Rachmaninoff Elegie op.3 no 1 Pedal und Fingersatz

Nella

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14. März 2024
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Hallo in die Runde! Ich versuche mich gerade an Rachmaninoffs Elegie op. 3 no 1. Ich bin so verliebt in dieses Stück. Es ist sicher etwas über meinem Niveau, aber allein diese wunderschöne Melodie in meinem Klavierzimmer selbst hervorrufen zu können, macht mich total glücklich.🥰 Zwei Fragen habe ich schon, obwohl ich erst zwei Seiten, also den einfacheren Teil, spiele. Erstens: Ich habe gelesen, dass Rachmaninoff selbst das Stück ohne Pedal gespielt hat. Unglaublich.😳 Ich brauch aber eins. Und wenn ich den jeweiligen Melodiebogen der linken Hand halte, ist es aber zu stark finde ich. Gibt es da einen Tipp? Die andere Frage betrifft den Fingersatz. Ich spiele mit der Ausgabe von Schott. Der Fingersatz ist nicht durchgängig und mir an fehlenden Stellen absolut nicht klar. Gibt es vollständige Fingersätze? Vielen Dank für Eure Antworten und viel Spaß beim Spielen!🤗
 
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Was meinst Du damit? Eine Ausgabe, bei der wirklich über jeder Note ein Vorschlag für einen Finger steht?
Ich weiß nicht, ob es das gibt; aber besonders hilfreich wäre das möglicherweise sowieso nicht, da nicht jeder Fingersatz für jede Hand geeignet ist. Was nützen Dir "vollständige Fingersätze", die Du nicht umsetzen kannst, weil sie für Dich unbequem sind?

Und: was sagt Deine Lehrperson dazu?
 
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Was meinst Du damit? Eine Ausgabe, bei der wirklich über jeder Note ein Vorschlag für einen Finger steht?
Ich weiß nicht, ob es das gibt; aber besonders hilfreich wäre das möglicherweise sowieso nicht, da nicht jeder Fingersatz für jede Hand geeignet ist. Was nützen Dir "vollständige Fingersätze", die Du nicht umsetzen kannst, weil sie für Dich unbequem sind?

Und: was sagt Deine Lehrperson dazu?
Ich dachte, es gibt vielleicht eine Ausgabe, in der mehr Fingersätze eingezeichnet sind als in der Schott-Ausgabe. Natürlich nicht über jeder Note. Ich habe gerade leider keinen Lehrer, deswegen ja meine Frage.
 
Ich kann dir leider nicht weiterhelfen, aber es hat hier im Forum auch schon mal jemand gefragt, ob jemand ihm ein Foto von den eigenen Noten mit handnotierten Fingersätzen per PN zuschicken kann. Vielleicht hilft dir das ja.
 
Ich dachte, es gibt vielleicht eine Ausgabe, in der mehr Fingersätze eingezeichnet sind als in der Schott-Ausgabe.
Dann heißt es halt: ausprobieren, probieren, probieren, welcher Fingersatz Dir am ehesten entgegenkommt. (Und versuchen, jeden Fingersatz mit plausiblen Argumenten zu begründen.) So lernt man am meisten.
 
Dann heißt es halt: ausprobieren, probieren, probieren, welcher Fingersatz Dir am ehesten entgegenkommt. (Und versuchen, jeden Fingersatz mit plausiblen Argumenten zu begründen.) So lernt man am meisten.
Da hast du Recht! Als ich noch einen Lehrer hatte, hat dieser mir erklärt, dass der Fingersatz so wichtig ist und man ihn gleich von Anfang an richtig einüben soll, weil er später schwer umzulernen ist. Und ich hatte ihm einen selbstgeübten Chopin vorgespielt und er meinte, dass mein Fingersatz dazu ein bisserl eigen wär.😃 Das wollte ich jetzt beim Rachmaninoff vermeiden. Das Beste wär schon mit Lehrer. Keine Frage.
 
hat dieser mir erklärt, dass der Fingersatz so wichtig ist und man ihn gleich von Anfang an richtig einüben soll, weil er später schwer umzulernen ist
Fingersätze werden deutlich überschätzt!
Wer die durchaus nicht ganz leichte Elegie mit Aussicht auf Erfolg angeht sollte mit den FS der Schottausgabe hinkommen, auch wenn msn davon mal abweicht.
Viel interessanter sind die Balance-Aufgaben im Mittelteil mit der Bariton Melodie. Und ein kluger Aufbau der großen Steigerungen!
 
Hallo Nella,

die Elegie gibt es vom Schott- Verlag als Einzelausgabe, mit der gleichen Bestellnummer "ED 01648" in zwei verschiedenen Fassungen mit völlig unterschiedlichen Fingersätzen! In der neueren Fassung von Wilhelm Lutz finde ich den Fingersatz vor allem in der linken Hand furchtbar. Das ist zumindest meine Meinung! Die ältere Fassung von Heinz Schüngeler hat in der linken Hand einen wesentlich bequemeren und guten Fingersatz!

Der Pedalgebrauch ist übrigens in beiden Fassungen, der alten und der neuen angegeben. Obwohl es auch Pianisten gibt, die unter anderem in Takt 3 und 4 das Pedal gar nicht wechseln, und sie mit durchgedrücktem Pedal spielen. Ist aber Geschmackssache. Die Pedalanweisung im Schott- Verlag finde ich in Ordnung.

Übriges, ich liebe das Stück genauso wie du! 😊
 
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Lieber Frédéric,
Danke für deine sehr nette und ausführliche Antwort! Das hilft mir tatsächlich weiter!☺️ Werde mich gleich heute Abend einmal darin vertiefen. Vielen Dank für deine Mühe und liebe Grüße von Nella!🙏🙋‍♀️
 
Fingersätze werden deutlich überschätzt!
Wer die durchaus nicht ganz leichte Elegie mit Aussicht auf Erfolg angeht sollte mit den FS der Schottausgabe hinkommen, auch wenn msn davon mal abweicht.
Viel interessanter sind die Balance-Aufgaben im Mittelteil mit der Bariton Melodie. Und ein kluger Aufbau der großen Steigerungen!
Das ist mir schon klar, dass das Stück weitere Schwierigkeiten hat außer dem Fingersatz.😉 Ich steh halt erst am Anfang.
 
Nein!
Alle Formen des Pedalgebrauchs nutzen (wann treten, wann loslassen, wie tief treten, langsam treten, schnell treten, langsam loslassen, schnell weg, Pedalvibrato, Totgang oben und unten fühlen, Schnapppedal vermeiden, Pedalisierung an Instrument und Raum anpassen, ....) und dafür sorgen, dass Pedalklang und Deutlichkeit in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.
Das ist eines der vielen Dinge, die man bei einem guten KL lernen kann!

Merksatz: "Man tritt das Pedal nicht mit den Füßen sondern mit den Ohren!"
 
Alle Formen des Pedalgebrauchs nutzen (wann treten, wann loslassen, wie tief treten, langsam treten, schnell treten, langsam loslassen, schnell weg, Pedalvibrato, Totgang oben und unten fühlen, Schnapppedal vermeiden, Pedalisierung an Instrument und Raum anpassen, ....) und dafür sorgen, dass Pedalklang und Deutlichkeit in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.
Völlig richtig!
Ebenso völlig richtig ist der "Merksatz":
"Man tritt das Pedal nicht mit den Füßen sondern mit den Ohren!"
Zwei Ergänzungen sollten freilich nicht schaden:
(1) was anatomisch zwischen den Ohren gelagert ist, sollte ebenso verständig reagieren wie das Gehör. Denn diese sehr allgemein gehaltenen Hinweise berücksichtigen den wichtigsten Aspekt des Pedalgebrauchs noch nicht: die Zeit, d.h. das Tempo des zu gestaltenden Klangs. Was bei Viertel = 60 prima klingen kann, das kann in exakt derselben Weise pedalisiert bei Viertel = 90 schon gräßlichen Klangmatsch produzieren!
(2) Jeder Notentext (als Zeichensystem) für das recht spezielle, eigenwillige Instrument Klavier ist quasi die Stenografie des Klangs nach den Vorstellungen des Komponisten, was nicht bedeutet, dass jeder Notentext die praktische Ausführung bis ins letzte Detail abbilden oder gar vorschreiben würde. Das zu wissen, zählt zu der Sorte Verständigkeit, die zwischen den Ohren gelagert sein sollte. Nur ein Exempel: in kurzen Notenwerten notierte Bässe mit Pedalwechseln müssen länger gehalten werden als notiert.
 

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