Generalbass Händel

B
Brandauer
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Ich lerne gerade GB und finde die unten markierte längere Sequenz in Terzen nicht so prickelnd. Sie taugt m. E. nur was, wenn man die Akkorde stetig aufwärts führt. Es ist aus den Übungen von Händel für Prinzessin Anne. Wollte er sie ärgern oder war Händel ein Kacklehrer?

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Melegrian
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Ich habe nur kurz etwas über Generalbass gelesen, nicht viel und das wenige eigentlich auch nur überflogen. Wird da nicht nur jeweils die tiefste Note notiert und die darüber liegenden Noten sollst Du beim Spielen selbst passend ergänzen?
 
mick
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Die Bassfigur ist in der Tat ziemlich untypisch, aber das sind die ganzen Übungen ohnehin, wenn da (was ich mal vermute) nur Grundakkorde zum Einsatz kommen sollen.

Wenn du bei dem fraglichen c die Aussetzung in der Quintlage beginnst, kannst du die Oberstimme über eine ganze Oktave (von g' bis g'') aufwärts führen, das klingt dann noch halbwegs annehmbar, weil die natürlich wirkende Oberstimme die unnatürlich wirkende Abfolge so vieler Grundakkorde kaschiert. Ein Meisterwerk wird's dennoch nicht. :lol:
 
B
Brandauer
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So hab ich es auch gemacht. Mich wundert, daß ein richtiger Komponist sowas verzapft. Von Hanon hätte man nichts anderes erwartet...
 
mick
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Die "Singe-, Spiel und Generalbassübungen" von Telemann sind übrigens sehr zu empfehlen! Die sind sogar ohne Lehrer aufschlussreich, man kann den Bass aussetzen und dann mit der exemplarischen Aussetzung des Komponisten vergleichen.
 
B
Brandauer
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Da sind ja gar keine unausgesetzten Bässe drin. Hast Du die abgeschrieben?
 
mick
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Da sind ja gar keine unausgesetzten Bässe drin. Hast Du die abgeschrieben?
Ja, ich habe einige davon abgeschrieben. Die sind ja recht kurz, das geht schnell. Teilweise habe ich auch einfach die Aussetzung überklebt und die Dinger dann am Instrument gespielt. Ist fast noch besser - denn der Sinn der Bezifferung ist ja nicht das schriftliche Aussetzen.
 
Axel
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Ich gestehe gerade, dass ich das Problem nicht so richtig verstehe. Hab das mal durchgefingert, das geht doch ohne Probleme.
 
mick
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Ich gestehe gerade, dass ich das Problem nicht so richtig verstehe. Hab das mal durchgefingert, das geht doch ohne Probleme.
Schon - aber die Basslinie ist halt sehr untypisch. Und wenn man sie ausschließlich mit Grundakkorden aussetzt (was hier wohl gewollt ist), wirkt das Ganze schon arg konstruiert. Sowas würde man eher in Lehrwerken des späten 19. Jahrhunderts vermuten als bei einem der größten Komponisten des 18. Jahrhunderts.
 
R
rappy
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Die Übungen von Händel sind genial, aber sie führen alle Signaturen der Reihe nach ein. Die ersten Übungen verlangen deshalb in der Tat nur Grundakkorde, erst in der 7. Übung werden Sextakkorde eingeführt, dann die Dissonanzen.
Gerade die ersten Übungen verlangen eine sehr überlegte Stimmführung, um sinnvoll zu klingen – es sind eigentlich die schwierigsten. Ich will hier aber nichts abschreiben (und als mein Gedankengut ausgeben), was Kollegen in einem hervorragenden Buch veröffentlicht haben. Du solltest es unbedingt studieren, es steht in den meisten Bibliotheken: https://www.musikalienhandel.de/noten/buch/solfeggi-bassi-e-fughe--NB+7658.htm
 

mick
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Gerade die ersten Übungen verlangen eine sehr überlegte Stimmführung, um sinnvoll zu klingen – es sind eigentlich die schwierigsten.
Denke ich auch. Eigentlich braucht man solide Vorkenntnisse im 1:1-Kontrapunkt, damit etwas halbwegs Vernünftiges dabei herauskommt. Und "halbwegs" deshalb, weil die Beispiele auch bei perfekter Stimmführung künstlich und konstruiert klingen.
 
B
Brandauer
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Der harmonische Gang ist m. E. daneben. Stimmführung hin oder her. Terz runter, Quint rauf. Im Großen also stetig aufsteigende Terzen. Plagaler geht wohl kaum. Kenn ich nur von TEY, aber nicht aus dem Barock. Und dann wiederholt sich auch noch jeder Akkord drei Töne weiter. Bei der von mick und mir favorisierten Lösung bekommt man übrigens satte Akzentparallelen. Wie hat @Axel es denn gespielt?
 
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Melegrian
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Danke! Durchgeblättert habe ich ihn erst einmal.
 
Melegrian
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Ja, das kommt, nur ab wann steht noch nicht genau fest.
 
Axel
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Der harmonische Gang ist m. E. daneben. Stimmführung hin oder her. Terz runter, Quint rauf. Im Großen also stetig aufsteigende Terzen. Plagaler geht wohl kaum. Kenn ich nur von TEY, aber nicht aus dem Barock. Und dann wiederholt sich auch noch jeder Akkord drei Töne weiter. Bei der von mick und mir favorisierten Lösung bekommt man übrigens satte Akzentparallelen. Wie hat @Axel es denn gespielt?

Ich verstehe einfach das Problem nicht. Wieso plagal? Das ist keine Kirchentonart und auch keine S-T Wendung an der Kadenz. Es kommen einfach ein paar Nebendreiklänge vor. Und es ist einfach Barock, wenn es von Händel ist... Wieso sich jeder Akkord 3 Töne weiter wiederholt ist mir nicht ganz klar. Wenn man die rechte Hand in Gegenbewegung zur linken führt, funktioniert es doch. Kannst Du mal Deine Aussetzung einstellen, damit ich das verstehe? Viellecht fällt bei mir einfach der Groschen langsam.
 
B
Brandauer
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