[Klavier] Gerissener Resonanzboden schlimm?

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zebra fruit

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Guten Abend Clavio-Community,

wie man im Titel schon erkennen kann, habe ich einige Fragen bezüglich eines Klaviers mit gerissenem Resonanzboden.

Und zwar würde ich ein Klavier geschenkt bekommen, welches noch gespielt werden kann, allerdings der Resonanzboden gerissen ist.
Wie teuer wäre denn die Reparatur dafür?
Würdet ihr das Klavier annehmen? (Ich habe bisher nur ein billiges Keyboard aus dem Supermarkt und kann auch nicht sonderlich gut spielen :P)
Und wie sieht es mit dem Transport aus? - Ich könnte aus der Firma meines Vaters einen Fiat Ducato besorgen. Kann mann dann das Klavier einfach sichern und transportieren oder wird das schwerer, als ich das erwartet habe :)


Danke für euere Antworten,
Robin :)
 
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Klavierretter

Klavierretter

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Hallo Robin,
es wäre gut, wenn du ein paar Fotos einstellen könntest. Es gibt solche und solche Risse ;) die einen machen überhaupt keine Probleme, sollten aber beobachtet werden und andere, die richtig Probleme machen (vor allem, wenn sich die Rippen anfangen zu lösen).
Viel wichtiger allerdings ist der Zustand des Stimmstockes... denn damit entscheidet sich, ob das Klavier überhaupt stimmbar ist. Und wenn der hinüber ist, lohnt sich eine Reparatur meist nicht mehr.
Du siehst also, so pauschal aus der Ferne kann man nichts sagen. Mit Hilfe einiger aussagekräftiger Bilder geht es dann schon etwas besser.
Das Beste ist allerdings, Du suchst Dir einen Fachmann in der Nähe, der sich das Klavier mal anschautund Dir dann sagt, ob man es wieder vernünftig spielbar hinbekommt... reparieren läßt sich grundsätzlich alles... nur lohnt es sich manchmal (eher oft) überhaupt nicht ;)
LG
Georg
 
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klavierbau

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Hallo Robin,

mach dich wegen eines Resonanzbodenrisses nicht verrückt. Dieses Thema wird völlig überbewertet. Risse sind nach etlichen Jahren völlig normal und die meisten alten Klaviere und Flügel sind davon betroffen. Man muss über die gesamten Jahre das Instrument schon einer ziemlich konstanten Luftfeuchtigkeit aussetzen, um die Risse zu vermeiden. Das ist in den meisten Haushalten nicht gegeben.

Aber wie Georg schon richtig geschrieben hat gibt es solche und solche Risse. Kritisch sind Risse, die für eine Klangverfälschung sorgen. Z.B. weil sie unter den Stegen durchlaufen und dieser gelöst ist oder sie Nebengeräusche verursachen, die man nur durch das Ausspänen des Risses weg bekommt. Solange dein Klavier vernüftig spielt, dein Klavierstimmer keine Probleme beim Stimmen feststellt und du auch keine Nebengeräusche beim Spiel wahrnimmst laß die Finger von der Reparatur.

Du musst dir darüber klar sein, dass das Klavier vollkommen zerlegt wird, wenn jemand an den Resonanzboden muss. Das bedeutet nachher ein Neubesaiten, neue Wirbel und der gesamte Zusammenbau plus Regulierung. Da kommt bei den deutschen Stundensätzen ein guter Betrag zusammen. Im schlimmsten Fall gibt es dann keine größeren Wirbel mehr, weil schon die größten verbaut sind und schon geht die Arbeit am Stimmstock los.

Zum Vergleich, ich habe einen Steinway B Flügel aus 1901 mit einem gerissenen Boden. Der Flügel klingt wunderbar und hat ein enormes Volumen. Ich verbiete mir selber die Reparatur, sie würde dem Flügel mehr schaden als das sie etwas bewirken würde.

Also bleib ganz ruhig, stell das Klavier in die Ecke, laß es sich akklimatisieren (mind. 4 Wochen) und hol dir dann einen Klavierstimmer. Laß es aber nur Stimmen und sag ihm nichts von Rissen etc. Wenn etwas nicht stimmt wird er dich von ganz alleine drauf hinweisen.

Und jetzt hau erst mal richtig in die Tasten, viel Spaß.

VG
 
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