Lohnt sich die Reparatur?

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klaviermacher

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Merci für den Link.. Das 109er ist offensichtlich das allerkürzeste Klavierchen, was man ohne Mehraufwand (Abwärts-Abstrakten oder so ein Zinnober) bauen kann, Das bauen dann vermutlich entweder Praktikanten zusammen, Praktikanten transportieren es, und Praktikanten üben an ihm das Stimmen oder so. Denn wie soll bei einem VK von eins-sechs und einer Klakulation von 35-40% das Dingen sonst für einen Tausi in Hamburg aus dem Container fallen..?..
Wie wird dies kalkuliert?
Der Händler "beweist", dass er der Günstigste aller Kategorien ist, wenn er bei den Billigsten Angeboten im Netz das Billigste aller Angebote macht. Dies soll über die Tatsache hinwegtäuschen, dass er bei anderen Produkten doch einigen Reibach macht (Mischkalkulation).
Bei diesem speziellen Produkt "verdient" er max. 100 Euro vor Steuern und hinterlässt neben einer grauenhaften Umweltbilanz einen Schwarm relativ schlecht bezahlter Fachkräfte, die, um überhaupt im Geschäft zu bleiben einfach akzeptieren das Dingens auszupacken, zu stimmen, nachzuregulieren, zwischenzulagern, herumzukarren, Mängel beheben etcppp... Im selben Atemzug wird der Markt kaputt gemacht, nein so kann man das nicht sehen - er wird aufbereitet für weniger Konkurrenz. Das klingt bedeutend positiver. Jeder, der ein Klavier später irgendwann mal kaufen will, soll gefälligst online kaufen oder eben mehrere hundert Kilometer weit fahren zum probespielen. Service vor Ort - Fehlanzeige.

LG
Michael
 
Wiedereinaussteiger

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Es gibt zwei sehr einfache Kalkulationsverfahren beim Handel, die Aufschlagskalkulation (auf den Einkaufspreis) und den Deckungsbeitrag (als Anteil eines Verkaufspreises).

Kaufleute mögen mich nun steinigen oder die Begrifflichkeiten weit detaillierter benennen, mich korrigieren oder oder, aber ich (Techniker, Nicht-Kaufmann) kenne von Nicht-Kaufleuten diese beiden einfachen Dinge.

Fall 1, Aufschlagskalkulation: Du kaufst etwas ein für 1.000 Euro, und kannst es für 1.400 Euro verkaufen. Dann ist der Aufschlag 40%. Das ist natürlich dann nicht schon platt dein Verdienst, denn von der Differenz von 400 Euro musst du deine Kosten decken, z.B. die Materialien zur Sanierung oder Reparatur, oder und dein Personal bezahlen, und auch - anteilig - dein Telefon, deine Miete, deinen Strom , deine Bank und und und und. Wenn noch was überbleibt, ist es ein kleiner Gewinn. Vielleicht machst du, nach "Vollkosten" gerechnet, daran sogar einen Verlust.

Fall 2. Du verkaufst etwas für 2.000 Euro, und hast selber 500 Euro weniger dafür bezahlt. Dann decken die 500 Euro ebenso die Kosten, nur es wird andersherum gerechnet, bezogen auf oder als Anteil vom Verkaufspreis. Hier dienen dann 25% des Verkaufspreises der Deckung der direkten (also produktbezogenen) und indirekten Kosten (Miete, telefon, Auto, und und und...), und decken auch den eventuellen Gewinn ab.

Diese Prozente sagen auch überhaupt nichts aus zur Ertragslage eines Unternehmens. Ein Autohändler kann mit 100% Aufschlag Verlust einfahren, wenn er 1.000 Euro für ein Auto zahlt und dann für 2.000 Euro verkauft - und hinterher jede Menge Ärger bekommt z.B.

Oder mal andersherum - ein Makler kann von nur 10% Aufschlag herrlichst leben - wenn er die Villa von Claudia Schiffer auf Mallorca für 30.000.000 kauft und sie morgen für 33.000.000 weiterverkauft - nur 10% aufgeschlagen, aber 3.000.000 zur Abdeckung seiner Kosten und seines Ertrages in der Tasche. ...
 
H

h.h

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hinterlässt neben einer grauenhaften Umweltbilanz einen Schwarm relativ schlecht bezahlter Fachkräfte, die, um überhaupt im Geschäft zu bleiben einfach akzeptieren das Dingens auszupacken, zu stimmen, nachzuregulieren, zwischenzulagern, herumzukarren, Mängel beheben etcppp...

thomann hat viele Fachkräfte, zahlt gut.
bei Reklamationen werden oft örtliche Klavierbauer beauftragt.
klappt gut.
 
klaviermacher

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Kennst du jemanden, der dort arbeitet?
Ich schon.
Erfolg bringt sicherlich immer auch Neider hervor und ich bin vom diesem Geschäftsmodell auch nicht begeistert aber man darf die Kollegen die dort arbeiten auch nicht diffamieren.
Bei den akustischen Klavieren hat sich Thomann schon länger von Dumping verabschiedet.
Das Letzte, was mir da einfällt ist "Neid". Um Himmels Willen! Ich beneide ja auch nicht Leute mit 1 Euro Jobs.. Und für diese Kiste werden es Hunderte sein, die nichtmal 1 Euro/p.Std. haben...
Diesen "Erfolg" braucht kein Mensch.

LG
Michael
 
J

jtsn

Guest
Ich schon, war aber nicht so prall, diese Kauferfahrung... Ein billiges asiatisches Digitalgeklimpere. Machte keine Freude. Die wenigen Öcks - bisher nahezu nur für die Tonne.
Mein örtliches Pianohaus hat zwar auch Digitalgeklimpere, dafür haben die es aber nicht so mit Studiotechnik wie MIDI- und Instrumentenkabeln, PAs und Monitorboxen, Audio-Recording-Interfaces, DAW und VST. Das bekomme ich nur im Versand. Wenn man schon dabei ist, kann man das Stagepiano oder die MIDI-Tastatur auch gleich mitbestellen.

Alles aus einer Hand hat auch Vorteile, wenn man das Geraffel komplett wieder zurückgehen lassen kann, wenn es nicht so richtig zusammenspielt, wie angedacht.

Ein richtiges Klavier würde ich aber auch nicht am anderen Ende des Landes kaufen, sondern schon in der eigenen Klimazone aussuchen und mitnehmen. Aber akustische Klaviere sind auch nicht das Hauptgeschäft von Versandhäusern.
 
K

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Wie wird dies kalkuliert?
Der Händler "beweist", dass er der Günstigste aller Kategorien ist, wenn er bei den Billigsten Angeboten im Netz das Billigste aller Angebote macht. Dies soll über die Tatsache hinwegtäuschen, dass er bei anderen Produkten doch einigen Reibach macht (Mischkalkulation).
Bei diesem speziellen Produkt "verdient" er max. 100 Euro vor Steuern und hinterlässt neben einer grauenhaften Umweltbilanz einen Schwarm relativ schlecht bezahlter Fachkräfte, die, um überhaupt im Geschäft zu bleiben einfach akzeptieren das Dingens auszupacken, zu stimmen, nachzuregulieren, zwischenzulagern, herumzukarren, Mängel beheben etcppp... Im selben Atemzug wird der Markt kaputt gemacht, nein so kann man das nicht sehen - er wird aufbereitet für weniger Konkurrenz. Das klingt bedeutend positiver. Jeder, der ein Klavier später irgendwann mal kaufen will, soll gefälligst online kaufen oder eben mehrere hundert Kilometer weit fahren zum probespielen. Service vor Ort - Fehlanzeige.

LG
Michael
Jetzt geht es um die Hersteller in China, das mag sein, aber Du hast nach dem Beitrag von h.h gegen Thomann, die Fachkompetenz dessen Mitarbeiter und die Zahlung seiner Mitarbeiter geschossen.
Das kann ich nicht bestätigen und nicht nachvollziehen.
Lieber Klavierbaumeister,

Ich schiesse auf niemanden! Wenn man meine Aussagen reduziert, dann sag ich nochmal: Wers glaubt wird selig! Schau nochmal was ich geschrieben habe: "teils schlecht bezahlte Fachkräfte" bedeutet nicht, dass diese Leute ein Fähnchen tragen wo sie ihren Job tun. Es bedeutet auch nicht, dass sie weniger gut sind. Wir wissen wie lange es dauert, bis ein Klavier entsteht, und aus welchen entfernten Erdteilen und Kontinenten Materialien zusammen gekarrt werden müssen. Die entstehen nicht schwuppdiwupp im 3D Drucker? Es braucht Menschen, die Schafe (er)halten und scheren, welche, die die Wolle herstellen, welche die Bäume fällen, lagern, bearbeiten. Es braucht welche, die Wälder wieder auf forsten. Es benötigt Eisen aus Hochöfen, Tiere, Gerber, die Leder herstellen, Erdöl für die Plastikhaut und viel Erdöl für Transport und bei all diesem Aufwand darf man sich am Ende fragen, wer dieses Produkt wert schätzt.

Man darf sich fragen, und Thema des Threads hat aufgezeigt, dass ein Klavier (K8) schnell zu billig ist um es nach knapp 20 Jahren weiter zu erhalten. Es hat einfach nicht genug Wert. Und je günstiger das Endprodukt angeboten wird, umso weniger Wert hat es. Wenn Du Dir ein T-Shirt für 1 Euro kaufst, wie oft rentiert es, dieses zu waschen? Nach 3-4 mal übersteigt der Erhaltungswert (Energie für Waschmaschine und Seife) bereits den Neukaufwert usw..

Ich mag nicht Teil dieses "Maschinchens" sein und wehre mich dagegen. Ich wehre mich nicht gegen die Menschen, die Teil der Maschine sind, sondern Leuten, die so eine Maschine aktiv am Laufen haben. Das heißt jenen Leuten, die sie betreiben. Denen liegt nicht an unserer Erde!

Wenn es nun eine Firma gibt, die den Markt beherrscht, dann ist diese Firma für mich am ehesten diese Maschine, von der ich gerade gesprochen habe... Und es ist nicht das Label, dass am Klavier pickt.

LG
Michael
 
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Ich schiesse auf niemanden! ...Schau nochmal was ich geschrieben habe:

Habe ich gemacht:

h.h schrieb über den Fachhändler Thomann und nicht über einen chinesischen Hersteller:

Zitat von h.h:
thomann hat viele Fachkräfte, zahlt gut.
bei Reklamationen werden oft örtliche Klavierbauer beauftragt.
klappt gut.

Du zitierst dies und beantwortest es mit:

Zitat von klaviermacher:
Wers glaubt wird selig!
Ich wusste schon, dass ich mir mit meiner Aussage mehr Feinde als Freunde mache. Ich glaube fast jeder hat schon mal bei Thomann eingekauft. Ich übrigens nicht...

Da kann man nichts uminterpretieren das geht eindeutig gegen den Kollegen und seiner Mitarbeiter und ist m.E. weder richtig noch angebracht.
 
fisherman

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Ich kenne nicht die Arbeitsbedingungen bei Big T. Aber ich darf feststellen, dass mir dort nur motivierte, kompetente und engagierte Menschen begegnet sind. Die hat man aber nur, wenn wesentliche Arbeitsbedingungen "stimmen" - das muss nicht das Gehalt sein...
Ich habe bereits einige Deals mit T. gemacht und kann über die Abwicklung, die Kulanz und den Service nur Allerbestes berichten. Vielleicht, weil das Geschäfte unter Franken waren? ;-). Nur mit Dumpingpreisen baut man kein solches Haus auf - das geht nur, wenn "alles stimmt".

Nota bene: Auch im Ankauf (Klarinette) hat sich Thomann sehr korrekt verhalten, während andere, lokale Musikhäsuser uns mit einem Drittel (!!!) des von T. gebotenen Preises vera... wollten.

PS. Nach der jüngsten Anzeige in der Pianonews scheint T. das Geschäft mit gebrauchter Premiumware auszuweiten. Dort sind etliche Klaviere und Flügel der großen Namen zu marktüblichen Preisen gelistet.
 
agraffentoni

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Nach der jüngsten Anzeige in der Pianonews scheint T. das Geschäft mit gebrauchter Premiumware auszuweiten. Dort sind etliche Klaviere und Flügel der großen Namen zu marktüblichen Preisen gelistet.
Das beobachte ich seit längerer Zeit, daß immer mehr renovierte Premium-Instrumente angeboten werden.(nicht nur bei T.)
Das kann von Vorteil für den Endverbraucher sein, denn der Markt gibt irgendwann die Preise nicht mehr her.
Allerdings dürfte ein Großteil davon in östlichen Flügel-Teeranlagen überarbeitet worden sein.
Toni
 
klaviermacher

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Ich kenne nicht die Arbeitsbedingungen bei Big T. Aber ich darf feststellen, dass mir dort nur motivierte, kompetente und engagierte Menschen begegnet sind. Die hat man aber nur, wenn wesentliche Arbeitsbedingungen "stimmen" - das muss nicht das Gehalt sein...
Ich habe bereits einige Deals mit T. gemacht und kann über die Abwicklung, die Kulanz und den Service nur Allerbestes berichten. Vielleicht, weil das Geschäfte unter Franken waren? ;-). Nur mit Dumpingpreisen baut man kein solches Haus auf - das geht nur, wenn "alles stimmt".

Nota bene: Auch im Ankauf (Klarinette) hat sich Thomann sehr korrekt verhalten, während andere, lokale Musikhäsuser uns mit einem Drittel (!!!) des von T. gebotenen Preises vera... wollten.

PS. Nach der jüngsten Anzeige in der Pianonews scheint T. das Geschäft mit gebrauchter Premiumware auszuweiten. Dort sind etliche Klaviere und Flügel der großen Namen zu marktüblichen Preisen gelistet.
Ja gut, wenn der gute Umgang mit den eigenen Kunden eine Kategorie ist.
So gesehen ist vielleicht Monsanto auch eine tolle Firma. (?) Sie ist groß , sie führt den Markt an, und hat viele zufriedene Mitarbeiter und Kunden! Was wünscht man sich mehr...

LG
Michael
 
klaviermacher

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Genau h.h , ich gebe nun ein schönes, fettes Feindbild ab. Ist das nicht herrlich? Gratuliere!
 
fisherman

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So gesehen ist vielleicht Monsanto auch eine tolle Firma. (?) Sie ist groß , sie führt den Markt an, und hat viele zufriedene Mitarbeiter und Kunden! Was wünscht man sich mehr...
Ich weiß, worauf Du hinaus willst. Mir sind große Klöpse mit Marktdominanz auch nicht geheuer. Der Vergleich mit Monsanto allerdings hinkt sehr. Ich sehe bei T. keinerlei Aktivitäten, ganze Bereiche für sich via fragwürdiger "Patente" zu reservieren - außerdem kann ich sehr frei entscheiden, so dass ich das Digi gerne bei T. bestelle, das Klavier aber eher nicht. Bei Monsanto muss ich erst herausfinden, in wlechen Produkten M. drinsteckt ...

Ja gut, wenn der gute Umgang mit den eigenen Kunden eine Kategorie ist.
Es ist nicht EINE, sondern DIE Kategorie. Und auch hier hinkt der Vergleich. Würde sich T. wie M. verhalten, so dürften Digi-Käufer Ihren Hocker und Kopfhörer sowie ihre Noten nur noch ausschließlich über T. beziehen. Damit wären die/wir aber ganz sicher nichtzufrieden!

Gegen T. zu wettern, ist, wie gegen Amazon zu schimpfen. A. macht den Buchhandel nicht kaputt - das erledigt der mangels Ideen und Leistung von ganz alleine.
 
 

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