Lockdown Klavierunterricht privat erlaubt?

Vielen Dank für Deine Antwort, Chiarina. Vor dem Lockdown hatte ich die von Dir aufgezählten Maßnahmen für den Präsenzunterricht auch eingehalten, mit Ausnahme von FFP2 Masken für die Schüler.

Von denen hatten manche nur ausgeleierte Stoffmasken an, die dauernd rutschten und so kaum einen Effekt hatten.

Die Schüler auch FFP 2 Masken tragen zu lassen, ist ein guter Tipp, danke dafür! :)
Daran hatte ich noch gar nicht gedacht...
 
Vor dem Lockdown hatte ich die von Dir aufgezählten Maßnahmen für den Präsenzunterricht auch eingehalten, mit Ausnahme von FFP2 Masken für die Schüler.

Von denen hatten manche nur ausgeleierte Stoffmasken an, die dauernd rutschten und so kaum einen Effekt hatten.
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln in NRW unterwegs ist, hat die Wahl zwischen den erwähnten FFP2-Masken mit CE-Prüfzeichen, den chinesischen KN95-Masken ohne CE-Prüfzeichen (die aber von den FFP2-Masken sonst praktisch nicht zu unterscheiden sind) oder den einfachen blauen Operationsmasken, wie sie im Klinikbetrieb benutzt werden. Die früher benutzten (oft selbstgemachten) Stoffmasken gehören nicht dazu. Man könnte also gehässig behaupten: zulässig sind nur noch die Maskenarten, für die man Geld bezahlen muss. Schade: unter den von mir geleiteten Chören gibt es einen Shantychor, der sich auf Privatinitiative Stoffmasken mit maritimen Motiven anfertigen ließ. Eine Sängerfrau mit eigenem Nähstudio hatte sich tagelang richtig ins Zeug gelegt. Zeitweilig konnten wir im Jahre 2020 wieder proben und sogar eine Handvoll kleine Auftritte improvisieren - da setzten diese Stoffmasken einen besonderen optischen Akzent; leider eben nur eine kurze Zeit lang und jetzt ruht der Chorbetrieb wieder komplett. Anfang November sollte unsere erste Weihnachts-CD eingespielt werden - verschoben auf unbestimmte Zeit.

Zum Thema: vermutlich ist das Tragen einer Maske, die den drei erwähnten Maskentypen entspricht, für die Unterrichtspraxis ausreichend.

LG von Rheinkultur
 
Hallo, gerade habe ich die aktualisierte Coronaschutzverordnung für NRW online gelesen, die ab Montag, 22.2. bis zum 7. März gilt.

In Bezug auf musikalischen Unterricht habe ich dies gefunden:

"...sowie Angebote der Selbsthilfe und musikalischer Unterricht sind in Präsenz untersagt, soweit
nachstehend nichts anderes bestimmt ist....

... Ausgenommen von dem Verbot nach Satz 1 sind nur....

7. der musikalische Unterricht in Präsenz
a) als Einzelunterricht für Kinder bis zum Eintritt in die weiterführende Schule oder
b) wenn dieser in die Angebote der Kindertagesbetreuung oder Schulen der Primarstufe in-
tergiert ist oder in Kooperation mit diesen ausschließlich für die in den Einrichtungen
gebildeten festen Gruppen von Kindern einer Schule oder eines Betreuungsangebots an-
geboten wird...."

So wie ich es verstehe, ist demnach für Kinder, die zur Grundschule oder zur Kita gehen, Präsenzunterricht wieder erlaubt, für ältere Schüler und Erwachsene hingegen nicht, oder wie würdet Ihr das verstehen?

Theoretisch könnte ich also einige Schüler wieder bei mir in meinem Klavierstudio unterrichten, aber ehrlich gesagt, hätte ich doch etwas Bedenken, denn die neuen Mutationen könnten sich ja ab Montag dann auch in den Schulen verteilen und wegen meines Alters und meiner Vorerkrankungen möchte ich mich keinesfalls anstecke

Hallo Sommersprosse, ja, das klingt schon sehr absurd: wir dürfen die Grundschüler, die wieder in die Schule gehen, und sich wunderbar gegenseitig infizieren können, unterrichten, nicht aber die, die zu Hause Fernunterricht erhalten, und weitaus geschützter sind. Wo bleibt der Verstand? Bei uns selbst...
 
Schade: unter den von mir geleiteten Chören gibt es einen Shantychor, der sich auf Privatinitiative Stoffmasken mit maritimen Motiven anfertigen ließ. Eine Sängerfrau mit eigenem Nähstudio hatte sich tagelang richtig ins Zeug gelegt. Zeitweilig konnten wir im Jahre 2020 wieder proben und sogar eine Handvoll kleine Auftritte improvisieren - da setzten diese Stoffmasken einen besonderen optischen Akzent; leider eben nur eine kurze Zeit lang und jetzt ruht der Chorbetrieb wieder komplett. Anfang November sollte unsere erste Weihnachts-CD eingespielt werden - verschoben auf unbestimmte Zeit.
...

LG von Rheinkultur

Ja, das ist wirklich ein Jammer, all die Arbeit und Inspiration, und jetzt ein Abbruch auf unbestimmte Zeit!

Ich drücke die Daumen, dass Ihr die geplanten Dinge später so durchführen könnt, wie gedacht!
 
Hallo Sommersprosse, ja, das klingt schon sehr absurd: wir dürfen die Grundschüler, die wieder in die Schule gehen, und sich wunderbar gegenseitig infizieren können, unterrichten, nicht aber die, die zu Hause Fernunterricht erhalten, und weitaus geschützter sind. Wo bleibt der Verstand? Bei uns selbst...

Ich habe mir nun überlegt, dass ich bis zu den nächsten politischen Beratungen am 3. März alle Schüler weiter online unterrichten werde und schaue, wie sich die Dinge entwickeln. Dann überlege ich wieder neu...
 
Es ist echt irre, wie wichtig uns Zahlen sind...
Am 3. März ist nix anders als jetzt. Versprochen.
Es werden sich vielleicht Zahlen geändert haben,....von denen wird man nicht krank.
Man wird krank, wenn man ein schlechtes Immunsystem hat, und wenn dann fröhliche kleine Nochnichtmaleinzeller sich den Spass erlauben, Deinen Körper als Wohnzimmer zu beziehen.
Es gibt überhaupt keinen Grund, anzunehmen, das diese hinterlistigen Invasoren am 3. März auf den Mars ausgewandert sind.
Auch am 3. April nicht, auch nicht am 3. Mai.
Sie werden bleiben.
Wir müssen lernen, mit ihnen zu leben. Und wie wir das machen, muß jeder für sich entscheiden. Wenn Du also lieber online unterrichtest, dann mach das besser immer weiter so.
 
Die medizinischen/OP-Masken halte ich nicht für ausreichend, denn nur FFP2 und KN95 schützen den Träger - bei dichter Passform der Maske - bis zu 95 % vor Viren.
Das Tragen der medizinischen Masken (OP-Masken, wie sie in Krankenhäusern verwendet werden) gilt neben den FFP2- und KN95-Schutzmasken in NRW als ausreichend bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder etwa im Supermarkt. Deshalb habe ich diese offizielle Vorgabe aufgegriffen. Dies schließt nicht aus, sich individuell gegen die als weniger wirksam angesehenen medizinischen Masken zu entscheiden. Persönlich führe ich immer Ersatzmasken unterschiedlichen Typs mit, wobei mich an den FFP2- und KN95-Masken vorrangig neben der erschwerten Atmung die meist deutlich zu kurzen Bänder stören: entweder reißen diese einem fast die Ohrmuscheln ab oder sie rutschen einem dauernd nach oben in die Augen. Ausgeschlossen sind auf jeden Fall kostenlose (z.B. selbst angefertigte) Maskenvarianten, es muss für den Mund-Nasen-Schutz generell Geld ausgegeben werden, was offensichtlich politisch gewollt ist. In manchen Altersheimen und Krankenhäusern bekommt man aber auch schon mal Masken gratis als Kulanzangebot überlassen, wenn man dort beispielsweise zum Spiel eines Gottesdienstes engagiert wird. Seit Ende Oktober 2020 ist das praktisch die einzige Form der Berufsausübung, die mir noch geblieben ist.

LG von Rheinkultur
 
Ich denke nicht, dass diese ein oder zwei Jahre mehr einen großen Unterschied machen würden. Da hat unser föderalistisches System sicherlich mehr Bedeutung, ob negativ oder positiv gesehen, als eine kurze längere Wahlperiode. Wobei eine Angleichung der Wahlperiode im Bund auf 5 Jahre wie bei den Landtagswahlen schon alleine aus organisatorischen Gründen Sinn machen würde.
Die alternierenden Wahltermine auf Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalebene halte ich in der Tat für das größere Problem. Da in Abständen weniger Monate oder sogar nur Wochen irgendeine Wahl auf irgendeiner dieser Ebenen stattfindet, ist man bemüht, unpopuläre Entscheidungen (z.B. Steuer- und Abgabenerhöhungen) geschickt zu verklausulieren oder auf Zeiträume zu verschieben, in denen das öffentliche Interesse populäreren Ereignissen gilt. Eine Fußballwelt- oder Europameisterschaft ist beispielsweise ideal für üppige Diätenerhöhungen, die dann ganz schnell in den Parlamenten beschlossen sind, während das Wahlvolk abgelenkt vor der Glotze sitzt und Fußball guckt. Würde man alle Wahltermine auf dasselbe Datum packen oder auf unmittelbar aufeinanderfolgende Sonntagstermine legen, entfiele die subjektive Notwendigkeit, unpopuläre Entscheidungen in die Zukunft zu verschieben, da ja bald wieder irgendwo Wahlen sind, bei denen man im Vorfeld bloß niemandem negativ auffallen möchte (mit Ausnahme derer, die einen sowieso nicht wählen würden). Eine große Steuerreform, die den Namen auch verdient, wäre dann beispielsweise machbar. Aber was politisch nicht gewollt ist, findet eben auch nicht statt. Zu groß ist die Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen und damit Mandaten, die den reinen Berufspolitiker und Parteifunktionär abseits der außerpolitischen Lebensrealität umtreibt. Da ist der faktische Dauerwahlkampf doch die viel bequemere Variante. Das sollte aber als Ausflug in die Politik fürs erste reichen...!

LG von Rheinkultur
 
Klavierunterricht mit FFP-2, das wäre das allerallerletzte, was ich mir antun würde. :teufel:

Die Reise durch Absurdistan nimmt immer mehr an Fahrt auf!
 
Ich habe alle meine Schüler im März 2020 vor die Alternativen "Präsenzunterricht mit Maske UND Abstand" bzw. "Distanzunterricht via Zoom oder ähnlichs" gestellt.

Da der einzige Klavierschüler erst 6 Jahre alt war und mit Abstand bzw. Distanzunterricht nach meiner Erfarung überfordert gewesen wäre, habe ich diesen Vertrag kurzerhand im Einversändnis mit den Eltern aufgelöst. Da kam es allerdings auch auf einen Schüler weniger nicht mehr an ... hatte eh nur noch 2 übrig.

Der eine ist bei Präsenzunterricht mit Maske und Abstand bei offenem Fenster geblieben ... bis heute.
Unterricht mit Maske ist natürlich arg gewöhnungsbedürftig ... aber eigentlich auch kein großes Problem bei Unterrichtseinheiten von maximal 45 Minuten (ich fahre zu den Schülern nach hause, habe also immer ordentlich Pause dazwischen).

Ich arbeite in einer Tankstelle (momentan leider "hauptberuflich"), und da muss ich ohnehin 5 Stunden am Stück eine Maske tragen ... zum Glück hatte ich da wenigstens die Wahl zwischen ffp2 oder OP-Maske. Und nach einer Schicht mit ffp2, war mir klar, dass ich doch besser auf OP-Masken setze, statt nach jeder Schicht Kopfschmerzen zu haben.
Eventuell schockt mich daher der Gedanke an Unterricht mit Maske nicht so.
 
Zuletzt bearbeitet:

Also ich habe in den Monaten vor dem Lockdown beim Unterrichten immer FFP 2 Masken getragen und ich finde die angenehmer als die sogenannten "Alltagsmasken" aus Stoff.

Da mein Mann und ich nun 60+ alt sind und ich auch Vorerkrankungen habe, haben wir von der Krankenkasse Coupons für ein paar Masken bekommen.

Unser jüngerer Sohn hat eine chinesische Freundin, die kürzlich für mehrere Monate hier zu Besuch war, sie hat uns aus China eine Kollektion verschiedener medizinischer Masken als Weihnachtsgeschenk mitgebracht ;)

Ich denke, sobald möglichst viele Menschen geimpft sind, wird sich die ganze Situation entspannen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Die medizinischen/OP-Masken halte ich nicht für ausreichend, denn nur FFP2 und KN95 schützen den Träger - bei dichter Passform der Maske - bis zu 95 % vor Viren.
Noch ein winziger Beitrag dazu.
Masken dienen PRIMÄR dem Fremdschutz ... natürlich bringen dafür viele Menschen weit weniger Motivation auf.
Aber wenn ich Leute sehe, die eine ffp2-Maske auf dem Gescht haben, an der ein gut sichtbares Auslassventil zu sehen ist, dann kriege ich Hirnkrämpfe ... denn diesen Menschen ist der Fremdschutz offensichtlich vollkommen scheißegal.

Ich trage Masken, weil ich glaube, dass Covid bei mir symptomlos oder ser schwach verlaufen würde (ich kann mir natürlich nicht sicher sein), also trage ich Maske für den Fremdschutz in der doch recht langen Inkubationszeit, wenn man selbst definitiv noch nichts von seinen Mitbewohnern ahnt.
Die Krankheit nicht haben zu wollen, ist selbstverständlich ... aber ich finde es absolut unverstäändlich, dass so mancher in Maskendiskussionen einzig auf den Eigenschutz fokussiert.

Mit einer Maske schütze ich vor allem andere vor Keimen, die ich in mir trage, ohne etwas von ihnen zu wissen ... und das schaffen sowohl ffp2, als auch OP-Masken ... und sogar Stoffmasken schaffen das, wenn sie richtig sitzen UND man nebenbei noch auf den Abstand achtet ... gerade Menschen mit ffp2 im Gesicht haben immer wieder Probleme mit Abstand ... dabei ist der um einiges wichtiger, als diese Masken und vor allem wichtiger, als die exakte art der Maske.
Meiner Meinung nach, ist nichts gefährlicher, als jemand, der aufgrund eines 95%igen Selbstschutzes dank ffp2-Maske den Menschen, denen er begenet, zu nahe auf die Pelle rückt.
Es geht bei Maske und Abstand nicht um dich, sondern darum, dass du niemanden ansteckst ... und wenn das alle beherzigen, dann bist auch du zu nahezu 100% geschützt.
 
Ich habe alle meine Schüler im März 2020 vor die Alternativen "Präsenzunterricht mit Maske UND Abstand" bzw. "Distanzunterricht via Zoom oder ähnlichs" gestellt.
Zitat von @DerOlf:

„Ich [...] hatte zwischendurch nur ein Jahr Unterricht (bei dem ich für meine Begriffe wenig gelernt habe, was ich nicht schon wusste (Musik-LK im Abi, Gitarre seit dem 14 Geburtstag etc).
Ich bin Autodidakt ... erarbeite mir das meiste also selbst ... das dauert zwar manchmal elendig lange, aber ich kann's halt nicht ändern.
Vom Blatt spielen habe ich nie gelernt, da ich nach wenigen (seeeeeehr langsamen) Durchgängen irgendwie die Noten im Kopf zu haben scheine ...“

Frage: Wie passt das zusammen?
 
Masken dienen PRIMÄR dem Fremdschutz ...
Ich rede nicht von Masken, sondern von FFP2/KN95.

Medizinische Gesichtsmasken sind Medizinprodukte und wurden für den Fremdschutz entwickelt“, ist nicht nur hier zu lesen. FFP2 und KN95 dienen auch dem Eigenschutz!

Ich verhalte mich mit FFP2 auf dem Gesicht genauso wie ungeschützt: Ich halte Abstand (trage bei Einkäufen meine dicht sitzende Fahrradbrille) und verlasse mich nicht auf den besseren Schutz dieser Masken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das "nur ein Jahr Unterricht" bezog sich auf Klavier ...ich hatte nur ein Jahr Klavierunterricht (dafür aber sehr viel Interesse sowie Jahrzentelang freien Zugang zu Instrumenten und Menschen, die Tipps gegeben haben).
Dementsprechend unterrichte ich am Klavier auch ziemlich ungerne ... denn die ganze "Dogmatik" gibts von mir eben nicht ... dafür hatte ich zu wenig dezidierten Klavierunterricht.

Am Klavier unterrichte ich nur Menschen, die mir beim Spielen zugesehen haben, und dann dringend ihr Kind von mir unterrichten lassen wollen. Und selbst denen sage ich, dass ich kein "Klavierlehrer" bin.
Die wissen, dass ich Autodidakt bin ... der Vater des letzten Klavierschülers hatte selbst lange Jahre Klavierunterricht, wollte aber seinen Sohn nicht selbst unterrichten und hat daher mich gefragt.

An der Gitarre hatte ich länger Unterricht (6 Jahre durchgehend) und nehme von Zeit zu Zeit immer wieder welchen (zum Auffrischen aber vor allem zur Erweiterung meines Repertoires).

Ich unterrichte Gitarre, Bass, Mathematik und wenn jemand das dringend will eben auch Musiktheorie oder Klavier. Einen Schüler fürs Cavaquinho hatte ich zwar noch nie, aber wenn es jemand will, dann würde ich auch das einfach mal ausprobieren.
Bei meinen bisherigen Klavierschülern (es waren in den letzten 10 Jahren nur 3) waren es absolute Anfänger, bei denen es mir primär darum ging, dass die die Notenschrift lernen, das Instrument verstehen (von innen und aussen) und eben dazu kommen, einfache Stücke ihrer eigenen Wahl zu spielen.

Im Vordergrund steht bei meinem Instrumentalunterricht IMMER eher der Spass am Instrument, als die Perfektionierung der spieltechnischen Fähigkeiten eines Anfängers.
Wer glaubt, man bräuchte schon für ein "Alle meine Entchen" oder ein "Hänschen Klein" am Klavier die korrekte Haltung und den korrekten Fingersatz, der ist meiner Meinung nach falsch gewickelt.

Zuletzt noch die Frage, ob man wirklich vom Blatt speilen MUSS, um Klavier spielen zu können.

@Marlene:
Dein Zitat war auch mehr der Aufhänger.
Ich arbeite an einer Tankstelle, hatte also fast die ganze bisherige Pandemiezeit über das zweifelhafte Vergnügen, mich mit allerlei unterschiedlichen Haltungen zu Masken, Covid, Abstand oder Zugangsbeschränkungen auseinanderzusetzen. Ich muss sagen, dass ich doch zwischenzeitlich hart genervt war.

Ich kann einen Menschen defnitiv nicht anhand eines einzelnen Satzes in einem Klavierforum in die gleiche Ecke stellen, wie einige meiner Kunden seit Januar 2020 ... und das war auch einfach nicht meine Absicht.
Das war nicht an dich persönlich gerichtet, sondern eher allgemein gedacht. Wahrscheinlich hätte ich darauf gleich hinweisen sollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer glaubt, man bräuchte schon für ein "Alle meine Entchen" oder ein "Hänschen Klein" am Klavier die korrekte Haltung und den korrekten Fingersatz, der ist meiner Meinung nach falsch gewickelt.
Puh, das muss man erstmal verdauen...
Das bedeutet letztlich, dass du deinen Nachfolge-Lehrern unnötige Mehrarbeit machst, weil diese die ganzen Fehler bei den von dir übernommenen Schülern ausbügeln müssen. Und deinen Schülern nimmst du dadurch etliche Möglichkeiten.
 
Nur wenn man es falsch versteht ... :001:

Natürlich gebe ich auch Anfängern schon Anleitungen zum richtig spielen ... die stelle ich allerdings nicht in den Vordergrund, sondern lasse sie immer wieder in den Unterricht einfließen.
Ich werde einem Sechsjährigen von einem "rechten Winkel" zwischen Ober- und Unterarm erzählen, ihn aber eben nicht dazu zwingen, so zu spielen ... denn im Gegensatz zu dem Instrument, an dem er sitzt, ist der Schüler noch nicht ausgewachsen.

Auch werde ich einem kleinen Kind nicht die Handgelenke festtackern, nur damit es aus den Fingern spielt ... aber ich weise regelmäßig darauf hin, wenn ich merke, dass es die Kraft doch eher aus dem Unterarm (oder dem ganzen Arm) holt.
Wer mir mit seinen Fingern in die Seite piekst, weil ich nicht mit Stock im Ar... vorm Klavier sitze, der kriegt eine Rede über "Übergriffigkeit im Unterricht" zu hören und bei Wiederholung die Kündigung (und mometan noch nen Spruch über Abstand).

Das ist für mich das gleiche, wie mit der klassischen Haltung bei der Gitarre ... wenn man das von Anfang an macht, dann ist das OK ... aber für Schlaggitarre ist diese Haltung einfach unnötig.
Ich habe allerdings am eigenen Leib erfahren, dass man bei klassischer Musik OHNE diese Haltung unweigerlich Probleme bekommt ... also sage ich auch den Schülern, die "nur ein bisschen Liedbegleitung" lernen wollen (das ist die überwiegende Mehrheit der Gitarrenschüler), dass sie mit der "Western-Haltung" spätestens bei klassischer Musik keinen Erfolg haben werden ... oder sich die Finger brechen.
Ich hasse Lehrer, die den Schüler keinen Ton spielen lassen, bevor der nicht "wie eine Eins" dasitzt ... denn das sind mMn die Spassverderber, an denen dann echte Talente scheitern.

Ich habe ein Studium der Mathematikdidaktik und ein Pädagogik-Studium abgeschlossen, also werde ich mich davor hüten, einem Schüler Möglichkeiten zu verbauen. Natürlich achte ich auch bei einfachsten Melodien schon darauf, wie ein Schüler das macht ... und leite daraus ab, was ich mit ihm dringend als nächstes versuche.
Das Ziel ist auch bei meinem Unterricht eine ordentliche Haltung und eine saubere Spielweise ... aber im Vordergrund steht eben immer die Musik und der Spass am Musizieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Vordergrund steht bei meinem Instrumentalunterricht IMMER eher der Spass am Instrument, als die Perfektionierung der spieltechnischen Fähigkeiten eines Anfängers.
Wer glaubt, man bräuchte schon für ein "Alle meine Entchen" oder ein "Hänschen Klein" am Klavier die korrekte Haltung und den korrekten Fingersatz, der ist meiner Meinung nach falsch gewickelt.
Lieber Olf,

mich frustriert besonders ein Punkt deiner Aussage wirklich sehr: immer wieder wird gesagt, Klavierspielen solle ja vor allem Spaß machen und deshalb gehe man am besten nicht zu einem studierten Klavierlehrer.

Ich habe das schon so oft gehört und auch hier im Forum gelesen und bin jedes Mal fassungslos: was glaubst du denn, wie guter Anfangsunterricht abläuft?

Da kommt ein 6jähriges Kind neugierig und aufgeregt zu seiner ersten Klavierstunde und der Klavierlehrer sagt als erstes: "So, nun sitzt du kerzengerade am Klavier, Finger rund, als würdest du einen Tennisball halten, Arme nicht bewegen und außerdem ist jetzt der Spaß vorbei. Jetzt fängt der Ernst des Lebens an: gerade sitzen, Fingerübungen, jeden Tag üben, bumms....?

Meinst du, dass es so abläuft?

Meinst du wirklich, dass Freude, Spaß, kindliche Entdeckerfreude der Klänge und des Instruments, spielerische Herangehensweisen, Lachen und im wahrsten Sinne des Wortes "Sinnesfreuden", keine wichtige und notwendige Rolle in einem professionellen und guten Klavierunterricht spielt?

Ich nehme es dir nicht übel, vor allem weil du wirklich sehr sympathisch wirkst auf mich: vermutlich weißt du es nicht besser. Aber ich bitte dich, deine Aussagen noch einmal zu überdenken. Spaß und das Schaffen einer soliden musikalischen und pianistischen Basis schließen sich nicht aus. Sie bedingen sich.
Ich werde einem Sechsjährigen von einem "rechten Winkel" zwischen Ober- und Unterarm erzählen, ihn aber eben nicht dazu zwingen, so zu spielen ... denn im Gegensatz zu dem Instrument, an dem er sitzt, ist der Schüler noch nicht ausgewachsen.
Und dann kommen eben Dinge hinzu, die fachlich einfach falsch sind. Ein rechter Winkel zwischen Ober-und Unterarm bedeutet, dass der Schüler zu nah am Instrument sitzt. Das ist eine schlechte Basis. Der Winkel sollte MEHR als 90 Grad betragen!
Auch werde ich einem kleinen Kind nicht die Handgelenke festtackern, nur damit es aus den Fingern spielt ... aber ich weise regelmäßig darauf hin, wenn ich merke, dass es die Kraft doch eher aus dem Unterarm (oder dem ganzen Arm) holt.
Wer mir mit seinen Fingern in die Seite piekst, weil ich nicht mit Stock im Ar... vorm Klavier sitze, der kriegt eine Rede über "Übergriffigkeit im Unterricht" zu hören und bei Wiederholung die Kündigung (und mometan noch nen Spruch über Abstand).

Es ist sehr wichtig, von Anfang an technische Basics zu initiieren. Dazu gehört der Einsatz des Arms, das ganzkörperliche Gefühl beim Klavierspielen. Reines Fingerspiel ist völlig falsch und ebenso falsch ist es, wie "mit Stock im Arsch" zu sitzen. Der Körper muss stabil und elastisch sein - das ist etwas ganz anderes.

Liebe Grüße

chiarina
 

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