Liszt Rhapsodie no 2 - Vorbereitungsstücke?

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tomita3

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Hallo,

Wie viele habe ich mir auch schon lange ein Ziel gesetzt, bei mir ist es die zweite Rhapsodie von Liszt.
Lange bestaune ich schon die Pianisten die dieses Stück spielen können und bin total fasziniert von den beiden "Themen" Lassan und Friska.
Ich weiß, dass es bis dahin noch ein langer Weg ist und möchte mich aber auch jetzt schon gerne auf die Schwierigkeiten, die diese Rhapsodie zu bieten hat, gut vorbereiten.

Gespielt habe ich den ersten Satz der "Pathetique" Sonate von Beethoven (mit das erste Stück, wo ich was länger dran gesessen habe), Nocturne 20(a) von Chopin, Bach Sinfonie 11, Alla Turca (schon was länger her) und etliche Burgmüller und Czerny sowie kleinere Stücke.
Vor zwei Wochen habe ich dann den Sprung zu einer
Chopin Etude op. 10 no 1 gewagt
(ja es ist verdammt schwer, die sauber hinzukriegen).
Nur das ihr meinen bisherigen Stand in etwa Einschätzen könnt.

Welche Schwierigkeiten bietet diese große Werk?
Und vorallem welche Stücke würdet ihr vorschlagen um diese dann bewältigen zu können?
Ich weiß, so eine Ferndiagnose ist schwer, aber trotzdem würde es mich sehr interessieren welche Stücke ihr vorschlagen würdet.
Für die Sprünge (z.B bei "Tempo giusto - vivace") hätte ich mir zum Beispiel Walzer von Chopin gedacht.

Freue mich wie immer sehr auf Antworten.
Liebe Grüße
 
T

tomita3

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Ja, das habe ich auch dann gemerkt als ich mal Tempo 130-140 versuchen wollte. Ich habe nur schon knapp 2 einhalb Seiten durch und möchte sie nur sehr ungerne liegen lassen. Aber etwas lernen tut man doch auch bei langsamerem Tempo, oder? :rolleyes:
 
rolf

rolf

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Wie viele habe ich mir auch schon lange ein Ziel gesetzt, bei mir ist es die zweite Rhapsodie von Liszt.
du kennst die Rhapsodie ja vom hören - du kannst dir die Noten besorgen und mal die eine oder andere Stelle probieren.

sicherlich sage ich dir nichts neues, wenn ich diese Rhapsodie als wirklich sehr schwierig bezeichne.

angenommen, man verwendet die Chopinetüden so, als seien sie dazu da, dass man dann die zweite Lisztrhapsodie kann: was lernt eigentlich die linke Hand in der Etüde op.10 Nr.1? wie viele Dezimenarpeggien kommen in der rechten Hand der Rhapsodie vor? die Antworten dürften ernüchternd ausfallen.

ärgerlich ist auch, dass man in keiner der 24 Chopinetüden schnelle Tonrepetitionen trainiert - diese braucht man aber im zweiten Abschnitt der Rhapsodie; ebensowenig trainiert man sehr schnelle weitgriffige Tremolofiguren
in keiner der Chopinetüden - diese braucht man im letzten Abschnitt der Rapsodie.

es wird also auf dem Weg zur zweiten ungarischen Rhapsodie noch sehr viel zu tun geben.

Gruß, Rolf
 
hasenbein

hasenbein

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Aber etwas lernen tut man doch auch bei langsamerem Tempo, oder?
Man lernt bei richtiger Übeweise durch jedes Stück etwas!

Aber jetzt mal ohne Scheiß: Warum hast Du diese Etüde ausgewählt?? Was genau versprichst Du Dir von ihrem Studium?
Oder hat die gar Dein Teacher vorgeschlagen (graus) ?

LG,
Hasenbein
 
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tomita3

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Aber jetzt mal ohne Scheiß: Warum hast Du diese Etüde ausgewählt?? Was genau versprichst Du Dir von ihrem Studium?
Oder hat die gar Dein Teacher vorgeschlagen (graus) ?

Ne, als eine Unterrichtsstunde ausgefallen ist habe ich mir die Noten einfach mal ausgedruckt und aus Neugier mal probiert.
War wohl ein Fehler von mir zu denken es seien nur Arpeggios.
Aber diese Etüde habe ich nicht im Bezug auf die Rhapsodie angefangen.
Die Etüde an sich, vom Klangcharakter her, ist einfach überwältigend (zum Beispiel Takt 39 :D), deswegen habe ich die gewählt.
 
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tomita3

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ärgerlich ist auch, dass man in keiner der 24 Chopinetüden schnelle Tonrepetitionen trainiert - diese braucht man aber im zweiten Abschnitt der Rhapsodie; ebensowenig trainiert man sehr schnelle weitgriffige Tremolofiguren
in keiner der Chopinetüden - diese braucht man im letzten Abschnitt der Rapsodie.
Gibt es denn Etüden, die eben genau das trainieren?
 
.marcus.

.marcus.

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Ich habe diese Rhapsodie mal ein paar Wochen zum Spaß geübt :) das könntest du doch auch machen.
Sehr wichtig finde ich dabei auf keinen Fall mit der Einstellung ranzugehen: "ich werd die Rhapsodie in einem Monat fertig haben" oder "wenn ich sie anfange, dann werde ich mich ganz doll anstrengen und sie schaffen!".

Das ist nur hinderlich und frustriert ;) Aber mal ganz unverbindlich ein paar Teile zu üben kann wirklich Spaß machen. Unmittelbar vor der Rhapsodie habe ich das Nocturne Op.27/2 und Beethoven Sonate Op.10/1 gespielt. Ich habe jetzt entschieden mit der Rhapsodie aufzuhören, weil sie schlicht zu schwierig ist.

Ich habe beim Üben mehrfach Pausen machen müssen, weil ich sonst Schmerzen in Armen und Handgelenken bekommen hätte(habe). Auf keinen Fall die Warnsignale des Körpers beim Üben missachten!

Vielleicht hilft dir diese Einschätzung und viel Spaß mit der C-Dur Etüde. Die klingt wirklich klasse, für mich aber zu schwer.

lg marcus
 
rolf

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Gibt es denn Etüden, die eben genau das trainieren?
Tonrepetitionen mit Fingerwechseln kann man in Scarlattis Sonata D-Dur Longo 465 üben, allerlei Tremoli kann man in Liszts erster Paganinietüde üben - allerdings sind auch diese beiden Stücke sehr anspruchsvoll.

Warum nicht erstmal was weniger hochvirtuoses von Liszt? Die Etüde un sospiro oder das Petrarca-Sonett E-Dur bieten genug zum üben, sind wunderschön und stellen nicht gleich maximale Forderungen.
 
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tomita3

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Danke rolf :)
Wäre die Etüde von Liszt (no 39) dann noch im Bereich Beethoven
Sonate op 13 oder weit darüber hinaus?
 
hasenbein

hasenbein

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Hi Rolf, warum empfiehlst Du von Scarlatti nicht eher L.422?

In L.465 sind doch nur ganz wenige Tonrepetitionen drin, L.422 ist hingegen quasi eine Tonrepetitions-Etüde...

LG,
Hasenbein
 

rolf

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ich weiss jetzt nicht, welche Du damit meinst - aber nach meiner Einschätzung sind fast alle Etüden von Liszt (ausgenommen seine Jugendwerke dieser Gattung) manuell schwieriger bis extrem viel schwieriger als Beethovens op.13. Die beiden genannten könntest Du, mit Geduld gewappnet, allerdings anfangen - ob sie Dir großen Spaß machen und gefallen, kann ich nicht wissen, aber die Tremoloetüde, un sospiro oder Petrarca-Sonett sind als Einstieg in Liszts Musik machbar, wenn man sich Chopins op.10 Nr.1 zutraut.

noch was zur zweiten ungar. Rhapsodie: Du könntest Dir genausogut Balakirevs Islamey oder Schumanns Toccata als Ziel wählen - die sind ähnlich schwierig.
 
rolf

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Hi Rolf, warum empfiehlst Du von Scarlatti nicht eher L.422?

In L.465 sind doch nur ganz wenige Tonrepetitionen drin, L.422 ist hingegen quasi eine Tonrepetitions-Etüde...
zum anfangen L.465, zudem hat sie kecke Sprünge, was ebenfalls nützlich ist - danach gerne L.422 und wenn die Götter günstig gestimmt sind, anschließend Liszts Tarantella: dann dürften Tonrepetitionen mit Fingerwechseln kein Problem mehr sein :)
 
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Zu dieser Etüde 10/1 gibt eine sehr merkwürdige Metronomangabe in meiner Ausgabe :
Allergro (Viertel = ca. 104) :)

Als Erklärung steht dazu :
Die Metronomangaben entsprechen der großen polnischen Chopin-Tradition
Edition Peters Nr.1907

Von wo anders hab ich mal die, soweit ich weiß, richtigen Viertel = 176 abgeschrieben.

Ich habe nur schon knapp 2 einhalb Seiten durch und möchte sie nur sehr ungerne liegen lassen. Aber etwas lernen tut man doch auch bei langsamerem Tempo, oder?
Meiner Meinung nach ist gerade op.10/1 eine der ganz wenigen Etüden die auch in gemäßigten Tempo noch "brauchbar" klingt. (für den Hausgebrauch)
Mit Viertel ca. 120 - 144 klingt sie schon nicht schlecht.
Richtig schwer wird die auch erst wenn man sich dem geforderten Solltempo annähert.

Du kannst ja auch die große polnische Chopin-Tradition probieren. :p
 
rolf

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Ich kannte das Stück nicht, habe aber gerade das folgende Video mit allgrößtem Vergnügen verfolgt: http://www.youtube.com/watch?v=YamHNXapfpU

@tomita3 Ich wünsche dir aber in jedem Fall viel Mut ;)
Aleko,
Du hättest ruhig komplett zitieren können: ich schrieb nämlich wenn die Götter günstig gestimmt sind, dann auch die Tarantella... sollte Dir entgangen sein, dass das ein wenig scherzhaft war?...
aber eines ist sicher: kann man beide Scarlattisonaten und die Tarantella, dann braucht man sich kaum noch über Repetitionen mit Fingerwechseln Sorgen machen.
Gruß,
Rolf
 
Faulenzer

Faulenzer

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Hallo tomita3!

Ungarische Rhapsodie 2 - eine für mich der schönsten überhaupt und ich darf wohl sagen, absolut Konzertreifes Stück :cool:

Ich möchte mich rolf's Anregung anschließen - einfach mal verschiedene Stellen "anspielen". Ich habe beide Bände von Editio Musica Budapest mir zugelegt - im Nachhinein ärgere ich mich etwas, finde ich die Henle Ausgaben doch etwas "durchschaubarer" und übersichtlicher gestaltet. Welche Stücke Du aufbauend zu Liszt spielen könntest, kann ich nix zu sagen - bin nicht pädagogisch veranlagt.

Wünsche Dir dennoch für die Zukunft viel Freude an Liszt.

Herzliche Grüße
Faulenzer
 
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Meiner Meinung nach ist gerade op.10/1 eine der ganz wenigen Etüden die auch in gemäßigten Tempo noch "brauchbar" klingt. (für den Hausgebrauch)
Mit Viertel ca. 120 - 144 klingt sie schon nicht schlecht.
Richtig schwer wird die auch erst wenn man sich dem geforderten Solltempo annähert.
Ich hatte geschrieben, für den Hausgebrauch... ... da muß ich mich wohl korrigieren. :floet:

Chopin Wettbewerb - op.10/1 mit Viertel=144
(Der Link funktioniert nur wenn am Tag kein Livestream ist)

Der junge Mann ist in Runde 3 immer noch dabei. :D
 
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