passen meine Unterschenkel wieder senkrecht auf's Pedal.
616_fuesse_1.jpg


Die (äußeren) Pedale sind nun nämlich unter dem Klavierkorpus (ebenso der Staub und der verlorene Bleistift ;-) Ihre Lager sind jetzt kopfüber von unten angeschraubt und sie ziehen an Gewindestangen, die durch Löcher im Klavierboden geführt sind.
616_vonUnten_1.jpg

Die Pedalbügel mußte ich für diese Anbringung etwas verbiegen, damit die Messingschalen wieder ca. waagrecht sind. Aber sie liegen nun günstiger als vorher, wo ich den Fuß für's Pedalspiel unangenehm hochkippen mußte.

'Tschuldigung, bei dieser Perspektive ist das linke Pedal vom mittleren verdeckt. Das rastbare mittlere für das Moderator-Dämpferfilztuch habe ich innen gelassen, wird ja nur ein- und ausgerastet. Vom rechten Pedal ist die Gewindestange gut zu erkennen: oben die Flügelmutter ist für's Einstellen, unten der Teller ist ca. 1 cm über dem Boden und dient mit seiner filzbeklebten Unterseite als Anschlag, damit man das Pedal nicht bis auf den Fußboden treten kann und das Laminat verschrammt.
616_vonInnen_1.jpg


Nicht verschweigen will ich, daß durch diese Gewindestangenkonstruktion mit relativ steifer Führung im Pedalbügel die Abwärtsbewegung der Gewindestange zunächst nicht genau senkrecht war, sondern das nur mittig gelagerte Vierkantrohr des Waagebalkens gleichzeitig eine leichte Drehbewegung um die Hochachse machte. Das gab ein etwas schwammiges Pedalgefühl und war mit leichtem Quietschen verbunden :-( Dies war aber leicht zu beheben durch ein lockeres Anbinden des hinteren Waagebalkenendes (nicht im Bild) in seitlicher Richtung, das beim Betätigen nun nicht mehr ausweichen kann. Seitdem bin ich vom Pedaltreten begeistert ;-)

Hoffe es ist klar geworden (sonst nochmal nachfragen) und die Bilddateien nicht zu groß/zu sehr komprimiert

Haut rein!,
Manfred
 
Danke, so gestümpert sieht das doch gar nicht aus :D
Ich bin ernsthaft am Überlegen, ob ich unser tiefergelegtes Kleines um 7cm anhebe (damit die Klaviatur auf Normalhöhe kommt)...
 
Ja eben, Manfred, du solltest wirklich ernsthaft eine Änderung deines Nicks in Erwägung ziehen. Man kriegt richtig Lust, selbst Hand ans Instrument, das geheiligte, unantasbare, zu legen. Viel zu viel Hochachtung wird einem da immer eingeredet. Beim Sax habe ich letztens auch endlich mal – zugegeben anfangs mit Beklommenheit – brutal zum Lötkolben gegriffen. Geht.
 
Bin gerade fertig: da sich der Hocker nicht weiter tieferlegen ließ, mußte das Klavier geliftet werden. Von einer Tastenhöhe von 67cm vorher auf 72cm jetzt. (Wer schon länger mitliest, weiß, daß ich schon bedauernd festgestellt hatte, daß sich Türhöhen und neuerdings auch Bettlängen dem allgemeinen Wachstum schneller anpassen als zB Klaviere.)
Das Hauptproblem war das Pedal - das ist jetzt nach unten verlegt, nachdem ich der Kramkiste noch eine 30cm lange Gewindestange entlocken konnte. Fotos demnächst (die URL trage ich dann hier nach).
Ich überlege noch, ob ich eine Verblendung davorsetze ... der Anblick ist aber wahrscheinlich Gewöhnungssache.
Irreversible Eingriffe: ein 8mm-Loch im Boden. Mal sehen, ob der Klavierstimmer sich mit Grausen abwendet...
 
Verrechnet 8) :shock: :roll:
Zum Schlafen komme ich jetzt nicht - gehe gleich doppelköpfen
 

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