Harmonielehre: Diatonische Modulation

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Lisztomanie
Lisztomanie
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Guten Abend,

ich weiß, es klingt ein wenig dämlich, aber ich komme da irgendwie nicht weiter, also: Wir behandeln in Tonsatz zur Zeit Modulationen und wenn ich diatonisch von einer Tonart in die andere modulieren will, dann bedarf es ja dreier Schritte: 1. Bekräftigung der AT (Kadenz) - 2. Modulation mittel MM - 3. Bekräftigung der ZT (Kadenz). Von C-Dur nach G-Dur (also um einen Schritt im Quintenzirkel) ist das ja auch noch leicht zu schaffen, aber wenn ich jetzt z.B. von C-Dur nach D-Dur (ohne Umweg über C-G-D) modulieren will, dann brauche ich ja als MM eine Akkord, der sowohl aus leitereigenen Tönen von C-Dur als auch von D-Dur besteht. Und da fallen mir spontan nur e-moll und G-Dur ein. Doch wie "baue" ich die jetzt da ein? :neutral: Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen, am besten erstmal so schlicht wie möglich, damit ich das Prinzip verstehe...=D

Herzliche ratlose Grüße

Lisztomanie
 
Axel
Axel
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Nun ja, so ganz klar ist mir das Problem nicht. Vielleicht ist es ja auch keins. Einen G-Dur Akkord in C-Dur zu erreichen, ist keine Schwierigkeit. Wenn dann A-Dur und D-Dur als Bekräftigung der Zieltonart folgen, hört man quasi rückwirkend: ach ja, der G-Dur war offenbar Subdominante der Zieltonart.
Verstärken könnte man den Effekt durch hinzufügen einer sixte ajoutée. Dann ist sofort klar, dieser Akkord kann nur eine Subdominante sein.

Grüße
Axel
 
Lisztomanie
Lisztomanie
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Ja, theoretisch ist mir das auch klar und das mit der Sixte ajoutée habe ich auch schon zur Verstärkung des Subdominant-Charakters probiert, aber irgenwie klingt das praktisch immer nicht ganz zufriedenstellend - nett aus gedrückt...;) Könntest Du mir vielleicht eine Idealmodulation als Notenbeispiel hochladen? Für Dich scheint das ja ganz einfach zu sein! ;)

Herzliche Grüße

Lisztomanie
 
rolf
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C-F-G7-C-a-e-A7-D-D7-G-A7-D wäre ne Möglichkeit
 
C
chiarina
Guest
Lieber Lisztomanie,

oder du gehst über einen Trugschluß:

C-F-G-C-G6-A-h-G-A7-D .

Dabei wird G-Dur als S65 umgedeutet und die neue Dominante A-Dur erst in die Tonikaparallele h-moll aufgelöst, bevor D-Dur als neue Tonart durch die S-D-T- Kadenz bestätigt wird.

Wichtig ist:

- beim S65 die Sexte immer anstelle des verdoppelten Grundtons nehmen oder in den Bass legen.

- der Umdeutungsakkord sollte möglichst auf betontem Taktteil stehen.

- jeder zu plötzliche Eintritt einer neuen Tonika wird abgemildert durch Trugschluss oder Vorhalte (Quartvorhalte) - s.o..

- beim eigentlichen Modulationsvorgang sollten die Grundtöne im Bass liegen, wobei man (s.o.) beim S65 auch die Sexte in den Bass legen kann.

- wenn ein Durakkord zur neuen Dominante wird, ist es sinnvoll, die Septime hinzuzufügen.

Liebe Grüße

chiarina
 
hasenbein
hasenbein
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Leute, warum immer so kompliziert? *kopfschüttel*

(Lisztomanie, sieh's ihnen nach, sie spielen ausgezeichnet Klavier und unterrichten das auch prima, aber von Modulation und so verstehen sie nicht soooo viel :D Chiarina, mich würd mal interessieren, wie Du es anstellst, daß in deiner "Lösung" der G6 nicht beknackt klingt :D )

So geht es ganz einfach und straight-ahead:

osbkp4.jpg


LG,
Hasenbein
 
C
chiarina
Guest
(Lisztomanie, sieh's ihnen nach, sie spielen ausgezeichnet Klavier und unterrichten das auch prima, aber von Modulation und so verstehen sie nicht soooo viel :D Chiarina, mich würd mal interessieren, wie Du es anstellst, daß in deiner "Lösung" der G6 nicht beknackt klingt )

Lieber hasenbein,

also mit Sicherheit verstehe ich von Modulation bei weitem nicht soviel wie du :D, aber ICH finde die Modulation mit meinem Trugschluss viiiel schöner. :floet::D

Blöderweise bin ich bei meiner Noten-Software immer noch auf einem Stand, der diesen Namen nicht verdient und deshalb kann ich es nicht aufschreiben. Es ist doch aber völlig üblich, wie auch Axel schon schrieb, den sixte ajoutee zu verwenden, um den Subdominantcharakter zu betonen. Oder nicht?

Liebe Grüße

chiarina
 
hasenbein
hasenbein
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Ja, aber an der Stelle klingt es einfach unbeholfen.
 
Lisztomanie
Lisztomanie
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Herzlichen Dank für die vielen hilfreichen Antworten, jetzt weiß ich auch, vo mein Fehler lag..;) Ich habe immer über eine Plagalkadenz moduliert, weil ich A bei der D-Dur weggelassen habe, also:

Richtig: C - F - G - C - G - A - D - G - A - D

Ich: C - F - G - C - G - D - G - A - D

Ich glaube, jetzt habe ich es verstanden, zur Not frage ich heute nochmal meinen Tonsatzlehrer..=D

Herzliche Grüße

Lisztomanie

P.S.: Alle Antworten waren sehr hilfreich, aber in einem Punkt muss ich Hasenbein Recht geben: Seine Antwort war am übersichtlichsten - oder wie er es nennt: " ganz einfach und straight-ahead:" ;) Das heißt aber nicht, dass die anderen schlechter waren...=D
 
Lisztomanie
Lisztomanie
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An die anderen: Natürlich klingt das mit Extras wie Sixte ajoutée oder Trugschluß im richtigen Satz mal schöner, aber jetzt habe ich durch Hasenbeins einfache Antwort das Prinzip verstanden und kann selbst experimentieren was mir gefällt... Und da greife ich sehr gerne auf Eure hilfreichen Vorschläge zurück... als kleine Schmankerl sozusagen...;)

Herzliche Grüße

Lisztomanie
 
hasenbein
hasenbein
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Es ist aber, damit man von der ganzen Modulationsaufgabenlöserei auch was hat, sehr zweckmäßig, stets erstmal nach einer möglichst einfachen und direkten Lösung zu fahnden, die simpel und schlüssig klingt.

Wenn's "an den Haaren herbeigezogen" klingt, ist es ohnehin immer schlecht.

Du hast ja jetzt selber gemerkt, daß man besser erstmal die Dominante und nicht die Tonika der Zieltonart ansteuert.
 
 

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