Problemschüler, 9 Jahre

(...)
Meinem Ältesten habe ich mal beigebracht, wie er einen Klassenkameraden zu verprügeln hat. Danach hatte er eine unbeschwerte Schulzeit und nie mehr Ärger, auch seine jüngeren Brüder nicht.

Ich möchte damit kommunizieren, dass es in der Erziehung nicht darum geht, KONFLIKTE zu lösen, sondern darum, sie zu vermeiden.

:mrgreen::mrgreen::mrgreen:
...war vielleicht nicht so beabsichtigt, wirkt aber herzerfrischend komisch :-D
 
Meinem Ältesten habe ich mal beigebracht, wie er einen Klassenkameraden zu verprügeln hat. Danach hatte er eine unbeschwerte Schulzeit und nie mehr Ärger,

Lese ich das gerade wirklich? Vielleicht könnte man - fiktiv! - auch folgendes empfehlen:"Meinem (einmal verprügelten) Ältesten habe ich mal beigebracht, wie man mit der Wumme umzugehen hat. Danach hatte er nie mehr Ärger, weder mit ungeliebten Klassenkameraden, noch ebensolchen Lehrern, und..."

Ich hatte auch keinen "Ärger" in der Schulzeit. Den kann man nämlich bestens vermeiden, wenn man sich mit weniger reifen Zeitgenossen gar nicht erst abgibt. Oder mit Cliquen, in denen nette länglich-runde brennende Dingerchen eingeführt werden, die ja ach so "cool" sind. Ich weiß das geht den meisten quer - ich selbst bin so aber bestens durch die Jugend gekommen. Bis man bald eine Zeit erreicht, in der man nur noch mit Leuten zu tun bekommt, die man ohne Probleme akzeptieren kann.
Ich halte das für die bessere Strategie.

Meine Freundin arbeitet in einem Kindergarten mit 95% Ausländern und bedauert es sehr, dass männliche Erzieher so selten sind. Das Problem für Jungen ist, dass sie bis zu einem Alter von etwa 10 Jahren fast nur mit weiblichen Personen Kontakt haben.

Neben der viel größeren Herzenswärme, und auch der teilw. höheren Bereitschaft, jobmäßig anzupacken, finde ich das eine Tendenz bei Ausländern, die mir nicht so gut gefällt: der kleine männliche Wonneproppen darf nicht selten "alles". Je forscher er auftritt in der Welt, desto besser, so scheint's mir manchmal :)
Um da natürlich ein Gegengewicht zu schaffen, ist wohl eine männliche Leitperson geeigneter. Obwohl ich da dann weniger von "Erzieher" sondern eher von "Rudelführer" sprechen würde, wenn die Kleinen notfalls nicht auch eingebremst werden.

Die sind natürlich anders als Männer. Das männliche Vorbild fehlt und das ist schlecht.

Da bin ich mir nicht sicher, ob ich es richtig verstehe. Meinst Du das streng im Kontext dieses Kindergartens mit Ausländeranteil, oder generell? Zum männlichen Vorbild: wo ist denn der Familienvater, was die Jungs angeht? Darüberhinaus stelle ich es mir als eine extrem diffizile Sache vor, ein wirklich gutes "männliches Vorbild" überhaupt zu sein.

Schönen Gruß, wie immer "nichts für ungut" :)
Dreiklang
 
Kommen wir vielleicht mal zu Viola zurück, bitte?

Ich schrieb ja schon: manchmal geht bei Ben eine Tür auf und er leistet Unglaubliches, spielt schwere Rhythmen sauber durch (Samba, Swing uä) und erfreut sich dann daran. Wenn er dann "aufwacht" kann er "plötzlich" nichts mehr und scheitert bei den einfachsten Anwendungen...
Als Laie stelle ich jetzt einfach mal fest: Ben hat zwei Zustände: einen "fähigen", an dem er Freude hat und dem "unfähigen". Mich würde nun mal interessieren: Leidet er unter dem "unfähigen" Zustand? Weiterhin würde ich fragen: Welche zusätzlichen Umstände gehen mit dem "fähigen" Zustand einher? Vielleicht findet sich da irgendein Hinweis.

Generell scheint mir aber die Aufgabe, die der Ben Dir stellt, weit über den Kompetenzbereich einer KL hinauszugehen. Das ist auch gar nicht mit der von Dir geschilderten 17-jährigen zu vergleichen, bei der im Grunde ja "nur" Geduld gefragt war. Das ist nicht abwertend - ich kann mir sehr gut vorstellen, was das an Nerven kostet. Meine KL hat auch so eine Schülerin, bei der ich sie immer gefragt habe, wieso sie dieses unmusikalischste aller Erdenkinder mitschleift. Es war grausam anzuhören und grausam anzusehen. Eine unendliche, quälende Stümperei. Nun - vor einem 1/2 Jahr gabs die Antwort: Quasi über Nacht wurde aus dem hässlichen Entlein - nun ja, kein stolzer Schwan, aber zumindest in musikalischem Sinne eine ordentliche Gans :mrgreen:

Ich hoffe, Du bekommst Tipps zu Ben und bin auf weitere Entwicklungen gespannt.
 
Ich schrieb ja schon: manchmal geht bei Ben eine Tür auf und er leistet Unglaubliches, spielt schwere Rhythmen sauber durch (Samba, Swing uä) und erfreut sich dann daran. Wenn er dann "aufwacht" kann er "plötzlich" nichts mehr und scheitert bei den einfachsten Anwendungen...
Ben Jekyll - Ben Hyde ;):mrgreen:
...in der Belletristik, der schöngeistigen Literatur, delektiert man sich ja an seltsamen Fällen solcher Art (vgl. Stevenson), aber außerhalb derselben? ...machs doch mal wie klein Ben: am einen Tag kannst Du ihn vernünftig unterrichten (verständnisvoll, geduldig usw), am anderen nicht (mit strenger Miene totalen Blödsinn verzapfen) - vielleicht merkt er dann was?...
 
Ich hab' mir nach den ganzen Antworten die Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Der Junge braucht keine weiteren "pädagogischen Methoden". Und schon gar keine weiblich gefärbten.

Er braucht, wenn er wieder so einen Quatsch spielt, die klare, in "männlich"-strengem Ton vorgetragene Ansage:

"Ey, Ben, ich habe den Fehler gemacht, daß ich mir viel zu lange diesen Scheiß von Dir habe bieten lassen. Damit ist jetzt Schluß. Entweder Du hörst jetzt auf, mich mit diesem Mist zu veräppeln, oder Du fliegst raus. Also: Wo ist E? Wo ist H? Los!"

Verständnisvoll-methodisches Vorgehen ist nur dann angezeigt, wenn der Schüler unter seinem Unvermögen leidet bzw. von sich aus den Wunsch nach Hilfe äußert. Dies ist hier aber nicht der Fall.

Ich habe schon zu Schülern so was gesagt wie: "Ey Mann, wenn Du in einem Sportverein bist, dann mußt Du doch auch einfach machen, was der Trainer sagt! Da gibt's doch auch nicht erst immer Diskussionen! Im Fußballverein kannst Du auch nicht einfach sagen: Nö, ich habe heute keinen Bock, den Spielregeln zu folgen, und schieße den Ball lieber ins eigene Tor oder setze mich mitten aufs Spielfeld! Wie kommst Du darauf, daß es im Klavierunterricht anders sein könnte? Ich bin der Trainer, und Du bist der Spieler, der gut werden will! Also hopp!"

Sollte er übrigens (was ich nach den bisherigen Schilderungen eher nicht glaube) danach heulen, dann heult er halt mal. Kein Grund zu denken, man hätte was Falsches gesagt / gemacht. Stellt sich das Heulen tatsächlich als Ausdruck großen Leides heraus (und nicht als weiterer Manipulationsversuch), kann man sich immer noch entschuldigen, aber wie gesagt, diesen Fall halte ich für extrem unwahrscheinlich.

LG,
Hasenbein
 
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Kommen wir vielleicht mal zu Viola zurück, bitte?
Später!

Ich habe noch mal einige Stichworte dieses Threads als Anregung benutzt:
@Kommunikatiion/Chiarina: "Chiarina, Frühstück ist fertig! Kommunizieren kommen". Ist es nicht wunderbar, wie harmonisch man kommunizieren kann, wenn man die klare Position des anderen teilt?

@Humor/Rolf: Auf Rolfs Humor ist Verlass! Er ist in jedem Thread treff- und stilsicher. Insofern ist es tatsächlich humorvoll, wenn Erwachsene die Erziehung nach dem römischen Prinzip "Wenn du in Frieden leben willst, dann rüste dich für den Kampf" gestalten. Ich wette, dass Rolf das Zitat im Gegensatz zu mir sogar auf Lateinisch auswendig kann.

@Erziehung/alle: Erziehung ist doch eigentlich erst ein Thema geworden, seit es keine Kinder mehr gibt. Erziehungsprobleme haben die übervorsichtigen Spätgebärer, die von Stabilität überforderten Alleinerzieher und die Ein-Kind-Alibifamilien. (@Chiarina: Es tut so gut, morgens so böse sein zu dürfen!)

@Konflikt/Dreiklang: Du hattest nie Konflikte? Bist nie auf dem Schulweg von Unbekannten absolut grundlos zusammengeschlagen worden? Hattest du auch einen großen Bruder? Oder hast du immer Ja und Amen gesagt, bist sichere Umwege gelaufen und hast dich versteckt.
@Wumme/Dreiklang: Wenn Menschen, um BESSER zu leben, Atomenergie nutzen, dann werden Menschen, um zu ÜBERLEBEN, immer auch "Schwerter" benutzen...ich denke da römisch.

@Ausländereltern/Dreiklang+95%Ausländerkinder/Chiarina: Viele aus ihrer Heimat vertriebene/geflohene Ausländer kommen aus sehr rücksichtslosen Gesellschaften. Diese Rücksichtslosigkeit zeigt sich natürlich in der Erziehung, denn sie ist ja nicht angeboren, sonst wäre unsere Gesellschaft auch extrem rücksichtslos. Viele ausländische Eltern "begleiten" ihre Kinder NIE zu irgendeinem Ereignis, eine Minderheit ist aber rührend besorgt. Die Mehrheit überlässt ihre Kinder sich selbst. Das ist nicht falsch, sondern so funktionierte Erziehung auch bei uns, als es NOCH Kinder gab.

@Viola/Klavierschüler: Erst Augenkontakt aufnehmen, dann die tapsigen Kinderhändchen greifen, so dass sie keine falsche Taste greifen können, weil sie festgehalten werden, dann liebevoll sagen: "Und jetzt greifen deine dusseligen Fingerchen nach den richtigen Tönen, damit die hübsch durch die Luft schwingen wie schwingende Vögelchen".

Körperkontakt bei Kommunikation ist wichtig!

@Erziehungsmethode/Hasenbein: Mir ist gerade bei meinem Sonntagmorgenkonzert die Idee gekommen: Der Knabe ist alt genug für sein erstes traumatisches Erlebnis. Viola sollte zum nächsten Unterricht eine mit lauwarmen Wasser geladene WASSERPISTOLE an die Kopf des Schülers halten und sagen: "Wenn Du das Stück jetzt nicht richtig spielst, dann...". Der daraus entstehende Schock könnte aus dem Kleinen vielleicht einen Mozart machen?
 
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Der Junge braucht keine weiteren "pädagogischen Methoden". Und schon gar keine weiblich gefärbten.

Er braucht, wenn er wieder so einen Quatsch spielt, die klare, in "männlich"-strengem Ton vorgetragene Ansage:
....................................
Verständnisvoll-methodisches Vorgehen ist nur dann angezeigt, wenn der Schüler unter seinem Unvermögen leidet bzw. von sich aus den Wunsch nach Hilfe äußert. Dies ist hier aber nicht der Fall.


Ey, hasenbein, ich habe den Fehler gemacht, daß ich mir viel zu lange diesen Scheiß von Dir habe bieten lassen. Damit ist jetzt Schluß. Entweder Du hörst jetzt auf, mich mit diesem Mist zu veräppeln, oder wir können diese Diskussion lassen.

Eine klare Ich-Botschaft, wie ich sie oben mehrmals erklärt habe, hat nicht das Geringste mit Verständnis zu tun. Im Gegenteil!

Bitte nochmal nachlesen!

:mrgreen: :kuss:


Lieber Neronick,

diese Allgemeinplätze kann ich beim besten Willen nicht so stehen lassen! :p
(Es tut so gut, morgens so böse sein zu dürfen! :mrgreen:)


@Erziehung/alle: Erziehung ist doch eigentlich erst ein Thema geworden, seit es keine Kinder mehr gibt. Erziehungsprobleme haben die übervorsichtigen Spätgebärer, die von Stabilität überforderten Alleinerzieher und die Ein-Kind-Alibifamilien.

Erziehung ist ein Thema geworden, nachdem sehr autoritäre Strukturen der Generation nach dem 2. Weltkrieg zu einer Gegenbewegung, der antiautoritären Erziehung, geführt haben und viele Dinge in Frage gestellt worden sind.

Ich empfinde es als eine wirkliche Ungerechtigkeit und Kränkung, Alleinerziehende u.a. derart über einen Kamm zu scheren (ich bin nicht alleinerziehend).

@Ausländereltern/Dreiklang+95%Ausländerkinder/Chiarina: Viele aus ihrer Heimat vertriebene/geflohene Ausländer kommen aus sehr rücksichtslosen Gesellschaften. Diese Rücksichtslosigkeit zeigt sich natürlich in der Erziehung, denn sie ist ja nicht angeboren, sonst wäre unsere Gesellschaft auch extrem rücksichtslos. Viele ausländische Eltern "begleiten" ihre Kinder NIE zu irgendeinem Ereignis, eine Minderheit ist aber rührend besorgt. Die Mehrheit überlässt ihre Kinder sich selbst. Das ist nicht falsch, sondern so funktionierte Erziehung auch bei uns, als es NOCH Kinder gab.

Auch das ist nicht richtig. Gerade zu Ereignissen begleiten viele ausländische Familien ihre Kinder. Da müssen sie nicht reden, da haben sie Spaß. Schwierig wird es oder kann es werden, wenn die Eltern mit zumeist weiblichen Erziehern Gespräche über ihre Kinder führen. Gerade in ausländischen Kulturen ist die Rolle der Frau eher untergeordnet. Und nun muss sich ein ausländischer vater mit einer Frau über sein Kind unterhalten.

Auch für ausländische Jungen ist deshalb ein männlicher Lehrer/Erzieher wichtig, weil Frauen in ihrer Kultur und Erziehung weniger zu sagen haben und untergeordnet sind.


Körperkontakt bei Kommunikation ist wichtig!

Ich bin sehr vorsichtig bei Körperkontakt im Unterricht. Jeder hat da seine Grenze und ich frage oft, ob ich das und das darf.

Wir kommunizieren ja hier im Forum auch. Jetzt wundert mich auch nicht mehr, wieso es hier öfters zum Streit kommt.

Lasst uns eine Kuschelparty machen! *Grinsesmilies on*

Liebste Grüße an euch beide

chiarina

P.S.: Viola, sorry für diese nochmalige Off-Topic! Aber ich konnte es so nicht stehen lassen.
 
Eine klare Ich-Botschaft, wie ich sie oben mehrmals erklärt habe, hat nicht das Geringste mit Verständnis zu tun. Im Gegenteil!

Tut mir leid, ich verstehe diesen Satz nicht. Wäre nett, wenn Du mir das nochmal erläuterst! Danke!

Bei dem Folgenden werden hier einige sicherlich laut aufheulen und schimpfen, aber:

Stellt Euch vor, Ben würde vor 100-150 Jahren leben.
Meint Ihr wirklich, Ben hätte damals solche Sachen gemacht?
Hätte er schon wieder Fis-Cis gespielt statt E-H, dann hätte es erstmal von der Lehrerin was mit dem Stock gegeben o.ä., und wenn die Eltern davon Wind bekommen hätten, hätte es zu Hause auch beträchtlichen Druck gegeben!
Der hätte sich gaaaanz schnell zusammengerissen und das poplige E und H augenblicklich für immer draufgehabt!

Derartige Probleme tauchen meiner Meinung nach deshalb auf, weil die heutigen Kinder genau merken, daß die Erwachsenen nichts gegen sie in der Hand haben (und z.T. aus Glauben an bestimmte Gutmenschentheorien auch nicht in der Hand haben wollen) und daher die Machtverhältnisse umkehren! Durch Quatschmachen, Ungehorsam und So-Tun-als-ob kann das Kind die Erwachsenen wie Puppen tanzen lassen!

(Nein, ich bin auch gegen Prügelstrafe, falls jetzt derartige Verdachte geäußert werden, aber man muß ja wohl mal die Realität beim Namen nennen können...)

LG,
Hasenbein
 
Ey, hasenbein, ich habe den Fehler gemacht, daß ich mir viel zu lange diesen Scheiß von Dir habe bieten lassen. Damit ist jetzt Schluß. Entweder Du hörst jetzt auf, mich mit diesem Mist zu veräppeln, oder wir können diese Diskussion lassen.

:-D Super, chiarina, du bist anscheinend eine Kommunikationsmeisterin! Wahrscheinlich hat das eben auch viel mit Empathievermögen zu tun, was z.B. hasenbein und Neronick (und auch ich) nicht in diesem Maße aufbringen.

Nochmal mein Ratschlag für Problemschüler: Wenn ich nicht mit dem Schüler klar komme, oder er nicht mit mir, merkt man das sicher schnell. Ich finde nichts schlimmes daran, ihn dann, wenn alles Kommunizieren nichts hilft, an einen Kollegen weiterzugeben. Das ist meiner Meinung nach eine Win-Win-Situation. Ich bin nicht genervt. Der Schüler erweitert seinen Horizont und entwickelt sich gut weiter.
Wie oft habe ich schon Schüler erlebt, die bei einem engstirnigen Lehrer Unterricht gehabt haben und entsprechend reserviert waren, und dann nochmal richtig aufgeblüht sind, als sie gewechselt haben!

Euer Morn
 
Derartige Probleme tauchen meiner Meinung nach deshalb auf, weil die heutigen Kinder genau merken, daß die Erwachsenen nichts gegen sie in der Hand haben (und z.T. aus Glauben an bestimmte Gutmenschentheorien auch nicht in der Hand haben wollen) und daher die Machtverhältnisse umkehren! Durch Quatschmachen, Ungehorsam und So-Tun-als-ob kann das Kind die Erwachsenen wie Puppen tanzen lassen!

Das stimmt zwar, hasenbein, aber ich bin mir nicht so sicher, ob Druck machen da immer hilft. Wir hatten inner Schule immer einen Klassenkasper. Der war bei allen unbeliebt, sowohl bei den Lehrern als auch bei uns Klassenkameraden. Ist auch oft verprügelt worden (nicht von den Lehrern ;-)) Denkste, der hat sich geändert? Der wurde bloß noch verrückter, weil sozial isolierter. Du weißt ja nicht, was bei Ben zuhasue abläuft. Ob er da nicht auch schon Druck bekommt, und dann der Klavierunterricht bei Viola das Ventil ist. Wenn sie da ins gleiche Horn stößt, wie Papa, dann gute Nacht.

Dein Morn
 
Wir kommunizieren ja hier im Forum auch. Jetzt wundert mich auch nicht mehr, wieso es hier öfters zum Streit kommt.

Lasst uns eine Kuschelparty machen!
Ich habe jetzt noch mal über Kommunikation nachgedacht. Ich glaube, Kommunikation ist der wiederholte Versuch, einen anderen mißzuverstehen zu wollen, um einen verbalen Konflikt zu schüren, der ein wenig Pepp ins Leben bringt.

Zum Thema: Die meisten musikalischen Probleme sind auf Hemmungen zurückzuführen. Also muss erstmal "enthemmt" werden. Die kindlichen Finger erhalten den Auftrag, maximales Chaos und Krach aus der WERTLOSEN Holzkiste zu schlagen, mit dem Auftrag, ALLE Erwachsenen/Eltern/Nachbarn zu nerven. "Du musst dein Klavier hassen", lautet die Anweisung. Denn nur, was du auch hassen kannst/könntest, kannst du auch lieben. Die Aggression lässt sich ja vielleicht musikalisch in so einer Art "Bumm-bumm-bumm-bummmm" lenken. (Sicherheitshalber die Wasserpistole nicht vergessen!).
 
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Ich hab' mir nach den ganzen Antworten die Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Ich auch. Ich würde mir zutrauen, einem jüngeren Kind diese Übung zuverlässig beizubringen, bei der Ben versagt - irgendetwas stimmt da (gewaltig) nicht, aber soweit waren wir ja schon.


Was der Junge braucht, würde ich mich nun nicht mehr trauen zu beurteilen oder zu entscheiden. Vielleicht eine einfühlsam durchgeführte Analyse seines Seelenlebens und entsprechende Hilfe? Problematisch dabei, daß seine Mutter selbst "vom Fach" ist. Und je mehr Zeit ins Land geht, desto schlechter mag das für den Jungen sein.

Ben Jekyll - Ben Hyde ;):mrgreen:
...in der Belletristik, der schöngeistigen Literatur, delektiert man sich ja an seltsamen Fällen solcher Art (vgl. Stevenson), aber außerhalb derselben? ...

Das markierte ist etwas schwarzhumorig :)

Um wieder ernst zu werden: ich finde diesen "switch-Effekt" von Ben ebenfalls nicht besonders "delektierenswert", sondern umso problematischer, je deutlicher er zu beobachten ist.

Schönen Gruß, Dreiklang
 
Das markierte ist etwas schwarzhumorig :)
Um wieder ernst zu werden: ich finde diesen "switch-Effekt" von Ben ebenfalls nicht besonders "delektierenswert", sondern umso problematischer, je deutlicher er zu beobachten ist.
...falls es einen solchen "switch-Effekt" bei einem neunjährigen Knaben gibt...
...gibt es ihn tatsächlich, müsste er sich auch in anderen Bereichen zeigen, denn es gibt keine einzig klavierlernbedingten Jekyll-Hyde-Effekte, m.a.W. in Sachen reden, lesen, Stubenreinheit müsste der Bub dann auch zwischen schnall ich und check gar nix "switchen"... wäre dem so, wäre der Bub schon längst in Behandlung...
...kurzum: der Kleine tut mal so mal so - was er damit erreichen will, ist noch nicht raus. Das allerdings sollte nicht Violas Problem sein. Ich bin stets böse, krass und kaltherzig: wäre ich gefragt, so würde ich empfehlen, dem Kleinen samt seiner Eltern Addio zu sagen.
 
Ich bin stets böse, krass und kaltherzig: wäre ich gefragt, so würde ich empfehlen, dem Kleinen samt seiner Eltern Addio zu sagen.

Diese Möglichkeit ist genauso wenig böse oder kaltherzig wie die Befolgung meiner Ratschläge es wäre.

Viola und auch viele andere Lehrer hängen dem modernen Irrglauben an, man sei verpflichtet, bis zum letzten Blutstropfen auf "nette" Weise mit pädagogischen Tricks zu versuchen, den Schüler doch noch zu befähigen oder zu motivieren. Gewissermaßen die pädagogische Endsieg-Mentalität :D

Nirgendwo anders gibt's das! In der Schule kriegt man halt eine 5, wenn man zu sehr abloost, und im Sportverein wird ein Austritt naheliegend sein, wenn man sich allzu töffelig verhält. Und das ist auch richtig so!

Ein Mensch - auch ein erst 9jähriger, auch ein "talentierter", auch ein "psychisch schwieriger" - muß lernen, daß er Verantwortung für seine Handlungen besitzt und daß ein Verstoß gegen die in einem bestimmten Kontext geltenden Spielregeln unangenehme Konsequenzen hat. Hat er auf die unangenehmen Konsequenzen keinen Bock, so kann er entweder sich besser den Spielregeln anpassen ( -> sich zusammenreißen und endlich das läppische E und H richtig spielen) oder aber spielt das Spiel nicht mehr mit ( -> mit Klavierunterricht aufhören). Peng, aus!

LG,
Hasenbein
 
Es mag vielleicht wie ein Vorurteil klingen:
Ich habe die eigene Erfahrung gemacht, daß Lehrerinnen eher nachsichtig und 'verhandlungsbereit' sind was Konsequenz und gerade Linie angeht.
Einige Schüler kommen damit einfach nicht zurecht. Die bauchen klare Ansagen, die dann und auch konsequent 'durchgezogen' werden.
Das hat mM nichts mit böse oder kaltherzig zu tun.
Im Nachhinein betrachtet hätte auch mir diese Gangart für meine musikalische Ausbildung mehr geholfen.
Gruß
Toni
 
und im Sportverein wird ein Austritt naheliegend sein, wenn man sich allzu töffelig verhält. Und das ist auch richtig so!
Völlig korrekt! Ich hatte einmal das "Vergnügen", einem befreundeten und ehrgeizigen Elternpaar zu erklären, dass der Sprössling für diese beliebte "Jungensportart" extrem wenig Talent zeigt. Er hat den Verein verlassen. 4 Jahre später war in einer anderen Sportart, die ohne Ball auskommt, 2. oder 3. der Deutschen Meisterschaft seiner Altersklasse und gehörte zur deutschen Leistungsspitze.

Tatsächlich kann man Bewegungstalent bereits im Alter von 5 oder 6 Jahren absolut sicher diagnostizieren. Wie es in musischen Fächern aussieht, weiß ich nicht aus eigener Erfahrung. Anführen möchte ich noch, dass mir in meinen jungen Jahren niemals ein staatlich besoldeter Lehrer beigebracht hat, 1-2-3-4 zu zählen und bei 2 und 4 in die Hände zu klatschen. Man kann fast sagen, alle Musiklehrer, die mit jemals begegnet sind, haben ihren Schülern auch nur die kleinste "Drehung" beigebracht oder getestet, an der man Talent erkennen könnte. Und das hat nichts mit vollen Klassen zu tun! Im Sportverein gibt es auch keinen Einzelunterricht :-). Mit Sciherheit ist Sportunterricht aber preiswerter als Musikunterricht, kann sich im Falle eines Falles aber auch mehr lohnen!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Völlig korrekt! Ich hatte einmal das "Vergnügen", einem befreundeten und ehrgeizigen Elternpaar zu erklären, dass der Sprössling für diese beliebte "Jungensportart" extrem wenig Talent zeigt. Er hat den Verein verlassen. 4 Jahre später war in einer anderen Sportart, die ohne Ball auskommt, 2. oder 3. der Deutschen Meisterschaft seiner Altersklasse und gehörte zur deutschen Leistungsspitze.

Tatsächlich kann man Bewegungstalent bereits im Alter von 5 oder 6 Jahren absolut sicher diagnostizieren. Wie es in musischen Fächern aussieht, weiß ich nicht aus eigener Erfahrung. Anführen möchte ich noch, dass mir in meinen jungen Jahren niemals ein staatlich besoldeter Lehrer beigebracht hat, 1-2-3-4 zu zählen und bei 2 und 4 in die Hände zu klatschen. Man kann fast sagen, alle Musiklehrer, die mit jemals begegnet sind, haben ihren Schülern auch nur die kleinste "Drehung" beigebracht oder getestet, an der man Talent erkennen könnte. Und das hat nichts mit vollen Klassen zu tun! Im Sportverein gibt es auch keinen Einzelunterricht :-). Mit Sciherheit ist Sportunterricht aber preiswerter als Musikunterricht, kann sich im Falle eines Falles aber auch mehr lohnen!

Öhm, und was willst Du uns in diesem Zusammenhang hier damit sagen??? :confused:

Es geht nicht um Talent / Talent erkennen, wohlgemerkt!

Sondern um das kontraproduktive Verhalten des Jungen!

Es ging mir u.a. darum, zum Ausdruck zu bringen: "Talent" ist kein Freifahrtschein für dummes Benehmen, und auch nicht 9Jährigkeit und auch nicht Probleme zu Hause etc.! Wer sich nicht an die Spielregeln der gewählten Freizeitbeschäftigung hält, muß mit den Konsequenzen leben, peng, aus! Nur so lernt man Verantwortlichkeit!

Und außerdem: Wenn er nach dem Rauswurf sich sagt: "Der blöden Klavierlehrerinnen-Pute zeig ich's jetzt, ich starte bei einem anderen Klavierlehrer jetzt voll durch!" und das sogar klappt, dann ist das doch ein hervorragendes Ergebnis, und Viola kann froh sein, daß sie ihn so super motiviert hat! Auch wenn Ben dann nie zu Viola kommen wird und "Danke nochmal!" zu ihr sagen wird, so hätte sie doch den entscheidenden Anstoß zu seinem Umschwung gegeben, und das wäre doch sehr viel wert! Mit Weiter-für-den-pädagogischen-Endsieg-Kämpfen hätte das nicht geklappt!

LG,
Hasenbein
 
(...)
Wer sich nicht an die Spielregeln der gewählten Freizeitbeschäftigung hält, muß mit den Konsequenzen leben, peng, aus! Nur so lernt man Verantwortlichkeit!

Und außerdem: Wenn er nach dem Rauswurf sich sagt: "Der blöden Klavierlehrerinnen-Pute zeig ich's jetzt, ich starte bei einem anderen Klavierlehrer jetzt voll durch!" und das sogar klappt, dann ist das doch ein hervorragendes Ergebnis, und Viola kann froh sein, daß sie ihn so super motiviert hat! Auch wenn Ben dann nie zu Viola kommen wird und "Danke nochmal!" zu ihr sagen wird, so hätte sie doch den entscheidenden Anstoß zu seinem Umschwung gegeben, und das wäre doch sehr viel wert! Mit Weiter-für-den-pädagogischen-Endsieg-Kämpfen hätte das nicht geklappt!

Hallo Hasenbein,
eigentlich wollte ich gerade Deine Ausführungen "liken", doch ein plötzlicher weinerlicher Buhuhu-Anfall hinderte mich daran: einerseits will mir noch nicht einleuchten, inwiefern für einen 9jährigen von Relevanz ist, ob seine Lehrkraft mit einem Gemelke ausgestattet ist oder nicht, andererseits aber behagt mir Vokabel Endsieg nicht sonderlich...
Gruß,
Rolf
 
andererseits aber behagt mir Vokabel Endsieg nicht sonderlich.

Habe ich ja auch extra so provokant formuliert. :mrgreen:

Was ich meine, ist einfach diese heute leider sehr verbreitete Einstellung, daß man - statt dem Schüler auch einfach mal ob seiner Faulheit und Renitenz einen aufs Dach zu geben oder aber aufzugeben und sich weniger zermürbenden Schülern zuzuwenden - denkt: "Ich habe einfach noch nicht alles Menschenmögliche versucht, es muß doch irgendwie gehen, diesen Schüler zu motivieren oder geradezubiegen!"

Man zermürbt sich in aussichtslosen oder zumindest nicht mehr verhältnismäßigen Kämpfen und denkt: "Ich muß das schaffen, sonst habe ich als Lehrer versagt!"

Das meine ich mit Endsiegmentalität.

Die wirklich berühmten Lehrer würden so was übrigens NIE machen. Stellt sich ein Schüler als Flasche oder als renitent heraus, fliegt er. Hätten sie es anders gemacht, wären sie nicht zu den Meister-Lehrern geworden, als die man sie kennt, sondern würden auch an der Musikschule Deppendorf herumkrepeln (und vielleicht stolz sein, daß sie jetzt bei JEKI mitmachen, weil das ja sooo toll für die Kinder ist... :mrgreen: ). Denn ein tolles Standing als Lehrer bekommt man nur, wenn man zahlreiche sehr gute Schüler hat, nicht aber, wenn man zahlreichen Flaschen zum Einigermaßen-Klimpernkönnen verhilft.

LG,
Hasenbein
 

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