Lohnt sich die Überarbeitung des Ibach-Flügels?

Nach den erstaunlichen Erfahrungen, die ich in Bezug auf die Expertise zur Überholung von Flügeln gemacht habe, bin ich sehr froh darüber, etwaige Reparaturen an meinem Flügel nicht mehr durch einen "renommierten Fachbetrieb" im Großraum Stuttgart machen lassen zu müssen...
 
Nach den erstaunlichen Erfahrungen, die ich in Bezug auf die Expertise zur Überholung von Flügeln gemacht habe, bin ich sehr froh darüber, etwaige Reparaturen an meinem Flügel nicht mehr durch einen "renommierten Fachbetrieb" im Großraum Stuttgart machen lassen zu müssen...

Es ist immer ratsam sich einen Fachmann zu Rate zu ziehen welcher kein Instrumentenhandel betreibt.

Fachhändler sind natürlich in erster Linie daran interessiert die eigenen Instrumente zu verkaufen, was durchaus nachvollziehbar ist.

Aber ich glaube da verzähl ich einen Projektassistenten von Bechstein nix neues.
 
Liebe Forengemeinde!

Aus gegebenem Anlass hole ich diesen Faden wieder hoch.
Für diejenigen, die sich das alte nicht alles durchlesen wollen: Ich habe jetzt einen Ibach-Flügel (160 cm, Modell Fl-52) von 1928 geerbt und bei uns aufgestellt. Selbst bin ich nur Amateurspieler, trotzdem freue ich mich wahnsinnig über das Instrument. Ich habe schon Kontakt mit @Klavierretter aufgenommen und er wird sich des Flügels annehmen.

Ein Thema ist jetzt, dass der Flügel weiß gestrichen ist (voher war er schwarz). Ich gehe davon aus, dass unter der Farbe Shellack ist; sicher bin ich mir zwar nicht, aber ich schätze, dass Ibach bei einem Flügel damals das schon so gemacht hat.
Diese Sakrileg (also das weiß streichen) möchte ich jetzt gerne Rückgängig machen, finde aber nicht viel im Internet was mir dabei helfen würde. Bei der Farbe handelt es sich wahrscheinlich um "normale" Wandfarbe, also Dispersionsfarbe. Da ich da natürlich weder mit dem Spachtel noch mit dem Schleifer drangehen möchte, brauche ich andere Mathoden.
Dazu gibt es im Internet den Tip, gekochtes Leinsamenöl zu verwenden. Im Zusammenhang mit dem Reinigen von alten Shellak-Schallplatten findet man z. B. auch den Hinweis auf Isopropanol.
Ich werde an Stellen, an denen das so nicht auffällt mal ein paar Versuche machen, wäre aber über Tipps sehr dankbar.

Habt Ihr irgendwelche Ideen, wie man die alte Farbe herunterbekommt ohne den Schellack zu zerstören?

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe,

Mathias
 
Isopropanol und Schell-Lack-Schallplatten? Das kann keinesfalls gutgehen, Isopropanol ist von den Eigenschaften her praktisch das Gleiche wie Ethanol vulgo Spiritus, und damit löst man den Lack im Nu ab bzw. auf ...
 

Isopropanol ist nur für Vinyl und greift Schellack an…
 
Nein!

Egal was Du tust, der Schellack darunter wird immer Schaden nehmen.
Hmm, das klingt ziemlich eindeutig...

Das heißt, es gäbe wahrscheinlich nur die Möglichkeit es professionell bei einem Klavierbauer machen zu lassen der die Farbe abnimmt (wahrscheinlich abschleift) und dann neu lackieren zu lassen.

Oder folieren.
Oder mit passenderer Farbe überstreichen :blöd:
Oder ganz ganz vorsichtig an einer Stelle mit Isopropanol versuchen die Farbe abzulösen und schauen wie stark der (das?) Schellack angegriffen wird ...

Wie so oft im Leben... eine einfache Lösung gibt's wohl nicht ...

Oder einfach damit leben...
 
Oder den Auftrag von Schellack selber lernen? Hochglanz braucht Geduld und Übung, würde mich aber erstmal nicht abschrecken (wirf mal die Clavio-Suchfunktion an, hier findet sich viel und bei youtube auch). Es gibt aber auch Schellack-Mattierung, wenn man den Glanz nicht braucht und schwarz gebeizt mit seidenmattem Finish könnte vielleicht auch gefallen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Das heißt, es gäbe wahrscheinlich nur die Möglichkeit es professionell bei einem Klavierbauer machen zu lassen der die Farbe abnimmt (wahrscheinlich abschleift) und dann neu lackieren zu lassen.
Da zu braucht es nicht unbedingt einen Klavierbauer - abgesehen da von, daß nur noch die wenigsten Klavierbauer heute Schellackpolituren machen - rentiert sich nicht.

Es zahlt kein Kunde 25.000 € für ne Flügelschellackpolitur.

Für 3 - 5000 € bekommt man schon eine vernünftige Polyesterlackierung angefertigt - aber auch die macht meist eine entsprechende Lackiererei.

Ich kann da nur @Janka zustimmen, am besten man befaßt sich selbst mit der Materie der Oberflächenbearbeitung und investiert viel Zeit, Geduld und Fingerfertigkeit damit.

Dem Klang des Instrumentes tut es ja keinen Abbruch wenn an seiner Oberfläche ewig und 3 Tage gearbeitet wird.

Gut, "Zurecht erscheint uns das Klavier, wenns schön poliert als Zimmerzier.
Ob s außerdem noch Freude macht, bleibt hin und wieder zweifelhaft." (W.Busch)

Wennst Dich entscheidest, selbst die Oberfläche daherzurichten - da gibt es hier viele Beiträge und auch Videos.
 
Die Schellackoberfläche unter der weißen Farbe ist wahrscheinlich sowieso nicht mehr in Ordnung, sonst hätte man den armen Flügel ja nicht weiß angemalt.
 

Zurück
Top Bottom