Kauf Wendl & Lung Flügel 1930

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    mechanik regulieren rennermechanik wendl & lung
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Zaussi98

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Liebe Forummitglieder,

habe heute einen alten Wendl & Lung Flügel aus ca. 1930 besichtigen dürfen. Ich bin Student und beginne momentan mich für die Aufnahmeprüfung (in einem Jahr) für Musikerziehung in Wien vorzubereiten. Mein Budget liegt ca. bei 2500-3000€ (inklusive Transport, Stimmung, Intonation und Regulierung der Mechanik). Ich weiß, es ist nicht sonderlich viel, aber ich probiers mal.
Bei dem Instrument handelt es sich um einen Doppelkreutzer Stutzflügel mit DR-Renner-Mechanik. Ausserdem hat er 91 Tasten (geht bis zum unteren Fis). Grundsätzlich ist das Gerät in einem guten Zustand. Vor 10-15 Jahren wurde es Intoniert und die Mechanik wurde reguliert. Seit ca. 10 Jahren ist es jedoch nicht mehr gespielt/gestimmt worden. Des Weiteren sehen die Hammerfilze nicht alt aus. Kein Rost zu erkennen. Jedoch kleine Risse im RB, welche mich allerdings nicht störten. Trotz verstimmter Tasten hat mir sofort der Klang gefallen. Im Gegensatz zu den anderen besichtigten alten Flügeln mit auffallend brillantem Klang, hat mich die gute Modulationsfähigkeit des W&L überzeugt. Sehr weicher Klang bei leisem Spiel, etwas brillanter im Fortissimo. Ich hätte den Flügel am liebsten gleich mitgenommen. Der erste Eindruch war sehr gut, hab mich sofort auf dem Instrument wohlgefühlt! Wäre der Flügel jedoch ohne Macken, würde ich nun aber nicht meinen ersten Forumsbeitrag verfassen!

1) Die Tastatur ist etwas schwergängig. Das ist grundsätzlich kein großes Problem, habe in der Musikschule selbst auf einem eher schwergängigen Kawai Flügel gelernt. Nahezu jede Taste knarzt, was besonders gut zu hören ist, wenn man sie ganz langsam betätigt. Reicht es, die Mechanik zu Regulieren und zu Ölen? Gehört der Vorderstift geölt? Beim Spielen selbst spürt man diesen Reibungswiderstand deutlich.

2) Ein paar Hämmer berühren einander, weswegen diese nach der Auslösung hängen bleiben. Die Hämmer sowie die zugehörige Taste bleiben hängen. Dies ist vor allem bei sanftem Spielen zu beobachten. Die ersten Takte der Mondscheinsonate (1.Satz) waren wegen des hängenden Gis kaum möglich. Wir haben die Mechanik ausgebaut und es scheint, als wäre dieses Problem ganz einfach zu beheben. Grundsätzlich würde ich aber sowieso die Mechanik regulieren lassen.

Sind das schwerwiegende, kostspielige Mängel? Wird durch die Regulierung/Wartung der Mechanik die Spielart etwas leichter?
Der Preis des Flügels liegt bei 450€ VB. Der Verkäufer hat diesen Preis nicht aus profitorientieren Gründen gewählt, sonder weil er sich bewusst ist, dass eben genannte Arbeiten anstehen. Ich hätte also noch finanziellen Spielraum. Der Flügel ist auf jedem Fall in einem besseren Zustand also so manche besichtigte Instrumente im oberen vierstelligen Bereich.

Es wäre sehr nett, wenn ihr mir helfen könntet!
Herzlichen Dank schon im Voraus!:023:
Liebe Grüße,
Zaussi98 (Johannes)
PS: Auf dem Flügel hat schon ein österreichischer Bundeskanzler gespielt ;) :musik064:
 
OE1FEU

OE1FEU

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Es sind offensichtlich einige Arbeiten an dem Instrument notwendig - und wie umfangreich die sind, kann Dir nur jemand beantworten, der sich mit der Materie auskennt. Man muß vor allem mit einem beschränkten Budget klare Prioritäten setzen, denn auch mit Ferndiagnose läßt sich schon sagen, dass sich nicht alles innerhalb des Budgets umsetzen läßt.

In Wien kann ich Dir guten Gewissens Gert Hecher empfehlen. Er ist ein akribischer, aber realistischer Experte, der Dir eine nüchterne Einschätzung geben wird und einen sauberen Plan erstellen kann, ob und wie man aus dem Instrument eines machen kann, das Deinen Ansprüchen für das Studium gerecht wird.

Den Sinowatz würde ich dann eher nicht um seine Expertise bitten, oder war's noch der Kreisky?
 
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Zaussi98

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Vielen Dank für die Hilfe! Bin im Zuge meiner Recherchen eh schon auf Hecher gestoßen. Du meinst eh den Gert Hecher vom Klavier-Atelier, oder?

Ich übe momentan für die Aufnahmeprüfung und werde nächsten Sommer einen gut dotierten Ferialjob (2000-4000€) ausüben, durch welchen ich mir mehr Reperationen am Flügel leisten kann. Ich brauche also zur Überbrückung einfach einen spielbaren Flügel. (Zusätzlich besitze ich noch ein Kawai MP7, welches ich eventuell auf ein MP11 mit der Grand Feel Tastatur aufrüsten würde, um auch in Ruhezeiten gut üben zu können. In meiner Heimat steht ein Pianino.)

Der Wolfgang Schüssel wars (ganz wertfrei ;) )
 
agraffentoni

agraffentoni

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Das Knarzen kommt vermutlich von den Hammerröllchen. Das kann mit wenig Aufwand behoben werden. Dann spielt es sich schon etwas besser. Wenn dann noch die Achsen gängig gemacht werden, hast du ein ordentliches Instrument.
 
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Zaussi98

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Danke!
Die Röllchen können, falls noch nicht abgenutzt, mit speziellem Fett geschmiert werden, oder?
 
OE1FEU

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Die Röllchen können, falls noch nicht abgenutzt, mit speziellem Fett geschmiert werden, oder?
Schmiermittel kommen in einem Klavier nur in Notfällen zum Einsatz. Polieren ist das Zauberwort, weil nachhaltiger und berechenbarer als ein Schmiermittel, egal ob auf Öl- oder Teflon-Basis. Knarzen kann auch durch die Tastaturgarnierung kommen und auch da werden dann die Stifte poliert, ohne Schmiermittel.

Ja, der Hecher ist das mit dem Klavieratelier in Ottakring. Der darf im November sogar meinen uralten Steinway in Sachen Akustikanlage überarbeiten...
 
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Zaussi98

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Schmiermittel kommen in einem Klavier nur in Notfällen zum Einsatz. Polieren ist das Zauberwort, weil nachhaltiger und berechenbarer als ein Schmiermittel, egal ob auf Öl- oder Teflon-Basis. Knarzen kann auch durch die Tastaturgarnierung kommen und auch da werden dann die Stifte poliert, ohne Schmiermittel.

Ja, der Hecher ist das mit dem Klavieratelier in Ottakring. Der darf im November sogar meinen uralten Steinway in Sachen Akustikanlage überarbeiten...
Dann seh ich mich bei ihm ja in besten Händen! Was lässt er sich für Begutachtungen zahlen? Der Flügel steht in Hinterbrühl bei Mödling, Nähe Wien.
 
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virtualcai

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Natürlich kann das einfach mit den 10 Jahren zusammenhängen. Falls aber der Stimmstock nicht in Ordnung ist hat man einen unerträglichen Mangel und eine Reparatur wird komplett außerhalb Deines Budgets liegen.
Welche Länge hat der Flügel? Ich habe jetzt sogar 92 Tasten gezählt, wenn ich die richtige Anzeige gefunden habe (da ist doch auch noch ein F). Erstaunlich bei einem anscheinend sehr kurzen Instrument.
 

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Zaussi98

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Natürlich kann das einfach mit den 10 Jahren zusammenhängen. Falls aber der Stimmstock nicht in Ordnung ist hat man einen unerträglichen Mangel und eine Reparatur wird komplett außerhalb Deines Budgets liegen.
Welche Länge hat der Flügel? Ich habe jetzt sogar 92 Tasten gezählt, wenn ich die richtige Anzeige gefunden habe (da ist doch auch noch ein F). Erstaunlich bei einem anscheinend sehr kurzen Instrument.
Ich glaube ca 160cm! F und Fis sind zusammengeklebt. Ich denke aus rein optischen und praktischen Gründen.
 
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Zaussi98

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Wahrscheinlich ist es intelligenter, ich borge mir von den Eltern noch ein bischen Geld aus und kaufe mir gleich einen gebrauchten, neuen Flügel? Muss ja kein Bösendorfer sein, brauch ein Instrument zum Üben! Ist wahrscheinlich rentabler, als einen nicht ganz intakten alten Flügel herzurichten, welcher dann immer noch nicht optimal funktioniert.
 
altermann

altermann

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Wahrscheinlich ist es intelligenter, ich borge mir von den Eltern noch ein bischen Geld aus und kaufe mir gleich einen gebrauchten, neuen Flügel? Muss ja kein Bösendorfer sein, brauch ein Instrument zum Üben! Ist wahrscheinlich rentabler, als einen nicht ganz intakten alten Flügel herzurichten, welcher dann immer noch nicht optimal funktioniert.
Roland FP30 reicht zum Üben :017:
 
 

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