Mozart_KV545, 2.Satz, Akkordbezeichnungen

Gerd

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Hallo Mozartfreunde,
ich übe zurzeit die Klaviersonate KV 545, 2. Satz von W. A. Mozart.
Da ich mich in Harmonielehre nur sehr dürftig auskenne, habe ich auf der Internetseite von Wolfgang Lempfrid , www.koelnklvier.de eine Noten-Datei gefunden –akkordische Aussetzung der linken Hand- (s. Anlage) mit Angabe der Akkordbezeichnungen. Diese habe ich in meine Notenblätter übertragen.
Allerdings war meine Klavierlehrerin bei einigen Akkordbezeichnungen anderer Meinung. Hier eine kleine Auswahl:
Takt 43: statt C#v7 à Av bzw. A (durchgestr.)79
und statt gm à D46
Takt 45: F#v à Dv bzw. D (durchgestr. 79) …. Und einige andere Akkorde.
Wer von euch ist fit in Harmonielehre und würde sich mal die Zeit nehmen einen Blick auf die die dort notierten Akkordbezeichnungen zu werfen?
Herzlichen Dank im Voraus!
Die Noten habe ich übrigens mit Finale PrintMusik gesetzt.
 

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.marcus.

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Hallo Gerd,

ich glaube, so groß sind die Differenzen gar nicht. Es handelt sich eher um verschiedene Bezeichnungen derselben Akkorde. C#v7 versus A (durchgestr.) 79 ist so ein Beispiel. Die Benennung im Skript von Koelnklavier ist eine absolute Bezeichnung der Akkordnamen. Die Bezeichnungen deiner Lehrerin sehen eher wie eine Mischung aus Funktionsbezeichnungen und Akkordnamen aus, z.B. Av (soll hier wohl Dv auf A heißen).

Was mich eher irritiert, ist Takt 44. Der wird in beiden PDFs als Folge von g-Moll und D-Dur bezeichnet. Durch das cis wird der erste Akkord aber zu einem verminderten Septakkord cis-d-g-b; fast derselbe Akkord wie im Takt zuvor (cis-e-g-b), nur dass hier bereits der Grundton des Auflösungsakkordes mit drin ist (A-Dur zu D-Dur). Wenn du die beiden Akkorde mal nacheinander anschlägst, kannst du sicher hören, dass sie ähnlich sind.

lg marcus
 
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rolf

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ein wenig exotisch bezeichnet ist im dritten Takt der Akkord g-#a-#c in der linken Hand, die rechte Hand umspielt das e mit der Tonfolge #f-e-#d-e --- wieso wird das als Ais7 bzw. A#v7 bezeichnet? Das #a ist nicht der Grundto9n dieses Akkords.

die Tasten selber, wären sie g-b-cis und e (in der r.H.) notiert, wären die verminderte Doppeldominante (was nach der Subdominante C eine völlig normale Harmoniefolge ist)
 
hasenbein

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die Tasten selber, wären sie g-b-cis und e (in der r.H.) notiert, wären die verminderte Doppeldominante (was nach der Subdominante C eine völlig normale Harmoniefolge ist)
Aber nur dann, wenn nach der Doppeldominante mit tiefalterierter None ohne Grundton (was eine korrektere Bezeichnung für "verminderte Doppeldominante" ist - meines Wissens ist eine Bezeichnung wie letztere nicht üblich und ehrlich gesagt auch unlogisch, aber Rolf denkt sich ja gerne mal selber was aus, z.B. Tonbezeichnungen wie "#F" :D ) entweder ein D-Dur kommt oder ein G-Dur-Quartsextakkord.

Da wir an dieser Stelle jedoch einen Orgelpunkt G im Bass haben, ist letzlich nicht entscheidbar, wie die richtige Deutung ist. Es könnte auch (jetzt mal aus Abkürzungsgründen in Jazzschreibweise) C-Dur - A#dim - G/H sein, das klingt als Folge genauso schlüssig.

LG,
Hasenbein
 
C

chiarina

Guest
ich glaube, so groß sind die Differenzen gar nicht.
Lieber Gerd,

ich teile marcus' Ansicht. Es geht hier ja nicht um Funktionsbezeichnungen, wobei ich auch gern eine Funktionsanalyse mache, weil man da die Beziehungen/Spannungen zwischen den Akkorden noch besser wahrnehmen kann. Wenn man eher Funktionen hört (also Tonika, Dominante etc.), was hier aber nicht gefragt ist, würde ich wie deine Lehrerin bestimmen. In T. 43 z.B. höre ich auf der "1" die Doppeldominante, die sich darauffolgend in D46 auflöst (nicht komplett). T. 44 höre ich wie marcus: der D46 wird dort wieder aufgegriffen, zusätzlich wird noch der Vorhalt "cis" der Melodie ins "d" aufgelöst.

Was Rolfs Beispiel angeht, höre ich das auch als Doppeldominante, auch wenn danach nicht die Auflösung wie hasenbein sie fordert, kommt. Trotzdem kann man natürlich auch A#v7 schreiben.

Soll noch einer mal sagen, Harmonielehre wäre ein Kinderspiel. :D Außerdem ist mir das relativ wurscht. :p Hauptsache, die Begleitfiguren werden wirklich in ihrem Grundgerüst als Akkorde gehört wie auch die Beziehungen der Akkorde zueinander und ihre Färbung der Melodie! Deshalb ist es außerordentlich sinnvoll und nützlich, dieses Stück so zu üben und zu analysieren!

Liebe Grüße

chiarina
 
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rolf

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Was Rolfs Beispiel angeht, höre ich das auch als Doppeldominante, auch wenn danach nicht die Auflösung wie hasenbein sie fordert, kommt. Trotzdem kann man natürlich auch A#v7 schreiben.
nu ja... Mozart kannte Hasenbein ja nicht, warum soll er sich dann nach ihm richten?... :D:D

g-#a-#c gleitet sehr schön chromatisch nach g-h-d - das ist der eigentliche Grund für Mozarts Notation mit 2 Kreuzen an dieser Stelle. Ein mehrdeutiger Akkord (a la vagierende Akkorde) liegt da noch nicht vor. ...und entre nous: man überlege mal, wie man Ais7 notieren müsste (in einem der beiden Notenbeispiele wird diese Stelle so bezeichnet)...

vom Orgelpunkt g aus gedacht (falls diese zwei Takte genügen, um einen Orgelpunkt zu konstatieren) und nur die l.H. betrachtet, haben wie die hübsche Terzenfigur h-d - c-e - #a-#c - h-d und danach eine G-Dur bekräftigenden Kadenz als Abschluß des Themas.

...wenn die Harmonien als G - C - Ais - G richtig bezeichnet wären, dann spiele man mal diese Grundtöne im Bass zu Mozarts Melodie... das Ergebnis ist........ ;):)
 
C

chiarina

Guest
vom Orgelpunkt g aus gedacht (falls diese zwei Takte genügen, um einen Orgelpunkt zu konstatieren) und nur die l.H. betrachtet, haben wie die hübsche Terzenfigur h-d - c-e - #a-#c - h-d und danach eine G-Dur bekräftigenden Kadenz als Abschluß des Themas.
Tja, so höre ich es halt auch. Vor allem ist es wichtig, dass man es so hört - egal, welche Variante man nun drüber oder drunter schreibt. :)
 
hasenbein

hasenbein

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Rolf, Du kennst entweder nicht die Jazz-Akkordsmbolnotation oder hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen.

Die Baßlinie G - C - Ais - G ist in der Tat Quatsch, aber davon habe ich auch nicht gesprochen. (G - C - Cis - G wäre als Baßlinie ebenso Blödsinn.)

Es gibt 2 sinnvolle Baßlinien, und die habe ich auch genannt: G - C - Cis - D oder G - C - Ais - H.

LG,
Hasenbein
 
rolf

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Rolf, Du kennst entweder nicht die Jazz-Akkordsmbolnotation oder hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen.
weder noch - aber das interessiert mich auch weniger als das, was in Mozarts Noten steht ;)

es ist nicht schlüssig, auf dem 3. Viertel des 3. Taktes ein ais als Grundton eines verminderten viertönigen Akkords zu postulieren (viertönig? g-ais-cis-e sind vier Töne)
 
 

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