Reparaturkosten

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  • #42
Müssen solche Kartonringe da liegen?
Die sind zum Teil nur 0,1 mm dick. Allein das zeigt schon, dass man da sehr sorgfältig arbeiten muss. Normalerweise geht man beim Regulieren klassischerweise von vorne nach hinten vor. Also zuerst die Tastatur, dann die Mechanik. Und wenn die Tastatur nicht gut reguliert ist, braucht man erst gar nicht weitermachen. 0,1 mm!
 
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  • #47
Die Pappscheiben zu entfernen war unglaublich unüberlegt. Was hast du dir bloß dabei gedacht? Die hat da keiner entsorgt weil er die loswerden wollte. Die liegen da, weil es beim regulieren um Millimeterarbeit geht.

Vielleicht hat er gedacht, dass es sich dabei um solch schöne Unterlegscheiben wie die meines D handelt:

Vorderdruckfilz.jpg
 
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  • #49
"Isch mach disch Trümmerstätte, du Hurensohn!"
 
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  • #50
Normalerweise geht man beim Regulieren klassischerweise von vorne nach hinten vor. Also zuerst die Tastatur, dann die Mechanik. Und wenn die Tastatur nicht gut reguliert ist, braucht man erst gar nicht weitermachen. 0,1 mm!
wäre es möglich an einem Tag das Regulieren des Klaviers komplett zu machen? wie lange könnte das dauern?
 
  • #52
wäre es möglich an einem Tag das Regulieren des Klaviers komplett zu machen? wie lange könnte das dauern?
Ich habe hier die Arbeitszeitvorgaben meines alten Arbeitgebers aus den Neunziger Jahren vorliegen für die einzelnen Arbeitsschritte. Nicht alles detailliert, sondern hier und da zusammengefasst. Ich glaube, irgendwann kamen mal REFA Leute in die Betriebe/Fabriken und haben sich das angeschaut und dann aufgeschrieben. Ich glaube, damals gab es einen ziemlichen Aufschrei, weil da in erster Linie Zeiten von Akkordarbeitern erfasst wurden. Im normalen Betriebsablauf schafft die Zeiten kein normaler Klavierbauer, der universell alle Arbeitsschritte macht. Die Liste, die mir vorliegt, ist wahrscheinlich nicht auf Akkordarbeit bezogen, sondern dem realen Arbeitsalltag eines Reparaturbetriebes angepasst.

Danach dauert Mechanik demontieren 90 Minuten, zusammenbauen und regulieren 380 Minuten. Zieht man das demontieren ab (weil nur reguliert wird und nichts erneuert wird), bleiben 290 Minuten.

Geradelegen und Spieltiefe einstellen: 165 Minuten

Geradelegen, Spieltiefe und Regulierung machen demnach zusammen 455 Minuten, also 7,5 Stunden. Ein ganzer Arbeitstag.

Falls Tastengarnierung dazu kommt, dann kommt noch einiges dazu. Laut meiner Liste für Bäckchengarnierung erneuern 352 Minuten und Vordergarnierung 158 Minuten, zusammen also 510 Minuten gleich 8,4 Stunden. Das glaube ich ehrlich gesagt nicht, das geht heutzutage schneller. U.a. weil es damals so Werkzeug wie Tastenbieber und so noch nicht gab? Jedenfalls kommt mir ein ganzer Arbeitstag für Garnierung sehr lang vor. Selbst, wenn man zu Fall bringen und einrichten und so dazu rechnet. Aber ich muss gestehen, dass ich das schon ewig nicht mehr gemacht habe. Kann ich also schlecht beurteilen. Steht aber so auf der Liste: Bäckchengarnierung 4 Minuten und Vordergarnierung 1,8 Minuten. Natürlich jeweils pro Taste, also mal 88.

Dazu kommt beim Angebot für @Woli noch Mechanik beim Kunden abholen, Stimmen und vor allem Hämmer abziehen. Hämmer abziehen schlägt nach meiner Liste mit 180 Minuten zu Buche. Das aber wohl nur, wenn man die Hämmer ausbaut und in einer Feilkluppe bearbeitet. Viele bauen die Hämmer dafür gar nicht aus. Aber in der Kluppe wird das deutlich genauer, besser und sieht auch viel besser aus.

Sollte also das Garnieren wirklich einen ganzen Tag dauern, dann käme man mit Regulierung zusammen auf 16 Stunden gesamt und mit Hämmer abziehen auf 19. Plus Abholen. Plus Stimmen. Plus Intonieren. Und plötzlich erscheint das Angebot gar nicht mehr so übertrieben. Aber mir kommt das ehrlich gesagt auch viel vor.
 
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  • #53
wäre es möglich an einem Tag das Regulieren des Klaviers komplett zu machen? wie lange könnte das dauern?

40 Stunden.

Ginge natürlich auch schneller, aber dann ist man ständig am nachregulieren, dann kommt noch mehr Zeit zusammen.

Die Arbeitsstunde kost (je nach Region) ungefähr um die 80 € + Anfahrt + Mehrwertsteuer.
 
  • #57
Aber die Kartonringe müssen nicht aus dem Instrument stammen.
Die Information, dass der TE ein Steingräber Klavier besitzt, könnte (!) die einzige Wahrheit sein.
 
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  • #58
Die Dateinamen der hochgeladenen Bilder lassen auch auf aktuelles Material schließen. Die Google-Bildersuche ergibt keine 1:1-Übereinstimmungen, insofern alles möglich.

Die Geschichte drumrum ist aber weder besonders plausibel noch kann ich mir ein derart naives Vorgehen des Besitzers bei einem eher teuren Instrument auch nur irgendwie vorstellen. Ein auch nur einigermaßen durchschnittlicher Mensch würde sich spätestens beim Entnehmen des 5. Blättchen denken, dass diese wohl irgendeinen Sinn haben …
 
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  • #60
Ich persönlich halte den TE für ein Fake.
 

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