gebrauchtes mit Garantie

  • Ersteller des Themas rblickle
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rblickle

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Ich suche gerade ein gebrauchtes Klavier. Bei manchen gewerblichen Verkäufern gibts 5 Jahre Garantie. Ist man da bei 30 Jahre alten Klavieren auf der sicheren Seite oder kann man dann immer noch mist kaufen ? (wegen stimmbarkeit usw ). Ich habe niemand der ein gebrauchtes beurteilen könnte.

Yamaha u1 habe ich einige im netz gefunden
 
K

Klavierbaumeister

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Wie gerade in einem anderen Thread geschrieben:
Garantie hast Du nur auf das, was explizit erwähnt wird und nciht auf das, was nicht ausgeschlossen wird.
So gibt es durchaus Händler, die Ihre Garantie bei Gebrauchtklavieren auf Material- oder Herstellungsfehler beschränken. Wenn es solche gäbe, wäre ein 20 jahre altes Insturment keine 20 Jahre alt geworden.
Immer von der Garantie wie auch der Gewährleistung ausgenommen sind Wartungsarbeiten bzw. Veränderungen in der Regulierung aufgrund von klimatischen Veränderungen.
Daher sind normalerweise hängende Tasten, trommelnde Töne, verstellte Pedale, etc. keine Garantiefälle, werden aber oft auf Kulanz gemacht.
 
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Styx

Guest
Vielleicht auch nicht ganz unwesentlich:

Wirbelfestigkeit ist in der Gewährleistung normalerweise enthalten - nicht jedoch wenn das Instrument klimatisch ungünstig aufgestellt wurde, d.h. Luftfeuchtigkeit permanent unter 40%, Temperaturen weit über der Zimmertemperatur, direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll sich über die Garantie und Gewährleistungsansprüche bei den jeweiligen Händlern genau zu informieren. Eine Garantie beispielsweise auf Material und Herstellungsfehler ist im Grunde genommen keine Garantie.


Viele Grüße

Styx
 
Tastenscherge

Tastenscherge

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Es ist auf jeden Fall sinnvoll sich über die Garantie und Gewährleistungsansprüche bei den jeweiligen Händlern genau zu informieren.
Ich hab neulich ein Klavier gestimmt, dass von einem großen Online-Händler (hier im Forum durchaus bekannt und berühmt-berüchtigt) gebraucht verkauft wurde. Dabei musste ich auch eine gebrochene Dämpferfeder austauschen und sagte dem Kunden, dass das eindeutig ein Garantiefall ist. Zwei Wochen später rief der Kunde an: erneut war eine Dämpferfeder gebrochen. Er hatte schon mit dem Händler gesprochen und ihm auch gesagt, dass ich bereits bei einer anderen Taste den gleichen Defekt behoben hatte. Daraufhin sagte ihm der Händler, dass laut Garantiebedingungen nur seine Techniker stimmen und reparieren sollen und da ich nun schon mal etwas repariert hatte nun die Garantie verwirkt sei :(
 
K

Klavierbaumeister

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Daraufhin sagte ihm der Händler, dass laut Garantiebedingungen nur seine Techniker stimmen und reparieren sollen und da ich nun schon mal etwas repariert hatte nun die Garantie verwirkt sei :(
Natürlich hat der Händler das Recht, mit einer Garantieabwicklung eigenes Personal zu beauftragen. Er kann auch bei Fremdreparaturen die Garantie verweigern, die Gewährleistung ist davon aber nicht betroffen.

Vermutlich geht es aber eher darum, dass das frisch gekaufte Instrument nicht von einem unabhängigen Fachmann gesehen wird, der irgendwelchen Murks und Pfusch attestiert. :D
 
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restaurator

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Ich hab neulich ein Klavier gestimmt, dass von einem großen Online-Händler (hier im Forum durchaus bekannt und berühmt-berüchtigt) gebraucht verkauft wurde. Dabei musste ich auch eine gebrochene Dämpferfeder austauschen und sagte dem Kunden, dass das eindeutig ein Garantiefall ist. Zwei Wochen später rief der Kunde an: erneut war eine Dämpferfeder gebrochen. Er hatte schon mit dem Händler gesprochen und ihm auch gesagt, dass ich bereits bei einer anderen Taste den gleichen Defekt behoben hatte. Daraufhin sagte ihm der Händler, dass laut Garantiebedingungen nur seine Techniker stimmen und reparieren sollen und da ich nun schon mal etwas repariert hatte nun die Garantie verwirkt sei :(
Meinst Du etwa diese riesige Halle mit Klavieren? :)
 
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rblickle

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Wegen dieser ominösen Halle habe ich den Thread angefangen. Ich habe jetzt in den Bedingungen gelesen, auf was es Garantie gibt. Aus meiner laienhaften Sicht waren da aber nur Teile abgedeckt, die nicht so teuer zum Ersetzen/Reparieren sind. Aber immerhin gewährseiten die, dass der Resonanzboden keine Risse zum Zeitpunkt der Auslieferung hat :-)

Beim Durchstöbern des Netzes bekomme ich langsam das Gefühl, dass der Wertverlust bei Klavieren so gering ist, dass es sich kaum lohnt, ein Gebrauchtes zu kaufen.
 
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Klavierbaumeister

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Aber immerhin gewährseiten die, dass der Resonanzboden keine Risse zum Zeitpunkt der Auslieferung hat
Aber genau dieser Schuß geht für den Kunden nach hinten los:
Wenn der Kunde oder sein Stimmer des Vertrauens Risse feststellt, dann müssen die beim Kunden entstanden sein, weil er Verkäufer zugesichert hat, dass beim Kauf die Risse nicht da waren.

Risse im Resonanzboden sind weit häufiger und oft viel bedenkenloser als vermutet. Risse im Boden auszuschließen ist nur extrem schwer möglich.
 
S

Styx

Guest
ich sag mal so, es kann bei alten durchaus überholten Klavieren "Zeitbomben" geben, mit denen auch der Verkäufer nicht unbedingt rechnen konnte - bspw. brüchige Dämpferfedern. Das dürfte m.W. nach in die gesetzliche Gewährleistungspflicht fallen, sofern der Händler keine Klausel drinnen hat womit diese unwirksam wird. Sollte der Händler in seiner Klausel drinn zu stehen haben, daß Reparaturen nur von seinen Mitarbeitern ausgeführt werden dürfen, sollte man ihm eine Frist zur Nachbesserung geben. Den Ausschluß eines unabhängigen Gutachtens von Seiten eines Klavierbauers kann der Händler allerdings nicht verlangen.

Viele Grüße

Styx
 

Tastenscherge

Tastenscherge

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Das dürfte m.W. nach in die gesetzliche Gewährleistungspflicht fallen, sofern der Händler keine Klausel drinnen hat womit diese unwirksam wird.
Das Problem in diesem Fall bei diesem Händler war, dass der Kunde das Klavier von seiner Frau geschenkt bekommen hat und so die ganzen Unterlagen (wo auch der Preis ersichtlich wäre) nie gesehen hat. Also wusste er nichts von den Garantiebedingungen. Darüber hinaus reduziert besagter Händler die Gewährleistung auf nur 1 Jahr, was sein gutes Recht bei gebrauchter Ware ist. Und mein Kunde hatte das Klavier bereits seit einem Jahr. Dumm gelaufen. So wird aus 5 Jahren Garantie schnell mal 1 Jahr Gewährleistung. Und wenn man dann mal Hilfe braucht, wird man so abgefertigt :cry:
 
S

Styx

Guest
Das Problem in diesem Fall bei diesem Händler war, dass der Kunde das Klavier von seiner Frau geschenkt bekommen hat und so die ganzen Unterlagen (wo auch der Preis ersichtlich wäre) nie gesehen hat. Also wusste er nichts von den Garantiebedingungen. Darüber hinaus reduziert besagter Händler die Gewährleistung auf nur 1 Jahr, was sein gutes Recht bei gebrauchter Ware ist.
Jetzt stellt sich natürlich auch noch die Frage, ob der Händler es als generalüberholt oder restauriert verkauft hat? Bei einem restaurierten Klavier wird man nichts machen können, da ist der Händler auf der sicheren Seite, selbst wenn er noch so gepfuscht haben sollte. Bei einer Generalüberholung sieht die Sachlage schon wieder anders aus - da kommt es auf die Fähigkeiten des Anwaltes drauf an....die Frage ist nur dabei, ob sich da wirklich Anwaltskosten lohnen?
Ich bin mir auch garnicht mal so sicher, ob es überhaupt wirksam ist zu verlangen daß ausschließlich eigene Techniker Reparaturen durchführen dürfen? Man kann verlangen daß ausschließlich Fachleute Reparaturen durchführen und sofern man über eigene Techniker verfügt muß der Händler wohl auch keinen firmenfremden Klavierbauer bezahlen....aber das die Gewährleistung dadurch erlischt, weiß ich nicht ob es denn wirklich zulässig ist?


Viele Grüße

Styx
 
P

Pianosupply

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Jetzt stellt sich natürlich auch noch die Frage, ob der Händler es als generalüberholt oder restauriert verkauft hat? Bei einem restaurierten Klavier wird man nichts machen können, da ist der Händler auf der sicheren Seite, selbst wenn er noch so gepfuscht haben sollte. Bei einer Generalüberholung sieht die Sachlage schon wieder anders aus -
Wieso sollte die Sachlage da anders aussehen? Das Klavier wird durch Generalüberholung oder Restauration nicht zur Neuware, mit der Folge, dass dann eine zweijährige Gewährleistung gilt.

Gruß
Patrick
 
klaviermacher

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Beim Durchstöbern des Netzes bekomme ich langsam das Gefühl, dass der Wertverlust bei Klavieren so gering ist, dass es sich kaum lohnt, ein Gebrauchtes zu kaufen.
Das ist eine logische Erkenntnis sein, der ich sofort zustimmen würde, wäre da nicht ein kleiner Haken.

Wer garantiert Dir, dass ein neues Produkt ebenso lange ohne Probleme hält? Außer viel warme Luft kann da niemand was dazu sagen.

Ich würde sofort ein neues Klavier empfehlen, dass exakt so gebaut wird, als es vor 70 Jahren der Fall war, mit exakt der selben Sorgfalt der Materialwahl und den handwerklichem Geschick der Leute dazumal. Vor allem, wenn ich sehe, dass eben ein solches Klavier nach 70 Jahren Top funktioniert und klanglich ein Traum ist.

Ich würde mir sofort und jederzeit ein technisches Produkt kaufen, dass so produziert wird wie damals, aber diese Produkte sind kaum erhältlich...:roll:

Die Halbwertszeit hat sich bei so vielen Dingen in Richtung "bald was neues kaufen" verschoben und nach 10 Jahren wird man belächelt, wenn man sagt - aber damals dachte ich der Geschirrspüler hält mindestens 20 Jahre, denn der Vorgänger tat es auch so lange...

LG
Michael
 
K

Klavierbauermeister

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Das ist eine logische Erkenntnis sein, der ich sofort zustimmen würde, wäre da nicht ein kleiner Haken.

Wer garantiert Dir, dass ein neues Produkt ebenso lange ohne Probleme hält? Außer viel warme Luft kann da niemand was dazu sagen.

Ich würde sofort ein neues Klavier empfehlen, dass exakt so gebaut wird, als es vor 70 Jahren der Fall war, mit exakt der selben Sorgfalt der Materialwahl und den handwerklichem Geschick der Leute dazumal. Vor allem, wenn ich sehe, dass eben ein solches Klavier nach 70 Jahren Top funktioniert und klanglich ein Traum ist.

Ich würde mir sofort und jederzeit ein technisches Produkt kaufen, dass so produziert wird wie damals, aber diese Produkte sind kaum erhältlich...:roll:

Die Halbwertszeit hat sich bei so vielen Dingen in Richtung "bald was neues kaufen" verschoben und nach 10 Jahren wird man belächelt, wenn man sagt - aber damals dachte ich der Geschirrspüler hält mindestens 20 Jahre, denn der Vorgänger tat es auch so lange...

LG
Michael
Ein Großteil der Klaviere welche vor 70 Jahren gebaut wurden waren nicht gerade die qualitative Erleuchtung .
 
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Wer garantiert Dir, dass ein neues Produkt ebenso lange ohne Probleme hält? Außer viel warme Luft kann da niemand was dazu sagen.
Wer garantiert Dir, dass ein Klavier, das schon 40-100 Jahre auf dem Buckel hat, noch 5 Jahre hält?
Außer viel warme Luft kann da niemand was dazu sagen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass z.B. ein Westdeutsches Markeninstrument durchaus 100 Jahre alt werden kann.

Schau Dir doch mal Schimmel, Seiler, Sauter, Steingraeber, Förster, Blüthner, Grotrian, etc. aus den 50/60er Jahren an. Da würde ich immer die aktuellen Modelle vorziehen.

Auch bei älteren Klaviere:
Ein 135er Sauter aus der Zeit vor dem 2.WK ist ok, ein neues 112er Carus ist klasse!
 
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Klavierbauermeister

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702
Ein neuer BÖSENDORFER ist in meinen Augen in allen Belangen einem 70 Jahre alten BÖSENDORFER überlegen - ein neues SCHIMMEL, SAUTER, FÖRSTER, STEINGRAEBER, KAWAI, YAMAHA und viele andere auch.
 
 

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