Kawai K3 oder älteres Schimmel 112 ???

H
holozaen
Dabei seit
27. Feb. 2012
Beiträge
20
Reaktionen
0
Hallo an alle Leser!

Meine Suche führt durch diverse Auf- und Ab's und nun wurde mir zum Neukauf (Kawai K3 oder Kemble 121) noch eine gebrauchte Alternative angeboten: ein Schimmel-Klavier, 112cm von ca. 1985. Das ältere Teil klingt sehr fein, sensibel. Doch es ist halt gebraucht; obzwar mit Garantie. Dennoch schwebe ich jetzt zwischen Neukauf und älterem Schimmel.

Vorteil der Japaner: höheres Gehäuse, Neu, guter Klang, Schwarzlack
Vorteil, Schimmel: inländische Produktion, guter Klang, Wertstabilität(?), günstiger da gebraucht

Ich freue mich über den ein oder anderen Tip

Grüße, Holzän
 
H
holozaen
Dabei seit
27. Feb. 2012
Beiträge
20
Reaktionen
0
Ja, schwer zu sagen:

Das Neuklavier ist recht "kantig" vom Anschlag, fest, solide.
Als Neuling weiß ich nicht, ob ich´s mit dem gebrauchten Schimmel wirklich vergleichen kann.

Das Schimmel 112 spielt sich butterig, weich; fast so, als ob die Tasten sich von allein bewegen. Liegt das nun am Alter (28 Jahre) und am genutzten Zustand oder ist das typisch für das Schimmel???

Und noch was: die geringere Bauhöhe von fast 10 cm… wäre das für Euch ein Kaufkriterium? Oder bietet das Schimmel dennoch genug Klangreserve?

Grüße an Alle,
Holozän
 
Tastenjunkie
Tastenjunkie
Dabei seit
6. Dez. 2011
Beiträge
1.282
Reaktionen
859
Ja, schwer zu sagen:

Das Neuklavier ist recht "kantig" vom Anschlag, fest, solide.
Als Neuling weiß ich nicht, ob ich´s mit dem gebrauchten Schimmel wirklich vergleichen kann.

Das Schimmel 112 spielt sich butterig, weich; fast so, als ob die Tasten sich von allein bewegen. Liegt das nun am Alter (28 Jahre) und am genutzten Zustand oder ist das typisch für das Schimmel???

Und noch was: die geringere Bauhöhe von fast 10 cm… wäre das für Euch ein Kaufkriterium? Oder bietet das Schimmel dennoch genug Klangreserve?

Grüße an Alle,
Holozän

Der leichtgängige Anschlag ist meiner Erfahrung nach typisch für Schimmel. Kawai ist dagegen für seine exzellente (hinsichtlich Preis-Leistungs-Verhältnis) und enorm präzise Carbon-Mechanik bekannt. Anschlagsmäßig würde ich Dir, gerade weil Du Anfänger bist, zu Kawai raten. Klanglich kannst Du nur selbst entscheiden, weil's Geschmacksache ist. Schimmel ist aus Deutschland, ok, aber in der mittleren Preislage sind die Schimmel-Klaviere jetzt wirklich keine Preziosen. Da wäre "Made in Germany" für mich kein Argument. Kawai ist mindestens genau so solide.
 
R
Rubato
Guest
Als ich erfahren habe, dass im Kawai Plastik ist, kam es für mich nicht mehr in Frage.

Trotz meiner Betrachtung zum Werkstoff aber eher aus emotionalen Gründen.

Ich wollte einfach den "gefühlsechteren" Werkstoff Holz in einem emotionalen Instrument wie einem Klavier.
Plastikmechanik ist für mich ein Schritt in Richtung Digi.

Wie siehst Du das bei den Tastenbelägen und beim Lack ?

Gruß
Rubato
 
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.127
Reaktionen
9.263
Ojehh, die Diskussion hatten wir schon mal. Inzwischen habe ich viele Gespräche mit wirklichen Fachleuten geführt und es sieht wohl so aus, dass hier Ratio und Emotion miteinander streiten. Die neuen Werkstoffe sollen wohl wirklich gut sein, aber die Konsumenten/Musiker sind emotional den alten Werkstoffen verbunden. Und weil das so ist, spielen sie dort dann auch tatsächlich besser. Selbst lächerliche Randbereiche dürfen da nicht verändert werden: Steinway hat wiederholt versucht, das in meinen Augen potthässliche Innenrimfurnier zu ändern (Sapeli, wird aber gerne als Mahagoni bezeichnet). Die Empörung war so groß, dass manche Konzertpianisten derartige Instrumente verweigerten!!!! Das sei kein echter Steinway - der hat innen Mahagoni (?) zu haben. Basta! ;-)

Aber manchmal hat auch der Verbraucher recht - wie beim Teflonbuchsen-Intermezzo, resp. -desaster von S&S NY ...

Ich mag die echten Stoffe auch lieber. Die haben einfach "Seele". Im Auto habe ich auch lieber Wurzelholz und Leder statt Alu und Plastik.
 
PianoCandle
PianoCandle
Dabei seit
15. Dez. 2009
Beiträge
1.327
Reaktionen
31
Ich mag die echten Stoffe auch lieber. Die haben einfach "Seele". Im Auto habe ich auch lieber Wurzelholz und Leder statt Alu und Plastik.

Hihi, fisherman. Wurzelholz im Auto? Achduliebezeit, diese verstümmelten formgeheizten Versatzstückchen aus mehr Lack als sonst was... das ist der Punkt wo es bei mir in die Gegenrichtung umkippt. Und ich Sympathie und Respekt kriege für zweihundertfünfzigprozentig durchdachte Kunststoff-Lösungen, die jemand wie Kawai kreiert.
Ich kenne es bisher so: die Kawai Styran-Mechaniken bieten eine Nuance mehr an Sattheit und Schlupffreiheit im Spielgefühl und auch ein Plus in puncto Regulierungs-Stabilität. Wenn die bei Kawai da dranbleiben, dann werden sie viele Freundinnen und Freunde gewinnen bei denjenigen, die Wert auf eine sehr dauerhaft präzise Spielart legen. Gar nicht dumm, das.

Gruß
Martin
 
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.127
Reaktionen
9.263
Martin: Bei Wurzelholz akzeptiere ich das Hochglanz-Dickschicht-Finish, weil Du nur so "Tiefe" bekommst - außer Du nimmst Schellack. Bei anderen Hölzern teile ich Deine Meinung. Was den Einsatz von modernen Werkstoffen angeht, so hat j.Gedan dazu sehr Interessantes geschrieben, das sich mit Deiner Aussage deckt. Weiß nur nicht mehr, wo ich das gefunden habe.
 
Tastenjunkie
Tastenjunkie
Dabei seit
6. Dez. 2011
Beiträge
1.282
Reaktionen
859
Lieber holozaen!

Wie Du siehst wirst Du hier von zahlreichen Professoren der Fachrichtungen Klavierbau, Klaviermaterialwissenschaft, Klavierlackwissenschaft, Klavierethik, Klaviersozio- und Klavierpsychologie maximal kompetent und vollkommen vorurteilsfrei beraten.

Nur falls Du den Überblick verloren hast: Mit den beiden Instrumenten, die Du im Visier hast, machst Du sicher nichts falsch (vorausgesetzt das gebrauchte Schimmel ist in einwandfreiem Zustand, was allerdings so sein dürfte, wenn der Händler Garantie gibt).
Der Schimmelklang hat sicherlich seinen Charme, ich persönlich würde den Anschlag der guten Kawai-Klaviere (und dazu gehört das K3) vorziehen, aber beides musst Du danach entscheiden, bei welchen Instrument Du das bessere Bauchgefühl hast (teste sie ruhig mehrmals und in Ruhe). Im Zweifel, nimm jemanden mit, der sich besser auskennt als Du (Klavierlehrer, erfahrenere Spieler...). Aber wie gesagt, beide sind gute Optionen.

Viel Erfolg!
 
PianoCandle
PianoCandle
Dabei seit
15. Dez. 2009
Beiträge
1.327
Reaktionen
31
Wie Du siehst wirst Du hier von zahlreichen Professoren der Fachrichtungen Klavierbau, Klaviermaterialwissenschaft, Klavierlackwissenschaft, Klavierethik, Klaviersozio- und Klavierpsychologie maximal kompetent und vollkommen vorurteilsfrei beraten.

OffTopic *Frotzelmodus ein*
Wie apart formuliert, Tastenjunkie! Und du bist dann also der soeben frisch in die Redaktion der Fachschaftszeitung gewählte Vordiplomand?
:o:cool::rolleyes:
*Frotzelmodus aus*
 
R
Rubato
Guest
Wie Du siehst wirst Du hier von zahlreichen Professoren der Fachrichtungen Klavierbau, Klaviermaterialwissenschaft, Klavierlackwissenschaft, Klavierethik, Klaviersozio- und Klavierpsychologie :D und darüberhinaus noch von einem Medizinmann :D maximal kompetent und vollkommen vorurteilsfrei beraten.

Dann kann sicherlich nix mehr schiefgehen ! Auch hier: Frotzelmodus ab jetzt wieder "aus" :razz:

Gruß
Rubato
 
Tastenjunkie
Tastenjunkie
Dabei seit
6. Dez. 2011
Beiträge
1.282
Reaktionen
859
... habe den Short-Cut für den Frotzelmodus vorhin nicht gefunden...
Bei soviel geballter Fachkompetenz sollten wir unbedingt einen Lehrbeauftragten und einen Dekan ernennen. :blues::blues::blues:
 
 

Top Bottom