Jugend Musiziert 2014 - Eindrücke

Dimo

Dimo

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Hallo miteinander,

ich war am Wochenende zum Zuhören bei Jugend Musiziert und möchte meine Eindrücke schildern.
Angehört habe ich mir Klavier solo, Teile der Altersklassen II, IV und V.
Von der Ak II (10-11jährige) war ich insgesamt positiv beeindruckt. Vor allem von der Sicherheit und der Musikalität der Teilnehmer. Der Schwierigkeitsgrad der Stücke hatte allerdings auch eine große Bandbreite: Vom Fröhlichen Landmann bis zu den Paganini-Variationen von Berkowitsch. Die saubere Ausführung der Letzteren dürfte dem Spieler die 25 Punkte eingebracht haben (leider sind die Ergebnisse bislang nicht im Netz zu finden).
Die Höchstspielzeit ist ja in Ak II 10 Minuten. Ein Teilnehmer hatte eine bereits aus dem Programm ersichtliche Spielzeit von 13 Minuten. Daraufhin wurde er von der Juryvorsitzenden angesprochen, dass er bei Überschreitung unterbrochen werden würde (ein Vorgehen, das nach meinem Kenntnisstand allgemein üblich ist), aus Gründen der Fairness gegenüber den anderen Teilnehmern. Letzendlich hat die Juryvorsitzende den Teilnehmer allerdings 14 Minuten spielen lassen, ohne zu unterbrechen - ein bemerkenswertes Beispiel von Inkonsequenz...

In der Ak V (16-17jährige) gab es dann einen Mutigen, der sich an "Bilder einer Ausstellung" (Bilder 1, 4, 5 und 6) wagte...
Und in Ak IV gab es die Uraufführung des "Diskurs" von Volker David Kirchner. Beim Zuhören sinnierte ich - etwas unkonzentriert - über ein vergangenes Konzert, in dem ein Werk von Kirchner aufgeführt wurde und ich dann am Schluss bemerkte, dass ich die ganze Zeit neben dem Komponisten gesessen hatte -- und diesmal erhob sich während des Schlussbeifalls mein Nachbar zur Rechten, und dreimal dürft ihr raten wer es war... :D

Was mir an Jugend Musiziert besonders gefällt: dass neben den üblichen Dauerbrennern wie der "Pathétique" oder Beethoven op. 2/1 oft sehr schöne (mir) weniger bekannte Stücke zu hören sind: z. B. der Purzelbaumkönig von Schoenmehl oder die Toccata von Chaminade.

zum Schluss der Dialog des Tages:
Juryvorsitzende (die bereits mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass Aufnahmen nicht erlaubt sind) zum Teilnehmer: "Ist das ein Aufnahmegerät, was Sie da am Gürtel haben?"
Antwort: "Nein, das ist eine Insulinpumpe, ich bin Diabetiker."

Wie waren/sind Eure Eindrücke dieses Jahr?
 
N

Nachtmusikerin

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Ich war am Wochenende in Stuttgart.
An der dortigen Musikschule gibt es ja eine eigene Hochbegabtenklasse für Klavier.
Dementsprechend sah auch das Niveau aus.
In Altersgruppe 3 wurden beispielsweise Stücke wie Suggestion Diabolique, Etudes Tableaux und Chopin Scherzi gespielt. In Altersgruppe 4 Chopin Balladen und Campanella.
Es gab sehr viele Weiterleitung, davon viele mit 25 Punkten.
Ein Mädchen wurde disqualifiziert, weil das Programm zu kurz war. Das ist natürlich bitter.
Da der Landeswettbewerb auch bei mir ums Eck ist, freue ich mich schon auf April :-)
 
hubschrauber

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Ich war am Wochenende auch in Stuttgart, allerdings im anderen Saal, da unsere Tochter in der Kategorie Blockflöten Ensemble teilgenommen hat. Deren Flötenlehrerin ist der Meinung, dass im Regionalwettbewerb ein normales Kind mit normalem Übepensum noch guten Gewissens teilnehmen können sollte (zumindest in den unteren Altersklassen). Das war bei den Holzbläsern auch der Fall (unsre „Normalos“ haben 22 Punkte bekommen und alle waren damit hoch zufrieden:)).

Ich hatte im Vorfeld ins Programm geguckt und als ich gesehen habe, auf welchem Niveau da beim Klavier schon in den untersten Altersklassen gespielt wird, hat mich das nur frustriert (ich hätte gerade noch mit AG II mithalten können:(). Das hatte meiner Meinung nach mit normalen Kindern und normalem Übepensum absolut nichts zu tun (die Hochbegabtenklasse erklärt natürlich einiges). Deshalb habe ich am Samstag auch keinen Abstecher zu den Pianisten gemacht, sondern bin bei den Bläsern geblieben.
 
sorell

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Ich war in Siegburg, wo meine Schülerin AG 1b gespielt hat (20 Punkten, sehr glücklich, weil sie gerade 8 geworden ist, und die kleinste aus dieser Gruppe war). Ich habe noch 5 Teilnehmer aus dieser Gruppe angehört. Die Bandbreite von ganz gut bis weniger gut ist sehr sehr groß!
Ich war auch in Engelskirchen (mein Schuler hat da 23 P. bekommen). Ein Mädchen Asiatin hat in dieser Altersgruppe 1b schon Gradus ad Parnassum und ein Nocturne von J.Field gespielt. Ziemlich beeindrückend.
Andere aus der gleichen AG haben die kleinsten Stücke aus Russischen Klavierschule band 1 gespielt, z.B. Trauriges Stück, Reigen und Kinderliedchen von Tschaikowski... nicht zu vergleichen.
Was mich an Organisation überrascht hat. In Engelskirchen in Vorspielsaal gab es kein Bänkchen für die Füsse, trotz dass alle wussten, dass es kleine Kinder sind. Viele saßen mit hängenden Beinen, dann mit gekreuzt hängenden Beine. Geht es überhaupt? Das A und O ist gute Sitzposition mit 3 Stützpunkten: Po, Füsse und Hände auf der Tastatur.
 
Vivacissimamente

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Ich konnte mir leider nicht unglaublich viele Leute beim Regional- und Landeswettbewerb(Niedersachsen) anhören, da ich selbst in AG VI mitgemacht habe. Ich habe aber von vielen anderen gehört, dass das Niveau besonders in AG V enorm gewachsen ist. Auch wurden eher musikalische und nicht so technisch Begabte den ehern technisch perfekten Asiaten vorgezogen, was viele verwunderte.

Was mir aber persönlich in meiner AG beim Landeswettbewerb auffiel, war die niedrige Anzahl der Teilnehmer (wir waren nur sechs) und zum Teil das breite Spektrum der Leistungen von sehr gut bis wirklich fragwürdig... Und das bei einem Landeswettbewerb? Das hat mich etwas überrascht.

Vom 5.-12.06 findet bei uns in der Region (Braunschweig/Wolfenbüttel) der Bundeswettbewerb statt, wo ich am 10.06. dran bin. Ich werde mir auf jeden Fall nach meinem Wertungsspiel einige Pianisten anhören und kann hier dann davon berichten. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf und bin gespannt, wie ich abschneide.

LG
Vivacissimamente
 
 

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