Musik und Geschichte


Y
Yannick
Dabei seit
8. Okt. 2009
Beiträge
633
Reaktionen
0
Simple frage, ein wenig hintergrundwissen gefragt:

was fallen euch für beispiele ein, wo eins das andere DRIEKT beeinflusst, dass Musik immer ein teil von geschichte ist allen bewusst. MIr geht es um beispiele wie die revolutionsetüde von chopin. Oder auch die problematik der wiener und den türken, was bezüge kennt ihr , könnt ihr herstellen uns allen aufzeigen, dass man mal ein schön differenziertes bild, hat in wieweit musik eigentlich an ihre zeit und vorallem geschehnisse dieser zeit gebunden waren, denn viel zu oft, so auch in meinem geschitsunterricht wird MUSIKgeschichte unabhängig von der "RESTLICHEN" Geschichte behandelt. Das ist natürlich schlichtweg falsch und viel zu allgemein. also lasst uns uns alle ein wenig bilden, in dem wir durch beispiele oder auch kleine erläuterungen, oderauch große, hier gibts ja einige cracks, außer mir , und ichspreche da vorallem eusestan und die anderen profis an, einwohl differenziertes bild schaffen :)


mit freundlichen grüßen yannick
 
G
Gomez de Riquet
Guest
Musik und Geschichte (Teil 1)

Lieber Yannick!

Das naheliegende Beispiel für die unmittelbar geschichtsträchtige Wirkung von Musik -
die Aufführung von Aubers Oper "La Muette de Portici" am 25.August 1830
im Brüsseler Théatre de la Monnaie. Sie soll geradewegs zur sogenannten belgischen Revolution
und damit zur Unabhängigkeit Belgiens von den Niederlanden geführt haben.

Es wäre aber zuviel der Ehre für Auber oder sein Librettistengespann Scribe/Delavigne,
etwas in die nicht zu leugnende Koinzidenz (Aufführung der Oper/Beginn der Unruhen)
hineininterpretieren zu wollen. "La Muette de Portici" ist eine ausgesprochene Schmonzette,
und daß nach dem Duett "Amour sacré de la Patrie" ein paar wildgewordene Bürger
aufgesprungen sind und "Aux armes!" gerufen haben sollen, ist vielleicht auch nur Legendenbildung.
An dem politischen Gärungsprozeß, der der Aufführung vorausging, hatte die Oper keinen Anteil.
Es wär schon ziemlich komisch, sich vorzustellen, daß ohne Aubers Rührstück
auf dem Spielplan der Brüsseler Oper Belgien heute noch zu den Niederlanden gehören würde.

Und über die Folgen der "belgischen Revolution" schreibt Herbert Ruland:

Am 8. Februar 1831 erhielt Belgien eine eigene Verfassung,
die damals als die fortschrittlichste und modernste in ganz Europa galt.
Ganz nach den Wünschen des wallonischen Großbürgertums formuliert,
war sie ein Manifest liberal-kapitalistischer Vorstellungen.
Während den Bürgern kein Grund zur Klage blieb, nahm die Ausbeutung
der Industriearbeiter in Belgien bis zum Ende des 1. Weltkriegs
Formen wie in keinem anderen Land Westeuropas an.

Mit andern Worten: Das Beispiel ist untauglich, zurück auf Los -
Fortsetzung folgt.

Herzliche Grüße,

Gomez
 
E
Eusestan
Dabei seit
20. Juni 2010
Beiträge
64
Reaktionen
0
haha, sehr schön, danke gomez :)

weiter weiter, rolf du hast doch bestimmt was zu sagen!


liebe grüße aus Lhasa
 
rolf
rolf
Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.783
Reaktionen
19.276

nö - jedenfalls keine Neuigkeiten!

Verdi z.B. ist keine Gewerkschaft, sondern war ein großer Komponist.

Sehr beliebt in seiner von der Mafia unterwanderten, in weiten Teilen von Österreich annektierten Heimat war der Gefangenenchor aus seiner Oper Nabucco (va pensiero) - - na ja, irgendwann kam man zu Italia auf die Idee, dass der Name des Komponisten ein politisches Programm sein könnte:
Vittorio
Emmanuele
Re
D`
Italia
 
 

Top Bottom