Kölner Klavierzimmer

  • #141
@Nachtmusikerin
Meine Erwartungen hat das auch nicht getroffen ... aber ich finde es durchaus erfrischend, dass es eben anders klingt, als bei den "üblichen Verdächtigen".
 
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  • #142
Falls du mich meinst, ich hatte vor langer langer Zeit mal was hier eingestellt. Hab aber gerade andere Prioritäten.
Hallo Nachtmusikerin :-) , nein, ich hatte nicht Dich gemeint, sondern Flieger geantwortet.
 
  • #143
Vor Ort klangen viele Darbietungen ganz anders, auch das Spiel des Chopin Interpreten hatte eine andere Qualität im live Eindruck
Genau das ist es, was ich meinte.
Deswegen ist ein Urteil der Beiträge nur schwer möglich. Danke, dass Du es aus erster Hand nocheinmal darstellst.
 
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  • #144
  • #145
Hallo Nachtmusikerin :-) , nein, ich hatte nicht Dich gemeint, sondern Flieger geantwortet.
Stimmt, du hast mir geantwortet. Aber mich hast du auch nicht gemeint, oder?

Bewunderung und Respekt seitens externer Zuhörer war gemeint ( inkl. Clavio-"Kritikern", die sich nicht mal trauen, hier eine Audio-Aufnahme einzustellen, aber kräftig das aufgezeichnete "pathetische" Spiel anderer "zerlegen"... ). Nicht das Feedback seitens der Jury.
Ich habe mich zum konkreten Auftritt gar nicht geäußert. Das Feedback der Jury war der Auslöser dieser Diskussion. Da kann man auch sagen "Danke für deinen Auftritt!", ohne Rezension und öffentliches negatives Feedback (wenn gewünscht kann das nachher privat geliefert werden).

Und ja, einige Leute hier könnten auch etwas weicher formulieren...

Aufzeichnung und danach online stellen sind für mich übrigens eine Hemmschwelle, bei so etwas teilzunehmen. Vor Leuten spielen - kein Problem. Das ist danach vorbei und es war wie es eben war. Aber meinen sicher nicht optimalen Auftritt brauche ich nicht auf ewig öffentlich gespeichert.
Ganz generell mag ich keine Bilder oder Videos von mir online.
 
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  • #147
Ab 1h29.
Ich finde, dass das mE auch unpassende Lob hier völlig überbewertet wird.
Ich glaube auch nicht, dass es sich auf die tolle Chopin-Interpretation bezogen hat, sondern auf Mut und Leidenschaft des Interpreten. Auch das ist live ganz anders zu erleben als im Video.
 
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  • #149
Die Reaktion ist bei 1h34m.

OK, danke.

"Da kommt deine Leidenschaft für den Komponisten richtig zum Vorschein."

Zumindest für dieses Stück war sie offensichtlich.

Aber: „Genau so muss das sein?“ Nein, muss es nicht. Aber ich finde es interessant, Stücke auch anders zu interpretieren, sofern man sich nicht allzu weit vom Notentext entfernt.

Ich finde das nicht "rockig" ...

Ich auch nicht, aber mir gefällt diese Interpretation. Und auch die Klangqualität, soweit ich das beurteilen kann. Denn wegen der Folgen meiner Schulterfraktur ist es mir noch immer nicht möglich, meine Hörgeräte anzulegen.
 
  • #150
  • #152
Kommt jemand von euch nach Köln zum Zuhören oder Spielen? Ich werde mir wohl am Donnerstag, Freitag und Sonntag viel Anhören. Mein eigener Vortrag ist Donnerstag um 9:35 Uhr. Wer sich mit mir treffen möchte, kann mir ja eine private Nachricht schreiben.
 
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  • #153
Ich wünsche allen Teilnehmern viel Spaß und Freude, gleiches gilt auch denjenigen die "nur" zuhören. Ich hatte mir ein wunderschönes Programm ausgesucht, sowohl solo als auch im Duo mit Toshiki Eri. Leider musste ich aus privaten Gründen kurzfristig absagen, diverse Umstände haben dafür gesorgt dass ich mich in den vergangenen Tagen nicht vorbereiten konnte und ich möchte auch nichts halb vorbereitetes Spielen. Dafür dann im nächstem Jahr wieder!
 
  • Traurig
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  • #154
Wie schade! Ich hatte mich auf ein Wiedersehen gefreut. Aber dann ein anderes Mal!
 
  • #155
Wie immer eine sehr schöne und herzliche Veranstaltung. Nur die Kirchenbänke siind nach 3Std eine richtig Folter.
 
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  • #156
Irgendwie geht es immer. Ich habe vier Tage auf diesen Bänken zugebracht und wurde mit ein paar anderen als "Kampfhörer" tituliert. :-D Aber vielleicht bringe ich mir beim nächsten Mal doch eine Sitzunterlage mit. Die Gesässmuskulatur baut ja mit den Jahren eher ab.
 
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  • #157
Zu den Hintergründen und zur Motivation der Organisatoren, warum es diesen Wettbewerb gibt, ist hier im Faden schon einiges geschrieben worden. Als Teilnehmer des sechsten Kölner Klavierzimmers möchte ich deshalb ein paar persönliche Erfahrungen und Informationen zum praktischen Ablauf aus meiner Sicht mit euch teilen. Vielleicht motiviert das ja den einen oder anderen in Zukunft auch einmal teilzunehmen.

Die Teilnahme beim Klavierzimmer 2026 war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Es waren vier Tage, die intensiv mit der Musik verbunden waren. Zuerst mein eigener gut halbstündiger Wettbewerbsbeitrag mit Stücken von Sibelius, Brahms, Mozart, Williams und Say am Donnerstag. Dann drei Tage, die ich hauptsächlich mit dem Zuhören der anderen Teilnehmer verbracht habe. So viel schöne Musik auf oft sehr hohem Profi-Niveau, so viel besser als ich. Dazu viele Gespräche mit anderen Teilnehmern, teils alte Hasen bei diesem Format, oder Frischlinge so wie ich auch. Ich bin noch ganz beeindruckt von diesem Austausch mit anderen Klavierliebhabern. Am Samstag bekam ich dann die Nachricht, dass ich eingeladen war, im Abschlusskonzert am Sonntag zu spielen. Bei ca. 70 Live-Beiträgen im Wettbewerb keine Selbstverständlichkeit für mich. Die Spannung bei diesem dreistündigen Konzert blieb fast bis zum Ende erhalten, da ich erst den viertletzten Beitrag zu spielen hatte. Glücklicherweise haben die Nerven noch mitgemacht, denn es passierte nur ein größeres Missgeschick, das vielleicht einigen gar nicht unbedingt aufgefallen ist. Bei Clavioten ist das natürlich anders. 😉 Nach einer kurzen Nacht musste ich mich wieder auf den Heimweg nach Finnland machen. Etwas müde, aber glücklich, denn die Vorbereitungen der letzten 6-12 Monate haben in dem Preis für die beste Interpretation von Filmmusik gemündet. Es waren aber gar nicht so viele Beiträge mit Filmmusik dabei. Insofern hat vielleicht meine Programmauswahl eine Rolle gespielt.
Mein großer Dank gilt allen meinen bisherigen Klavierlehrerinnen, die mich an diesen Punkt gebracht haben! Aber hoffentlich ist das nur ein Zwischenschritt auf meinem Pfad der Musik. 🎹🎻🪉
Ein besonderes Dankeschön geht an @Stilblüte , die mir in ein paar Online-Stunden noch ein paar Augen und Ohren geöffnet hat.

Einen etwas detaillierten Bericht möchte ich all denen mitgeben, die sich überlegen, ob sie auch einmal beim Klavierzimmer mitmachen möchten:

Für mich begann der Wettbewerb, der vom 19.-23.8.2026 ausgetragen wurde, am Donnerstagmorgen, am zweiten Wettbewerbstag, denn die ersten Beiträge hatten schon am Mittwochnachmittag begonnen. Nach einer kurzen Nacht, ich kam Mittwoch erst gegen 23 Uhr in meiner Unterkunft an, musste ich schon um sechs wieder aufstehen, um nach sieben das Haus zu verlassen und mit der Bahn von Horrem nach Köln zu fahren. Lieber etwas zu früh da sein, als durch die Bahn den eigenen Auftritt zu verpassen. Im Vorfeld waren ein paar kurze Emails gekommen, die nur die nötigsten Infos enthielten. Ein Einspielen sei eine Stunde vor dem eigenen Vorspiel beim Wettbewerbsbüro, ein paar Gehminuten von der Kirche St. Heinrich und Kunigund, möglich. Zum Vorspielen reiche es, etwa 15 Minuten vorher in der Kirche zu erscheinen. Mein Vorspieltermin war um 9.35 Uhr, zum Einspielen stand ich dann aber schon um 8 Uhr vor der Tür, weil die Bahn keine Verspätung hatte. Das Wettbewerbsbüro hatte so früh dann doch noch nicht geöffnet, nach dem aber dann eine andere Teilnehmerin ankam, haben wir gemeinsam geklingelt und wir kamen ins Haus. Sie bekam ein Zimmer im Haus zum Einspielen zugewiesen (mit Ibach-Flügel*), ich durfte in einer kleinen Laube hinten im Garten ganz für mich allein an einem kleinen Schimmel-Klavier üben. Um 9:15 machte ich mich dann auf den Weg in die Kirche. So früh am Tag kam nach mir auch kein weiterer Teilnehmer in die Gartenlaube, so hatte ich also wirklich viel Zeit, alle Stücke noch einmal durchzugehen.

In der Kirche blieb ich erstmal im Vorraum stehen, da ich den Vortrag der ersten Pianistin nicht stören wollte. Hätte ja sein können, dass die Zwischentür unangenehm quietscht. Tat sie dann aber nicht und im Lauf des Wettbewerbs stellte sich ohnehin heraus, dass die Leute im Publikum auch während der Vorträge ein- und ausgingen. Als störend empfand ich das nicht, bis auf ganz seltene Ausnahmen. Nachdem der erste Vortrag des Tages beendet war, konnte ich die Jury begrüssen und brauchte dann erst einmal fünf oder mehr Minuten, um meine Videoaufnahme einzurichten und den Flügel* auszuprobieren. Ich spielte aus Noten, aber für das letzte Stück, Black Earth von Fazil Say, musste ich die Notenablage ausbauen, um die Saiten mit der Hand abdämpfen zu können. Das ganze Prozedere habe ich also erst einmal in Ruhe geübt, damit der Vortrag dann ruhig ablaufen konnte. Diese Probe war auch gar kein Problem, zeitlich lag ich noch ganz gut, da der erste Vortrag etwas kürzer ausfiel.

Mein Vorspiel sollte so 30-35 Minuten dauern. In meiner Alterskategorie war die Zeit auch auf diese 35 Minuten begrenzt. Kinder und Jugendliche haben aber nur maximale Vorspielzeiten von 7 bis 20 Minuten, je nach Alter. Vielleicht sieht man auch hier, dass der Fokus doch auf den erwachsenen Amateuren liegt, denen mehr Zeit eingeräumt wird. Meine Stücke liefen dann für meine Verhältnisse ganz gut. Zu Hause geht es zwar immer besser, aber in einem Wettbewerb zu spielen war für mich schon ein mentaler Sonderfall. Generell habe ich bisher meistens immer einen größeren Patzer bei Vorspielen in der Musikschule produziert, insofern bringen mich Fehler nicht generell aus dem Konzept. Es ist eher eine Frage, wie gut ich die überspielen kann und dass ich nicht aufhöre, weiterzuspielen. Hier in Köln lief es in dieser Hinsicht echt gut und ich war mit dem Ergebnis zufrieden. Äußerlich sieht man mir laut Jury meine Nervosität nicht an, innerlich ist sie aber schon sehr präsent. Ich bemühe mich, sie im Zaum zu halten und bin immer noch auf der Suche nach einer mentalen Technik, die ich anwenden kann, um meine Nervosität in produktives Klavierspiel münden zu lassen. Aber das ist ein ganz eigenes Kapitel. Beim Abschlusskonzert war mein Mantra vor dem Auftritt dann: Hier sind viele Harry Potter-Fans im Publikum. Für die möchte ich einfach so gut spielen, so gut ich kann.

Aber zurück zum eigentlichen Vorspiel. Publikum war so früh am Tag relativ wenig anwesend, höchstens 10-15 Leute, inklusive Jury. Nach dem Applaus bekam ich von Frau Markovina eine Baumwolltasche mit Aufdruck des Klavierzimmer-Logos, die mit einem Block, einem Kugelschreiber, einem Notenheft mit frisch für den Wettbewerb komponierten Stücken von Franz-Michael Deimling (Jurymitglied) und einer CD der Initiatorin befüllt war. Dieses Dankeschön bekam jeder Teilnehmer des Wettbewerbs. Danach setzte ich mich noch ins Publikum, um dem nächsten Teilnehmer zuzuhören und um mein Nervensystem in den Normalzustand zu bekommen. Nach diesem Beitrag bin ich dann für einige Zeit an die frische Luft gegangen, um meine Gedanken zu ordnen. Gerne hätte ich zu diesem Zeitpunkt auch eine Toilette aufgesucht, aber dass es in der Kirche auch Toiletten gibt, habe ich erst am dritten Tag erfahren. :) Dafür geht man aus der Kirche raus, geht rechts herum an der Kirche entlang und gelangt so zu Toilettenräumen. Den Rest des Donnerstags habe ich mir dann alle Teilnehmer angehört. Nach mir war eine Amerikanerin dran, die mir gut gefallen hat. Wie auch die vielen anderen die nach ihr kamen. Nach einigen Vorträgen wurde immer eine kurze, vielleicht 10-minütige Pause eingelegt, um den Pianisten ihr Feedback durch die Jury zukommen zu lassen. Es lohnt sich also, bis zur nächsten Pause noch dazubleiben und die Kirche nicht direkt nach dem eigenen Vortrag zu verlassen. Insgesamt konnte man den Zeitplan gut verfolgen, es kam aber auch zu länger dauernden Zwischenpausen, Absagen, Vorziehen oder Nachziehen von Kandidaten zu anderen Zeitpunkten.
 
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Der Vorspielterminplan wurde übrigens am 9.8. per E-Mail verschickt und am 11.8. kam noch einmal eine überarbeitete Version. Die letzten Information zum Ablauf des Wettbewerbs und zum Einspielen kamen leider erst ein paar Stunden vor Beginn am ersten Wettbewerbstag. Die hätte ich mir gerne etwas früher gewünscht. Am Freitag habe ich mein Schlafdefizit vom Vortag etwas aufgebessert und bin erst nach der Mittagspause wieder in die Kirche, um weiter zuzuhören. Jeden Tag gab es eine längere Mittagspause 1-1,5 Stunden, in der man gut essen gehen konnte. Am Freitag wurde dann der Flügel* von 17-18.30 Uhr gestimmt und danach kamen noch ein paar Beiträge bis 21.30, die ich für mich ausgelassen habe. Leider habe ich dadurch @Herzton s Klavierspiel verpasst, aber da wusste ich ja noch nicht, dass sie auch bei Clavio ist und den Bösendorfer-Preis gewinnen würde.

Aus Gesprächen mit anderen Teilnehmern konnte ich erfahren, dass der erste Beitrag am Samstag um 9 Uhr, von einem alten Hasen gespielt werden würde. So saß ich dann frühmorgens wieder auf einer harten Bank und konnte einem sehr interessant zusammengestellten Programm folgen. Danach kamen bis zur Mittagspause 7 Kinder und Jugendliche, unterbrochen von nur drei Erwachsenen. Die Kinder haben auch alle sehr eindrucksvoll gespielt. Es war eine Lehrerin dabei, die glaube ich gleich fünf Schüler zum Wettbewerb mitgebracht hat, mit vielen Stücken für zwei Klaviere, bei der sie dann begleitet hat. Der zweite Flügel*, ein August Förster, war zwischen Freitagabend und Samstagfrüh in der Kirche aufgetaucht. Das Hauptinstrument war ein Bösendorfer 214. Ein Junge kämpfte nach einem Verspieler mit den Tränen, aber er hat gut weitergespielt. Das ist schon hart anzusehen, aber später war er doch wieder guter Dinge. Auch hat Frau Markovina als Leiterin der Jury solche speziellen Vorfälle immer gut im Griff. Der Junge wurde von ihr gedrückt und getröstet. Ein anderer Teilnehmer, der drauf und dran war, seinen Vortrag mittendrin abzubrechen, konnte durch gutes Zureden zum Weiterspielen bewegt werden. Bei vielen erwachsenen und auch älteren Teilnehmern spielen ja auch diverse gesundheitliche Handicaps eine Rolle. Diese werden aber ohne Weiteres zugelassen und akzeptiert. Ein Kandidat hatte Lähmungserscheinungen in den Händen und musste sich nach jedem Stück zur Lockerung bewegen und aufstehen. Alles kein Problem und er kommt gerne wieder, wie er mir sagte.

Die Mittagspause am Samstag verlängerte ich für mich um ein paar Stunden, um Einkäufe in der City zu erledigen. Ab 17 war ich wieder dabei und folgte dem Programm bis zum Schluss um 21 Uhr. Am Samstag waren einige wirklich gute Pianisten dabei, die man direkt zum Chopin-Wettbewerb nach Warschau hätte schicken können, aber auch einige, die ich so auf meinem eigenem Amateur-Niveau verorten würde. Es war am Ende immer eine gute Mischung. Am Samstag wurde auch das Equipment für die Video- und Tonaufnahme des Abschlusskonzertes des nächsten Tages aufgebaut. Da wurde eine Menge Material von zwei Personen aufgebaut, die sich auch während der Wettbewerbsbeiträge im Hintergrund bewegt, Kabel verlegt oder Kameraeinstellungen getestet haben. Mich hätte es wahrscheinlich nicht sonderlich gestört, aber jeder reagiert da anders. Mir ist aber nicht zu Ohren gekommen, dass das jemanden gestört hätte.

Noch am Sonntag gab es die letzten Wettbewerbsbeiträge von 9-13 Uhr, die ich mir aber nicht mehr angehört habe. Das Abschlusskonzert war dann für 16 Uhr angesetzt. Einige zukünftige Preisträger haben somit vielleicht erst am Sonntag erfahren, dass sie im Abschlusskonzert am Nachmittag spielen sollten. Ich bekam schon am Samstag einen ersten Hinweis, als ich gefragt wurde, ob ich beim Abschlusskonzert noch dabei sei. Eine offizielle Einladung kam dann per Whatsapp spät am Samstagabend. Von einer Teilnehmerin hatte ich gehört, dass sie auch gebeten worden war, zu spielen, sie sich aber aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit nicht recht getraut hat. Sie saß dann am Sonntag im Publikum.

Das Abschlusskonzert begann um 16 Uhr. Mit meinen beiden Freunden, bei denen ich auch die ganze Zeit übernachtet habe, waren wir schon rechtzeitig gegen 14:30 Uhr in der Kirche. Die war zu meinem Erstaunen leer, so dass ich mein Harry Potter-Stück noch zweimal durchspielen konnte, bis andere Teilnehmer zum Einspielen kamen. Pianisten des Konzertes wurden gebeten, in den Querschiffen Platz zu nehmen. Die kleine Kirche war am Ende zwar voll, aber nicht überfüllt. Stehen musste wohl niemand. Das Programm wurde von der Organisation erst kurz vor Beginn des Konzertes auf Papier ausgehändigt. Zuerst waren natürlich die Kinder und Jugendlichen dran, mit ein paar erwachsenen Ausnahmen dazwischen. Der erste Teil dauerte ca. eine Stunde. Es folgte eine 20-minütige Pause. Nach der Pause gab es schon mehr Platz auf allen Bänken, da die Kinderteilnehmer mit ihren Familien und Lehrern schon gegangen waren. Im zweiten Teil des Konzertes, das noch einmal etwas mehr als anderthalb Stunden dauerte, spielten dann hauptsächlich die Erwachsenen. Jedem Pianisten wurde eine Urkunde über seine Teilnahme und eine Rose ausgehändigt und die Preisträger bekamen dazu noch ihre Preise. Ich selbst hatte den viertletzten Beitrag des Konzertes zu spielen. Ein bisschen, um mich zu beruhigen, hatte ich meine Kamera dabei und habe versucht alle Pianisten des Abschlusskonzertes auf Fotos zu verewigen. Da ich von meinem Platz aus fotografiert habe, sind das vor allem Rückenansichten vor dem Flügel* geworden. :) Vor mir war dann noch ein zweites Stück mit Filmmusik dran. Als das aber nicht die Auszeichnung für die beste Interpretation für Filmmusik bekam, war dann endlich für mich klar, dass ich danach diese Auszeichnung bekommen würde, denn nach mir stand keine Filmmusik mehr auf dem Programm. Das hat mich natürlich gefreut und so habe ich mich also bemüht, dem Publikum das Harry Potter-Stück so gut wie möglich zu geben. Das Ergebnis könnt ihr im nächsten Post hören. Nach dem Stück bekam ich einen Händedruck und eine Umarmung von Frau Markovina, dazu noch eine Plakette, den Filmmusik-Preis, die Urkunde und die Rose. Zusammen mit meinen Noten und der Brille war das plötzlich etwas viel für zwei Hände, ich habe es aber doch noch gut zurück zu meinem Platz geschafft. Nach mir kamen bestimmt noch Sonderpreisträger. Ganz genau werde ich es erst auf dem Video hören, wenn es veröffentlicht wird. Die Akustik war an meinem Platz so schlecht, dass ich kaum verstanden habe, was Frau Markovina vorne dem Publikum ansagte. Das kann eventuell auch daran liegen, dass ich seit kurzem Hörgeräteträger bin, aber auch meine Freunde im Publikum meinten, dass sie kaum etwas verstanden hätten. Für das Video gab es ein extra Mikrofon, so dass die Ansagen darin wohl besser zu hören sein werden.

Zuletzt spielte dann @Herzton einen Teil aus Brahms Händel-Variationen und bekam damit den Bösendorfer-Spezialpreis für ihr Können beim Wettbewerb. Zur Zusammenstellung des Konzertes wäre noch zu sagen, dass lange Stücke gar nicht gespielt werden können. So ging z.B. der Mozart-Preis an eine Kandidatin, die im Abschlusskonzert Bach gespielt hat. Da kann ich bei der Programmzusammenstellung nur empfehlen, nicht nur lange Stücke im Programm zu haben, wenn man beim Abschlusskonzert etwas zu spielen haben möchte. Nach dem Konzert musste die Kirche wegen eines Gottesdienstes schnell geräumt werden. Alle Teilnehmer waren noch zu einer Gartenparty bei Frau Markovina eingeladen. Da gab es noch viel Gespräche mit anderen Pianisten und den Jurymitgliedern. Vor allem konnte ich dann die Sonderpreisgewinnerin fragen, ob sie auch bei Clavio aktiv ist. Ich hatte da eine Verbindung mit früheren Videos von ihr im Kopf und lag am Ende richtig mit meiner Vermutung. Wir haben uns gut unterhalten und noch eine witzige Verbindung zwischen uns gefunden. Unsere Wohnorte in Deutschland und Finnland sind Partnerstädte!

Alles in allem war es tolles Erlebnis. Mein Hauptziel, sich mit anderen Klavierbegeisterten auszutauschen, hat sich voll erfüllt. Dazu wollte ich natürlich auch sehen, wo ich mit meinem Klavierspiel in der Reihe der anderen Amateure stehe. Und wie immer meinem Lampenfieber entgegentreten, in dem ich vor echtem Publikum spiele. Als Bonus durfte ich sehr viel schöne Musik hören und auch einige Stunden mit guten Freunden verbringen. Mein herzlicher Dank gilt daher meinen Freunden aus Horrem, die sich um mein physisches und psychisches Wohlbefinden in diesen Tagen gekümmert haben!

Es bleibt nur noch die Diskussion, was es eigentlich bedeutet, ein Amateur bei so einem Wettbewerb zu sein? Ich denke, jeder Teilnehmer hat seine eigenen Ausgangspunkte beim Klavierspiel. Dass jeder derzeit an einem anderen Punkt angekommen ist, ist eigentlich auch klar. Bleibt noch die Frage, wie weit die Reise mit dem Klavier gehen kann. Ich hoffe, dass ich selbst noch lange mit dem Klavier unterwegs bin. Die Vorbereitungszeit auf den Wettbewerb hat mir aufgezeigt, wie weit ich durch Üben weiterkommen kann. So viel wie in den letzten sechs Monaten habe ich noch nie in meinem Leben geübt. Ich glaube, meine Lehrerin wünscht sich, dass ich jedes Jahr beim Klavierzimmer teilnehme. :)
 
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  • #160
Hier mein Harry Potter-Stück beim Abschlusskonzert:
 
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