Große Probleme in der linken Hand bei Fingerübungen

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Castati

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Hallo liebes Forum,

ich mache mir gerade ein wenig Sorgen, weil ich mit den Fingerübungen in meinem Heft (Schmitt "Vorbereitende Übungen" von Edition Peters) einfach keine merkbaren Fortschritte mache.

Gerade in der linken Hand, speziell bei den linken drei Fingern habe ich Probleme. Beispiel:
cdcd cdcd cdefg fgfg fgfg fedc usw.
cded cded cded cdefg gfef gfef gfef usw.

Wenn ich links cdcd oft hintereinander spiele verkrampft meine Hand extrem schnell, der Mittelfinger steht komisch hoch und ich bekomme sogar Schmerzen im Sehnenbereich in Höhe des Handgelenkbereichs nach kurzer Zeit. Die treten nur bei Fingerübungen auf, aber nicht beim normalen Üben.

Ich suche eigentlich weniger Tipps, wie ich das beheben kann - die sind aber auch sehr willkommen :) - sondern eher eine Antwort auf die Frage, ob das noch normal ist und mit großer Wahrscheinlichkeit besser wird und ich nicht irgendwie motorisch behindert bin.

Danke und einen schönen Nachmittag!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich denke, es ist normal, dass man Schmerzen bekommt, wenn man verkrampft spielt.

ABER: Es ist nicht normal, verkrampft zu spielen:!: Es ist vor allem gefährlich, wie du schon gemerkt hast, außerdem bringt es keinen Lernfortschritt, sondern Rückschritt. Du wirst nur besser im Verkrampfen mit der Zeit, wenn du verkrampft spielst!

Eben ganz langsam die Übung machen und auf Nichtverkrampfen achten. Wenn was anfängt zu verkrampfen, ist es einfach zu schnell, so einfach sehe ich das. Es wird von ganz alleine durch unverkrampftes Üben schneller, und es gibt kein Limit dabei. Aber man kann es nicht erzwingen. Selbstbeobachtung, die Finger in entspannter Haltung, Handgelenk locker, alles locker, und der Übefortschritt ist nicht mehr aufzuhalten! :)

Wünsche entspanntes HANG LOOSE!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für deine Antwort. Vielleicht ist meine Handstellung auch nicht optimal, aber das kann natürlich nur mein Klavierlehrer feststellen und keine Ferndiagnose. Ich habe gerade einmal die Übung auf verschiedenen Höhen getestet und in der höchsten Oktave geht es wegen des niedrigeren Tastendrucks tatsächlich etwas besser als in der tiefsten.
Teilweise eventuell auch ein Kraftproblem? Gibt es spezielle Übungen um die beiden linken Finger zu kräftigen?
 
Denk dran: Während der fünfte Finger der linken Hand die Taste C spielt, müssen alle anderen Finger entspannt sein. Das gleiche gilt natürlich für alle nachfolgenden Töne. Wenn es dir nicht gelingt, versuchst du es einfach in einem niedrigeren Tempo.

Hast du schon versucht diese Übungungen mit variierten Rhythmen zu spielen?

Zum Beispiel:

2x Sechszehntel 2x Achtel
oder
2x Achtel 2x Sechszehntel
oder
4x Sechszehntel 4x Achtel
oder
4x Achtel 4x Sechszehntel

Wenn du das nicht verstehst, wie ich das meine, dann frag einfach.
 
Wenn du ganz zart spielst, ist der Tastendruck doch nicht groß, auch nicht bei den tiefen Tönen, oder kommt es dir trotzdem schwer vor? Ich denke, langsam spielen, und die Kraft kommt auch von alleine.

Überhaupt finde ich es wichtiger, gleich von Anfang an Wert darauf zu legen, alle Übungen mit einem leisen weichen Ton zu machen. Laut spielen kann jeder, aber nicht leise. Auch wenn man verkrampft, kann man nicht leise spielen - ein guter Indikator!
 
Gibt es spezielle Übungen um die beiden linken Finger zu kräftigen?

Eigentlich bildet sich das erst mit der Zeit aus. Es gibt aber in der "Vorschule zur Fingerfertigkeit" von Czerny eine ganz spezielle Übung dafür, die ich dir aber nicht raten würde, weil man sich einfach zu viel falsch aneignen kann.

Was ich dir allerdings vorschlage, sind die Übungen von Hanon. Damit lernt man alle Finger gleichmäßig zu spielen, auch im schnellen Tempo. Aber sprich das lieber mit deiner Klavierlehrerin ab.
 
Mit Ruhe und Bedacht kommst du schneller zum Ziel.

Ich weiß nicht, wie lange du schon spielst, aber allem Anschein nach bist du eher Anfänger. Die Außenfinger 3-4-5 sind eh' von ihren anatomischen Voraussetzungen her gehandicapt: Damit sie sich halbwegs unabhängig voneinander bewegen, bedarf es viel Geduld und sinnvoller (!) Übung.

Zunächst einmal: Fingerübungen sollten immer ohne Noten gemacht werden, um den Fokus ausschließlich auf die Muskulatur und die Bewegungsabläufe zu richten. Ohr, Finger und Gehirn sind Dir dankbar, wenn Du immer andere Lagen wählst (z.B. auf weißen Tasten auch mal a-h-c-d-e), damit nicht unterbewußt eine einseitige Zuordnung von Klang und Bewegung einsetzt.

Kennst du Übungen, um zu einer entspannten (lockeren) Haltung von Schulter, Arm, Handgelenk und Fingern zu gelangen. Hier die "Fallschirm"-Übung, die ich meinen Schülern empfehle (ich versuche einmal, den Ablauf mit Worten zu beschreiben):

  • Der Arm wird langsam soweit gehoben, daß sich die Finger etwa in Höhe der Schulter befinden. Die Hand hängt entspannt am Handgelenk.
  • Der Arm schwebt nun nach unten auf die weißen Tasten. Der dritte Finger setzt als erster auf der Tastatur auf und drückt die Taste nieder.
  • Wichtig - an diesem Punkt innehalten: Du mußt spüren, daß das ganze Gewicht des Armes vom "gestreckten" dritten Finger abgefangen wird. Die anderen Finger locker lassen und nicht versuchen, sie "einzurollen".
  • Der dritte Finger knickt nun im äußersten Fingerglied ein (d.h. er rollt über den Fingernagel ab). Dadurch drücken auch zweiter und vierter Finger die benachbarten Tasten nach unten. (Die Schwierigkeit liegt anfangs darin, daß der dritte Finger keinen stabilen Halt mehr auf der Taste findet und über den Fingernagel nach hinten wegrutscht.) Auch hier ist es wichtig, innezuhalten und zu spüren, wie sich das Armgewicht auf die Finger 2-3-4 verteilt.
  • Nun erst langsam das Handgelenk absenken. Daumen und fünfter Finger dürfen die Tasten nicht aktiv anschlagen, sondern werden über die stetige Abwärtsbewegung des Handgelenks geführt. (Wichtig: Der Bewegungsfluß des Handgelenks darf in keinem Augenblick stoppen, und es darf keine aktive Bewegung aus den Fingergelenken erfolgen!)
  • Am Ende hängt das Handgelenk schwer und tief ("wie ein nasser Mehlsack"). Die Finger drücken nun in wahrscheinlich flacher Haltung die Tasten nach unten.
  • Versuche nun, die vorderen Fingerglieder so aufzustellen, daß nur die Fingerkuppen das Armgewicht abstützen.
Dies also eine Übung, um ein Gespür für die Lockerheit des Bewegungsapparates zu bekommen. Die Übung läßt sich "verfeinern", indem dritter, zweiter und vierter Finger die Tasten beim Hinabschweben nur berühren und nicht nach unten drücken. Erst Daumen und fünfter Finger werden durch das Absenken des Handgelenks mitgenommen und nehmen das Gewicht des Armes auf. (Auch hier unbedingt darauf achten daß der Bewegungsfluß des Handgelenks in keinem Augenblick unterbrochen wird und keine aktive Bewegung aus den Fingergelenken erfolgt!) Wenn die Hand entspannt ist, "fällt" der dritte Finger hinterher ("Fallschirm in nachschagenden Dreiklängen").

Letzte Stufe der Verrfeinerung: alle Finger bauen beim Hinabschweben nur Tastenkontakt auf. Wenn das Handgelenk auf der Höhe der Tastatur ist, werden Daumen, dritter und kleiner Finger durch die Abwärtsbewegung des Handgelenks mitgeführt.

Hier nun zwei Übungen, um die Unabhängigkeit der Finger zu trainieren (ohne daß es dabei zu Verspannungen kommt):

1. Variante:
  • Wähle eine Lage, in der der Arm bequem neben dem Oberkörper hängt. Vermeide Positionen vor dem Oberkörper, in denen Du das Handgelenk abwinkeln mußt ("Judo-Griffe"). Lege die Hand entspannt auf die weißen Tasten, daß alle Fingerkuppen die Tasten berühren.
  • Nun mit einem Finger eine Taste antippen. Als Klang müßte ein leichtes, nicht zu spitzes Staccato erklingen (vergleichbar dem "Plopp" beim Öffnen einer Bierflasche).
  • Nutze zum Lösen den "Auftrieb" der Taste. Die Taste trägt den Finger nach oben, d.h. der Tastenkontakt ist nie unterbrochen.
  • Es kann durchaus passieren, daß beim Antippen des dritten, vierten oder fünften Fingers andere Finger aus "Solidarität" mitgehen oder nach oben schnellen. Das ist erst einmal so! Wichtig ist, daß alle Finger nach der Aktion möglichst rasch wieder in ihre entspannte Haltung zurückfinden.
Zweite Variante:
  • Alle fünf Finger drücken die Tasten nach unten - mit gerade dem Druck, der nötig ist, die Tasten unten zu halten. Wenn die äußersten Fingerglieder einknicken oder sich weiß verfärben, ist der Druck zu groß.
  • Nun läßt sich jeder Finger von der Taste hochtragen (nicht hochreißen, an den Tastenkontakt denken!) und schlägt die Taste kräftig an.
Es geht nicht darum, wie schnell du bist, sondern wie gut Du in der Lage bist, nach jeder (!) Aktion die Muskulatur wieder zu entspannen.
Zu guter Letzt: Ich halte überhaupt nichts davon, "stundenlang" den vierten und fünften Finger abwechselnd zu maltraitieren. Erst einmal solltest Du Kombinationen wählen, die leichter von der Hand gehen (z.B. 2-4 oder 2-5) und die "gemeinen" Kobinationen zwischendurch einstreuen.
 
Vielen Dank für die ausführlichen Tipps. :)
Ich bin Anfänger, spiele jetzt seit 4 Monaten und habe die Fingerübungen bisher mehr nebenbei und langsam gespielt. Der Grund, warum ich es jetzt schneller probiert habe, ist der, dass mein Klavierlehrer einige angestrichen hat, die "schwieriger sind und irgendwann gut und schnell sitzen müssen", u.a. die oben genannten. Deswegen habe ich die jetzt schneller geübt und bin dabei nicht erfolgreich gewesen.

Wenn ich die Tasten ganz langsam einzeln runterdrücke ist der Widerstand schon nicht zu schwer für meine Fingerkraft, aber es geht eben nicht butterweich runter. Mein Klavier hat im Vergleich zu dem Flügel meines Lehrers auch einen sehr harten Anschlag.

Ihr habt aber wohl recht, dass ich die vor allem erstmal langsam beherrschen muss. Eure Tipps werde ich morgen ausprobieren und auch meinen Klavierlehrer fragen, ob an der Handstellung irgendwas falsch ist.

Zu der 1. Variante von dir Wolfgang habe ich noch eine Frage: Ich soll also nicht wie normal am Klavier sitzen, sondern z.b. parallel dazu? Ich weiß auch nicht, ob ich die Übung richtig mache, weil die anderen Finger kaum mitgehen. Drücke ich die Taste vielleicht noch zu lang?
 
Zu der 1. Variante von dir Wolfgang habe ich noch eine Frage: Ich soll also nicht wie normal am Klavier sitzen, sondern z.b. parallel dazu?
Du sollst natürlich am Klavier sitzen wie immer (Nasenspitze muß beim Einschlafen auf das c' fallen ;)). Aber die linke Hand solltest Du eher in den tieferen Langen (um das "kleine c") und die rechte Hand entsprechend weiter oben positionieren.
Ich weiß auch nicht, ob ich die Übung richtig mache, weil die anderen Finger kaum mitgehen. Drücke ich die Taste vielleicht noch zu lang?
Wenn die übrigen Finger nicht "mitgehen", ist das doch schon mal ein gutes Zeichen ...

Als Training für die Unabhängigkeit der Finger eignet sich auch folgende Übung (nach Cortot):

Ein Finger wird zum Stützfinger ausgeguckt: Er schlägt eine Taste an und hält sie die ganze Zeit fest. Die anderen vier Finger bilden systematische Spielfiguren aus vier Tönen, z.B.:

Der Daumen als Stützfinger ergibt folgende 24 Spielfiguren:
2345 - 2354 - 2435 - 2453 - 2534 - 2543
3245 - 3254 - 3425 - 3452 - 3524 - 3542
4235 - 4253 - 4325 - 4352 - 4523 - 4532
5234 - 5243 - 5324 - 5342 - 5423 - 5432
Ähnlich systematisch kann man die Kombinationen mit allen anderen Stützfingern aufbauen.

Ich halte es auch bei dieser Übung für sinnvoll, daß alle Finger in jedem Augenblick Tastenkontakt haben (also nicht die Finger vor dem Anschlag hochreißen).

Der Daumen, der zweite und auch der fünfte Finger als Stützfinger sind noch harmlos, lustig :D wird es, wenn der dritte oder vierte Finger die Funktion der Stütze übernimmt. Auch hier gilt: langsam und mit Geduld.

Und hier noch ein Tip, wenn es bie dieser Übung mit dem präzisen Ablösen der Finger nicht klappen will, z.B. in der Kombination Stützfinger 4 mit dem Wechsel von 3 nach 5:
  • Den 3. Finger anschlagen und liegenlassen. Du solltest Dir bewußt machen, welcher der beiden Finger der Stützfinger und welcher der Spielfinger ist.
  • Den 5. Finger ebenfalls anschlagen. (Es sind nun drei Finger gedrückt!).
  • Innehalten und überprüfen, ob man einen mentalen Zugriff auf den Stützfinger (4) und die beiden Wechselfinger (3 und 5) hat.
  • Nun den 3. Finger lösen, entspannen, erneut anschlagen.
  • Wieder innehalten, den mentalen Zugriff überprüfen.
  • Dann wieder den 5. Finger anschlagen usw.
Die Idee dabei ist, beide Bewegungsvorgänge ("Finger lösen" und "Finger anschlagen") voneinander und von der spannung des m Stützfingers abzukoppeln. In der Folge nun sollten die "Ruhephasen", in denen alle drei Finger die Tasten niederdrücken, immer weiter reduziert werden, bis als Endresultat 3. und 5. Finger nahtlos einander ablösen.

Mensch, war das mal wieder kompliziert :confused:
Trotzdem ruhig ausprobieren! :)
 
Mal ein ganz anderer Ansatz: Mein "Entspannungsrezept"

Castati, vielleicht musst du dich davon lösen, dich stur nur auf einzelne Fingerbewegungen zu konzentrieren. Ich weiß nicht, was das Ideal deines Klavierlehrers zum Thema: Bewegung des Unterarmes ist. Wenn Arm und Handgelenk total starr bleiben sollen, verkrampfen sie leicht.
Was ich bei meiner Klavierlehrerin dagegen gelernt habe (denn bei der davor, bei der ich angefangen hatte mit Klavier, hatte ich mir leider schnelles Verkrampfen angewöhnt) ist eine lockere Bewegung aus dem Handgelenk, die zur Enstpannung während des Klavierspielens führt.
Denn Klavier spielen soll etwas Wohltuendes sein und niemals Scherzhaft!
Stell dir vor, du möchtest einen Flügel (auf Rollen :D ) in die Mitte der Bühne schieben. Wie verhalten sich die Handgelenke linker und rechter Hand, wenn du das Gewicht deiner Arme auf den Flügel überträgst, den du von dir wegschieben willst? Sie gehen nach außen, stimmts? Und federn zurück, wenn du den Flügel bewegt hast.
Wenn du in der linken Hand c d e f g spielst, macht die linke Hand den oberen Teil eines Kreises, auf dem Rückweg ( f e d c ) macht sie den unteren Teil. Es ist kein Hoch-Runter des Handgelenks, sondern wirklich EINE durchgängige kleine Kreisbewegung.
In der rechten Hand funktioniert die Bewegung umgekehrt: c d e f g - unterer Teil des Kreises, f e d c oberer Teil.
Klingt kompliziert, aber mit ein bisschen Übung bemerkt man, wie angenehm die Übung wird. Das Gewicht darf aus deinem ganzen Arm kommen, Schulter, Rücken, dein ganzer Körper entspannt.
Man kann natürlich ganz viele Übungen machen, um die Enspannung herbeizuführen, zum Beispiel so was: Vors Klavier stellen, eine Taste spielen, indem der Arm locker heruntergeworfen wird, das Handgelenk macht eine Bewegung von oben herunter, als ob es Wassertropfen abschütten will, kein einziger Muskel ist dabei angespannt.
Was hälst du von der Technik? Wie sieht sie dein Lehrer? Natürlich kann man es zum Lernen übertreiben (denn man übertreibt ja nur Enstpannnen :cool: ) und wenn man die Entspannung drauf hat, kann der Kreis fast verschwinden, aber das federnde Gefühl im Handgelenk bleibt.
 
Jetzt hab ich mehr Tipps bekommen, als ich so schnell verarbeiten kann. :D

Mein Klavierlehrer hat bisher keinen Fokus auf Haltung oder Entspannung gelegt. Meine Handhaltung hat er ein paar Mal korrigiert und sonst öfters gesagt, dass alles so gut ist, wie ich es mache. Entspannungsübungen hat er gar keine gemacht. Ich muss auch zugeben, dass mich die Entspannungsübungen, von denen ich gelesen habe (Arm fallen lassen usw.) mich eher nervös machen, weil ich meine Muskeln nicht einfach "ausschalten" kann.

Beruhigend ist, dass ihr einstimmig der Meinung seid, dass ich solche Übungen langsam angehen soll und es nicht gleich in hoher Geschwindigkeit klappen muss. Ich werde heute also mal die bisherigen Fingerübungen und eure vorgeschlagenen in langsameren Tempo üben und schauen, ob das mit der Zeit besser wird.
Bis ich zu Stücken gelange, wo ich diese Notenfolgen brauche und auch noch in der Geschwindigkeit, dauert es wohl noch ein bisschen. :)
 

Entspannung

Castati, vielleicht musst du dich davon lösen, dich stur nur auf einzelne Fingerbewegungen zu konzentrieren. Ich weiß nicht, was das Ideal deines Klavierlehrers zum Thema: Bewegung des Unterarmes ist. Wenn Arm und Handgelenk total starr bleiben sollen, verkrampfen sie leicht.
Was ich bei meiner Klavierlehrerin dagegen gelernt habe (denn bei der davor, bei der ich angefangen hatte mit Klavier, hatte ich mir leider schnelles Verkrampfen angewöhnt) ist eine lockere Bewegung aus dem Handgelenk, die zur Enstpannung während des Klavierspielens führt.
Denn Klavier spielen soll etwas Wohltuendes sein und niemals Scherzhaft!
Stell dir vor, du möchtest einen Flügel (auf Rollen :D ) in die Mitte der Bühne schieben. Wie verhalten sich die Handgelenke linker und rechter Hand, wenn du das Gewicht deiner Arme auf den Flügel überträgst, den du von dir wegschieben willst? Sie gehen nach außen, stimmts? Und federn zurück, wenn du den Flügel bewegt hast.
Wenn du in der linken Hand c d e f g spielst, macht die linke Hand den oberen Teil eines Kreises, auf dem Rückweg ( f e d c ) macht sie den unteren Teil. Es ist kein Hoch-Runter des Handgelenks, sondern wirklich EINE durchgängige kleine Kreisbewegung.
In der rechten Hand funktioniert die Bewegung umgekehrt: c d e f g - unterer Teil des Kreises, f e d c oberer Teil.
Klingt kompliziert, aber mit ein bisschen Übung bemerkt man, wie angenehm die Übung wird. Das Gewicht darf aus deinem ganzen Arm kommen, Schulter, Rücken, dein ganzer Körper entspannt.
Man kann natürlich ganz viele Übungen machen, um die Enspannung herbeizuführen, zum Beispiel so was: Vors Klavier stellen, eine Taste spielen, indem der Arm locker heruntergeworfen wird, das Handgelenk macht eine Bewegung von oben herunter, als ob es Wassertropfen abschütten will, kein einziger Muskel ist dabei angespannt.
Was hälst du von der Technik? Wie sieht sie dein Lehrer? Natürlich kann man es zum Lernen übertreiben (denn man übertreibt ja nur Enstpannnen :cool: ) und wenn man die Entspannung drauf hat, kann der Kreis fast verschwinden, aber das federnde Gefühl im Handgelenk bleibt.

Dieser Ansatz ist nach meiner Meinung die richtige Wahl. Natürlich kann man auch solche Übungen wie Kölnklavier machen, aber die sollten von einem guten Lehrer beobachtet werden.
Entspanntes Spiel kann aber nur gelingen, wenn die Kraft aus dem Körper richtig in die Fingergeleitet wird. Dazu ist die richtige Bewegung des Unterarms und des Handgelenks erforderlich. Und diese Bewegung ist oben ganz richtig beschrieben worden. Ich möchte noch ergänzen, dass anscheinend das Problem hautpsächlich in der linken Hand auftaucht. Deshalb ist die rechte Hand, die es also besser kann, der richtige Lehrmeister. Wenn du nun beide Hände symmetrisch diese Figuren spielen lässt, kannst du das auch besser kontrollieren. Beide Daumen sind eher in der Körpermitte und beginnen mit einer eher tiefen stellung des Handgelenks. In Richtung auf die Aussenfinger also in Richtung 3,4,5, hebt sich das Handgelenk, bist es am 5 Finger seine höchste Stellung erreicht und da quasi in einer Kurve dann in den oberen Halbkreis schwenkt der zum Ziel dann die niedrigste Stellung des Handgelenks erreicht, wenn der Daumen dran ist und so beginnt das Spiel wieder von vorn. Die Bewegung des Handgelenks ist dabei kreis- bzw Ellipsenförmig . Nur so wird gewährleistet, dass jeder Finger optimal gestützt wird. Wenn diese Bewegung verstanden und nach und nach verinnerlicht wird, werden diese Kreise immer kleiner werden können und letztlich kaum nioch von aussen gesehen werden, aber im Kopf sind sie da und steuern alles.

Ob so ein Posting das aber wirklich erklärt, weiss ich nicht.
 
Jetzt hab ich mehr Tipps bekommen, als ich so schnell verarbeiten kann. :D

Das ist genau die Gefahr, wenn man Klavierspiel-"Technik" theoretisch erklärt bekommt. Man kriegt das Gefühl, es ist alles furchtbar kompliziert. Dabei ist ja gerade das das Problem, daß man viel zu umständlich denkt und zu umständliche Anstrengungen unternimmt, um eine total einfache Sache zu bewerkstelligen: die Hand mit dem daranhängenden Finger in die Taste fallen zu lassen bzw. in die Taste zu werfen. Kleiner Effekt - große Wirkung!
 

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