Romantische Sonaten für Musikprüfung, Charakteristika romantischer Sonaten

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Nikan

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7. Jan. 2020
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Hallo Leute, dies ist mein erstes selbsterstelltes Thema und generell hab ich noch nicht die Ahnung wo welche Themen besprochen werden, daher tut es mir Leid, falls dieses Forum/dieser Thread nicht der richtige ist.
Ich habe nächste Woche eine Musikprüfung, als Art Vorbereitung für das Abitur, und als Thema die Sonatenform bekommen. Dabei gehe ich genauer auf die Klaviersonate in der Klassik (mit Vorspielen) und die Romantik ein, jedoch habe ich das Problem, dass ich bisher keine Sonate der Romantik habe. Könnt ihr mir ein paar empfehlen, die innerhalb einer Woche noch bearbeitbar sind? Ich weiß, dass das sehr stressig und kurzfristig ist, aber ich muss es probieren. Ein großes Problem ist, dass sich in der Romantik die Regeln aufzulösen scheinen bzw sehr ausgeweitet werden und es innerhalb der Romantik erneut riesige Differenzen geben kann. Nicht nur wegen der Früh-, Hoch- und Spätromantik, sondern auch wegen allgemeiner künstlerischer Differenzen und Vielfalt (eher konservative Strömungen, norddeutsche Schule, "Liszt", "Wagner" und später die Entwicklung des Impressionismus mit Debussy und so weiter, ich denke es ist klar was ich meine). Jedenfalls brauche ich daher eure Hilfe um ein bisschen Ordnung in das Chaos zu bringen. Vielen Dank
PS. Evtl bekomme ich zeitlichen Aufschub aufgrund der schulischen Situation kurz vorm Abitur
 
Hallo @Nikan ,

willkommen im Forum.

Das ist ja ein großes Thema, mit dem du dich da beschäftigst. Hier haarklein in die Analyse zu gehen, würde den Rahmen sprengen. Soviel kann ich dazu aber sagen:

In der Romantik (ab Schubert) gleichen sich die Sonate und die Fantasie immer mehr an. So gibt es in romantischen Sonaten oft bereits innerhalb der Exposition Techniken, die bei Haydn und Mozart der Durchführung vorbehalten waren (thematisch-motivische Arbeit, Modulationen usw.). Auf der anderen Seite übernehmen romantische Fantasien Sonatenhauptsatz-Elemente, z.B. ist dies in Schuberts Wanderer-Fantasie der Fall.

Was hältst du davon, jeweils die ersten Sätze von z.B. einer Schubert-Sonate und der Wanderer-Fantasie miteinander zu vergleichen?

Wichtig ist aus meiner Sicht dabei noch die Frage nach dem Warum, das sich vor allem aus den gesellschaftlichen Gegebenheiten erklären lässt: Die „aristokratische“, repräsentierende Sonate wich in der Romantik (fast zeitgleich zum Biedermeier) ja der kleinen Form, dem Charakterstück, was dem bürgerlichen Rückzug ins Private entspricht. Hinzu kam die zunehmende Freiheit der Tonsprache. In diesem Umfeld Sonaten zu komponieren, die ja eine gewisse Strenge der Form beinhalten, stellt einen Kontrast dazu dar, der Konsequenzen für die jeweils konkrete Ausgestaltung der Sonaten in der Romantik hatte. Hier waren es in erster Linie individuelle Lösungen des jeweiligen Komponisten, sodass sich keine pauschalen Antworten geben lassen.

Schau doch auch mal in Riemanns Lexikon der Musik (Sachteil) und vor allem in „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“, da müsstest du fündig werden.
 
Zur Entwicklung der Sonatenform von der Klassik bis hin zu ihrer Auflösung in der Spätromatik wurden zahllose Regalmeter mehr oder weniger guter Schriften verfasst. Allein für die Literatur-Recherche wird eine Woche nie und nimmer ausreichen; was dir bleibt, ist vielleicht eine exemplarische Gegenüberstellung von zwei, höchstens drei unterschiedlichen Ansätzen verschiedener Komponisten. Beispielsweise Schumanns op. 22, Chopins op. 35 und - als Extrembeispiel - Liszts h-Moll-Sonate.
 
Hallo @Nikan

vielleicht brauchst Du noch einen spätromantischen Farbtupfer, der auf den ersten Blick durchaus etwas "exotisch" anmutet, bei verständigem Spiel aber eine wundersame Traumwelt erschließt, die sich viele wegen scheinbar "grundsätzlicher Probleme" auch mit Regers Maxe leider entgehen lassen (Sonatine mit ca. 20 Seiten, die durchaus mit sog. Sonaten mithält und sich noch ausreichend ohne Problem vom Blatt spielen läßt und in paar Tagen vorspielreif wäre, bei Mittelst.2-Oberst.kenntnissen:

op. 89,2 "Sonatine"


(Reger wird viel zu wenig im Amateurbereich gespielt, ich habe nun eine Liste von Stücken erstellt und durchgespielt, die m.E. den Klavierschülern vorgelegt werden sollte, die Gefahr laufen, im Mainstream der Schulstückchen enggespurt zu werden.
Ja selbst im U2 Bereich, finden wir schon klanglich wie didaktisch wertvolle Regerate.
 
@Demian @mick @maxe
Vielen lieben Dank für eure Hilfe.
Der grobe "Fahrplan" schaut wie folgt aus:
Grundsätzliches über die Sonate (Herkunft : cantate, Kirchensonate->klassische Sonate)
(Veränderung der Kirchensonate bzw Entstehung der klassischen Sonate : Anzahl der Sätze, Charakteristika wie Geschwindigkeit, Art etc, Entstehung der Sonatenhauptsatzform)
Klassische Sonatenform am Beispiel der "Sonata facile" erklären
->Vorspiel der Exposition (is jetzt nichts sooo besonderes, aber eignet sich gut um Aufbau zu erklären)
->Musik im zeitgeschichtlichen Kontext: Zeit der Klassik
-Beethoven als Ausnahme oder Wendepunkt? - >Entstehung romantischer Tendenzen in Kunst (kurz auf Mondscheinsonate eingehen "quasi una fantasía" - > Satzreihung - > SHF erst beim dritten Satz
-dann wieder auf historischen Kontext eingehen (Napoleon, Nationalbestrebung, Vormärz und Biedermeier) , und auf künstlerische Entwicklung (Biedermeier, Beginn des Naturalismus und der literarischen Romantik) eingehen
-Beginn der Romantik(musikalisch) und Grundidee der Romantik erklären :
"Formen sprengen" etc(gucke gleich noch mal in meinen heften, hab sie gerade nxiht parat)
->Frühromantik: Schubert
Sonate und Wanderer Fantasie, analysieren und vergleichen mit den klassischen Sonaten, Entstehung von Chatakterstücken?
->Hochromantik: Chopin und Liszt (eventuell auch Brahms oder Schumann)
wieder analysieren, vergleichen und auf Besonderheiten eingehen (bspw die "Binnensatz"-Idee Liszts oder das Fehlen der Reprise bei Chopin (wie gesagt, ist das jetzt sehr grob aus dem Gedächtnis hervorgekramt); Sinfonische Dichtung und lyrische Musik?
->wieder historischen Hintergrund betrachten

Spätromantik: Reger, Rachmaninoff u. o. Andere
->hier hab ich noch gar keinen Plan :D
(irgendwie traurig), jedoch muss der Kontext wieder miteinbezogen werden
evtl abschließend den Umgang mit der Romantik im letzten Jahrhundert besprechen und die Entstehung des Impressionismus erläutern (nur wenn noch Zeit ist)

So in etwa sollte das dann aussehen... Und das alles muss ich innerhalb von 20 vortragen
Ps. Das Vorspielen romantischer Stücke hab ich jetzt nich nicht aufgelistet, da ich noch nicht genau weiß welches ich nehmen soll... Noten der Reger sonatine hab ich nämlich nicht gefunden weder auf imslp noch auf anderen Seiten (immer nur ne andere der 4 Sonatine oder andere Sätze der 2. Sonatine.... Jedoch nie OP 89 no 2 (allegretto grazioso)
View: https://youtu.be/UAxB94pcqTY


PPS. Evtl Vergleiche ich auch Wagner und Brahms als krassen Kontrast was den Stil betrifft ("grimmige Gluthitze" vs "vom Nebel umhüllt")
 
Aja natürlich noch die Aspekte der Programmusik und der musikalischen Selbstständigkeit....
OH man, es gibt noch viel zu tun
 
@Nikan
Nimm dir nicht zu viel vor. Ich bin ja auch Musiklehrer, und es kommt immer mal wieder vor, dass sich Schüler verzetteln. Gib lieber einen groben Überblick, wähle einen bis zwei Schwerpunkte und gehe dort in die Tiefe. Es sei denn, dein Lehrer erwartet explizit solch einen Rundumschlag innerhalb der kurzen Zeit.
 
@Nikan

Ich habe aber die e-moll Sonatine oben gemeint , dass ist die 89,1 , da habe ich die Nummern vertauscht, sorry, aber die D-Dur könnte man auch nehmen, wobei ich diese zu "normal" für Regersche Verhältnisse halte, deswegen ja oben meine Andeutungen zur wundersamen Traumlandschaft..., ja also 89,1 e moll und da sind die Noten auch komplett im IMSLP

View: https://m.youtube.com/watch?v=IlC6eC7Vans
 
In 20 Minuten schafft man ja nicht mal einen Satz vorzustellen.... :konfus:
Mit Vorspielen ganz unmöglich!
 

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