Klaviernoten auf die 'falsche' Weise lesen?

Gaaanz genau! Ab soundsoviel Hilfslinien geht das Erkennen auch bei mir langsamer, was schlicht daran liegt, dass diese Noten nur selten vorkommen.
Hinzu kommt noch, dass im Bereich weit abgesetzter Hilfslinien eine schnelle visuelle Einordnung der Tonlage wegen des fehlenden, nach oben und unten begrenzenden "5-Linien-Kastens" nicht so leicht möglich ist.
 
Im Ernst:
Man müsste klären, ob es einen Einschränkung in der Wahrnehmung/Verarbeitung gibt. Gibt, allerdins selten. So eine Art 'Notenlegasthenie'.

Eine Einschränkung gibt es schon, aber das ist nichts Kompliziertes;-):
Da hast du wahrscheinlich recht. Als ich das mit den Linien dann mal konnte und gemerkt habe, dass es trotzdem einiges an Zeit kostet, hatte ich wenig Lust es anders auswendig zu lernen. Meist du das würde sich noch lohnen?
 
Ab soundsoviel Hilfslinien geht das Erkennen auch bei mir langsamer, was schlicht daran liegt, dass diese Noten nur selten vorkommen.
Würde mich mal interessieren, wer auf Anhieb die höchste Note hier (ist im Violinschlüssel) erkennt:

1705919929199.png

Wenn ich sowas selbst notieren würde, würde ich an der Stelle 8va bassa nutzen, dann kann man (d.h. ich) es sofort lesen.
 
Jup. Bei zwei Möglichkeiten hat man halt 50%ige Wahrscheinlichkeit, daneben zu liegen. :016:

Die Nichtbeantwortung der Frage deute ich mal so: Auch @Alter Tastendrücker und @hasenbein haben die Note nicht auf Anhieb erkannt. :lol:
 
Bei Klagen "ich kann das immer noch nicht" steckt praktisch immer dahinter, dass sich nicht in ausreichender Menge oder auf gänzlich unzweckmäßige Weise mit dem Lerngegenstand beschäftigt wurde
Lieber Meister, wenn ich Sie korrigieren darf: Solche Menschen sagen in der Regel: "Das kann ich nicht" Erst wir müssen ihnen beibringen, dass das Wort "noch" davor gehört. Diese kleine Wörtchen zwingt den Menschen zum üben... :-)

Noch etwas zum Erlernen von Noten @Mensch :
Ich habe als Kind im Kindergarten bei einer strengen Lehrerin Blockflöte gelernt. Sie gab uns ein Notenheft mit bunten Noten. Und die mussten wir lernen, da gab´s nix. Ich weiß noch heute, dass das h´rot war, das d´ orange und das e´lila...
Es mag für die Augen angenhmer sein, während des Lernvorgangs zusätzlich Farben zu assoziieren, es macht den Wirrwarr der fünf Notenlinien weniger konfus.
Also als Übung könnte gehen: Tonleiter aufmalen, jeder Note eine andere Farbe und dann wild auf das Notenpapier malen und das auf den Tasten spielen.
Und: Immer wieder.
Nochmal.
und nochmal...
Auf französisch heißt die Probe.
La repetition

Ich lerne übrigens gerade ein wenig Finnisch. Ich sag´s Euch! Übel! Nix ist bekannt, Keine indogermanische Sprache, alles anders.
Wiederholen, wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen, :008:
 
Würde mich mal interessieren, wer auf Anhieb die höchste Note hier (ist im Violinschlüssel) erkennt:

Den Anhang 67786 betrachten

Wenn ich sowas selbst notieren würde, würde ich an der Stelle 8va bassa nutzen, dann kann man (d.h. ich) es sofort lesen.
„Kaufmännische Schätzung“ samt relativer Mustererkennung: Die vorausgehende Note liegt über der Hilfslinie, ebenso wie die gesuchte Note. Also kann es sich nur um ein ungeradzahliges Intervall (Terz, Quinte, Septime etc.) handeln. Für eine Quinte ist der Abstand eindeutig zu groß, für eine None zu klein. Drei Hilfslinien kann ich auf Anhieb erfassen (ab da wird es für mich schwierig). Da also die vorausgehende Note ein f3 ist, muß es sich bei der gesuchten Note höchstwahrscheinlich um ein e4 handeln. Wichtig ist zu wissen, daß bei ungeradzahligen Intervallen beide Noten auf Linien bzw. in Zwischenräumen liegen. Terzen und Quinten zu erkennen, sollte demnach kein Problem sein. Im Umkehrschluß lassen sich auch Quarten, Sexten und Oktaven leicht erkennen.
 
Wiederholen, wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen,wiederholen, …
In meiner „Dorfschule“ wurde uns so das „kleine“ und „große“ Einmaleins beigebracht: jeden Morgen zehn Minuten Training, vier Jahre lang. Auch die Dümmsten (und davon gab es einige) hatten nachher das Einmaleins drauf.
 
„Kaufmännische Schätzung“ samt relativer Mustererkennung: Die vorausgehende Note liegt über der Hilfslinie, ebenso wie die gesuchte Note. Also kann es sich nur um ein ungeradzahliges Intervall (Terz, Quinte, Septime etc.) handeln. Für eine Quinte ist der Abstand eindeutig zu groß, für eine None zu klein. Drei Hilfslinien kann ich auf Anhieb erfassen (ab da wird es für mich schwierig). Da also die vorausgehende Note ein f3 ist, muß es sich bei der gesuchten Note höchstwahrscheinlich um ein e4 handeln. Wichtig ist zu wissen, daß bei ungeradzahligen Intervallen beide Noten auf Linien bzw. in Zwischenräumen liegen. Terzen und Quinten zu erkennen, sollte demnach kein Problem sein. Im Umkehrschluß lassen sich auch Quarten, Sexten und Oktaven leicht erkennen.
So habe ich das auch gemacht, ich wusste auswendig, dass die Note bevor der höchsten Note ein F ist und konnte dann sofort erkennen, dass es eine Septime ist. Generell denke ich, dass man lernen sollte, Intervalle zu lesen, dass hat mein vom Blatt spielen sofort verbessert, vor allem bei ganz vielen Tönen die gleichzeitig gespielt werde.
 
@Cheval blanc : Du hast "erkenne ich nicht auf Anhieb" aber äußerst eloquent umschrieben.
 
Du hast "erkenne ich nicht auf Anhieb" aber äußerst eloquent umschrieben.
Wenn du das Intervall der Septime auswendig kennst, kannst du es beim Blattspielen sofort erkennen. Hier musste ich erstmal noch die Note vor dem E bestimmen. Beim Blattspielen wirst du das jedoch bereits gemacht haben und kannst die Note/Intervall daher sofort erkennen
 

Im Ernst:
Warum darf man nur mit Diagnose von der Norm abweichen?

Weil man dann eine Begründung hat, warum es mit der 'normalen' nicht funktionieren kann.

Meine für mich wichtigste Diagnose bekam ich mit über vierzig. Es wäre so schön, wenn hier jemand der den Mut hat so ein Problem zu benennen, als Reaktionen nur Vorschläge bekämen wie man es doch noch lernt.

Eben da kann eine Diagnose helfen. :-)

Und die denen es ähnlich geht, sich auch noch melden, weil es immer hilft nicht alleine zu sein. Und alle die glaube solch Schwierigkeiten dürfte es nicht geben, sollten verstehen, das es besser ist still zu sein, wenn sie nicht konstruktiv beitragen können.

Der Mensch neigt halt dazu, erst einmal den 95%-Normalfall zu nehmen. Für die 5% braucht es eine Begründung, das hilft. Ohne Begründung nimmt er, was eben in 95% der Fälle funktioniert.

Ich kann nicht mein ganzes Leben damit verbrignen, jeden einzelnen Aspekt zu hinterfragen, iregndwo werde ich immer Erkennungsmuster und deren Ergebnisse benutzen. Sonst wäre das Leben zu kompliziert. Zumindest wäre das für mich zu kompkliziert. Vielleicht habe ich auch eine Ströung und bräuchte eine Diagnoe, weil der der 5%-Ausnahmefall bin und 95% der Menschn dauernd jede einzelne Maxime ihres Handelns hinterfragen. Ich käme mit der Methode noch nicht einmal moirgednzur Tür raus.


Noch einmal zur Diagnose:
Ich kenne einen Fall, wo einmal im Jahr alle in der kleinen Abteilung irgendwo hinfahren, Gemenschaftserlebnis, das ist ein Spaß! Einer Person verursachte das enormen Stress, so richtig. Die anderen konnten es wirklich nicht verstehen. Erst, seit die Person eine Diagnosw hatte, wurde sie einigermaßen ersnt genommen und sie muss nicht zusätzlich gefühlte 158 Überredungsversuche über sich ergehen lassen.

Diagnose kann helfen. Und wenn es nur mit der Kommunikation mit anderen ist.

Grüße
Häretiker
 
Der Betroffenen Person hilft die richtige Diagnose immer. Aber niemand sollte genötigt werden seine Diagnose zu nennen, nur um nicht Abgewertet zu werden.
 
aber in den meisten Fällen zutreffend.
(Dromeus)
Vermutlich weil man in den meisten Fällen von sich auf andere schließt.
;-)
Abhilfe gibs vielleicht beim Lernen einer neuen Sprache, am besten in einem ungewohnten Schriftsystem, etwa Altgriechisch oder Mandarin - und nebenher vielleicht auch etwas Demut.

Solche Menschen sagen in der Regel: "Das kann ich nicht" Erst wir müssen ihnen beibringen, dass das Wort "noch" davor gehört. Diese kleine Wörtchen zwingt den Menschen zum üben... :-)
Zumindest ist das ermutigender und motivierender als ihm zu sagen: Du bist einfach zu faul, peng, aus. :dizzy:

Es wäre so schön, wenn hier jemand der den Mut hat so ein Problem zu benennen, als Reaktionen nur Vorschläge bekämen wie man es doch noch lernt. Und die denen es ähnlich geht, sich auch noch melden, weil es immer hilft nicht alleine zu sein. Und alle die glaube solch Schwierigkeiten dürfte es nicht geben, sollten verstehen, das es besser ist still zu sein, wenn sie nicht konstruktiv beitragen können.
Volle Zustimmung. Ich denke, jeder ernsthafte Versuch, sich trotz seiner Schwierigkeiten damit eine Fertigkeit wie Notenlesen anzueignen, verdient Respekt - auch wenn manche diese Probleme nicht nachvollziehen können. Dem einen fallen solche Dinge eben leichter, dem anderen schwerer - es sollte nicht erst einer "Diagnose" bedürfen, um das zu realisieren. (Kompliment übrigens - Deine Legasthenie merkt man Deinen Texten nicht an!)
 
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Ist Diagnose jetzt das neue Wort für Respekt und Toleranz?
Um das Beispiel von @Häretiker zu nehmen. Auch ohne Führerschein sollte man unbedingt respektieren, dass nicht alle Menschen an dem Spass haben, an dem ich welchen habe.
Jedereres von uns hat irgendwo eine "Diagnose", etwas, wo wir anders sind als 95% der Menschen.
Insgesamt ergibt sich ein Bild der Gesellschaft, wie wir es eigentlich sind:
Schlaue, Dumme, Einfühlsame, Pragmatiker, Melancholiker, Choleriker, Phlegmatiker, Dicke, Dünne, Große, Kleine, Männekes, Fräuekes, alles dazwischen...
Wenn wir nur mit medizinischem Schein verschieden sein dürfen, dann tut mir unsere Gesellschaft leid.
Tut sie eigentlich schon jetzt...
 
Was mich mal interessieren würde: welche Lernwege (Notennamen, Verortung auf der Tastatur/im Liniensystem) wurden denn bisher beschritten und funktionierten (warum) nicht?
Ein "hab ich zwei Tage lang ausprobiert, ging nicht, deshalb aufgehört" kommt öfter vor, als einer Lehrperson lieb sein kann, führt aber leider in der Musik nicht wirklich zum Ziel.
 
@Daina, da haben wir zeitgleich geschrieben...
 
@Tastatula: Scheint wohl so. :-)
 
Der Betroffenen Person hilft die richtige Diagnose immer. Aber niemand sollte genötigt werden seine Diagnose zu nennen, nur um nicht Abgewertet zu werden.
Das sehe ich anders. Wenn hier jemand mit einem Problem kommt und Hilfe besnsprucht, muss eine Diagnose natürlich genannt werden, damit die Helfenden nicht im Nebel stochern. In der Schule muss ich als Lehrer doch auch die Hintergründe kennen, wenn jemand gravierende Schwierigkeiten z.B. mit Textinterpretation hat. Wenn ich weiß, dass dies am Asperger-Autismus liegt, kann ich Lösungen finden, sonst nicht so ohne Weiteres.

Das ist eine Frage der Fairness.
 

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