Hand: angewinkelt haltun oder nicht?

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Basti

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Guendola

Guendola

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Das Handgelenk seitlich zu knicken ist purer Streß für das Gelenk. Stattdessen kann man das Gelenk beugen und den Unterarm drehen, was in etwa den gleichen Effekt hat und viel schonender ist. In der Regel dreht man eher den Oberarm ein bischen, um Hand und Unterarm in einer Linie zu behalten und trotzdem alle Tasten zu erreichen, die man braucht.

Der Winkel zu den Tasten ist eigentlich fast wurscht, wenn man nicht gerade schnelle Läufe oder Appreggien spielt. Bei einem Akkord z.B., bei dem der Daumen eine weiße und der kleine Finger eine schwarze Taste spielen, ist der Winkel ganz anders als wenn der Daumen auf schwarz und der kleine Finger auf weiß ist.
 
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Debbie digitalis

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Hallo Basti,

von mir erhälst du hierzu eine Antwort von Anfänger zu Anfänger. Ich kann dir hierzu nur das sagen, was meine Klavierlehrerin immer dazu sagt:

Also erstens ist die Handhaltung stark abhängig von deiner Sitzhöhe. Daher solltest du zunächst mal deinen Hocker so einstellen, dass du, wenn du sitzt und die Hände Richtung Klavier streckst die Unterarme weder nach unten noch nach oben beugen musst. Sie sollten gerade auf der Höhe der Klaviatur sein. Dann musst du einen bequemen Abstand zwischen Hocker und Klavier finden. Also nicht zu nah dran oder zu weit weg, weil du sonst die Unterarme wieder ungünstig verdrehst. Wenn du nun so in der richtigen Höhe und in der richtigen Entfernung vom Klavier sitzt, darfst du keinesfalls "platte Finger" machen. Du solltest die Hände so halten, als hättest du einen kleinen Ball in der Hand (also rund), dann ist das Greifen nämlich viel leichter, insbesondere dann, wenn du auch öfter schwarze Tasten erreichen musst - das geht mit platten Fingern gar nicht. Schau dir die Handhaltung vor allen Dingen nicht von Keyboardspielern ab, die spielen meistens ohne Anschlagsdynamik und ohne gewichtete Tasten und neigen daher oft zu einer nachlässigeren und nicht ganz so runden Handhaltuing.

Das ist also das, was ich immer höre und versuche zu berücksichtigen und ich habe auch beim Üben die Erfahrung gemacht, dass es wirklich sinnvoll ist, sich danach zu richten.

Was das Video angeht muss ich sagen, man sieht das Ganze da nicht so gut, weil man den Spieler nur von oben sieht. Er scheint von oben betrachtet schon mit einer runden Handhaltung zu spielen, aber aufschlussreicher wäre es, wenn man den Spieler von der Seite und die Hand- und Armhaltung praktisch im Profil sehen würde.

Ich hoffe du kannst dir einigermaßen vorstellen, was ich mit meinen Erklärungen meine.

Vielleicht melden sich hier auch noch mal ein paar alte Hasen, damit wir Anfänger das hier nicht so aus unserer ja noch spärlichen Erfahrung diskutieren müssen.

Schönen Gruß

Debbie digitalis
 
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Debbie digitalis

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Hallo Basti,

habe das Video gerade noch mal angeschaut. Ich weiß jetzt auch, was du mit deiner Frage meinst. Ich kann sie aber nicht wirklich beantworten, sondern vermute einfach folgendes:

Wenn die Hände beim Spielen nicht leicht nach außen zeigen würden (wie man es auf dem Video sieht) - was wäre dann die Alternative??? Hände geradeaus halten und mit dem ganzen Arm hin- und herwandern??? Das wäre doch viel zu viel Kraftaufwand und zu anstrengend und zu umständlich. Knicken soll man das Gelenk auf keinen Fall, aber Beugen schon - siehe Beitrag Guandola.

Vielleicht wissen erfahrene Spieler dazu noch mehr.

Schönen Gruß

Debbie digitalis
 
fisherman

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Hallo Debbie & Guendola; ich verstehe das mit dem "Beugen" des Handgelenks nicht. Was soll die Beugung bringen? Wenn ich vor dem Körper große Spannen spielen muss, bleibt mir doch nichts anderes übrig, als das Handgelenk zu knicken, weil die sonst schräg zur Tastatur stehende Hand die Spanne nicht schafft. Natürlich könnte man bei langsamen Stücken auch mit dem Oberkörper ausweichen, aber wenn die Linke auch noch vor dem Korpus zu arbeiten hat, geht das ja gar nicht mehr.

Mein Beitrag ist keine Kritik, sondern eine große Bitte um "Erklärung für Doofies" - das Abknicken ist nämlich ein übles Problem für mich.

Danke!
 
A

ariadne

Guest
ein leichter judo-griff wird wohl nicht zu vermeiden sein, wenn beide hände in der mittellage agieren (man also mit dem oberkörper nicht nach links oder rechts ausweichen kann). das problem lässt sich aber entschärfen, wenn man nicht zu dicht an der tastatur sitzt.

lg
a.
 
D

Debbie digitalis

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Hallo fisherman,

ich fische genauso wie du und Basti bei dieser Frage noch etwas im trüben.

Aber wenn du dir Bastis Video mal ansiehst und noch mal Guandolas Beitrag (sie ist schließlich mittlerweile "KLaviergott") liest, dann ist es eigentlich ganz gut zu verstehen, was sie meint und was auch stimmt: die Hände bewegen sich schon nach außen und zur Seite, aber nicht unabhängig von den Armen und in einer extremen Knickbewegung, sondern die Arme gehen etwas mit und die Bewegung ist eher fließend.

So ich hoffe, die Verwirrung ist damit jetzt nicht komplett.

Tschüss

Debbie digitalis
 
fisherman

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Danke, aber "Beugen" (das ist für mich die Vertikalbewegung des Handgelenks) verstehe ich immer noch nicht. Guendola?
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Die Verbindung zwischen Hand und Unterarm - das Handgelenk - sollte wo möglich geradlinig sein. Eine Knickstellung bedeutet immer auch eine (unnötige) Anspannung. Besonders bei vollgriffigen Akkorden und in extremen Lagen läßt sich ein Knick jedoch nicht immer vermeiden.
 
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Bachopin

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Hi,

zwar ein bischen spät, aber ich hab' auch noch was zur Hand/Fingerhaltung: ;-)

Je nach Bereich wo man spielt (weit aussen, weit innen) müssen die Finger nicht im 90Grad Winkel zur Tastatur stehen. Genauso beim Skalenspiel, auch da stehen die Finger nicht nur im 90Grad Winkel zu den Tasten.

Zum Winkel in horizontaler Ebene zw. Finger und Unterarm:

Wie Haydnspass schon sagte (der hat Ahnung ;-) ), sollte das Handgelenk möglichst nicht stark geknickt sein, sodass die Finger in gerade Linie zum Unterarm stehen. Die Fingersehnen haben sonst, da sie durch das Handgelenk hindurch laufen, aufgrund des Knicks ein Problem.

Sandor geht sogar so weit, dass er empfiehlt, die Hand je nach Finger der spielt so leicht zu korrigieren, dass die Fingersehne in gerader Verbindung zum Unterarm ist.

On Piano Playing: Motion, Sound, and Expression von Gyorgy Sandor.

Gruß
 
 

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