Klavier vs. Flügel- Frust! Legt sich das?

Habe auf meinem beträchtlichen Lebensweg auch diese Erfahrungen gemacht. Zeitweise hatte ich alle drei Möglichkeiten zur Auswahl. Dann steht das Klavier nur herum. E-Piano-Spiel macht pianissimo-Spiel einfacher, als es auf dem Flügel ist und wenn man wechselt, ist man auf dem Flüge zunächst zu laut. Außerdem: Halbpedal geht damit nicht (gibt aber möglicherweise mittlerweile Modelle, die das können). Ich habe kürzlich ein Hochpreisklavier getestet. Der Anschlag dieses Klavieres war erheblich besser, als bei den Klavieren niedrigerer Preissegmente von derselben Firma (möchte ich nicht nennen). Auch Repititionen gingen damit besser. Natürlich ist ein Flügel das Non-plus-ultra. Aber, wie schon auch von anderen Usern erwähnt, bei den Klavieren gibt's große Unterschiede.
 
Es gibt von Steingraeber ja die SFM Mechanik. Bei der ist das auch so wie beim Flügel, dass man die Tasten nicht erst ganz loslassen muss, um neu anschlagen zu können. Allerdings sind Steingraeber Klaviere ja nicht gerade die Billigheimer aus dem Schäppchenparadies.
 
Ich würde tatsächlich wie bereits erwähnt mehrere Flügel anspielen.

spielbare Flügel kriegt man teilweise hinterher geschmissen. Ich habe für meinen 200 EUR bezahlt. Habe dann noch ca 500 EUR in Stimmen, Intonieren und Regulieren investiert und das Teil ist der Hammer! 130 Jahre alt und ein Sound zum dahinschmelzen... Finde die "alten" ohnehin schöner. Damals hat man noch aus den Vollen geschöpft und Hölzer verwendet, bei denen heute der Hofreiter ne rote Birne kriegen würde.. und technisch stehen diese den heutigen kaum nach. Gut, 200 EUR war auch echt ein Schnapper... das war echt Glück. Aber sieh dich mal um. Auch wenn die äußerlich mal nicht mehr so fabelhaft aussehen, kann drinnen noch echt was gehen. Würde natürlich bei in Frage kommenden Kandidaten einen Klaviertechniker oder Klavierbauer mitnehmen. Allein schon wegen Resonanzboden und Stimmstock und Stege und so. Aber ich würde sagen, man kann einen vernünftigen, spielbaren Flügel schon für unter 2000 EUR problemlos von Privat bekommen. Die Zeitungen sind voll. Haushaltsauflösungen oder Erbe.. Die wollen die Dinger oft einfach nur los werden. Man muss nur die Augen offen halten. Und du hast ja keinen Zeitdruck.
Ich denke, dass dein Problem nicht wirklich weg gehen wird.
Ich habe ein halbes Jahr lang den Flügel UND ein Klavier gehabt. Habe natürlich nur noch auf dem Flügel gespielt. Aber ab und an habe ich mich mal ans Klavier gesetzt. Geht gar nicht. Schwergängige Mechanik, die Pedale konntest du gefühlt in den Keller treten. Schnelle Passagen war unspielbar. Das ist natürlich eine Frage der Gewöhnung. Wenn man sich so schnell an die Mechanik eines Flügels gewöhnt hat, ist es wahrscheinlich nicht so einfach sich wieder umzugewöhnen.. Aber es gibt auch sehr gute Klaviermechaniken. Ich habe Unterricht bei meiner Lehrerin auf einen Schimmel Klavier bekommen. Und das gefiel mir immer sehr. Kommt halt auch drauf an. Was Händler gerne machen, billigste China Kacke mit ihrem Firmenlogo zu überkleben und so zu tun, als hätten sie die gebaut.. Von wegen Made in Germany und so.. die werden dann gerne vermietet. Die kann man natürlich nicht Schimmel oder Grotrian oder so vergleichen.
 
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spielbare Flügel kriegt man teilweise hinterher geschmissen. Ich habe für meinen 200 EUR bezahlt. Habe dann noch ca 500 EUR in Stimmen, Intonieren und Regulieren investiert und das Teil ist der Hammer! 130 Jahre alt und ein Sound zum dahinschmelzen...

Ich frage mich dann schon, mit was Du das verglichen hast. In meinen 130 Jahre alten Flügel habe ich mittlerweile eine erhebliche 5stellige Summe investiert, um daraus tatsächlich einen Hammer zu machen. Bisher konnte mir auch noch kein Experte aufzeigen, was ich da wie hätte anders machen sollen, um es deutlich preiswerter hinzubekommen.

Stell mal eine Aufnahme von Deinem Hammer ins Forum, damit wir wissen, von was Du redest.
 
Ich frage mich dann schon, mit was Du das verglichen hast. In meinen 130 Jahre alten Flügel habe ich mittlerweile eine erhebliche 5stellige Summe investiert, um daraus tatsächlich einen Hammer zu machen. Bisher konnte mir auch noch kein Experte aufzeigen, was ich da wie hätte anders machen sollen, um es deutlich preiswerter hinzubekommen.
Klar. Ich meine ja auch spielbar und nicht neuwertig.
Mein Flügel hat einen hammer Klang. Von natur aus schon. Ich meinte damit, dass ich Glück hatte so einen erwischt zu haben. Das ist wohl nicht so gut formuliert gewesen.
Langfristig muss der natürlich auch restauriert werden. Ich werde einen fünfstelligen Betrag hinlegen müssen. Die Restaurierung des Gehäuses kostet ja schon 5000. Die Mechanik wird gemacht und die akkustische Anlage.
Aber so wie er jetzt da steht, kann man darauf vernünftig spielen und der Klang ist wirklich toll.
 
Ich sag ganz ehrlich: diese uralten, unrestaurierten und ausgespielten Flügel sind mir ein Graus. Da würde ich jeden Yamaha-Flügel mit hartem Anschlag und Klang zum Üben bevorzugen. Denn wenn man auf so einem Instrument etwas Schönes hinbekommt, dann schafft man es auf einem Steinway oder Fazioli mit Leichtigkeit.
LG,
NaMu
 
Es gibt Digitalflügel mit kompletter Flügelmechanik und digitaler Klangerzeugung (z.B. Yamaha Gran Touch oder die neueren Avant Grand, von Kawai gibt es auch welche, habe vergessen wie die heißen). Da hast du zumindest eine adäquate Mechanik unter den Fingern. Ich kenne den einen oder anderen Profipianisten, der damit für zuhause gut klar kommt. Gebraucht wäre sowas vielleicht erschwinglich.



LG

TJ
 
. Da würde ich jeden Yamaha-Flügel mit hartem Anschlag und Klang zum Üben bevorzugen
naaaajaaaa.... also ein gut erhaltener Flügel eines Premium Herstellers aus der Zeit zwischen 1900 und 1940 ist mit absoluter Sicherheit einem neuen GB1 zu beforzugen. Es kommt immer auf den Zustand an. Das kann ja so nicht pauschalisieren. So eine alte Gurke, die wirklich am Ende ist .. OK sehe ich genauso ... Aber wenn die gut erhalten sind und regelmäßig gepflegt und gewartet wurden, sind die immernoch super Flügel obwohl die Restauration noch bevor steht.
 
naaaajaaaa.... also ein gut erhaltener Flügel eines Premium Herstellers aus der Zeit zwischen 1900 und 1940 ist mit absoluter Sicherheit einem neuen GB1 zu beforzugen. Es kommt immer auf den Zustand an. Das kann ja so nicht pauschalisieren. So eine alte Gurke, die wirklich am Ende ist .. OK sehe ich genauso ... Aber wenn die gut erhalten sind und regelmäßig gepflegt und gewartet wurden, sind die immernoch super Flügel obwohl die Restauration noch bevor steht
Natürlich kommt es auf den Zustand an. Aber ein Flügel für 200 Euro wird nicht in einem super Zustand sein.
Und dieser erwähnte Flügel ist ja auch aus dem Jahr 1890, nicht von 1940.
Da wäre mir zum Üben tatsächlich jeder Yamaha lieber.
 

Alter Flügel ist nicht gleich alter Flügel - so manch ein altehrwürdiges Instrument von um die Jahrhundertwende (so um 1900) stellt selbst im Originalzustand noch so manch neues Kasterl in den Schatten.
 
Befinden sich tatsächlich zwei Resonanzböden im Flügel, @Henry? Falls ja (was ich mir eher nicht denken kann), was bewirkt diese Anordnung?

Es handelt sich hierbei um Stegbrücken welche mit einem zusätzlichen Resonanzboden ausgestattet waren und Schall Löcher besaßen, was dem Ton einen noch sehr viel voluminösen Klang verleiht.
 

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