Notenbild nicht eindeutig, fehlerhaft?

Elio

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Also, folgendes. Ich habe hier ein Stück im 2/4 Takt. Unten der Ausschnitt.

Die Note im Auftakt ist ohne Zweifel eine 16tel.
Doch was passiert da weiter in der Oberstimme?
Unten sind wohl eindeutig 16tel Triolen gemeint.

Aber was passiert rechts?
Sind das entweder punktierte Achtel und Sechzehntel (dann dürfte die 16tel aber nicht als dritte Sechzehnteltriole der Begleitung fungieren)

oder

ist nun ab Takt eins in der rechten Hand eine Sechzehnteltriole gemeint (das ist das, was ich annehme).

Wenn ich das richtig verstehe, dann ist das Notenbild wie es da steht ja falsch, oder?
Kommt sowas häufiger vor? Oder ist das einfach aus Bequemlichkeit, weil es sonst zu komplex aussähe?


Komischkomisch...

Elio
 

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Guendola

Guendola

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Scheint so, als ob die Oberstimme auch triolisch aufzufassen ist, die zwei sechzehntel Pausen müßte man sich dazu denken. Anders wäre es irgendwie völlig falsch.

Ich habe bislang genau einmal gesehen, daß Triolen nur aus dem Zusammenhang erkenntlich waren. Eine derartige Notation sehe ich das erste mal.

Was ist das für ein Stück?
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Die Sechzehntel der Mittelstimme sind Triolen-Sechzehntel.
Die rhythmische Notation der Melodiestimme ist zwar mathematisch nicht korrekt (man müßte sonst für die punktierte Achtel eine Achtel+2-Triolensechzehntel notieren), aber wie es gespielt werden soll, steht ja außer Frage. Auch der Auftakt ist natürlich als Triolen-Sechzehntel zu spielen.
 
K

koelnklavier

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Da wir schon einmal bei nicht-eindeutigen Notenbildern sind, hier ein ganz bekannter Fall: Schumann Arabeske op. 18.

Die Note g im Auftakt und in Takt 1 ist eindeutig zwei Stimmen zugeordnet:
  • einer Baßstimme, die in Vierteln notiert ist und die zum nächsten Takt übergebunden werden soll.
  • als Mittelstimme ist es jeweils eine Sechzehntelnote, die nicht nur im Auftakt, sondern auch auf dem ersten Schlag Takt 1 erneut angeschlagen werden müßte.
Wenn bei Bach oder Beethoven Haltetöne in einer anderen Stimme erneut auftauchen, werden sie selbstverständlich angeschlagen. Bei Schumann scheint dies nicht unbedingt der Fall zu sein.

Derartige Ungereimtheiten finden sich bei Schumann vielfach. Ich habe bislang noch keine schlüssige Antwort gefunden.
 
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K

koelnklavier

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In allen Aufnahmen, die ich kenne, wird das g nicht erneut angeschlagen (offensichtlich "weil es auch sonst niemand macht"). Aber von Schumanns Notationsweise her scheint mir das nicht plausibel zu sein.

Wie sagte Gustav Mahler: Tradition ist Schlamperei!
 
Guendola

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In allen Aufnahmen, die ich kenne, wird das g nicht erneut angeschlagen (offensichtlich "weil es auch sonst niemand macht"). Aber von Schumanns Notationsweise her scheint mir das nicht plausibel zu sein.

Wie sagte Gustav Mahler: Tradition ist Schlamperei!

Deswegen sollte man alles, was einem wichtig ist, solange hinterfragen, bis man genügend Erkenntnisse hat, um sich seine eigene Meinung zu bilden. Das wird zwar oft als Unverständnis angesehen oder belächelt, wenn man eine musikalische Persönlichkeit entwickeln oder pflegen will, hat man aber keine Wahl.
 
 

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