Pedalgeräusch im Konzert (Elphi)

Dieses Thema im Forum "Professionell Klavierspielen" wurde erstellt von Musikanna, 10. Nov. 2019 um 22:13 Uhr.

  1. Musikanna
    Offline

    Musikanna

    Beiträge:
    1.366
    Ich war heute zum ersten Mal in der Elphi (Kleiner Saal). Die Akustik fand ich ganz gut, sehr weich, aber dennoch klar. Geräusche aus dem Publikum, selbst solche von Sitznachbarn, waren nicht stärker zu vernehmen als man es sonst gewohnt ist.
    Aber: Ganz deutlich zu hören und wirklich störend waren die Pedalgeräusche. Sowas habe ich in einem Konzert noch nie erlebt (doch, bei Schülervorspielen in kleinen Räumen schon, aber nicht bei Konzertpianisten in einem richtigen Saal). Ich meine auch nicht das Geräusch der Dämpferfilze beim Berühren/Loslassen der Saiten. Das hört man bisweilen mal mehr, mal weniger, vor allem aus der Nähe.
    Aber hier hörte man die mechanischen Bewegungen (Dämpferleiste? Oder die Stange - wie heißt sie richtig -, die sie bewegt?). Es übertrug sich halb wie Trittschall und halb wie leichter ferner Donner :-D.

    Meine Frage: Habt ihr das bei anderen Konzerten in diesem Saal auch schon gehört? Liegt es am Saal oder am Pianisten?
    Und habt ihr das auch schon mal so in anderen Sälen erlebt? Wie gesagt, ich noch nie.
     
  2. thomas 1966
    Offline

    thomas 1966

    Beiträge:
    1.707
    Am 28. August war ich im großen Saal der Elphi und habe das Yaron Herman Trio gehört. An Pedalgeräusche kann ich mich nicht erinnern. Inwieweit man den kleinen und den großen Saal akustisch vergleichen kann weiß ich nicht, jedoch finde ich es etwas seltsam wenn der kleine so viel schlechter ist.
    ... das scheint ziemlich störend gewesen sein. So kenne ich das gar nicht.

    Wie war das Konzert, abgesehen davon?
     
  3. Musikanna
    Offline

    Musikanna

    Beiträge:
    1.366
    Ach, ganz okay. Jongdo An hat zwischendurch einige sehr schöne Stellen gezeigt, vor allem dann, wenn seine improvisatorische Spielweise passend war. Insgesamt aber war mir das meiste zu wackelig, zu oft/zu viel rubato, viele Details „neu erfunden“ (manchmal interessant, meistens aber fand ich es verköpft), dafür an vielem vorbeigerauscht. Das erste Stück kannte ich nicht und hat mir am besten gefallen (Jean-Henri d'Anglebert: Suite G-Dur).
     
    thomas 1966 gefällt das.
  4. Alter Tastendrücker
    Offline

    Alter Tastendrücker

    Beiträge:
    1.720
    Normalerweise darf man bei einem gut eingestellten Flügel, den ein Profi bedient keine Pedalgeräusche hören. Einige Pianisten (bei Laien eher häufig) haben sich an das Überhören des Schnapppedals so gewöhnt, dass sie keine Kontrolle darüber haben (wollen). Ruckartige Fussbewegungen mit Anstossen an der oberen Begrenzung.
    So wie beschrieben scheint mir aber eher tatsächlich der Fehler am Instrument zu liegen.
     
    Ambros_Langleb, Tastatula und Stilblüte gefällt das.
  5. Joh
    Offline

    Joh

    Beiträge:
    764
    vielleicht hat der Pianist einfach zu grobmotorisch das Pedal betätigt ;-)

    Ich habe mal einen gesehen, da hab ich mich gewundert, dass die Pedalaufhängung nicht abgerissen ist, so wie der draufrumgetreten hat :021:
     
    Ambros_Langleb gefällt das.
  6. agraffentoni
    Offline

    agraffentoni

    Beiträge:
    7.714
    Es gibt leider keine Empfehlung, wie schwer sich die Pedale betätigen lassen müssen.
    Vielleicht wäre hier mal anzusetzen.
    Ein Pianist, der von einem schweren Pedal kommt, wird bei einem leichten erst mal mehr Druck erwarten und mit Karacho loslegen.
    Blöd ist halt, wenn er das nicht realisiert...:010:
     
    Ambros_Langleb gefällt das.
  7. Tastatula
    Offline

    Tastatula Super-Moderator Mod

    Beiträge:
    484
    eben, es gehört zum Profisein dazu, mit unterschiedlichen Befindlichkeiten der verschiedenen Instrumente zurechtzukommen. Jeder Pianist testet das Instrument, bevor das Konzert beginnt.
    Wenn er sich dann nicht umstellen kann....
    dann ist er vielleicht ganz am Anfang seiner Profikarriere....und bald am Ende....:008:
     
  8. Bernhard Hiller
    Offline

    Bernhard Hiller

    Beiträge:
    948
    "Und heute habe ich gelernt, daß die Schuhe des Dirigenten auch zum Musikstück gehören", sagte mal mein Sitznachbar nach einem Konzert.
    Manche "Nebengeräusche" sind eben nur selten wahrnehmbar.
    :-)
     
  9. Joh
    Offline

    Joh

    Beiträge:
    764
    Ich behaupte mal, dass es auch Leute in diesem Metier gibt, die so etwas nicht warnehmen - aus welchen Gründen auch immer... habe schon alles erlebt: z.B. bei einer weltberühmten Pianistin (aus fairness-Gründen ohne Namen), die permanent mit ihren Ringe an den Fingern auf die Tasten geklackert und das einfach nicht gecheckt hat - war nicht auszuhalten und ich musste das Konzert u.a. deshalb relativ schnell verlassen (auch weil das Spiel an sich musikalisch furchtbar schlecht war - aber das ist wieder ein anderes Thema).
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Nov. 2019 um 17:49 Uhr
  10. Tastatula
    Offline

    Tastatula Super-Moderator Mod

    Beiträge:
    484
    Lieber @Joh , wie soll jemand, der noch nicht einmal dieses nervende Ringgeklapper wahrnimmt, denn eigentlich die Musik hören, die aus dem Instrument kommt? Viele Klavierspieler spielen ihre Vorstellungen und haben keinen Abgleich mit den Ohren. So jemand muß das gewesen sein.
    Warum ist sie weltberühmt? Ist sie sehr sexy? Sehr virtuos? Irgendeine Qualität muß sie ja haben....
    Aber die Musik scheint es nicht unbedingt zu sein...
     
  11. Joh
    Offline

    Joh

    Beiträge:
    764
    Ist mir auch schleierhaft - vielleicht die Arroganz, das Alter etc. - ich hatte auch das Gefühl, dass sie die Musik nicht mehr wirklich gehört hat, sondern nur runtergespielt. Traurig