Lernmethode von Wei Tsin Fu

  • Ersteller des Themas chrzaszczyk
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Aber ich ziehe mich jetzt hier zurück, denn mir gefällt so ein banaler und womöglich ganz falscher Umgang mit den Bibeltexten nicht.
wieso nur womöglich?...
aber ich schließe mich da an - mag Hasenbein Kathedralen, Päpste, Patriarchen (buhu, lauter Zündeworte) - mehr hat diese Religion ja nicht hervorgebracht (wie oft kommt "oh Lord" in gewissen beliebten Musikstilen vor?...) - gerne einäschern mit der Macht seines kundigen Wortes :D:D:D
 
Etwas abseits vom Thema

Hallo Friedrich, hast du eine Lektüreempfehlung für eine Art, nun ja, "Einführung in die Bibel"? Ich habe als Kind areligiöser Eltern einen etwas ungewöhnlichen Werdegang genommen, der an keiner Stelle Religionsunterricht miteinschloss. Mich interessiert sowohl eine inhaltliche Betrachtung (quasi "Inhaltsangabe") als auch eine systematische Betrachtung (Entstehungszeitraum, Autoren, Textauswahl etc).
Hättest du da einen Tipp für mich?

Ich danke dir

marcus
 
Mir geht es genauso wie marcus, wäre für so einen Büchertipp ebenfalls sehr dankbar!
 
Abgesehen davon, dass du lieber Hasi sicher nicht der bist, der tatsächlich auf die Argumente der Anderen hier eigeht habe ich den von dir verlinkten Artikel nun gelesen und kann mit Freude bereits im ersten Satz feststellen, dass er mich als "auf-dem-Blatt-immernoch-Christin" nicht betrifft:
Darf ich zitieren? - "Der Papst" - Es ist schön, was der Papst macht - ich bin zumindest offiziell Protestantin und damit ist der Papst für mich ziemlich egal! Soviel zum Thema "Die Kirche" oder "die Christen" ;)
 
OK - dann sage mir: Wie lautet die offizielle Haltung der evangelischen Kirche zur Erlösung?

Sind alle durch Jesus erlöst (womit ja logischerweise das Thema für alle Zeiten durch wäre und es nicht mehr nötig wäre, über die Erlösung noch irgendwelche Worte zu verlieren?)

Oder sind nicht alle erlöst, sondern das hängt von bestimmten Bedingungen / Umständen ab? Und wenn ja, welche sind das?

LG,
Hasenbein
 
Hallo Friedrich, hast du eine Lektüreempfehlung für eine Art, nun ja, "Einführung in die Bibel"?

Lieber Marcus, lieber Mindenblues,

ich bin kein Theologe, und daher nur sagen, was von den Titeln, die ich kenne, einen guten Überblick verschafft; vielleicht findet sich hier noch jemand mit besseren Empfehlungen.

Für die gesamte Bibel auf eimal habe ich viel gelernt aus der Cambridge History of the Bible, die, wie englischsprachige Titel so oft, sich durch ihre klare Sprache auszeichnet. Aber da der "dogmatische Kern" ja im NT steht, könnte man auch nur zur Einführung des Neutestamentlers Hans Conzelmann (Grundriß der Theologie des Neuen Testaments) greifen. Es gibt sicher modernes, aber ich weiß von Kollegen, daß der Titel noch im NT-Einführungsseminar verwendet wird (es gibt etwas ganz neues von katholischer Seite, aber der Name des Autors fällt mir partout nicht ein; kann ich am Montag auf der Arbeit nachschauen). Conzelmann ist streckenweise ein bißchen technisch, aber die Neigung zu etwas arkaner Sprache scheint bei den Theologen ja insgesamt endemisch zu sein.

Für Marcus als Germanisten könnte vielleicht noch interessant sein: Detlev Dormeyer, Das Neue Testament im Rahmen der antiken Literaturgeschichte.

Für Einzelfragen zum Nachschauen kriegt man ab und zu billig (wenn eine Neuauflage kommt) eine CD von folgenden Titeln RGG (Religion in Geschichte und Gegenwart: leserunfreundlich aber enzyklopädisch), Biblisch-historisches Handwörterbuch, Evangelisches Kirchenlexikon. Ob es von den katholischen Parallelunternehmen TRE (Theologische Reanenzyklopädie) und Lexikon für Theologie und Kirche auch CDs oder preiswerte Drucke gibt, weiß ich leider nicht.

Grüße,

Friedrich
 
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Das "womöglich" war eher auf mich selbst bezogen - im Gegensatz zu hasenbein maße ich mir nicht an, Bibeltexte zu interpretieren. Ehrlich, hasenbein, mir kommt es dein Umgang mit ihnen so vor, als würde man bei einem Musikstück die ganze Zeit sagen "das ist ein a", "das ist ein c"............................. und denken, man hätte so das Stück verstanden. :floet: :D:D:D
 
OK - dann sage mir: Wie lautet die offizielle Haltung der evangelischen Kirche zur Erlösung?


So etwas gibt es nicht, weil es im Gegensatz zur katholischen Kirche keine höchstlehramtlichen Entscheidungen gibt. Die Evangelische Kirche gibt es übrigens auch nicht. In der RGG oder im Evangelischen Kirchenlexikon findest Du aber die Doxographie.
 
:D :D

Dann ist wohl alles, was ich jemals gesehen habe, wo "EKD" draufstand, nur eine Halluzination gewesen :D

Es wird immer bunter und lustiger hier...

LG,
Hasenbein
 


Ich denke, nach Lektüre dieses Artikels bzw. der zugrundeliegenden Vorgaben des aktuellen Papstes wird sich fundamentales ändern :confused:. Eine Antwort auf die Hasenbein'sche Frage ist daher derzeit (noch) nicht möglich.

Wir sind jetzt auf Seite #90 dieses Fadens. Ich will auf jeden Fall noch sehen, ob die Clavio-Software 3-stellige Seitennummern kann, daher das Thema (bei welchem sind wir gerade ?) bitte noch weiter vertiefen !

Gruß
Rubato
 
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Sind alle durch Jesus erlöst (womit ja logischerweise das Thema für alle Zeiten durch wäre und es nicht mehr nötig wäre, über die Erlösung noch irgendwelche Worte zu verlieren?)

Oder sind nicht alle erlöst, sondern das hängt von bestimmten Bedingungen / Umständen ab? Und wenn ja, welche sind das?

Also, so wie ich das verstanden habe, sind alle Gläubigen erlöst, alle Nicht-Gläubigen müssen sich vor einem Gericht verantworten und bestehen nur dann, wenn sie "gut" sind.

Ich zitiere mal aus dem Glaubens-ABC der ev. Kirche:
Jüngstes Gericht

Für die Bibel steht zweifelsfrei fest: Die Welt geht einem letzten ("jüngsten") Gericht mit Jesus als Weltenrichter (Apostelgeschichte 17,31; 2. Korinther 5,10) entgegen. Das Alte Testament spricht vom "Tag des Herrn". Er betrifft jeden Menschen ohne Ausnahme: "Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er zu Lebzeiten getan hat, es sei gut oder böse." (2. Korinther 5,10)

Gott wird Gerechtigkeit schaffen und sein Recht durchsetzen. Christen müssen davor aber keine Angst haben. Ihnen gilt die Verheißung Jesu: "Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist vom Tod in das Leben hinübergegangen." (Johannes 5,24)

Aber wahrscheinlich hab ich das natürlich wieder völlig missverstanden. Und dass ich es missverstehe, zählt natürlich nur, weil ich nicht daran glaube. Ganz egal, wie viele Jahre Reli-Unterricht ich über mich ergehen lassen musste. Wenn ich ev. gläubig wäre, dürfte ich mir meinen Gott zusammenbasteln, wie ich will. (So wie das die Mehrheit der Deutschen macht, die ja nicht wirklich christlich ist, sondern sich die Elemente, die ihnen passen, rauspickt und sich jeweils ihren ganz eigenen Gott basteln.) Aber als Ungläubige muss ich natürlich erst rausfinden, ob ich die offiziellen Texte der Kirchen (und zwar jeder der vielen Kirchen!) überhaupt verstehe. Nur wer den christlichen, den moslemischen, jüdischen, und natürlich auch alle anderen Glaubensrichtungen dieser Welt bis ins i-Tüpfelchen versteht und beherrscht, darf hinterher sagen, er/sie hätte Gründe, nicht gläubig zu sein oder den Einfluss der Religionen in der Welt kritisch zu sehen. *seufz* Man darf sich ja nicht einfach anschauen, was dabei rauskommt, nein, man muss ja auch verstehen, warum das rauskommt, was rauskommt (z.B. unzählige Aids-Tote in Afrika, da die kath. Kirche gegen Kondome zum Schutz vor Aids agitiert). Aber solange ich nicht verstehe, warum sie das tut (und bestimmt rettet sie damit das Seelenheil dieser vielen Toten!), darf ich das ja nicht kritisieren.

[Nochmal Edit: Vielleicht sollte ich das ja wirklich machen :D Vielleicht gibt es ja irgendwo in der Welt / gab es irgendwann in der Menschheitsgeschichte eine Glaubensrichtung, die mich plötzlich bekehren würde, so dass ich mein Stigma loswerde und endlich so bin wie die Mehrheit der Menschen...]
 
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(und bestimmt rettet sie damit das Seelenheil dieser vielen Toten!)
im Mittelalter, auf den Katharerkreuzzügen, wurde die Frage gestellt, wie man denn in Südfrankreich die bösen Katharer von den braven Katholiken unterscheiden könne - vatikanischerseits kam die zynisch Antwort, man schlage alles tot, was einem vors Schwert kommt, der Herr werde die seinen schon erkennen ----- das müsste Waser auf deine Mühle sein! :)

und ja, es ist leicht, Arianerverfolgungen, Judenverfolgungen im Mittelalter, Kreuzzüge, Inquisition, Vatikan und NS-Regime (davon bis heute als Überbleibsel das Reichskonkordat) aufzuzählen - und es ist auch leicht, symbolsche/gleichnishafte Geschichten aus der Antike zu belächeln --- all das: geschenkt. Kein Problem, keine Mühe, oft auch witzig (z.B. Hasenbeins Argumentierweise enthält viel Witz und ich lese das gern!!) ----- hinzu kommt, dass mir Gottessöhne, jungfräuliche Mütter, Engel, Hölle etc. ebenfalls suspekt sind, will sagen: sowas ist nicht meine Denkweise (ich bin halt Wikinger
012.gif
)

aber: knapp 2000 Jahre Kulturgeschichte wegwischen, so tun, als hätte die in der Spätantike erfundene christl. Ethik nichts zu heutigen Menschenrechten etc. beigetragen - das kann ich nicht akzeptieren.
 
Ich denke, nach Lektüre dieses Artikels bzw. der zugrundeliegenden Vorgaben des aktuellen Papstes wird sich fundamentales ändern

Für manche unter seinen Untergebenen bestimmt. Allerdings ist Artikel so nicht richtig. Es gibt unterschiedliche Versionen der sog. Einsetzungsworte im NT. Die vom Papst bevorzugte steht bei Markus 14,24 und dem davon abhängigen Matth. 14,17-25. Bei Lukas 22,20 heißt es dagegen "für Euch vergossen"; Joh. 13-130 und 1. Kor. 11,25 sagen über die "Begünstigten" gar nichts. Das ist nur ein Beispiel für die zahllosen Interpretationsschwierigkeiten, mit denen sich die Theologen herumschlagen müssen. Was der Papst damit bezweckt, ist seine Sache.
 
aber: knapp 2000 Jahre Kulturgeschichte wegwischen, so tun, als hätte die in der Spätantike erfundene christl. Ethik nichts zu heutigen Menschenrechten etc. beigetragen - das kann ich nicht akzeptieren.

Aber wer hat das denn so geschrieben? Ich denke, da argumentierst Du gegen ein Phantom. Es ist natürlich leicht(er), zu punkten, wenn man die Haltung der Gegenseite falsch darstellt. ;) Es geht doch um die Frage, wie die Welt jetzt aussieht / aussehen sollte.
 
Vielen Dank, Friedrich! Ich werde wahrscheinlich erst in den Semesterferien dazu kommen mich intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen, aber diese Titel geben mir schon mal Orientierung.

Für Marcus als Germanisten könnte vielleicht noch interessant sein: Detlev Dormeyer, Das Neue Testament im Rahmen der antiken Literaturgeschichte.
Für mich "als Germanisten" ist immer noch das interessant, was du vor einiger Zeit schon empfohlen hattest: "Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter" von Curtius! :)

lg marcus
 
Hab grad mal nachgeschaut: Die Kirchensteuereinnahmen betragen ca. 10Mrd€ per anno. Bei 80Mio Einwohnern zahlt also jeder Deutsche im Mittel mehr als 100€ pro Jahr. Die, die tatsächlich zahlen (das ist nur ein Teil der 80Mio), tun dies freiwillig - da gibt es also offenbar einen Wunsch nach "organisierter Kirche" in der Bevölkerung - oder wie muß man das verstehen ?

Gruß
Rubato
 
900 Beiträge zu einem eigentlich nichtmal diskussionswürdigen Thema von und über jemanden, der im Gefängnis sitzt ...... UNGLAUBLICH...
 
Aber wer hat das denn so geschrieben? Ich denke, da argumentierst Du gegen ein Phantom.

Liebe Nica,

hier :p :

Obwohl mittlerweile eigentlich völlig klar ist, daß die christliche Kirche lediglich ein Machtklüngel ist, der über die Jahrhunderte eine Unzahl von Verbrechen verübt hat (nicht nur die jüngst bekannt gewordenen zahlreichen sexuellen Übergriffe, die sind "nur" Spitze des Eisbergs) und mit Hilfe von Brainwashing über unsinnige Glaubenssätze Abermillionen von Menschen in Abhängigkeit hält, verteidigen selbst die etwas aufgeklärteren Menschen "ihre" Kirche und sagen: "Jaaaa, aber die Kirche hat doch auch so viel Gutes getan, und außerdem ist ja das Wichtigste der Glaube an Gott und Jesus... bla..." Dabei ist ebenfalls mittlerweile völlig klar, daß alle wesentlichen ethischen und sozialen Fortschritte GEGEN die Kirche erkämpft werden mußten! (Menschenrechte, Gleichberechtigung der Frauen sind nur 2 der wichtigsten Beispiele.) Das, was uns heute im menschlichen Zusammenleben gut und teuer ist, hat NICHT die Religion bewirkt!!

Liebe Grüße

chiarina
 

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