Mozart Klaviersonate A-Dur KV 331, Trio

Guendola

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Im Trio dieser Sonate mußte ich streckenweise ziemlich mit dem Fingersatz kämpfen, hab es aber soweit raus. Was mir noch Probleme macht ist die Passage im Anhang, zweites Drittel des zweiten Teils. Mit dem dort angegebenen Fingersatz komme ich halbwegs klar obwohl ich die 51 noch üben muß. Nicht so schön finde ich allerdings 32 im letzten Takt (steht dort falsch, die 3 gehört natürlich nach oben). Irgendwelche Vorschläge?
 
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thepianist73

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Ich spiele Terzen abwärts meist so:

5 4 3 2
3 2 1 1

ich weiss, ist nicht ganz sauber legato (Oberstimme ist sauber gebunden, Unterstimme hat zweimal den Daumen), aber hey:

1. kann man das üben und dann ist es fast 100% perfekt
2. hört das eh fast niemand und
3. habe ich solche Tricks auch von Profis, die viele Jahre auf dem Podium waren. Da macht sich jeder so wenig Arbeit wie möglich und so viel wie nötig.

Bei deinem Beispiel würde ich im letzten Takt auf

4
2

landen, dann normal mit 1 auf dem d weiter.

solche "Tricks" werden häufiger gespielt als man meint, und sie sind immer wieder anwendbar, d.h. es handelt sich eigentlich um ein Prinzip. Ansonsten übst du dich dumm und dämlich und das Resultat wird ziemlich sicher kaum besser sein als wenn ich meinen FiSa nehme :-)
 
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Guendola

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Das schöne an der anderen Version ist natürlich, daß der Hüpfer nach dem Melodiebogen kommt.

Ich werde wohl beide Versionen üben und sehen, was mir gefällt. Wenn ich etwas versierter im Pedalgebrauch wäre (und mein Digitalpiano mitspielt) hätte ich natürlich absolut keine Skrupel, die leichtere Version zu spielen, die Terzen sollen halt schön abrollen.

Leider habe ich gerade Pogorelic gesehen, das sollte ich aber möglichst schnell wieder vergessen :) Seine Interpretationen mögen ja umstritten sein aber seine Technik ist wirklich erstaunlich.
 
klavigen

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terzenfingersätze

@Guendola, am besten ist es, wenn man einheitliche fingersätze bei gleichen Stellen nimmt.

Was thepianist73 sagte gilt immer, Niemand! wird fingersätze verwenden, bei denen alle Stimme ständig legato geführt sind. Es langt, wenn die Bindung in einer Stimmer läuft, denn das hört wirklich keine Sau (Pardon).

Mit leichter Abweichung von Tdpianist73 kannst du auch die Teerzen von oben so spielen

5434 3
3212 und dann weiter mit 2, so ist die Bindung mal in der Ober- mal in der Unterstimme. auch das ist pianistische alltagsrealität. Gerade bei längeren Terzenläufen (Brahms B-dur konzert letzter Satz - die d-dur Terzenläufe) nimmt keine Mensch Fingersätze, die komplett binden, das wäre in dem Tempo auch kaum machbar. Und was man nicht hört, muss man auch nicht umzusetzen versuchen. Das Klavierspiel ist per se schon so schwer, dass man es sich überall so leicht wie möglich machen muss. Abgesehen von dieser Stelle lohnt es sich immer, einen Klaviersatz nach solchen Arrangements zu durchfosten. Man kann mansch schwierige Stelle enorm entschärfen, wenn man die richtigen Tricks kennt. Voraussetzung ist natürlich immer, dass das Hörergebnis stimmen muss. Da ist die Grenze.

Ich sehe gerade, dass der Umbruch die letzte 3 und 2 auseinandergezogem hat, also die sollen natürlich untereinander stehen, also nach der letzten Terz mit 4und 2 auf a,fis geht es weiter mit 3 und 2 auf e und g, also es binden 4 nach 3
 
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Guendola

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Klavigen, der Fingersatz ist schon klar aber danke für deine Sorgfalt, es nochmal deutlich zu machen!

An diese "Schummeleien" muß ich mich noch gewöhnen, vor allem unterscheiden lernen, wo es angebracht ist und wo nicht. Zwei gleichlautende Antworten von euch beiden reichen mir für dieses spezielle Thema natürlich aus.

Bei diesen ganzen Bindungsherausforderungen habe ich natürlich auch noch ein bischen Orgel im Kopf. Dafür habe ich aber auch einen Lehrer, mit dem ich das orgelspezifisch besprechen kann. Die Sonate spiele ich natürlich auf dem Klavier und da gibt es noch genügend andere Probleme, deswegen danke euch beiden, daß ich dieses Problem jetzt erledigen kann :)
 
klavigen

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Lernen

Kurz mal etwas OT,

natürlich lernen "die Herren" hier auch immer was und nicht nur die weitere Verbreitung von Rachmaninoff liegt mir am Herzen, sondern auch eine ständige Würdigung von Karl Valentin. Beide litten und leiden heut noch an Unterschätzung.
 
Guendola

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Kurz mal etwas OT,

... Beide litten und leiden heut noch an Unterschätzung.
Rachmaninoff bei mir nicht. Ich glaube, die Story über meine erste Begegnung mit ihm habe ich aus dem Forum gelöscht aber es fehlte nicht viel und ich wäre seiner Musik sofort verfallen. Lediglich über den Schwierigkeitsgrad seiner Klavierstücke ärgere ich mich gelegentlich :)
 
klavigen

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sehr schwer

. Lediglich über den Schwierigkeitsgrad seiner Klavierstücke ärgere ich mich gelegentlich :)
Und ich freu mich drüber. Louis de funes sagte in einem film mal sehr treffend:

Wenns einfach wäre, könnte es ja jeder Idiot.

Ich glaub es war in diesem Wahnsinnsfilm "Oscar" - eigentlich ein Bühnenstück

sorry, schon wieder OT - ich bessere mich
 
Guendola

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sorry, schon wieder OT - ich bessere mich
Ist doch schön, wenn dieses Thema noch etwas am Leben erhalten wird. Die meisten springen vermutlich möglichst schnell weiter zu Alla Turca aber vielleicht spielt der eine oder andere ja doch den zweiten Satz und kann mit dieser Diskussion etwas anfangen.

Ich weiß jetzt, warum ich erst das Trio angefangen habe: Das Menütt ist für mich der schwertste Teil der ganzen Sonate (abgesehen von den aufgelösten Oktaven in Alla Turca, aber die bekomme ich langsam in den Griff).
 
Guendola

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Und ich freu mich drüber. Louis de funes sagte in einem film mal sehr treffend:

Wenns einfach wäre, könnte es ja jeder Idiot.

Ich glaub es war in diesem Wahnsinnsfilm "Oscar" - eigentlich ein Bühnenstück

sorry, schon wieder OT - ich bessere mich
OK, nenne es bei mir Ärger in der Freude. Ohne Herausforderung würde man ja hoffnungslos verarmen!
 

L

leo

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Hallo Guendola,

ich habe in meiner Partitur folgende Takte gefunden, weiß nicht, ob es die sind, die du meinst (Takt 86ff). Hier sind Fingersätze drin, aber auch noch eine weitere Stimme, was das Spielen nicht unbedingt einfacher, eher akrobatischer macht. Aber es wird bestimmt den Spass erhöhen.

(Ich würde es zumindest als weitere Stimme interpretieren, aber bin ja schon mal mit der Triole reingefallen...)

Gruß leo

P.S.: sehe gerade, dass die obere Stimme mit links gespielt werden sollte.
 

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Akrobatik

Hallo Guendola,

ich habe in meiner Partitur folgende Takte gefunden, weiß nicht, ob es die sind, die du meinst (Takt 86ff). Hier sind Fingersätze drin, aber auch noch eine weitere Stimme, was das Spielen nicht unbedingt einfacher, eher akrobatischer macht. Aber es wird bestimmt den Spass erhöhen.

(Ich würde es zumindest als weitere Stimme interpretieren, aber bin ja schon mal mit der Triole reingefallen...)

Gruß leo

P.S.: sehe gerade, dass die obere Stimme mit links gespielt werden sollte.
Akrobatik ist wesentlich weiter oben angesiedelt. Das Übergreifen der Hände kommt oft vor und sollte keinen Schrecken verbreiten, zumal hier ja das tempo recht gemütlich ist.

Man kann früh verstehen, dass der Normalfall: linke Hand links und rechte Hand rechts nichts weiter als eine Grundstellung ist. Bei viruoser Klaviermusik ist häufiger Wechsel eher das Normale. Schau dir entsprechende Videos an.
 
Guendola

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Die Stimme hatte ich nicht mit abgetippt für mein Notenbeispiel, ist ja die linke Hand. Vielen dank für den Vorschlag. Inzwischen habe ich meinen Fingersatz, der eine Mischung aus allem ist:

Ab dem Takt, wo links mit der D-Oktave aufhört:

|42 1 53 42 51 42 | 3 1 42 1 53 1 | 42 1 ( jetzt: ) 53 42 51 41 | 32 1 ...

Allerdings ist die Oberstimme nicht zu verachten, da kann man die Bindungen der rechten Hand etwas lockerer sehen :)

PS: An Akrobatik hatte ich das erste mal in Contrapunctus 1 gedacht, aber das hat mir Klavigen auch ausgetrieben
 
 

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