Infos zu Ibach Klavier

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von mullrich, 28. Okt. 2008.

  1. mullrich
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    mullrich

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    Guten Abend,

    ich habe seit kurzer Zeit ein altes Ibach Klavier und bin nun auf der Suche nach Informationen und möchte in Erfahrung bringen, wie der Zustand des Klaviers ist und in wie fern es sich lohnt, das Klavier stimmen zu lassen.
    Bis jetzt weiß ich folgendes:

    Die Marke ist Ibach
    Seriennummer: 48763
    Es ist ein Oberdämpfer, soweit ich das beurteilen kann.
    Laut einem link auf http://www.pian-e-forte.de/ ist das klavier zwischen 1901 und 1905 gebaut.

    Ich habe auch die Hinweise auf der Seite unter "Gebrauchtkauf" beachtet und glaube, dass das Klavier, wenn es wirklich so alt ist, noch recht gut in Schuss ist.

    Jetzt noch mal eine generelle Frage zum Stimmen: Muss ein Klavier nach einem Transport zwangsläufig gestimmt werden und was kostet es ungefähr?

    Ich bin mir nämlich gar nicht sicher, ob das klavier überhaupt gestimmt werden muss, da die töne eigentlich ganz gut passen.
    Das einzige Problem, das mir bis jetzt beim Spielen aufgefallen ist, ist dass wenn ich das rechte Pedal betätige und gedrückt halte, die Töne sich zunehmens vermischen und ein unsauberes Klangbild entsteht. Oder ist das normal?

    Ich hänge mal einige Bilder an. Es wäre nett wenn jemand mir etwas über den allgemeinen Zustand sagen könnte.

    Vielen Dank schon mal!

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  2. klaviermacher
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    klaviermacher

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    Hallo mullrich,
    Wenn ein Ton ausklingt dauert das eine Weile - je tiefer der Ton, desto länger - wie ein langes Pendel. Die Dämpfung sorgt dafür, dass beim Loslassen der Taste der Ton abgebremst wird. Das rechte Pedal gibt alle Töne frei, sodass sie weiterschwingen, bis sie von selbst zum Stillstand kommen. Klarerweise verschwimmen die Töne ineinander - sobald man die nächste Taste drückt, ehe die vorher angeschlagene vollständig ausgeklungen ist. Das ist gewollt und ganz normal. Daher betätigt man dieses Pedal nicht als "Verstärker" sondern um Töne, die melodisch zusammen passen, gemeinsam erklingen zu lassen und nimmt den Fuss beim Wechsel der Tonart wieder vom Pedal um ein Wischiwaschi zu verhindern.

    Das Klavier sollte nach dem Transport gestimmt werden. Ein paar Wochen Eingewöhnungsphase an die neue Umgebung ist in Ordnung. Die Kosten sind regional verschieden. Am besten man erfragt dies beim nächstgelegenen Fachgeschäft.

    LG
    Klaviermacher
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 28. Okt. 2008
  3. Ibächlein
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    Ibächlein

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    Ibach

    Hallo,
    ich habe auch ein altes Ibach von 1903 und bin sehr glücklich damit. :klavier:

    Kennst Du die Internet-Seiten von Ibach?

    http://www.ibach.de/

    Dort findest Du viele interessante Informationen, auch zur Geschichte des Klavierbaus bei Ibach.
    Vom Menuepunkt: Tradition / Seriennummern aus kannst Du Dir alte Kataloge anschauen - vielleicht ist Dein Klavier ja dort abgebildet. Allerdings enthält der Katalog 1902/03 natürlich keine Fotos, sondern Zeichnungen, die im Detail von den realen Instrumenten abweichen können.
    Wenn Du es ganz genau wissen willst, kannst Du gegen 40 € in den Archiven nach Informationen zu genau Deinem Klavier (Angabe der Seriennummer) suchen lassen. (Näheres steht auch auf der Internetseite.)

    Das beantwortet natürlich nicht die Frage, in welchem Zustand Dein Klavier heute ist. Das hängt davon ab, wo es sein Leben verbracht hat, welchen klimatischen Bedingungen es ausgesetzt war, wie es gespielt und ob es gepflegt wurde.

    Eine Stimmung wird wohl auf jeden Fall bald erforderlich sein, wenn das Instrument sich bei Dir aklimatisiert hat. Bei der Gelegenheit solltest Du den Fachmann schauen lassen, wie der Gesamtzustand ist.

    Viel Freude mit dem Klavier wünscht
    Ibächlein
     
  4. Klavierbaumeister
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    Klavierbaumeister

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    Diese Ibach-Klaviere waren nicht schlecht, haben aber durch die Oberdämpfer-Mechanik heute keinen nennenswerten Handelswert.

    Schwachpunkt bei diesen Modellen ist der Agraffensteg im Bass:
    Die Agraffen (=Saitenführungen) unterhalb des Wirbelfeldes sind bei diesen Klavieren in eine Holzleiste geschraubt. Diese hält den Zug nicht jahrzente lang stand und die Agraffen kippen mehr oder weniger stark nach rechts weg.
    Dann gibt es Probleme sowohl beim Hammeranschlag als auch beim Aufsetzen der Dämpfer, da die beiden Saiten eines Chores unterschiedlich hoch liegen, die linke Saite liegt höher als die rechte.

    Im Rahmen einer Generalüberholung ist es kein großes Problem, diesen Agraffensteg zu erneuern und ggfl. sogar aus massiven Messing herzustellen, wenn das Instrument ohnehin abgesaitet wird.
    Andererseits kann man diesen Fehler - sollte er auftreten - aber nicht mal eben schnell beim Kunden vor Ort beheben.

    Aber lasse das Klavier einfach mal von einem Kollegen vor Ort begutachten, der kann Dir sicher noch viel mehr erzählen.
     
  5. blindipop
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    blindipop

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    Ibach, ich kriege demnächst ein geschenkt-Klavier, das innen ein Rud. Ibach Soehne (RIS-LOGO, altes) ist und außen ein Müller-Schiedmayer, Firma aus 1874 oder so. Hat irgendjemand sowas schonmal gesehen, davon gehört, eine Ahnung? Es ist schwarz und soll von 1895 sein. Die Seriennummer weiß ich nicht, hab keine Ahnung von Klavieren, aber hab als Jugendliche gespielt, Eltern hatten einen damals 50er Jahre sog. Stutzflügel, Hersteller weiß ich nicht mehr, wurde verkauft, Umzug in weniger Platz.

    Schiedmayer gibts noch als Celesta-Manufaktur, Ibach auch noch. Soll ich da mal nachfragen?? Oder ist das ein Bastelklavier, dem man irgendwann ein anderes Spielwerk (oder wie heißt das?) eingebaut hat?
    Kann mir irgendjemand etwas dazu sagen, außer, frag mal den Fachmann?!

    Was für ein Klavier ist das, herrgotthimmel??
     
  6. HJA
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    HJA

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    Um nicht einen neuen thread zu öffnen, hänge ich meinen Kummer mal hier an und hoffe, Euch nicht zu langweilen und evt. Eure Meinungen zu lesen.
    Das alte Schiedmeyer ist Geschichte, wie ich bereits schrieb. Das Ibach kommt von einem Klavierbauer aus Hattingen und wurde vor Weihnachten durch eine Spedition zu uns transportiert. Wir hatten gesagt, daß es in den 1. Stock eine Treppe hinauf muss. Dabei stellten die guten Leute das gute Stück vertikal auf die Seitenwange um es hinauf zu transportieren. Haben sie leider nicht geschafft. Also den einzigen Raum im EG auserkoren, wo es keinen stört und man selbst ungestört ist. Leider ist die Raum wandhoch gefliest und hat Bodenfliesen. (Keine Fußbodenheizung!!!).
    Der Klavierstimmer/bauer kam noch vor Weihnachten zum Stimmen nach dem Transport. Alles ok, nur die Akkustik des Raums gefiel ihm garnicht und er empfahl, einen Teppich unterzulegen. Gesagt, getan.
    Aber OWEEHH. Absolut keine Dämpfung mehr, alle Saiten waren frei, als ob ich mit dem Bleifuß auf dem rechten Pedal festgewachsen wäre. Anrufe hin und her, "Ja das hätte er schon mal gehört, als ein Yamaha auf einen Flokati platziert wurde." Also weg mit dem Teppich und dünnes Linoleum untergelegt.
    (Alle Wände wurden inzwischen mit MDF Platten gedämmt).
    Ergebnis dieser Aktion: Die mittlere Dämpferleiste arbeitet wieder wie es sich gehört, rechts für die hohen Töne gibt's keine Dämpfer (korrekt?), aber die Bass-Saiten, bzw. die dortige Dämpferleiste drückt nicht stark genug nach vorne.
    Ich wage es nach den gemachten Schiedmayer-Erfahrungen nicht, dieses gute Teil (von ca. 1974) unten zu öffnen und dann zu verschlimmbessern.
    Liegt die verursachende Mechanik so tief, daß ein weicher Teppich dort etwas verändert haben kann, oder sind es evt. Spätfolgen des auf die Seite kippen?
    Ich wünsche Euch schon mal einen guten Rutsch in's 2019.
    Sers
    Achim
     
  7. HJA
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    HJA

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    Nur der Vollständigkeit halber, das Problem sieht man so leider nicht.
     

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  8. Tastenscherge
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    Tastenscherge

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    Stell mal das rechte Pedal anders ein: unten öffnen (geht problemlos!) und mal schauen, wie das am rechten Pedal aussieht. Da ist normalerweise eine senkrechte Metallstange, die das Pedal mit einem waagerechten Holzbalken verbindet. Möglicherweise ist dieser Holzbalken auch aus Metall, weiß ich gerade nicht, wie das bei Ibach ist. Jedenfalls ist oben an der senkrechten Metallstange eine Mutter auf einem Gewinde. Diese Mutte drehst du einfach lockerer. Dadurch reagiert das Pedal später. Das sollte das Problem beheben.
     
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  9. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Unterlege mal das Klavier im Bereich der Seitenwände mit 1-1,5cm dicken Leisten.
    Mit scheint der Fußboden wölbt den Boden des Instruments nach oben, was zu einer Veränderung der Pedalmechanikeinstellung führt.
    Du könntest auch versuchen die an den Pedalen befindlichen Reguliermuttern zu verstellen.
    (Unten aufmachen)
    Grüße
    Toni

    Gregor war schneller...
     
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  10. HJA
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    HJA

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    Danke Gregor, danke Toni!
    Habe die Stellschraube des rechten Pedals nach oben/lockerer gedreht. Und damit wird nun auch wieder im Bass-Saitenbereich korrekt gedämpft. Wunderbar, wie einfach! Was das allerdings ausgelöst hatte, wird mir ein Rätsel bleiben.
    Gregor:
    Vom Pedal geht waagerecht eine Metallstrebe nach links und wird dort mit einem senkrechten, runden Holzstab verbunden. Dort oben kan man nicht regulieren, nur unten - Pedal > Metallstrebe.
    Toni: Ist zwar ein Altbau mit krummen Wänden, aber der Fußboden ist Jottseidank gerade = waagerecht. Da drückt nichts nach oben; wie gesagt, was der Teppich da gemacht hat, NULL Ahnung.
    Sei's drum, Problem gelöst = nochmals besten Dank.
    Achim
    Pedale Dämpfer justieren.jpg
     
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  11. Tastenscherge
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    Tastenscherge

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    Kann das sein, dass der Flokati nicht so breit war wie das Klavier? So dass die Seitenwände nicht auf dem Teppich standen? In dem Falle wird der Teppich tatsächlich den Boden nach oben gedrückt haben.
     
  12. HJA
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    Nein, es war kein Flokati (wie ihn unser Klavierhändler/bauer/Stimmer zitierte), sondern ein normaler Hochflorteppich -der übrigens ganz plattgedrückt war- und der ca. 10 cm über die Konturen des Klaviers unten (li/re/vo/hi) herausragte. Mir ist bewußt, daß die Seitenwände die tragenden Teile für das Gesamtgewicht sind. Deshalb ist der Vorschlag mit der Holzleiste darunter auch sehr sinnvoll.
    Aber das Problem ist ja jetzt gelöst und über den "Verursacher" mache ich mir jetzt erstmal keine Gedanken.
    Danke und Tschüß
    Achim
     
  13. HJA
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    HJA

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    Ich sehe mir gerade Ihre Homepage an, Dottore, Nadelfilz geht natürlich auch gut.
     
  14. Tastenscherge
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    Tastenscherge

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    Ich schon. Ich finde das irgendwie spannend. Und auch gut zu wissen für die Zukunft, falls das Problem nochmal bei jemandem anders auftritt.

    Üblicherweise schwebt ein Klavier auch leicht über dem Boden, zumindest da wo die Pedale sind. Üblicherweise hat es nämlich Rollen oder wahlweise Gleiter oder Holzklötze. Bei deinem Ibach sieht das so aus, als wenn der Boden tatsächlich auf dem Fußboden aufliegt. Berühren die Pedale den Fußboden, wenn man sie ganz herunter tritt?
     
  15. Klavierbaumeister
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    Klavierbaumeister

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    Bei diesem Modell lösen sich sehr häufig die Seitenwände komplett von den Rasten, ebenso löst sich die Verleimung zwischen Sockelleiste (da wo die Pedale rausschauen) und Boden.
    Bitte dies mal kontrollieren, die Verleimung der Seitenwände kann man am besten von hinten prüfen.
     
  16. HJA
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    Da hält mich alten ..... aber jemand ganz schön auf Trab, bzw. auf den Bauch, mit Taschenlampe und dünnem Kartonlesezeichen.
    Beide Pedale berühren nicht den Fußboden, wenn sie ganz heruntergetreten werden. Links und rechts vorn sind 2 sehr flache "Füße", eher Platten aus Hartplastik (?) angebracht, dasselbe hinten links und rechts. Mit dem Lesezeichen komme ich gerade so eben unter / entlang des Rahmens, vorn und seitlich. Für hinten schiebe ich es jetzt nicht nochmal weg. Durch den Linoleumbelag, auf dem es steht, geht die Pappe nur mit Druck hindurch. >Schätze, daß das Ibach ca. 300 kg wiegt und sich somit in das ca. 3 mm starke Linoleum hineindrückt. Stände es direkt auf den Fliesen, wäre wohl ein Spalt von ca. 2 bis 3 mm Luft ringsherum, bis auf die "Füße".
    Sollte es im Laufe der Zeit noch weiter "sinken", fliegt das Linoleum weg und dann kommen 2 seitliche Holzeisten zum Einsatz.
     
  17. HJA
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    HJA

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    Und NEIN, es ist nichts 'aus dem Leim gegangen'.
    Nochmal, die Dämpferleisten funktionieren wieder einwandfrei, seit dem oben beschriebenen Eingriff.
    Hatte ich ja auch befürchtet nach dem recht robusten Einsatz der Möbelpacker ("geschulte Klaviertransporteure") das Ibach senkrecht auf die Seitenwange zu stellen.
     
  18. Klavierbaumeister
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    Klavierbaumeister

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    Nimm nochmals den Unterrahmen raus (so wie auf dem letzten Bild zu sehen) und ziehen dann mal die Sockelleiste in den Ecken nach vorne oder versuche, sie in der Höhe zu verschieben.
    Schaue dabei mal rein. Die Verleimung ist bestimmt lose, sofern sie nicht schon mal erneuert wurde.
     
  19. agraffentoni
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    agraffentoni

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    kenne ich von Zender-Klavieren (England).
    Die haben einen Leim verwendet, der über die Jahre spröde wird und an Festigkeit verliert.
    Da brauchst nur mal fest gegen die Seitenwand klopfen...
     
  20. OE1FEU
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    OE1FEU

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    Schätze, da liegst Du ziemlich weit daneben.