Kawai CA-97 plötzliche Störgeräusche der Tastatur

  • Ersteller des Themas Gelöschte Mitglieder 29466
  • Erstellungsdatum
G
Gelöschte Mitglieder 29466
Dabei seit
11. Feb. 2021
Beiträge
14
Reaktionen
17
Hallo,

seit geraumer Zeit treten bei meinem CA-97 eine Art "knirschende Geräusche" auf. Diese sind so heftig das es beim Spiel in den hohen Lagen den Klang der Saiten sogar überragt. Es betrifft auch nicht alle Tasten, sondern fast nur Halbtöne.

Da das Piano schon 5 Jahre alt ist, entschloss ich mich den Korpus zu selbst zu öffnen und nachzusehen was da los ist. Bei dieser Gelegenheit wollte ich auch die Höhe einzelner Tasten korrigieren, da diese schon immer leichte Abweichungen hatten. Als die Tasten abgenommen wurden konnte ich direkt sehen was diese Geräusche auslöst. Es sind die Winkelbleche auf denen die Tasten gelagert sind.

Diese Bleche drücken so stark auf den Boden, so das es dann knarzt wenn diese beim Spielen nur ganz leicht bewegt werden. Das spielt sich tatsächlich nur im Mikrometerbereich ab, reicht aber aus um zu nerven. Hier hat höchstwahrscheinlich das werkseitig angebrachte Klebeband die dämmende Wirkung aufgegeben.
Dieses erkannte Problem lies sich zum Glück ganz leicht beheben indem nur ein geeignetes Mittel zur Regenation angebracht wurde. Seitdem herrscht tatsächlich wieder absolute Ruhe.

Was mir dann auch noch wichtig war, ist das Entfernen der "Sliptapes" obwohl diese noch einiger Maßen gut waren und sie durch etwas langlebigeres zu ersetzten. Das sowas werkseitig verbaut wurde ist mir eigentlich etwas fraglich bei dem hohen Anschaffungspreis des Pianos. Diese Tapes sind irgendwie nur eine Übergangslösung und müssen immer wieder mal getauscht werden. Dem wollte ich aus dem Weg gehen. Ich entschied mich daher für einen Filz als Neubelag.
Mit dieser Reparatur bin ich nun sehr zufrieden und die Tastatur spielt sich jetzt sogar besser als am Anfang und die Höhe der Tasten ist jetzt auch perfekt. Natürlich mussten dadurch aber auch einige der Hämmer leicht nachgestellt werden.

Insgesamt verbrachte ich mit diesen Arbeiten 3 ganze Tage, aber es hat sich wirklich gelohnt.

LG, Lumarus
 
Zuletzt bearbeitet:
Robinson
Robinson
Dabei seit
18. Jan. 2016
Beiträge
648
Reaktionen
357
Ganz herzlichen Dank für deinen Beitrag plus vidéo!
Bei mir exact die gleichen Probleme am CA 97.
Ganze drei Tage ohne Klavier sind schon hart in Pandemie Zeiten . Da werde ich wohl die Reparatur nocht etwas hinauszögern, wobei es mich schon nervt das Knistern und dass die d1- Taste schwergängig ist. Die Sliptapes habe ich schon seit Sommer daheim für den Austausch !.
Ich verschiebe auch aus dem Grund , weil ich mir gerne was Besseres zulegen möchte, aber der Lockdown hemmt alles.
Ich möchte dann das CA 97 in Zahlung geben und da kann es evtl. nachteilig sein wenn ich da schon was rumgeschraubt habe.
 
G
Gelöschte Mitglieder 29466
Dabei seit
11. Feb. 2021
Beiträge
14
Reaktionen
17
Je nach dem wie man es betrachtet. Wenn das CA-97 gut repariert ist und dies auch angegeben wird, könnte es beim Verkauf sogar eher gewinnbringender sein, als ein offensichtlicher, reparaturbedürftiger Zustand.
Auf der anderen Seite ist diese Instandsetzung schon etwas langwierig, macht aber auch Spaß wenn man das Ergebnis sieht. Aber die schon vorhandenen Sliptapes würde ich für etwas anderes besser liegen lassen.

Eigentlich wollte ich das CA vor wenigen Tagen auch noch verkaufen da ich es kaum spielte, aber durch den damaligen Anschaffungspreis war es mir dann doch zu schade um es einfach so wegzugeben. Zum Glück hatte ich alle für die Reparatur benötigten Materialien hier schon liegen und brauchte nix zu besorgen.

Das Öffnen und Reinschauen ist relativ einfach und auf YouTube ist sogar ein Video zu finden was alles abgebaut werde muss.
 
Robinson
Robinson
Dabei seit
18. Jan. 2016
Beiträge
648
Reaktionen
357
Hast auch wieder Recht.
Aber ich muss erstmal noch abwarten ob ich überhaupt das KAWAi NV 5 oder Aures oder oder oder ....... als gut befinde oder lieber dann noch die Neuerscheinungen die ja bestimmt auch bald kommen abwarten.
Mit den Mängeln komme ich mir vor wie an einem alten akkustischem Flügel.
Hat auch was :004::005:
 
G
Gelöschte Mitglieder 29466
Dabei seit
11. Feb. 2021
Beiträge
14
Reaktionen
17
Volle Zustimmung!:001:
Hätte ich damals schon geahnt, das derartige Probleme auftreten werden, hätte ich das Piano mit Sicherheit nicht gekauft aber da es jetzt schon mal da ist...
Auf der anderen Seite hat es mir über die vergangenen Jahre aber immer gut gefallen, denn die Tastatur und die verbaute Holzresonanzrückwand gefielen mir schon.

Hier sind noch übrigens noch einige Fotos der ganzen Aktion:
DSCF6980.JPGDSCF6981.JPG
 
Zuletzt bearbeitet:
Grobenm
Grobenm
Dabei seit
26. Sep. 2020
Beiträge
28
Reaktionen
10
Hallo,

seit geraumer Zeit treten bei meinem CA-97 eine Art "knirschende Geräusche" auf. Diese sind so heftig das es beim Spiel in den hohen Lagen den Klang der Saiten sogar überragt. Es betrifft auch nicht alle Tasten, sondern fast nur Halbtöne.

Da das Piano schon 5 Jahre alt ist, entschloss ich mich den Korpus zu selbst zu öffnen und nachzusehen was da los ist. Bei dieser Gelegenheit wollte ich auch die Höhe einzelner Tasten korrigieren, da diese schon immer leichte Abweichungen hatten. Als die Tasten abgenommen wurden konnte ich direkt sehen was diese Geräusche auslöst. Es sind die Winkelbleche auf denen die Tasten gelagert sind.

Diese Bleche drücken so stark auf den Boden, so das es dann knarzt wenn diese beim Spielen nur ganz leicht bewegt werden. Das spielt sich tatsächlich nur im Mikrometerbereich ab, reicht aber aus um zu nerven. Hier hat höchstwahrscheinlich das werkseitig angebrachte Klebeband die dämmende Wirkung aufgegeben.
Dieses erkannte Problem lies sich zum Glück ganz leicht beheben indem nur ein geeignetes Mittel zur Regenation angebracht wurde. Seitdem herrscht tatsächlich wieder absolute Ruhe.

Was mir dann auch noch wichtig war, ist das Entfernen der "Sliptapes" obwohl diese noch einiger Maßen gut waren und sie durch etwas langlebigeres zu ersetzten. Das sowas werkseitig verbaut wurde ist mir eigentlich etwas fraglich bei dem hohen Anschaffungspreis des Pianos. Diese Tapes sind irgendwie nur eine Übergangslösung und müssen immer wieder mal getauscht werden. Dem wollte ich aus dem Weg gehen. Ich entschied mich daher für einen Filz als Neubelag.
Mit dieser Reparatur bin ich nun sehr zufrieden und die Tastatur spielt sich jetzt sogar besser als am Anfang und die Höhe der Tasten ist jetzt auch perfekt. Natürlich mussten dadurch aber auch einige der Hämmer leicht nachgestellt werden.

Insgesamt verbrachte ich mit diesen Arbeiten 3 ganze Tage, aber es hat sich wirklich gelohnt.

LG, Lumarus
Hallo , hab genau die gleiche Erfahrung gemacht und finde dass du genau die richtige Lösung umgesetzt hast die ich nach mehrfachen Tausch der Slip Tapes auch umsetzen werde. Meine Frage
Welchen Klebstoff benutzt du für den Filz? Ein guter Filz ist der Drappstoff 2mm von Meyne. Leise und haltbar.
Ich will Hautleim, Kontaktkleber , ponal, oder 3M acrylat Band 0.2mm testen.

Was nimmst du zum BV befestigen ?
Welchen Filz.

LG Martin
 
Grobenm
Grobenm
Dabei seit
26. Sep. 2020
Beiträge
28
Reaktionen
10
20180923_121327.jpg
 

Anhänge

  • Drappstoff-1 #7222 2mm.jpg
    Drappstoff-1 #7222 2mm.jpg
    1,1 MB · Aufrufe: 5
Zuletzt bearbeitet:
G
Gelöschte Mitglieder 29466
Dabei seit
11. Feb. 2021
Beiträge
14
Reaktionen
17
Hallo, zum Verkleben nahm ich Hasenleim. Der hat den Vorteil nicht in den Filz einzuziehen und bleibt elastisch.
Außerdem sind Leime dieser Art mit Feuchtigkeit und Wärme immer reversibel. Das ist gut falls mal was getauscht werden soll.


Der Filz entspricht in etwa der Stärke der Sliptapes. Allerdings habe ich den hier schon seit den 70ern hier liegen.
Er ist relativ dicht gewebt und ausreichend fest. So fest das ich ihn schon vor 2 Jahren als seitliche Führungsfilze für mein Orgelpedal verwendet habe. Dabei wurden die Filze sogar noch nicht einmal an den Pedaltasten festgeklebt.
DSCF6986.JPG


Zum Abschluss wird auf dem Filz ein leichter "Hauch" Silikonöl angebracht.
Die Betonung liegt hier auf Hauch, da nur sehr wenig davon gebraucht wird. Die Taste im oberen Bild ist schon damit benetzt. Das Öl befindet sich nur leicht auf der Oberfläche und verbleibt auch dort um sein Schmierwirkung zu entfalten. Es ist kein negativ spürbarer Unterschied zu den Sliptapes zu erkennen.



DSCF6987.JPG
 
Zuletzt bearbeitet:
Peter
Peter
Bechsteinfan
Mod
Dabei seit
19. März 2006
Beiträge
22.591
Reaktionen
21.989
Wer hätte das gedacht: Traditioneller Hautleim in Digitalpianos. Ein schöne Symbiose. :-)

Könnte mir vorstellen, dass alternativ zum Silikonöl Hirschtalk verwendet werden kann. Das wäre nicht so flüchtig wie Silikonöl.
 
Zuletzt bearbeitet:

G
Gelöschte Mitglieder 29466
Dabei seit
11. Feb. 2021
Beiträge
14
Reaktionen
17
Das könnte gut sein. Es kommt vielleicht aber auch auf das verwendete Silikonöl an. Dieses hat Shore 12.5 und ist somit sehr hart. Ich verwende es schon seit einigen Jahren. Wie schon erwähnt reicht tatsächlich ein leichter, unsichtbarer Hauch dieses Öls auf dem Filz aus um die benötigte Gleitwirkung zu erreichen. Da das Piano immer geschlossen ist hat diese Beschichtung auch nicht mit äußeren Einflüssen zu kämpfen und verbleibt. Die Original Sliptapes sind von Werk aus auch mit Silikonöl beschichtet. Das könnte mitunter aber auch der Grund dafür sein das sich diese Teflonfolie allmählich verschiebt wenn sich das Silikon zwischen das doppelseitige Klebeband schafft.
 
Grobenm
Grobenm
Dabei seit
26. Sep. 2020
Beiträge
28
Reaktionen
10
Hallo, zum Verkleben nahm ich Hasenleim. Der hat den Vorteil nicht in den Filz einzuziehen und bleibt elastisch.
Außerdem sind Leime dieser Art mit Feuchtigkeit und Wärme immer reversibel. Das ist gut falls mal was getauscht werden soll.
Den Anhang 36813 betrachten

Der Filz entspricht in etwa der Stärke der Sliptapes. Allerdings habe ich den hier schon seit den 70ern hier liegen.
Er ist relativ dicht gewebt und ausreichend fest. So fest das ich ihn schon vor 2 Jahren als seitliche Führungsfilze für mein Orgelpedal verwendet habe. Dabei wurden die Filze sogar noch nicht einmal an den Pedaltasten festgeklebt.
Den Anhang 36814 betrachten


Zum Abschluss wird auf dem Filz ein leichter "Hauch" Silikonöl angebracht.
Die Betonung liegt hier auf Hauch, da nur sehr wenig davon gebraucht wird. Die Taste im oberen Bild ist schon damit benetzt. Das Öl befindet sich nur leicht auf der Oberfläche und verbleibt auch dort um sein Schmierwirkung zu entfalten. Es ist kein negativ spürbarer Unterschied zu den Sliptapes zu erkennen.
Den Anhang 36815 betrachten


Den Anhang 36816 betrachten
Hallo Lumarus, richtig gute Details, danke diese habe ewig gesucht , bin selbst durch mehrere Test auf genau diese Lösung gestoßen. Ich habe Drappstoff ausprobiert der gewebt ist, und dadurch auch sehr Formfest ist, und gut funktioniert.
Da dein Filz au den !!! 70 zigern ist dürfete die Qeulle nicht mehr vorhanden sein. Meynes Drappstoff hat 2,0mm und ist fast nauso dick wie die "Fehlkonstruktion" von KAWAI (SLIPTAPE 777). Das mit den Silikonöl oist ein guter Hinweis. Darf halt nicht zu viel sein.....hauchdünn wie du schreibt.

Was hälst du von Hautleim von Franklin 1615372879237.png
Dicke Drappstoff Sliptape.jpgDicke-2.jpg
 
G
Gelöschte Mitglieder 29466
Dabei seit
11. Feb. 2021
Beiträge
14
Reaktionen
17
Das waren tatsächlich mal Einlegefilze für Münzen, die aber zufällig genau die geforderten Eigenschaften haben.:001:

Mit dem Hautleim wäre ich vorsichtig, da dieser gebrauchsfertig ist und deshalb auf Wärme verzichtet wird wird dieser in die Filze einziehen.
Der Vorteil bei der Verwendung von Heißleim/ Hasenleim besteht darin das der Leim (im Babyflaschenwärmer) und zuvor auch das Werkstück (mit dem Föhn) erwärmt wird damit der Leim flüssig bleibt.
Wenn dann auf eine echt dünn verteilter Leimschicht (nach dem Auftrag kurz mit dem Finger drüber) der kalte Filz aufgedrückt wird, geliert der Leim sofort und zieht an ohne in den Filz zu wandern. Jede Taste konnte schon nach einigen Minuten wieder eingesetzt werden. Ich habe auch normalen Haut und Knochenleim in Verwendung, aber wegen der elastischen Eigenschaften war der Hasenleim die erste Wahl, da der sich definitiv nicht von alleine löst, wenn Beanspruchung beim Spielen anliegt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Grobenm
Grobenm
Dabei seit
26. Sep. 2020
Beiträge
28
Reaktionen
10
Smile - Baby smile - danke für die Infos:026:
 
Robinson
Robinson
Dabei seit
18. Jan. 2016
Beiträge
648
Reaktionen
357
@Lumarus
Ich danke dir für deine Mühe uns diese ausführlichen Tipps zur Verfügung zur stellen.
Meine Reparatur steht noch an.
Es nervt zwar aber bei mir ist es aktuell nur die D-Taste im Bassbereich. Das lässt sich noch durch einen etwas festern Anschlag ausgleichen Vorher war es daneben die C-Taste die wieder einwandfrei rätselhafterweise funktioniert.o
Ich habe Hoffnung auf das gleiche Wunder.
 
Grobenm
Grobenm
Dabei seit
26. Sep. 2020
Beiträge
28
Reaktionen
10
@Lumarus
Ich danke dir für deine Mühe uns diese ausführlichen Tipps zur Verfügung zur stellen.
Meine Reparatur steht noch an.
Es nervt zwar aber bei mir ist es aktuell nur die D-Taste im Bassbereich. Das lässt sich noch durch einen etwas festern Anschlag ausgleichen Vorher war es daneben die C-Taste die wieder einwandfrei rätselhafterweise funktioniert.o
Ich habe Hoffnung auf das gleiche Wunder.
da hilft nur öffnen alle Sliptapes optisch chekcn und austauschen - nach Monaten klemmt klebt oder knackt die nöchste Taste :-(
 
G
Gelöschte Mitglieder 29466
Dabei seit
11. Feb. 2021
Beiträge
14
Reaktionen
17
da hilft nur öffnen alle Sliptapes optisch chekcn und austauschen - nach Monaten klemmt klebt oder knackt die nöchste Taste :-(
Richtig!
Bei mir waren die Tapes sogar alle noch in Ordnung, da ich aber eh alle Tasten rausnehmen musste und das Knarzen zu beseitigen habe ich auch gleich diese Tapes getauscht. Da waren nur 6-7 dabei bei denen sich das Teflon nur um einen Millimeter verschoben hatte. Funktioniert hatten noch alle Tasten, die Frage war nur wie lange noch.
 
Zuletzt bearbeitet:
 

Top Bottom