kein Verständnis für kompliziertere Stücke im Bekanntenkreis

  • Ersteller des Themas Mathias
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iLLumination-
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Zitat von Peter:
Das sehe ich ein wenig anders. Wenn jemandem ein Film zu kompliziert ist, dann sagt er mit Recht: "Hat mir nicht gefallen". Es macht wenig Sinn, einen Film 10 mal anzuschauen, nur, damit man ihn verteht und evtl. Gefallen daran findet. So ist das mit allem, Büchern, Bildern, sonstigen Kunstwerken.
Würde man jegliche Musik verstehen, sprich: mit den Augen des Künstlers betrachten, müsste man alles gut finden.

also meiner meinung nach hat das ganze auch mit vorurteilen und dem eigenen interesse an diese art von kunst zu tun. beispiel:

mein lieblingsfilm ist starship troopers. vor einigen jahren hatte ich ihn zum ersten mal gesehn und fand ihn cool, wegen den gewaltdarstellungen (jaja, da war ich in der 9. klasse^^). jetzt ist er mein lieblingsfilm wegen der moral und der message des filmes. man mag meinen, dass die gewaltdarstellungen übertrieben und unnötig seien, aber das sind sie eben NICHT, sie sind erforderlich, um die moral des filmes zu verstärken und sie erst richtig rüberzubringen.

was ich damit sagen will ist, dass man durch vorurteile oder andere interessen, einfach nur oberflächlich etwas bewertet. um etwas dann ganz zu verstehen, sollte man es schon öfters gesehen/gehört haben
 
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BillaBogen
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Leben und leben lassen

Nicht jedem muss meine Musik gefallen.
Mir persönlich reicht es schon, wenn mich die Menschen mit meinen "Spleens", meiner Art zu leben, akzeptieren.

Nicht jedem muss die Musik gefallen, die ich liebe.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und in dem Moment, da ich jemanden von besserem Geschmack überzeugen will, stelle ich mich über ihn.

Ich stehe gern neben Menschen, genieße unterschiedliche Ansichten, heiße Diskussionen, ein Leben miteinander. Keiner ist MEHR, keiner WENIGER.

Vielleicht hat mich hierin Taizé ein bisschen geprägt. Alle waren eins im gesungenen Gebet. Unabhängig von Glaube, Herkunft und Beruf.

Leben und leben lassen. Ist das schön!
Billa
 
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Wu Wei
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@ BillaBogen,

du vermischst aber hier ethische und ästhetische Betrachtungsweisen: Dass Toleranz gegenüber den Mitmenschen geboten ist, macht die Unterscheidung von Kunst und Kitsch, von Tiefe und Flachheit etc. nicht überflüssig.
 
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Windir
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jap da hat wuwei recht ;>
 
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BillaBogen
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Ethik und Ästhetik?

@ Wu Wei und Windir - WWW... :wink:

ich wollte doch nur sagen, dass sich nicht jedem auf gutes Zureden die E-Musik erschließt.
Das erlebe ich selbst bei meinen Kindern. mein 19-jähriger findet die Musik, die ich liebe, selbst die, die ich spiele furchtbar und hört Hip Hop (und das ist noch die harmlose Musik). Mein Ältester liebt die alte Musik (Schütz etc.) aber auch Romantik, Taizé und die Wise Guys.

Ich habe versucht, meinen Kids Musik und Instrumente nahe zu bringen - doch wer weiß, was davon mal übrig bleibt. Dennoch müssen wir in einem Haus leben :wink:

Tja - wahrscheinlich bin ich beruflich etwas vorbelastet - daher ethisch mehr orientiert als ästhetisch... :?

Seid lieb gegrüßt
Billa :wink:
 
Dimo
Dimo
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mephisto walzer ist bspw das einzige werk in dem ein orgasmus vertont wird :)
Ich habe immer das ziemlich starke Gefühl, dass er das beim "Liebestraum" (Nr. 3) auch gemacht und einen recht konkreten Traum von Liebe vertont hat...

Lisztige Grüße
Tosca 8)
Sehe ich genauso (Seite 5).
Und hier Beispiel Nr. 3;)
("Ende" so gegen Minute 3:25)

Wäre eigentlich einen eigenen Thread wert...(ohne Altersbeschränkung:wink:
 
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Sulan
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Ich glaube, die Frage ist eher, wo man die Grenze zwischen Nicht-Verstehen und Nicht-Mögen ziehen will.

Ich mag zum Beispiel atonale Musik nicht. Ich habe die Grundregeln, denen diese folgt, zwar verstanden, aber ich mag sie genauso wenig wie ich Rap oder Hip Hop mag. Fehlt mir hier eventuell nur der Zugang zur Musik? Der Intellekt hat damit, denke ich, wenig zu tun, obwohl man sicherlich be denen, die "über den Tellerrand hinausschauen" ein genauer differenziertes Herangehen an die Musik vorfindet. Vieles ist sicher auch Prägung durch das soziale Umfeld. So kann ich mit Heavy Metal mehr anfangen als mit Hip Hop, weil viele meiner Freunde Metaller waren/sind.

Man sollte jedem überlassen zu sagen "mag ich nicht", auch wenn es eventuell nur bedeutet, dass er den Zugang zur Musik nicht findet.
 
R
Rachmaninov22
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Das meiste (etwas anspruchsvollere) was man versteht, interessiert einen. Nicht nur, weil man sich freut, anscheinend eine gewisse Intelligenz zu besitzen.

Wenn Jugendliche sagen, Politik, Wirtschaft, Philosophie interessiert sie nicht, sollte sie immer anfügen "...weil ich sie nicht verstehe".
 
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Wu Wei
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@ Haydnspaß & Sulan

Ihr habt mich beide anscheinend falsch verstanden: Ich habe damals Billabogen lediglich auf einen Kategorienfehler in ihrer Argumentation hinweisen wollen. Selbstverständlich ist es jedem unbenommen, welcher Form kreativer Produktion er sich hingibt. Es muss doch aber, auf einer anderen Ebene, einer Disziplin wie der Ästhetik gestattet sein, Differenzierungen vorzunehmen, um in der Vielfalt der Erscheinungen Orientierung zu bieten. Ich gebe natürlich Haydnspaß insofern Recht, als er mit den Begrifflichkeiten eventuell verbundenen Bewertungsanmaßungen entgegentreten will.
 
Ibächlein
Ibächlein
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Meiner Meinung nach sind es drei Aspekte, die hier eine Rolle spielen:
Gewohnheit, Verstehen, Emotionalität

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und es bereitet ihm Behagen, Musik zu hören, die er schon kennt - egal ob es sich unmittelbar um ein schon gehörtes Stück handelt oder nur um dasselbe "Strickmuster". Das ist vertraut und stellt weiter keine Anforderungen. (Damit will ich nicht in Abrede stellen, dass man sich natürlich auch mit einem oft gehörten Stück, dass man sehr gut kennt, immer wieder intensiv auseinandersetzten kann - aber das ist etwas anderes.)

Das Verstehen kann Zugang zu neuen, unbekannten Stücken erschließen. Wenn ich ein mir unbekanntes Stück mehrmals höre und dabei versuche seine Struktur zu erfassen, können sich musikalische Horizonte öffnen. - Aber diesen Schritt mag schon nicht mehr jeder mitgehen. Je weniger musikalische Erfahrung jemand hat, desto mühseliger ist es, sich auf Neues einzulassen.

Aber auch wenn ich mich damit auseinandergesetzt habe, muss das Stück noch nicht unbedingt gefallen. Ob mir ein Stück wirklich gefällt, ist auch davon abhängig, in welcher emotionalen Situation ich mich befinde. Also entweder, in welchem Zusammenhang mir Musik begegnet - es wurde ja schon auf Filmmusik hingewiesen, die ganz anders wirken kann als die Musik für sich, weil wir emotional mit dem Filmgeschehen beschäftigt sind. Oder es ist abhängig von meiner aktuellen Lebenssituation, dass ich gerade melancholische und ein andermal eher martialische Stücke bevorzuge. Weil Musik eine sehr stark emotionale Seite hat, trifft sie diese Seite natürlich auch im Menschen, und das muss harmonieren.

lg vom Ibächlein
 

Haydnspaß
Haydnspaß
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Ich gebe natürlich Haydnspaß insofern Recht, als er mit den Begrifflichkeiten eventuell verbundenen Bewertungsanmaßungen entgegentreten will.

Huch...? Was will ich...? :p

Ich wollte nur sagen, daß es durchaus große Kunstwerke gibt, die sehr kitschig sind, und daß es auf der anderen Seite "Kunstwerke" gibt, die zwar nicht kitschig sind, die ich aber auch nicht als Kunst bezeichnen würde.

Ach so, das meintest du... :rolleyes:

Ja, dann sind wir ja völlig einer Meinung :D
 
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Wu Wei
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... Ja, dann sind wir ja völlig einer Meinung :D
Nein, leider nicht. Traurig.gifNach meinem Verständnis kann Kunst nicht kitschig sein und umgekehrt, per definitionem. Vielleicht ist es zu eindimensional, Kitsch als das Gegenteil von Kunst zu bezeichnen – und die Grenzen zwischen beiden dürfen selbstverständlich individuell gezogen werden; aber Schnittmengen der beiden Begriffe halte ich für sinnlos. (Mal davon abgesehen, dass sich unter Umständen das eine "Genre" der Mittel des anderen bedienen kann.)
 
Haydnspaß
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Die ganze Spätromantik ist doch hochgradig kitschig. Trotzdem ist das doch Kunst. Oder nicht...?

Vielleicht gibts da religiös motivierte Antipathien. Die Furcht bzw. Abneigung gegenüber dem Kitsch ist doch vor allem im Protestantismus extrem ausgeprägt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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Sulan
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Kitsch liegt im Auge des Betrachters. Beispiel: Oma Lieschen ist davon überzeugt, dass ihre Porzellanengel, mit denen sie ihre Wohnung pflastert, Kunst sind. Der Rest der Welt dürfte davon überzeugt sein, dass es sich um Kitsch handelt. Gleiches gilt für Tante Gertrude, die begeisterte Malerin ist und ihre Wohnung mit eigenen Kunstwerken vollhängt, die den meisten Leuten einfach nur kitschig vorkommen. Ähnlich ist es auch mit der Spätromantik.

Sowohl Kunst als auch Kitsch sind also subjektive Definitionsfragen - auch wenn viele sogenannte Intellektuelle meinen, sie könnten allgemeingültig definieren, was Kunst ist und was nicht.

Für mich zum Beispiel sind Badewannen voller ranzigem Fett Sondermüll, andere definieren das als Kunst - Geschmackssache ;)
 
Guendola
Guendola
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Kitsch und Kunst gehen Hand in Hand. Kunst ist nicht immer großartig, es gibt auch unter den Künstlern Stümper, Geschmacksverirrte und warum sollte ein Genie nicht auch gefallen an Kitsch finden? Gerade Schumann ist - je nach Interpreten - oft eine Gratwanderung, was Kitsch betrifft, obwohl ich das eher Schmalz als Kitsch nennen würde, was vielleicht daran liegt, daß ich den Begriff "Kitsch" in der Musik ungewöhnlich finde.

Und wenn man bedenkt, daß Minimalmusik auch zur Kunst zählt, ist Kitsch in der Definition "zuckersüß und überladen" einfach das Gegenteil und könne somit zum Beispiel als "Maximalmusik" bezeichnet werden.
 
Ibächlein
Ibächlein
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Meiner Meinung nach ist Kitsch ein schlechtes Imitat von Kunst.
Oder :confused:

lg vom Ibächlein

P.S. Da haben jetzt einige gleichzeitig drüber nachgedacht.
 
Haydnspaß
Haydnspaß
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Ich dachte du wärest für "Spätromantik" :confused:

PS: Die berühmten fetten Kinderengel sind aus meiner Sicht perfekter Kitsch, trotzdem entstammen sie einem Kunstwerk

Es gab halt auch schon vor der Spätromantik Kitsch :)



Der Begriff „Barock“ entstammt der Portugiesischen Sprache, in der unregelmäßig geformte Perlen als „barocco“, d. h. „schiefrund“ oder „merkwürdig“ bezeichnet wurden. Dieser Begriff wurde im französischen Raum zuerst abwertend für Kunstformen gebraucht, die nicht dem herrschenden Geschmack entsprachen. Erst seit 1855 wurde er von Jacob Burckhardt im Cicerone mit positiver Bedeutung benutzt und Ende der 1880er Jahre als wissenschaftliche Zeitbestimmung in den Sprachgebrauch eingeführt.[1]


http://de.wikipedia.org/wiki/Barock
 
 

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