Herstellung von Darmsaiten für historische Instrumente

Dieses Thema im Forum "Sonstige Musikthemen" wurde erstellt von Ambros_Langleb, 12. Jan. 2020 um 16:20 Uhr.

  1. Bernhard Hiller
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    Bernhard Hiller

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    Gehen wir noch mal an den Ausgangspunkt zurück:
    Das Verdrehen der Därme findet im "Naßzustand" statt. Die Verdrehung muß bestehen bleiben, also muß gespannt werden.
    Aus der individuellen Verdrehung ergibt sich eine individuelle Dicke, auch wenn die gleiche Anzahl Därme eingesetzt wurde => die Saiten sind nicht gleich dick, und das wird an dieser Stelle auch nicht behauptet!

    Erst später in disem Thread wurde aus der gleichen Anzahl der Därme die gleiche Dicke.
     
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  2. Ferdinand
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    Ferdinand

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    Welche Därme werden denn für die Saitenherstellung verwendet? Vom Schwein, Schaf, Ziege ..... ?
     
  3. Melegrian
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    Melegrian

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    Bisher las ich etwas von Därmen von Schafen.
    Doch in diesem Auszug stand es halt so:

     
  4. Ferdinand
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    Ferdinand

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    Eigentlich logisch, den Saitling gibt's ja nur vom Schaf.
     
  5. mick
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    mick

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    Das mit den Katzen ist ein Gerücht und wurde vermutlich von einem italienischen Saitenmacher im 14. Jahrhundert in die Welt gesetzt - in Wirklichkeit nahm er Schafdarm. Da der Aberglaube verbreitet war, dass das Töten von Katzen Unglück bringt, hielt der Saitenmacher damit die Konkurrenz von eigenen Experimenten ab. Ich weiß nicht, ob der Begriff "catgut" daher kommt, aber Katzen waren in diesem Zusammenhang nie im Spiel.

    Neben Schafdarm wurde und wird bis heute auch Rinderdarm verwendet, vor allem für Kontrabass-Saiten.
     
  6. altermann
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    altermann

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    Dann hast du meinen Beitrag zum Bestatter noch nicht gelesen.
    Theoretisch sicherlich möglich.

    Gauf! :017:
     
  7. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Aber bei höherer Torsionskraft müssten die Saiten dann doch dünner werden, oder? Und wie können die dann tiefer klingen?
     
  8. mick
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    mick

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    Du kannst das selbst ausprobieren - nimm einen Bindfaden, lege die Mitte um eine Türklinke o.ä. und verdrehe die beiden Enden bei gleichbleibender Spannung. Das Gespinst wird dabei immer kürzer und dicker.
     
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  9. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Welche Stelle meinst du bitte? Im lat. Text heißt es klipp und klar
    cordas aeque crassas parique longitudine und an anderer Stelle cordas pari habitudine factas, also "Saiten von gleicher Dicke und gleicher Länge" bzw. "Saiten mit gleichen Eigenschaften".

    Ich glaube jetzt wirklich, dass es dem Kerl in erster Linie darum geht, das legendäre Saitenexperiment seines Heiligen Pythagoras auf den Instrumentenbau zu übertragen, weswegen er alle Paramter außer der Saitenspannung außer Acht lassen muss (dass das Experiment physikalisch ohnehin unhaltbar ist, weiß er, wie die ganze antike Literatur, nicht. Das hat erst der oben genannte M. Mersenne nachgewiesen).