Klavier zu klein und Lehrerauswahl

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Marieke

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Hallo,
dieses ist mein erster Beitrag und ich komme mal gleich mit 2 Fragen.
Ich fange ganz neu an mit Klavierspielen und auch sonst mit der Musiktheorie. Bin 48 Jahre alt. Nun bin ich gerade dabei mir eine Klavierlehrerin zu suchen.
Ich hatte bisher 3 Probestunden bei 3 versch. Lehrern. Überall war das klavier für meine Beine zu niederig. Mein Klavier wurde umgebaut (Kawai C65) und um 7 cm erhöht.
Nun zu den Fragen:
Sollte ich mir wegen d. Passproblem unbedingt eine Lehrerin suchen die zu mir kommt? Ich fühle mich nicht wirklich wohl an den zu kleinen Musikinstrumenten, keine Ahnung wie das mit den Pedalen mal werden soll.
Sollte die zukünftige Lehrerin unbedingt "Klavier" studiert haben oder reicht es auch, wenn sie Musikpädagogin für ein anderes Instrument ist, mir aber Klavierunterricht geben würde? Soweit ich das bisher beurteilen kann, finde ich es schon wichtig, dass eine pädagogische Vorbildung besteht. In diesem Fall Studium Musikhochschule.
Ich danke Euch für Eure Mühe mir zu antworten.
 
hasenbein

hasenbein

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Wenn Du nix Vernünftiges lernen willst und Dir Ungünstiges angewöhnen willst, dann "reicht" sicherlich alles Mögliche.

Hast Du aber auch nur den Hauch eines Anspruchs an Dein Vorhaben - daß, wenn Du schon Geld dafür ausgibst, auch was dabei rauskommen soll und Du wirklich Spaß haben willst und wirklich was lernen willst - dann MUSST Du nicht nur einen studierten und erfahrenen Lehrer nehmen, sondern einen der leider seltenen, die gut unterrichten.

Hast Du hier im Forum mal ein bißchen rumgelesen? Dann weißt Du, daß die meisten KL schlecht sind.

Gute KL kommen in aller Regel nicht ins Haus und sind nicht billig. (Höchstens preiswert, was, wie Du sicherlich weißt, was ganz anderes ist.)

Wenn das mit der Klavierhöhe so ein Megaproblem ist (habt Ihr denn auch mit der Sitzhöhe rumprobiert??), dann wäre noch ein Sonderdeal möglich, daß Du einen guten Lehrer per Sonderzuschlagszahlung überredest, doch zu Dir nach Hause zu kommen.

Keine Studenten, keine Nichtdiplomierten, keine Anderes-Instrument-Spieler-die-auch-Klavier-unterrichten, keine x-beliebigen osteuropäischen Tanten, keine Spießer-Omas mit Rosina-Wachtmeister-Bildern überm Klavier, die nach Klavierschule unterrichten.

LG,
Hasenbein
 
Alter Sack

Alter Sack

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Hallo Marieke,

willkommen bei Clavio. Ich hatte das gleiche Problem. Schau dir mal den alten Thread an: Klavier zu klein...
Nun habe ich neues Instrument (Kawai CA13) und wieder Rückenschmerzen. Ich überlege gerade das Kawai ebenfalls zu erhöhen, vielleicht hilft das ja. Kannst du vielleicht ein Bild von deinem Umbau posten?

LG,
der alte Sack
 
rolf

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ich verstehe nicht, warum man Klaviere oder Flügel als "zu klein" oder besser gesagt "zu niedrig" empfindet: nirgendwo gibt es die Anweisung, dass beim sitzen am Instrument die Knie unter den Tasten sein müssten! Also je größer man ist, umso weiter weg sollte man sitzen und sich halt nötigenfalls (mit geradem Rücken) etwas vorbeugen.
(also man muss schon ein mindestens 1,95m Hüne sein, um mit normaler Flügelgröße nicht zurecht zu kommen)
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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Oder man platziert sich wie Glen Gould. :)


So recht kann ich das Problem auch nicht verstehen.
 
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Moderato

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Ich bin auch überrascht, daß die Unterschiede der Tastenebene doch merkbar sind.
Steinway Klavier 125 von 1990: 75 cm
Ibach-Flügel 183 von 1977: 71 cm,
dieses wird aber bei mir durch Piattino Untersetzer am Flügel um 2 cm erhöht, sodaß mir der Unterschied nicht so auffiel. 71 cm können bei zu dicht dran sitzenden Menschen tatsächlich knapp werden.
 
hasenbein

hasenbein

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Das ist nicht richtig, Rolf.

Wenn man sich, um überhaupt spielen zu können, vorbeugen muss, dann sitzt man zu weit weg.

Denn die Muskeln insbesondere des Rückens müssen die ganze Zeit schuften, um den Oberkörper in dieser Position zu halten.Von freier Beweglichkeit, die erforderlich wäre für ein differenziertes Spiel, bleibt da wenig übrig.

Man muß entfernungsmäßig immer so sitzen, daß die entspannt aufgerichtete Position des Oberkörpers sozusagen die "Nullstellung" ist und daß man auch gut spielen kann, wenn man sich mal zeitweise vorbeugt (z. B. wenn beide Hände "außen" spielen) oder auch mal zurücklehnt a la Kempff.

Eine Position, bei der die Knie vor dem Spieltisch sind, wäre nur bei extremen Sitzriesen (also sehr langer Oberkörper, gleichzeitig sehr kurze Beine) überhaupt denkbar.

Tatsache ist, daß die heutigen Klaviere und Flügel nicht für die Körpergröße typischer Bewohner westlicher Länder gemacht sind, sondern aus Tradition immer noch für die Größe von Menschen vor vielen Jahrzehnten.

(Kein Anlaß, jetzt Buhuhu zu schreien, weil doch angeblich Steinways in jeder Hinsicht perfekt konstruiert seien... :D)

LG,
Hasenbein
 
Dreiklang

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Da bin ich jetzt einmal gespannt, denn in einigem bin ich durchaus Hasenbein's Meinung:

Wenn man sich, um überhaupt spielen zu können, vorbeugen muss, dann sitzt man zu weit weg. (...)

Denn die Muskeln insbesondere des Rückens müssen die ganze Zeit schuften, um den Oberkörper in dieser Position zu halten. (...)

Man muß entfernungsmäßig immer so sitzen, daß die entspannt aufgerichtete Position des Oberkörpers sozusagen die "Nullstellung" ist und daß man auch gut spielen kann, (...)
Darüberhinaus finde ich: die etwas weiter entfernte Sitzposition (Knie nicht unter den "Spieltisch" geschoben), die man so gut wie immer bei Konzertpianisten sieht, dient dazu, daß man eben durch seitliche Bewegung des Oberkörpers gut in den äußeren Extremlagen der Klaviatur spielen kann. Wenn man die Knie teilweise unter den Spieltisch schiebt, fällt das Spiel in den Extremlagen der Klaviatur schwerer, und das will man nicht.

Ich weiß, daß auch Klavieranfänger dazu angehalten werden, die Knie gar nicht erst unter den Spieltisch zu schieben. Solange man nicht in Extremlagen spielt, sollte das allerdings kein Problem sein. Dann hat man's doch leichter damit, in der "Anfänger-Mittellage" der Klaviatur zu spielen. Wenn man auch nur etwas weiter oder zu weit weg sitzt (einhundertprozentige Zustimmung an hasenbein!) dann müssen die Muskeln speziell im unteren Rückenbereich überproportional stark ackern, um die Körperposition beizubehalten. Was dem Rücken nicht sehr gut tut, und dem Klavierspiel letztlich auch nicht unbedingt.

Richtig, falsch, Spinnerei...? ;)

Vielen Dank für eine Antwort
Dreiklang

hm, und wie ich das hinkriege, entspannt und mit Knien teilweise unter dem Spieltisch relaxt in jeder Lage der Klaviatur zu spielen, muß ich mir noch überlegen, ob ich das hier poste
 
LMG

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Hi all,

interessant..!

Hmm, hab nur ein paar subjektive Eindrücke und grobe Messungen zu meinen beiden Klavieren ( also nicht FLÜGELN ) anzubieten - was etwas "untergeht" in den Messungen ist der Punkt "Pedal": Da sollte man zu 100 % drauf achten, dass dieses nicht wegen zu weit untergeschobener Beine nur von oben "gestampft" werden kann, sondern: Wie beim Autofahren das Gaspedal: Muss immer feinst dosierbar sein. Das geht aber nur, wenn Fuß nicht von oben auf Pedal ballert, sondern schräg angesetzt und angenehm und unangestrengt am Pedal liegt - mit Hacken auf Boden.

OK:

Hab mich also mal in der für mich angenehmsten Position vor beide Klaviere gesetzt (Rud. Ibach Sohn und Asien-Kiste "Eterna" ), wobei, bei manchen Stücken ändere ich vor Beginn die Position etwas, also hier nur ungefähre Messungen und grob:

Bin 1,83, ansonsten rel. "normal" gebaut, denk ich.

Messung mit Bandmaß "Ibach":

a ) Höhe Boden - Spieltischunterkante: 66 cm
b ) Entfernung Stuhl - Spieltischvorderkante: ca. 20 cm
c ) Entfernung Stuhl - rechtes Pedal (von zweien): ca 42 - 43 cm
d ) rechtes Knie etwa 9 cm unter Spieltisch
e ) Raum ( "Luft" ) zwischen Knie und Unterseite Spieltisch: ca. 5 cm
f ) Tiefe Spieltisch ( also bis er hinten an diese Fläche kommt) : ca. 29 cm


*********

Messung mit Bandmaß " Asien-Kiste, Eterna":

a ) Höhe Boden - Spieltischunterkante: 62,5 cm
b ) Entfernung Bank - Spieltischvorderkante: Fast 28 cm !
c ) Entfernung Bank - rechtes Pedal ( von dreien ) : ca. 44 cm
d ) rechtes Knie schließt räumlich fast mit Spieltischvorderkante ab, oder ist ca. 2 cm weit
untergeschoben.
e ) In diesem Fall wäre: Raum ( "Luft" ) zwischen Knie und Unterseite Spieltisch: ca. 3 cm.
f ) Tiefe Spieltisch ( also bis er hinten an diese Fläche kommt ): Ca. 24 cm.


Insgesamt kann man also an beiden Instrumenten gut sitzen, und auch bequem, wenngleich natürlich das Ibach-Dingens ein bisschen "luftiger" gestaltet ist, wie man sieht.

Wichtig ist auf jeden Fall, so finde ich: Nicht verkrampft sitzen, und: Wenn man was höhenverstellen - oder umbauen kann, wenn es absolut nicht auszuhalten ist: hmm, warum nicht ?

LG, Olli ! ;)
 

rolf

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Wenn man sich, um überhaupt spielen zu können, vorbeugen muss, dann sitzt man zu weit weg.
das ist jetzt ein klassisches Dilemma, denn sehr viele (die auch noch relativ normal gebaut sind) die saugut spielen können, halten sich nicht an deinen Ratschlag... was kann man da tun? ;)

zu nah an den Tasten sitzen ist jedenfalls sehr ungünstig - sitzt man so, dass man die Klaviatur recht gut überblicken und mit beiden Händen überall hinfassen kann, ohne sich wie ein Wurm zu krümmen oder kilomaterweit aufm Arsch über die Klavierbank rutschen zu müssen, dann isses ok (und noch mehr ok isses, wenn man nicht zu hoch sitzt)
 
hasenbein

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Ich habe geschrieben "in aller Regel".

Und wenn ich mich recht entsinne, hatten wir zwei Hübschen schon einmal eine angeregte Diskussion, in der ich meinen Finger in die Lücken Deines Unterrichts pikste, Du natürlich beleidigt warst und zur Verteidigung u.a. vorbrachtest, daß nun mal die Bedingungen, unter denen Du arbeitest, schwierig seien und deshalb manches nun mal nicht besser ginge. Oder so.

Korrigiere mich, wenn ich da falsch liege.

LG,
Hasenbein
 
Dreiklang

Dreiklang

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[das Pedal] Muss immer feinst dosierbar sein. Das geht aber nur, wenn der Fuß nicht von oben auf Pedal ballert, sondern schräg angesetzt und angenehm und unangestrengt am Pedal liegt - mit Hacken auf Boden.
Manche Pianistinnen leben allerdings auch ihr Faible zu Stöckelschuhen beim Spielen am Instrument hemungslos aus... ;)

Ansonsten ist das natürlich wahr, was Du schreibst. Bei mir zum Beispiel (Digitalpiano) sind die drei Pedale ein eigener kleiner Kasten, der dann per Kabel hinten am Gerät angestöpselt wird. Den kann man plazieren, wo man möchte - paßt also immer. So Sachen können "es" (das Klavierspiel) etwas leichter machen.

Allerdings wandert der Kasten mit der Zeit langsam auf dem Teppich, und alle heiligen Zeiten drückt man dann am Anfang auf's falsche Pedal :)
 
Dreiklang

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Lieber rolf,

das ist jetzt ein klassisches Dilemma, denn sehr viele (die auch noch relativ normal gebaut sind) die saugut spielen können, halten sich nicht an deinen Ratschlag... was kann man da tun? ;)

zu nah an den Tasten sitzen ist jedenfalls sehr ungünstig - sitzt man so, dass man die Klaviatur recht gut überblicken und mit beiden Händen überall hinfassen kann, ohne sich wie ein Wurm zu krümmen oder kilomaterweit aufm Arsch über die Klavierbank rutschen zu müssen, dann isses ok (und noch mehr ok isses, wenn man nicht zu hoch sitzt)
Vielen Dank für diese umfassende Antwort. Das ist wohl die einzigste und richtigste, die man dazu geben kann. Jetzt ist das für mich auch (endlich) geklärt ;)
 
Marlene

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Ich bin 173 cm groß und sitze so dass meine Knie und der Spieltisch in einer Höhe sind (also ich habe meine Knie nicht unter diesem). Ich sitze völlig aufrecht wenn ich in Mittellage spiele. Wer größer ist müsste dann seine Beine erst recht außerhalb des Spieltisches positionieren können.

hm, und wie ich das hinkriege, entspannt und mit Knien teilweise unter dem Spieltisch relaxt in jeder Lage der Klaviatur zu spielen, muß ich mir noch überlegen, ob ich das hier poste
Dreiklang, wenn ich mich richtig erinnere, dann beschäftigst Du Dich mit Modellbahnen.
Du hast doch wohl nicht die Schienen einer Gartenbahn hinter Deinem V-Piano auf den Boden geschraubt und saust mit der Klavierbank nach rechts und links, geführt von den Schienen? :D

Aber Da Du es schon erwähnt hast und auch Deine Überlegung es uns mitzuteilen: Lass uns doch bitte teilhaben an Deiner Lösung für dieses Problem.
 
Dreiklang

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Lass uns doch bitte teilhaben an Deiner Lösung für dieses Problem.
Sehr einfach: ein selbstgebautes flaches Podest, das die Klavierbank seitlich verschiebbar macht (auch während des Spielens). Ich war die Schwierigkeiten, die das Spielen in den Extremlagen der Klaviatur mit sich bringt, und die unlösbaren Kompromisse bezüglich Sitzposition, irgendwann einfach leid...

Schönen Gruß
Dreiklang
 
 

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