Plattenstützschraube

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kisiljar

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Hallo,
bei meinem Grotrian haben ich eine merkwürdige Konstruktion entdeckt (siehe erste 2 Fotos). Dort ist an der Stelle, wo die Plattenstützschraube ist (ich glaube so heißt sie), ein Holzplättchen zwischen Resonanzboden und Rahmen eingebracht worden. Das Plättchen ist fest mit dem Resonanzboden verbunden, so daß der Boden an dieser Stelle nicht mehr frei schwingen kann. Kann mir jemand sagen, ob das so original ist und was der Sinn dieses Plättchens ist? 6718-00491b34f934a791f926e4db180d9ac1.jpg 6719-0d6fb1277bf3188de1e89055d4fa8db9.jpg
 
agraffentoni

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Wie sieht es auf der Rückseite aus? Blindboden erkennbar? Sternraste?
Toni
 
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kisiljar

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so siehts aus. ist keine sternraste. was nun?
Jochen
 

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agraffentoni

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Wie alt ist das Kavier, oder hast Du eine Seriennummer?
Evtl. habe ich was ähnliches in meiner Sammlung und könnte da mal schauen, ob es eine vergleichbare Machart ist.
Toni
 
klaviermacher

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Hallo kisiljar,

Dieses Holzstück ist unmöglich original und wurde nachträglich da montiert. Grund kann sein, dass der Resonanzboden gerasselt hat. Das passiert, wenn irgendwelche Rippen lose sind. Manche Techniker helfen sich dann mit solch einer Übergangslösung. Der Boden schwingt zwar nicht mehr voll, aber zumindest ist das Rasseln weg, welches den Klang mehr beeinträchtigt.

Um mehr heraus zu finden, wirst Du nicht umhin kommen, die Rückwand abzuschrauben. Halte einen Staubsauger und Reinigungstücher bereit.

LG
Michael
 
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kisiljar

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Hallo allerseits,
das gute Stück ist von 1898 mit SN 10348 (die steht jedenfalls auf der Gussplatte). Hier noch mehr Fotos.
Was ich nicht verstehe ist, wieso man die beiden schrägen Balken links und rechts in der oberen Hälfte hat, auf denen der Resonanzboden aufliegt oder wahrscheinlich sogar aufgeleimt ist, da kann er ja dann auch nicht mit seiner vollen Fläche schwingen, weil ja dadurch alles steifer ist (genau genommen verschiebt sich die Resonanzfrequenz des Bodens durch die Versteifung). Beim linken Balken sieht man, dass er teilweise ausgespart ist, aber warum nicht in der vollen Länge?

Lose Rippen konnte ich nicht feststellen.

Wenn ich mir das Klavier von vorne und hinten abwechselnd anschaue, schätze ich, dass die Schraube genau im schrägen Balken landet. Der R-Boden ist also an den Balken und Rahmen festgeschraubt. Da der R-Boden an dieser Stelle eh nicht frei schwingen kann (wg. des Balkens), ist es wahrscheinlich Wurst, aber original sieht das Plättchen trotzdem nicht aus.
 

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Mawima

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Ich bin kein Spezialist bei diesem Thema, aber gerade im Diskant muss der Resonanzboden nicht viel schwingen, sondern benötigt eine gewisse Steifigkeit. Blindböden wie auf Deinem Bild rechts haben viele Klaviere.

Mit der Schraube ist die Gussplatte mit dem Balken verbunden, so wie das bei Flügeln gut zu sehen ist. Der Resonanzboden müsste an der Stelle ein Loch haben, damit er frei schwingen kann. Nur das Plättchen verhindert das freie Schwingen. Sieht so aus, als ob das extra schwarz lackiert wurde, damit es nicht so auffällt.
 
klaviermacher

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So, nochmals zu dem schwarzen Bäckchen. An dieser Stelle hat das Ding nichts verloren und wurde Gewiss nicht von Werk aus so verbaut. Es muss eine wie auch immer geartete Verbesserung eines Nebengeräuschs damit einhergehen. Du kannst es natürlich drinnen lassen. Was irritiert Dich überhaupt an dem Klavier?

LG
Michael
 
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kisiljar

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Den klang finde ich sehr gut, auch wenn es im bass manchmal töne gibt, die so schön voll und tief klingen, als auch welche (auch direkt danebeb), die dann irgendwie plötzlich flach und eben nicht so voll klingen, wie die anderen. Ist etwas schwieig zu beschreiben.
Ich dachte, das könnte vielleicht von dem besagten bäckchen kommen, aber wahrscheinlich gibts dafür noch tausend andere mögliche ursachen.
Gruss, jochen
 
agraffentoni

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Hallo @kisiljar , Jochen,

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endlich bin ich dazugekommen, bei meinen Grotrians nachzuschauen.
Beim Älteren der beiden mit der Nummer 10218 ist dieses Klötzchen, wenn auch nicht so elegant montiert, vorhanden.
Ich gehe mal davon aus, daß dies so original ist, falls nicht beide Instrumente von der gleichen Werkstatt mal überholt wurden.
Was die unterschiedlichen Klangfarben der Bass-Saiten angeht, vermute ich, daß etliche taub sind.

Grüße
Toni
 
klaviermacher

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Hallo Toni,

Beginnt da der Blindboden?

LG
Michael
 

agraffentoni

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@klaviermacher, hallo Michael
da muß ich erst mal die Rückwand abnehmen, wobei ich davon ausgehe, daß es wie bei den oben eingestellten Bildern aussieht, und der Rastbalken im Baßbereich vermutlich auch mit der Auflage für den Reso verbunden ist.
Morgen mehr...
Toni
P.S. hab mir die Bilder nochmal angeschaut. :idee:Die Plattenschraube könnte etwa im Bereich zwischen der zweiten und dritten Rippe in das Bodenlager gehen, - aber ich untersuche das noch.
 
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klaviermacher

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Ok, jetzt kann ich mir mehr vorstellen.
In dem Fall hab ich vorhin unrecht gehabt.

6738-34565e968af2885843b31d967d20d40b.jpg

Ich gehe nun davon aus, dass dies vom Werk aus so gemacht wurde.

LG
Michael
 
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kisiljar

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ok. aber wozu hat man den Blindboden? Der kostet doch nur material. Macht man das, um einen "akustischen Kurzschluss" zu verhindern? Wenn der obere rechte schräge Balken den R-Boden begrenzen würde (es also das obere rechte Eckchen Blindboden nicht gäbe), dann könnte wahrscheinlich Luft über das leere Dreieck sehr schnell entweichen und somit die Druckänderungen, die der R-Boden durch Schwingungen hervorruft, fast komplett eliminieren. Dann klingt es wahrscheinlich leiser oder nicht so gut. So wird quasi die leere Dreiecksfläche abgedichtet. Luft kann dann natürlich immer noch für Druckausgleich sorgen, aber eben nicht mehr so schnell, da sie erst über die ganzen Grenzflächen bzw. die Balken wandern muss. Das gibts ja auch bei Lautsprechergehäusen, die nicht geschlossen sind, sondern bei denen die Membran quasi in einer offenen Schallwand ist. Wenn die Fläche um die Membran groß genug ist, dann gibts keinen akustischen Kurzschluss.

Ist aus eurer Sicht an dieser Theorie was dran?
Gruß,
Jochen
 
agraffentoni

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Ist aus eurer Sicht an dieser Theorie was dran?
Wenn man sich einen Wiener-Flügel als Beispiel hernimmt, bei dem der Resonanzboden im Bereich der Spiellade nur mit Leisten begrenzt ist, aber sonst frei in der Luft hängt, eher nicht.
Toni

P.S. Bei Deinem Klavier ist rechts und links unten in den Ecken nach hinten offen, da geht der Schall auch hin und her...
 
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agraffentoni

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@klaviermacher , Michael,
Du hast fast auf den Millimeter die Position der Schraube im Bodenlager benannt! :super:
6739-834ed01a1f4a205158eafc673f733724.jpg

Bei diesem Grotrian geht die Schraube durch und ist mit einer Mutter und Scheibe gesichert.

LG

Toni
 
klaviermacher

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Bei diesem Grotrian geht die Schraube durch und ist mit einer Mutter und Scheibe gesichert.
...und trotzdem hat sich das Bäckchen, dass den Boden fixiert gelockert und verschoben.

Jochen, mit "Luft" hat die Konstruktion nichts zu tun. Es sind Wellenbewegungen, die der Boden macht, also Schwingungen.
So Randzonen schlucken eher und daher gibt es Blindböden oder gar keinen Boden an verschiedenen Stellen, wie etwa auch an den Ecken des Grotrians. Jeder Hersteller hat so seine eigenen Ideen, wie es am Besten ist.

LG
Michael
 
Klimperer

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Das habe ich schon gesehen, Michael, nur nicht, was dort locker oder verschoben sein soll.
[Edit: weil mir nicht klar ist, wie es denn original hätte aussehen müssen.]
 
 

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