Populäre und dennoch selten gespielte Stücke

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Alter Tastendrücker

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Also ich finde den Titel "Populäre und dennoch selten gespielte Stücke" etwas komisch

Nehmen wir als zusätzliches Beispiel die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Liszt.
Jeder kennt das Stück! ABER! Wer von hier hat es gespielt und/oder in den letzten 5 Jahren im Konzert gehört?
Ja einige Youngstars spielen die Horowitz Variante, aber welches Klavierabend-Programm endet mit diesem Stück?
 
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klaros

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vielleicht sind's auch die sechs b s, wovor manche Klavierspieler Angst haben. :016: :005::017:
 
Rheinkultur

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Mit Aufforderung zum Tanz haben mich als Kind meine älteren Schwestern genervt. :020: Die Schellackplatte hatte einen Schweren Kratzer, den ich noch immer höre, wenn ich mir die Melodie vorstelle.
:017:
War das zufällig diese Aufnahme?:


Ich glaube allerdings eher, dass die Orchesterfassung des Stücks zu populär ist, um die Klavierfassung daneben zu würdigen. In die Titelkategorie gut passen würden Webers Klaviersonaten, eigentlich sehr populär war immer der Finalsatz der ersten Sonate:


LG von Rheinkultur
 
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klaros

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War das zufällig diese Aufnahme?:


Ich glaube allerdings eher, dass die Orchesterfassung des Stücks zu populär ist, um die Klavierfassung daneben zu würdigen. In die Titelkategorie gut passen würden Webers Klaviersonaten, eigentlich sehr populär war immer der Finalsatz der ersten Sonate:


LG von Rheinkultur
Es war eine Orchesterfassung.
Über irgendeine von C.M.v.Webers Klaviersonaten soll der alte Beethoven gewienert haben: "Dös hob i dem Memmerl net zug'traut."
 
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Alter Tastendrücker

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Die dritte Sonate von Weber (d-Moll op. 49): tolles Stück mit vielen schönen Assoziationen in Richtung Freischütz und überhaupt naturlautend ...
Aber nicht populär im Sinne von 'jeder kennt's' wie die 'Aufforderung.
Bei der 'Aufforderung zum Tanzen habe ich so meine eigene Theorie: Man muss schon sehr schlecht spielen um das Stück im öffentlichen Konzert ordnungsgemäß zu Ende zu bringen.
 
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Stefan379

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An der Orgel ist es ganz ähnlich - die bekannten, Stücke, die aber nicht auch bei einem Poppublikum bekannt sind, werden dauernd überall gespielt (BWV 552, BWV 582), aber BWV 565 wird quasi nie gespielt (nur jeder C-Organist spielt das mal, die einen bekommen es gut hin, die anderen nicht).
BWV 565 wird schon ziemlich oft gespielt, zumindest in den Orgelkonzerten in meiner näheren Umgebung, und bei Einweihungskonzerten kann man so gut wie sicher sein, dass es dort auf dem Programm steht.
 
Demian

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Eventuell passt auch Ravels „Pavane pur une infante defunte“ in die Kategorie populärer Raritäten. Das Stück hat in manchen Kreisen einen schlechten Ruf, vermutlich weil Ravel es selbst als Jugendsünde bezeichnet hat.
 
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schmickus

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Das wäre doch eine schöne Wette: Wer wagt es, nach den Goldbergvariationen oder op. 111 dem Wunsch des Publikums nach einer Zugabe zu entsprechen und .... Ballade pour Adeline zu spielen? Das gäbe ein großes Hallo!
 
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Stefan379

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St. Francois de Paola

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BWV 565 wird schon ziemlich oft gespielt, zumindest in den Orgelkonzerten in meiner näheren Umgebung, und bei Einweihungskonzerten kann man so gut wie sicher sein, dass es dort auf dem Programm steht.
OK da wären wir vielleicht wieder bei den regionalen Unterschieden. Allerdings werden so oft auch keine neuen Orgeln mit Konzerten eingeweiht. Zumindest wesentlich seltener, als BWV 552 oder BWV 582 auf dem Programm stehen (wobei ich die auch beide selbst sehr gerne höre).
 
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klaros

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Ich möchte nochmal an etwas erinnern, was aus der Mode gekommen scheint: Es sind die Balladen von Carl Loewe, die ich früher nicht genügend kannte um sie zu schätzen wie heute.
Ich habe sie mir neu angehört, wobei Fontanes Graf Douglas der Favorit war.
Als Tipp wäre da Thomas Quasthoff zu nennen.
 
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klaros

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Er zum Beispiel:


Oder er:


Und vor allem der einzige Rubinstein-Schüler, der Aufnahmen eingespielt hat:


LG von Rheinkultur
Das Erste gefällt mir sehr. Diese Rubinsteinmelodie gehört zu den wenigen Musikstücken, die einem nicht so schnell aus dem Hals hängen. Das liegt vermutlich nicht nur am persönlichen Geschmack, sondern auch an der musikalischen Klasse eines solchen Stückes, besonders wenn es so gut interpretiert ist wie bei Nr. 1
 
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mick

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Ich möchte nochmal an etwas erinnern, was aus der Mode gekommen scheint: Es sind die Balladen von Carl Loewe, die ich früher nicht genügend kannte um sie zu schätzen wie heute.
DIe sind halt sehr unterschiedlich, was ihre textliche und musikalische Qualität angeht. Aber einige sind wirklich toll. Meine Favoriten sind "Herr Oluf", "Erlkönig", "Der getreue Eckart", "Hochzeitlied", "Graf Eberstein" und "Prinz Eugen". Auf die meisten anderen kann ich ganz gut verzichten...
Als Tipp wäre da Thomas Quasthoff zu nennen.
Ich plädiere ganz klar für Hermann Prey!
 
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DIe sind halt sehr unterschiedlich, was ihre textliche und musikalische Qualität angeht. Aber einige sind wirklich toll. Meine Favoriten sind "Herr Oluf", "Erlkönig", "Der getreue Eckart", "Hochzeitlied", "Graf Eberstein" und "Prinz Eugen".
Der wohl einzige, der in hohem Alter Loewe-Balladen und -Lieder genau so musizierte wie Carl Loewe selbst, nämlich sich beim Gesangsvortrag selbst begleitend - und in dieser Eigenschaft Aufnahmen hinterlassen hat:



Ob es zwischen beiden mal zu einer persönlichen Begegnung kam, ist mir nicht bekannt, von den Lebensdaten her (Henschel 1850 geboren und Loewe 1869 verstorben) wäre es nicht auszuschließen.

LG von Rheinkultur
 
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St. Francois de Paola

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Ich frage mich gerade, ob sich mal jemand bei einer Aufnahmeprüfung oder einem Wettbewerb getraut hat, den Cage zu spielen (oder eben nicht).
 
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Ich frage mich gerade, ob sich mal jemand bei einer Aufnahmeprüfung oder einem Wettbewerb getraut hat, den Cage zu spielen (oder eben nicht).
In meiner Studienzeit an einer NRW-Musikhochschule noch vor dem Millennium behauptete ein Mitstudent, er wisse von der Abschlussprüfung für das Nebenfach Klavier, dass ein angehender Orchestermusiker dieses Stück nach Ansage als zeitgenössischen Prüfungsbestandteil vorführen wollte. Nach weniger als einer Minute Stille soll einer der Prüfer die Vorführung abgebrochen und den Prüfling aufgefordert haben, gefälligst ein Literaturwerk vorzutragen, das zur Beurteilung seines Könnens am Klavier zu gebrauchen sei. Daraufhin soll er etwas Einfaches aus dem "Mikrokosmos" gespielt und die Prüfung so gerade eben noch bestanden haben. Bei Hauptfachprüfungen war das Prüfungsprogramm vorher verbindlich anzumelden, im Nebenfach offenbar nicht unbedingt - sonst hätte man den Kandidaten gleich zurückgepfiffen. Übrigens gab es schon Jahrzehnte vorher "tonlose" Musik:


Den Gag mit dem Cage kennt inzwischen jeder, aber das verlinkte Video bietet Alternativen. Wem das immer noch zu wenig ist, suche sich hier sein Lieblingsschweigen aus: https://en.m.wikipedia.org/wiki/List_of_silent_musical_compositions

Wenn sich Langeweile einstellt, gibt es was auf die Ohren:


Und mit Musik geht alles besser:


LG von Rheinkultur
 
 

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