Interessen der ruhigen Nachbarn

Nun, das ist doch einfach. Wer immer im Homeoffice arbeitet, ist räumlich (nicht zeitlich) eher ungebunden. Wer außer Haus arbeitet, muss in erreichbarer Nähe seines Arbeitsplatzes wohnen und hat diese Freiheit eben nicht.

Aber wir kennen doch überhaupt nicht die sonstigen Lebensumstände des TE. Heutzutage kann man doch froh sein, eine bezahlbare Wohnung zu haben. Ist er mobil oder auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, wie sieht sein sonstiges soziales Umfeld aus etc.. Das "Problem" wird doch nicht durch ihn verursacht, genau für solche Fälle gibt es doch die gesetzlichen Regelungen über die gesetzlichen Ruhezeiten und Dauer des zulässigen Musizierens. Und das ist doch vollkommen unabhängig davon, ob man im Homeoffice arbeitet oder nicht.

Was hier in einigen Beiträgen teilweise für Vergleiche herangezogen werden, das finde ich schon irritierend. Z.B. ein schreiendes Baby mit einem sich bewusst ans Klavier setzenden Mitbewohner zu vergleichen.

Auch so übergriffige Tipps, doch mit Fachkräften am angeblich eigenen seelischen Problem zu arbeiten, nur, weil man es lieber ruhig nach getaner Arbeit haben möchte, sind vollkommen befremdlich, um es noch höflich auszudrücken.

Eigentlich hat @chiarina ja alles Notwendige in ihrem Beitrag gesagt:-).
 
Nebenbei sei angemerkt, dass es auch andere Störquellen in Mietshäusern gibt, bei denen der "Störer" in der deutlich stärkeren Position ist. Zum Beispiel Rauchen auf dem Balkon, das nach oben zum offenen Fenster hereinzieht. Und was machst du, wenn Kinder da sind, die laut toben oder nachts schreien? Ich fürchte, wenn man in einem Mehrfamilienhaus lebt, bewegt man sich immer zwischen Verhandlung, Kompromiss mit den Nachbarn und Kompromiss mit sich selbst. Wenn das zu keinem befriedigenden Ergebnis führt, muss man woanders leben.

Genauso ist das mit den Hunden, sowohl in den Wohnhäusern als auch anderswo. Immer wieder legen irgendwelche Idioten Hundeköder aus, weil es ihnen an Toleranz fehlt.

Ich frage mich auch, warum du dich schon im Januar hier angemeldet hast. Für extrem ruhebedürftige Menschen sind solche Mehrfamilienhäuser und hellhörige noch dazu wohl nichts. Es ist wieder einmal der berühmte Wind des Aristoteles, den wir nicht ändern, unsere Segel aber anders setzen können. Du musst noch nicht einmal aufs Land ziehen, eine Wohnung in einem kleineren und besser isolierten Haus würde das Problem sicher schon entschärfen (am besten ohne Klavierspieler).
 
Die Sache mit Homeoffice sehe ich bissl anders. Wir machen auch sehr viel HO, aber man kann nicht von seinen Nachbarn erwarten sich daran anzupassen und aus Nicht-Ruhezeiten, Ruhezeiten machen, weil man jetzt beschlossen hat von zuhause aus zu arbeiten.
Ganz frei von Unannehmlichkeiten ist das Leben nunmal nicht.
Lange ist's vielleicht schon her, aber man möge sich daran erinnern, dass auch an einem Arbeitsplatz in einer Firma durchaus akustische Beeinträchtigungen die Konzentration mindern können. Da sind die Kollegen, die mal telefonieren, oder gar privat ein Pläuschchen, Umbauarbeiten, Maschinen die rücksichtslos vor sich hin arbeiten usw...
 
Lange ist's vielleicht schon her, aber man möge sich daran erinnern, dass auch an einem Arbeitsplatz in einer Firma durchaus akustische Beeinträchtigungen die Konzentration mindern können. Da sind die Kollegen, die mal telefonieren, oder gar privat ein Pläuschchen, Umbauarbeiten, Maschinen die rücksichtslos vor sich hin arbeiten usw...
Oder permanent telefonieren. Ständig klingelt irgendwo ein Telefon. Großraumbüro, wer die Erfahrung mal gemacht hat sollte wissen wie belastend das sein kann wenn man sich still konzentrieren will. Ganz normaler Alltag und da konnte man nicht zum Chef gehen und sagen „alle bitte rausschicken, ich möchte meine Ruhe“ 🤣

Oder noch schlimmer: Kollegen die ständig Radio laufen lassen.
 
Ich habe mal den Fehler gemacht, eine Dachgeschosswohnung (34. Stock) in einem sehr hohen Plattenbau zu mieten, weil ich dachte, dass ich dadurch meine Ruhe habe. Im Ergebnis war das die lauteste Wohnung, die ich je gemietet hatte, und ich bin hier in 10 Jahren schon acht Mal umgezogen. Spaeter hab ich erfahren, dass die Waende bei so hohen Gebaeuden wohl nach oben hin duenner werden (statische Gruende?). Ich konnte mich mit meinem Nachbarn im 33. Stock durch den Boden unterhalten. Nach einem halben Jahr bin ich ausgezogen.

Hier lassen die Eltern ihre Kinder in der Wohnung Basketball spielen!
 
Liebe Teilnehmer,

als Thread-Eröffner möchte ich erstmal danke sagen für so viele Hinweise, ausgewogenen Stellungnahmen, Anteilnahme! Ja, ich habe mich hier aus mehreren Gründen angemeldet: Gucken, wie die Klavierspielerszene so tickt, was Euch wichtig ist, wie sensibel Ihr selbst auf dieses Thema reagiert, welche Techniken der Geräuschunterdrückung es inzwischen gibt, aber auch, ob Ihr selbst über Nachbarerfahrungen redet und ob es bereits funktionierende Lösungen mit Absprachen über Übungszeiten gibt.

Zu meiner Situation: Ich hab' den Eindruck, in einer musikerfreundlichen Gegend zu leben, eine Musikhochschule als renommierte Instanz ist nur 300m entfernt. :-) Daher kommt das Klavierspiel einmal von oben und auch von der Wohnung nebenan. Aber meist nie gleichzeitig, also gibt's keinen Notensalat. In Summe habe ich damit vielleicht 2 Stunden Musik am Tag, sicher nicht "die Welt".

Es ist auch nicht so, dass ich ununterbrochen zu Hause bin, habe immer wieder auch mal einen Termin in der Firma, und abends geht es mit Freunden auch mal in die Stadt, um im Sommer auch regelmäßig Sport auf dem Programm.

Hier aber zu den Möglichkeiten. - Mit den Nachbarn über Übungszeiten zu reden klappt gut; den Nachbarn von oben habe ich gebeten, abends ab 21:00 Uhr nicht mehr zu spielen, da nimmt er dankenswerterweise jetzt Rücksicht. Bei der Nachbarin nebenan werde ich drum bitten, am Wochenende vielleicht erst ab 09:00 Uhr zu beginnen, vielleicht hat sie Verständnis.

Der Umzug in ein freistehendes Haus auf dem Lande....mal sehen, eigentlich lebe ich gern hier in der Stadt, die Nähe zur Firma ist dabei durchaus relevant, und irgendwann wird sicher wieder mehr Zeit am "normalen" Arbeitsplatz verbracht. Stadwohnung mit entsprechender Infrastruktur hat schon was…

Manche von Euch bringen es gut auf den Punkt: Je näher ich in die Nähe von Menschen ziehe, desto eher muss ich Kompromisse eingehen, was das „Aushalten“ von Geräuschemissionen betrifft. Hier greift wieder der juristische Begriff der Verhältnismäßigkeit. Aber der Tipp von Vanessa mit dem kleineren und besser isolierten Haus, der trifft es schon ganz gut. Habe zum Teil geschmunzelt über so manche interessante Erfahrung.

Psychiatrische Beratung brauche ich derzeit nicht; bin ein psychisch-emotional gesunder Typ ohne große Altlasten und Traumata. Dennoch danke für den Hinweis auf solch eine Option.

Sehr gut fand ich den Tipp mit den Noise-Cancelling-Kopfhörern!! Habe davon gehört. Das System habe ich verstanden. Wusste aber nicht, dass man die einfach nur aufsetzen kann, um Geräusche abzuschirmen. Dazu habe ich zwei Fragen:

1. Nimmt man da eher In-Ear-Kopfhörer, oder die normalen die man einfach nur aufsetzt?
2. Gibt’s da nach Eurer Erfahrung eine bestimmte Marke/Typ, die man empfehlen kann?
Maßgefertigte Silikon-Stöpsel vom Hörgeräte-Hersteller könnte ich auch mal probieren.

Alles in allem: Herzlichen Dank für so viel „Post“ Das ganze Thema ist mir dank Eurer Beiträge schon sehr viel sympathischer und vor allem lösbarer geworden!

Anteus
 
Was mich bei @Anteus interessieren würde:
Wie viele Deiner Nachbarn spielen denn Klavier?
Täglich oder nur gelegentlich?
Wie lange spielen sie denn so?
Und zu welchen Zeiten?
Wenn Du von zuhause aus arbeitest und Dich die Musik stört, hast Du mal jemanden darauf angesprochen und vielleicht versucht, bestimmte Ruhezeiten zu vereinbaren? Vielleicht ist es den Leuten gar nicht bewusst, wie stark Du sie hörst?
Genau diese Fragen interessieren mich auch.
 
Noise-cancelling Kopfhörer: die über den Ohren sind funktionieren besser als In-Ear. BOSE sind sehr gut, etwas günstiger und ebenfalls sehr gut sind sie von Sony, ich habe für Zugfahrten einen WH-1000X M3 im Abverkauf besorgt - der genauso gut abschirmt wir der Nachfolger ...M4. Für Zugfahrten ist das sehr angenehm, ebenso für Söhne, die im Nebenzimmer Techno auflegen. Saxophon oder Frauenstimmen werden weniger gut gefiltert. Auch Staubsauger werden nur leiser.

Ich überlege auch, mir für laute Konzerte eine Otoplastik mit passivem Gehörschutz zu besorgen, da haben die der Marke ACS einen sehr guten Ruf. Die Einsätze mit -17db haben einen sehr linearen Dämpfungsverlauf.

Also Du könntest auch In-Ear und Kopfhörer kombinieren.
 
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Unsere beiden erwachsenen Söhne benutzen öfter solche Noise cancelling Kopfhörer, das sind keine In Ear Kopfhörer, sondern solche mit großen ohrumschließenden Muscheln, die die Ohren komplett abschirmen. Es gibt solche z.B. von der Firma Sennheiser. Diese funktionieren mit Bluetooth, so dass man, wenn man sie z.B. bei Zoom Meetings benutzt, kein Kabel benötigt. Es gibt solche Kopfhörer mit vielen technischen Finessen und der Preis ist daher auch eher hoch
 
Genau diese Fragen interessieren mich auch.
Einer über mir, eine nebenan. Insgesamt ca. 2 Std. Klavierspiel pro Tag, im Durschnitt. Die Nachbarin nebenan professionell, aber nicht täglich, der Nachbar über mir noch im Übungsstatus, er übt jeden Tag. Er hält sich eigentlich nicht groß an Ruhezeiten. Spielt oft mittags, 13/14.00 Uhr, da laufen oft Telefonmeetings, bzw. Teams-Sitzungen, er spielt aber auch später abends, aber hier haben wir uns inzwischen auf spätestens 21.00 Uhr geeinigt.
 
Es gibt aber auch so Experten, die in ein für sie offensichtlich ungeeignetes Haus ziehen und Nachbarn rausmobben.

Hier in real (nicht mir, sondern in nächster Nähe einer alten Freundin von mir geschehen):

Freundin (studierte Konzertpianistin) macht alles richtig und zieht ins Erdgeschoss eines Gründerzeithauses, das sich direkt an einem zentralen Straßenbahnhof befindet. Tag und Nacht Tramgequietsche beim Aus- und Einrücken und beim Rangieren.

Freundin hatte dort zwar einen Flügel, aber machte nur alle Jubelwochen einen abendlichen Partysalon mit professionellen Musikern. Geübt und geprobt hat sie ganz woanders. Ging jahrelang gut, die Kinder sind dort groß geworden. Von den teilweise alteingesessenen Nachbarn
kam nie was, auch nicht wegen nachts um zwei bei so einer Party (1x im Vierteljahr vielleicht). Das war auch kein WG-Haus mit Studenten oder so.

Und jetzt kommt's. Es zieht in ein oberes Stockwerk eine Yoga-Lehrerin ein und gibt dort ihre Kurse. Moment... Yoga... Straßenbahnhof... WTF?

Genau, erst diese Frau hat es fertiggebracht, die Klavierfreundin rauszumobben. Ich muss das nicht verstehen. (Den politisch inkorrekten Rest erspare ich mir.)
 
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Es gibt aber auch so Experten, die in ein für sie offensichtlich ungeegnetes Haus ziehen und eine Nachbarin rausmobbt.

Hier in real (nicht mir, sondern in nächster Nähe einer alten Freundin von mir geschehen):

Freundin (studierte Konzertpianistin) macht alles richtig und zieht ins Erdgeschoss eines Gründerzeithauses, das sich direkt an einem zentral Straßenbahnhof befindet. Tag und Nacht Tramgequietsche beim Aus- und Einrücken und beim Rangieren.

Freundin hatte dort zwar einen Flügel, aber machte nur alle Jubelwochen einen abendlichen Partysalon mit professionellen Musikern. Geübt und geprobt hat sie ganz woanders. Ging jahrelang gut, die Kinder sind dort groß geworden. Von den teilweise alteingesessenen Nachbarn
kam nie was, auch nicht wegen nachts um zwei. Das war auch kein WG-Haus mit Studenten oder so.

Und jetzt kommt's. Es zieht in ein oberes Stockwerk eine Yoga-Lehrerin ein und gibt dort ihre Kurse. Moment... Yoga... Straßenbahnhof... WTF?

Genau, erst diese Frau hat es fertiggebracht, die Klavierfreundin rauszumobben. Ich muss das nicht verstehen. (Den politisch inkorrekten Rest erspare ich mir.)
Das ist jetzt der zweite Beitrag in dem jemand sagt dass Gründerzeithäuser und Erdgeschoss eine Rolle bei der Lärmvermeidung spielen. Dann hab ich ja echt Schwein gehabt und einen Grund mehr nie wieder auszuziehen 😎 Haus von 18hundert irgendwas, Erdgeschoss, 3 Außenwände, eine Wand zum Treppenhaus. Nur die Decke teile ich mit Nachbarn und ich glaub darüber ist sogar der Flur und kein Schlafzimmer/Wohnzimmer.

Ich wusste nicht dass das das gerade bei Altbau so unproblematisch ist. Wieder was gelernt 😁
 
Das ist jetzt der zweite Beitrag in dem jemand sagt dass Gründerzeithäuser und Erdgeschoss eine Rolle bei der Lärmvermeidung spielen. Dann hab ich ja echt Schwein gehabt und einen Grund mehr nie wieder auszuziehen 😎 Haus von 18hundert irgendwas, Erdgeschoss, 3 Außenwände, eine Wand zum Treppenhaus. Nur die Decke teile ich mit Nachbarn und ich glaub darüber ist sogar der Flur und kein Schlafzimmer/Wohnzimmer.

Ich wusste nicht dass das das gerade bei Altbau so unproblematisch ist. Wieder was gelernt 😁
Nur arschkalt ist es 😅
 
Ich habe mal den Fehler gemacht, eine Dachgeschosswohnung (34. Stock) in einem sehr hohen Plattenbau zu mieten, weil ich dachte, dass ich dadurch meine Ruhe habe. Im Ergebnis war das die lauteste Wohnung, die ich je gemietet hatte, und ich bin hier in 10 Jahren schon acht Mal umgezogen. Spaeter hab ich erfahren, dass die Waende bei so hohen Gebaeuden wohl nach oben hin duenner werden (statische Gruende?). Ich konnte mich mit meinem Nachbarn im 33. Stock durch den Boden unterhalten. Nach einem halben Jahr bin ich ausgezogen.

Hier lassen die Eltern ihre Kinder in der Wohnung Basketball spielen!
Immer wieder erstaunlich, was man den Mietern zumutet. In Deutschland ist man als Mieter auf verlorenem Posten. Dabei ist ab 43cm Wanddicke nicht einmal mehr das Trompetensolo aus einer Nachbarwohnung zu hören. Das wäre ein Stück mehr Freiheit für den einzelnen Menschen, kostet aber mehr Beton und Steine. My home is my castle. Für viele Wohnungen trifft das nicht zu.
Niemand wird jemals das Problem wirklich lösen, denn die meisten Politiker sind wohlhabend und vermieten selbst, einige wohnen allerdings in Berlin in einer Drittwohnung zur Miete. Da sie selbst an dieser Misere verdienen, würden sie ja gegen ihre eigenen Interessen arbeiten. Da kann man lange darauf warten.
 
Ich bin sowieso auf Wohnungssuche (keine Notwendigkeit, ich habe nur jetzt bisschen mehr Einkommen)...

Es ist sinnvoll, im Parterre zu wohnen:
Es beschweren sich nur die Nachbarn von nebenan oder von unten, weil sie die Musik herabregnen hören.

Aufsteigende Klaviertöne gehen im Trittschall unter, spätestens in der Auslegware beim oberen Nachbarn.

In Altbauten hat man noch die alten Kamin- und Gasschächte. Da hört dann eine Rocker-WG im Erdgeschoß den Klarinettisten im Dachgeschoß... und beschwert sich bei ihm...:-|

Und noch n heißer Clavio-Tipp: man kann auch leise und dennoch klanglich üben.
Neuhaus erwähnte in seinem Buch, dass Sofronitzky(?) seine Klavierabende am nächsten Tag nochmals durchgespielt hätte, aber alles im pp. Wie wenn er sich die Kraftanstrengung vom Vorabend wieder abtrainieren wolle. - Ich entdecke das jetzt auch gerade: die lauten Stellen im prägnanten pp zu spielen, macht super Soaß!
 
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Ich bin sowieso auf Wohnungssuche (keine Notwendigkeit, ich habe jetzt bisschen mehr Einkommen)...

Es ist sinnvoll, im Parterre zu wohnen:
Es beschweren sich nur die Nachbarn von nebenan oder von unten, weil sie die Musik herabregnen hören.

Aufsteigende Klaviertöne gehen im Trittschall unter, spätestens in der Auslegware beim oberen Nachbarn.

In Altbauten hat man noch die alten Kamin- und Gasschächte. Da hört dann eine Rocker-WG im Erdgeschoß den Klarinettisten im Dachgeschoß... und beschwert sich bei ihm...:-|

Und noch n heißer Clavio-Tipp: man kann auch leise und dennoch klanglich üben.
Neuhaus erwähnte in seinem Buch, dass Sofronitzky(?) seine Klavierabende am nächsten Tag nochmals durchgespielt hätte, aber alles im pp. Wie wenn er sich die Kraftanstrengung vom Vorabend wieder abtrainieren wolle. - Ich entdecke das jetzt auch gerade: die lauten Stellen im prägnanten pp zu spielen, macht super Soaß!

Das mit dem Kaminrohr kann nicht soooo schlimm sein…. Denn demnach haben meine Nachbarn oben eine Standleitung zu mir nach unten 🤣
 

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Ich kann doch nicht mein eigenes Interesse ueber die der anderen stellen,
Man muss es aber auch nicht drunter stellen. Das Leben verursacht Geräusche, man muss einen Kompromiss finden.
wobei ich Ruhe zuhause nicht als Interesse, sondern als Grundbeduerfnis ansehe.
Deswegen gibt es ja auch (bei uns) die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten. Das heißt natürlich nicht, dass ich empfehle, sie voll auszureizen. Ich will sagen, dass das Bedürfnis nach Ruhe bereits durchaus Beachtung findet.
 
Es ist sinnvoll, im Parterre zu wohnen:
Es beschweren sich nur die Nachbarn von nebenan oder von unten, weil sie die Musik herabregnen hören.
Das kann ich nicht bestätigen. Die einzigen, die mich mal gebeten haben, das Spielen zu reduzieren, waren die Nachbarn ÜBER mir. Kann natürlich gut sein, dass die drunter es lauter hören, aber toleranter sind...

Parterrewohnungen haben andere Vorteile. Niemand beschwert sich über Schrittgeräusch, die Klaviertransporte sind billiger, etc. ;)
 
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Auf jeden Fall macht so eine Standleitung was. Ich war mal im 4. Stock Gründerzeit. Der Typ unter meinem Flügel musste morgens um fünf aufstehen, hat aber meine Musik bis 23 Uhr, die auf ihm herabregnete, gerne zum Einschlafen gehört.

Wenige Wochen vor Ende der Ära, als wir alle raussaniert wurden, kam seine Freundin(!), die gar nicht im Hause wohnte, zu uns hoch und beschwerte sich. Dem Typen (der mit fünf Uhr) war das hochgradig peinlich. Wir zogen sowieso alle weg... Muss ich nicht verstehen, und den politisch inkorr... usw.

Was die Standleitung angeht: ein Bewohner, der eine Rockband gegründet hat, kam zu mir hoch. Aus dem 1. Stock. Zwei hohe Stockwerke dazwischen... Muss ich verstehen: Standleitung Gasschacht. Hat der Bewohner sogar gesagt. Anscheinend hielt er sein Ohr da dran. Er ließ mich sogar ohne Vorwarnung und Diskussion gleich abmahnen. Obwohl wir per Du waren und uns auch gegenseitig besucht hatten... seiner Lebenspartnerin war das peinlich.

Ja, gut, op. 133 vierhändig nachts um zwei (true story) ist für einen alten Basser vielleicht doch zu hart gewesen...

Als Klavierspieler ist man mit Häusern mit Bj. vor 1950 bestens bedient. Danach gibts nur Schrott, was die akustische Qualität der Wände angeht. Die Architekten würden am liebsten alles aus Pappe bauen, weil "leicht" das neue Schön ist.
 
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