Haben die großen Komponisten alles selber geschrieben?

Dieses Thema im Forum "Werke, Komponisten, Musiker" wurde erstellt von reymund, 9. Jan. 2019.

  1. reymund
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    reymund

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    Guten Tag
    Haben z.B. Beethoven und Co alles an ihren Symphonien selber geschrieben? Also alle Noten für jedes Instrument oder hatten sie Leute die das gemacht haben?.
    vg
    Reymund
     
  2. Klavirus
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    Klavirus

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    Die haben das vom Computer machen lassen, oder was dachtest du?
     
  3. mick
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    mick

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    Die meisten Komponisten hatten keine Mitarbeiter (Kopisten mal ausgenommen), aber manche haben durchaus die eine oder andere lästige Arbeit delegiert.

    Donizetti hat beispielsweise große Teile seiner Opern von Mitarbeitern schreiben lassen, die allerdings - das muss man zu seiner Ehrenrettung sagen - ausschließlich Musik aus anderen Opern des Meisters verwendet haben.

    Johann Strauß hat seine Werke größtenteils nicht selbst instrumentiert - weniger aus Faulheit, sondern weil er das nicht besonders gut konnte.

    Manche Komponisten waren allerdings stinkfaul - Mozart hat große Teile seines Requiems von Franz Xaver Süßmayr komponieren lassen. Puccini hatte keine Lust, das Ende von Turandot zu schreiben und hat die Aufgabe einfach an Franco Alfano delegiert. Alban Berg war noch schlimmer und hat fast den gesamten dritten Akt seiner Lulu von Friedrich Cerha ausarbeiten lassen. Ganz schön frech!

    ;-)
     
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  4. Muck
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    Muck

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    Bei Beethoven hätten sich die Verleger allerdings gewünscht, er hätte nicht alles selbst geschrieben...
     
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  5. mberghoefer
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    mberghoefer

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    da gabs aber schludrigere Typen - was soll man zB von Barry Cooper halten, der 160 Jahre wartete, bis er endlich Beethovens Auftrag befolgte und die 10.Sinfonie vervollständigte? Hoffentlich hat Ludwig dem die Rechnung gekürzt!
     
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  6. walsroderpianist
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    walsroderpianist

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    Giacinto Scelsi hat viele seiner als Kompositionen vorliegenden Werke auf Tonband aufgenommen und andere Komponisten schriftlich fixieren lassen.. Einigermaßen unverschämt dabei finde ich die Tatsache, dass sie in den Notenausgaben nicht erwähnt werden. Dabei war es sicher nicht einfach, die teils frei flottierende Rhythmik in eine lesbare Fassung zu bringen.
    Ich suche noch verzweifelt Menschen , die solches mit meinem Geklimper tun. Ich biete kein Honorar, aber eine klitzekleine Erwähnung des Namens in etwaigen Notenausgaben.
     
  7. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Bei Mendelssohn und Schumann könnte man spekulieren, ob manche Kompositionen von deren Schwester bzw Ehefrau stammen.
     
  8. rolf
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    rolf

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    @Stilblüte guter Gedanke!! Nehmen wir Wagner, der alles bei seinen Weibern abgeschrieben*) hatte: die frühen Opern taugen nüscht, Gattin Nr.1 Minna hatte es nicht drauf; die späteren Musikdramen stammen von Gattin Nr.2 Cosima, die war Liszts Tochter und hatte schräge Harmonien im Erbgut.
    q.e.d.
    :-D:drink:
    _________
    *) mimimi aber die tollen Wesendonck-Lieder - nix da, die sind, wie ihr Name schon sagt, von der Mathilde abgeschrieben
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Jan. 2019
  9. Muck
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    Muck

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    Ich würde gern mal etwas von Clara spielen, bin da aber ein ganz und gar unbeflecktes Blatt. Was könntet ihr empfehlen?
     
  10. mick
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    mick

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    Ganz ehrlich?

    Nix.
     
  11. Muck
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    Muck

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    Schade. Ich mag Schumanns f-moll Sonate sehr gern und denke seit dem, man müsste sich auch mal die Kompositionen von Clara anschauen Habs aber warum auch immer nie getan.
     
  12. Revenge
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    Revenge

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    Le Sabbat, aus op. 5.

    Ah, zum eigtl. Thema fällt mir ein:

    Es gibt auch fragwürdigste zweifelige Zweifelsfälle, wer nun das ein oder andere Werk geschrieben hat: Manches ist heute vielleicht nicht mehr soo zweifelig, aber Fragen werfen manche Sachen bestimmt auch heute noch auf,

    Menter...

    https://en.wikipedia.org/wiki/Ungarische_Zigeunerweisen

    ( wurde mal im Pianistenraten-Thread kurz erwähnt, das. Z.B. )

    LG, Olli :-)
     
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  13. Axel
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    Axel

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    Gan
    Ganz ehrlich? Das halte ich ja jetzt mal für Quatsch. Der Jahrkreis ist ein toller Zyklus, für jeden Monat ein Stück. Schön, muss man aber üben.
     
  14. mick
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    mick

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    Du hast Recht, der Zyklus ist nicht schlecht. Sein einziger Fehler ist, dass Fanny Hensel ihn komponiert hat und nicht Clara Schumann.

    :016:
     
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  15. DonBos
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    DonBos

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    Die berühmte Orgeltoccata in d-moll, BWV 565 von Johann Sebastian Bach ist auch nicht zweifelsfrei von Bach selbst komponiert worden. :007:
     
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  16. Kalivoda
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    Kalivoda

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    Und was stört Dich an den Romanzen op. 21? Nur um mal ein Beispiel zu nennen.
     
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  17. rolf
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    rolf

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    ...La Traviata... das hat die zweite Gattin Verdis dem Guiseppe in seine Notenblätter geschmuggelt --- oder glaubt irgendwer ernsthaft, dass ein stolzer südländisch-hahnenmäßiger Gockel eine rührselige Kameliendamenschnulze verfasst?? Na also. q.e.d.
     
  18. rolf
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    rolf

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    @DonBos bei wem könnte der überschätzte Fugenkerl das abgeschrieben haben?
     
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  19. Muck
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    Muck

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    Um beim Thema zu bleiben: die hat Maria Barbara sich schnell aus den Fingern geschüttelt , als sie von dem Versuch Buxtehudes Wind bekommen hat, ihren Seb zu verkuppeln. Als der (damals junge Bach) die Toccata - zugestellt per DHL express - in den Fingern hielt, gab er Buxtehudes Tochter einen Korb und galoppierte schnellstens nach Arnstadt zurück. Happy End :024:
     
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  20. rolf
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    rolf

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    @Muck klingt plausibel :-D:-D:drink:...aber schöner, weil spektakulärer, fände ich, wenn der überschätzte Fugenmann das d-moll Dings bei der Anna Magdalena abgeschrieben hätte! Bei Gattinnen oder Schwestern abschreiben, wie Mendelssohn, Schumann, Wagner, Verdi, wäre ja vom abschreiben beim Töchterlein massiv getoppt :lol::lol::lol: