Fraser: Die Kunst, Klavier zu spielen (DVD)

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koelnklavier
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Die Fraser-DVD, die hier letztens als Youtube-Tip genannt wurde, ist vorgestern bei mir eingetroffen, merkwürdigerweise aus Serbien ( warum auch immer). Ich habe soeben die 90 Minuten durchlaufen lassen. (Leider konnte ich mich um diese Uhrzeit nicht mehr ans Klavier setzen.) Inhaltlich macht es (wie schon das Buch) einen soliden Eindruck. Der Vorteil: man hat die deutschen Untertitel und muß nicht mehr mühsam jeden Gedanken aus dem Englischen übersetzen.

Man muß die Ideen und Gedankengänge, die Fraser entwickelt, nicht nur intellektuell verstehen, sondern sie auch bewegungsmäßig zumindest soweit verinnerlichen, daß man ihre Plausibilität beurteilen kann. Ich werde also in den nächsten Tagen und Wochen das Ganze häppchenweise durcharbeiten. Vorher kann ich nichts dazu sagen. Ich denke aber, daß sich die Auseinandersetzung mit der DVD lohnt. (Der Inhalt ist in jedem Falle weitaus handfester als der berüchtigte Online-Chang.)

In jedem Falle bedenkenswert sind seine Äußerungen zum Verhältnis von Körperspannung und Entspannung, sowie die Gedanken zum Thema "Kraft". Ich finde nicht, daß Fraser das Klavierspiel nun revolutioniert. Es ist nichts grundsätzlich Neues, was er bringt, aber er präsentiert es sehr anschaulich. Hilfreich wird die DVD für mich im Unterricht sein, da ich nun meinen Schülern belegen kann, daß ich mit meinen Ansichten nicht alleine stehe.

Wie ich die DVD im Unterricht einsetze, werde ich mir nach einer eingehenden Beschäftigung überlegen. Die Infos und Erläuterungen sind sicherlich eher etwas für fortgeschrittenere Schüler. Wenn es soweit ist, werde ich mehr und Detaillierteres berichten.
 
K
koelnklavier
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Schande über mich und Asche auf mein Haupt! :oops:

Ich hab das Thema etwas aus den Augen verloren, weil es sich als sehr zeitaufwendig herausgestellt hat. Die DVD alleine ist zwar recht anschaulich, bleibt aber für sich alleine genommen zu sehr an der Oberfläche. Das Buch ("The Craft of Piano Playing") bietet sicherlich die notwendige Grundlage - nur: vieles erschließt sich mir aus dem englischen Text nicht.

Des weiteren ist es recht mühsam (und nicht unproblematisch), Frasers pianistische Überlegungen auf ihre Plausibilität hin praktisch zu überprüfen - und das ohne Kontrollinstanz. Man müßte also wissen, wer Frasers Ansatz lehrt, und unter Supervision austesten, ob er für einen selbst praktikabel ist. In meinem nächsten Leben werde ich das Projekt mal intensiver verfolgen ...
 
klavigen
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nur auf youtube gesehen

Den Clip auf youtube habe ich gesehen und ich weiss nicht, ob ich die DVD bestellen sollte- In Vergleich mit dem "berüchtigten" Online chang scheint dir das ja wesentlich mehr an Substanz zu haben. Da ich weder das Buch noch die ganze DVD kenne, kann ich das nicht beurteilen. Aber im youtube Clip wird klar, dass er sehr auf die physische Seite eingeht. Das kann sicher Einigen helfen, wenngleich es auch Verunsicherung hervorrufen kann, wenn jemand als Naturbegabter einen anderen Ansatz verfolgt.

Den Online Chang kann man nur lesen und verstehen, wenn man schon viel Klavier gespielt hat. für Anfänger ohne Lehrer ist er überhaupt nicht geeignet. Chang regt sehr das eigene Denken an, ohne die Technik gleich in bestimmte Bahnen lenken zu wollen. Dies missfällt mir etwas an Frazer.

Eine oft geäusserte Kritik an chang ist auch, dass seine eigenen gespielten Beispiel nicht überzeugen. Dies spielt aber nicht die Wesentliche Rolle. Es gibt in der Tat hervorragende Lehrer, die selbst nicht überragend spielen.
Auf Meisterkursen habe ich schon Professoren erlebt, die ausser einigen 5 Ton Übungen nichts rausliessen und trotzdem anerkannte Pianisten hervorgebracht haben. Bekanntes Beispiel sei der renommierte Pianist Karl heinz Kämmerling, der sicher einen Rekord im abhalten von Meisterkursen verbuchen kann und der aber dankenswerter Weise quasi am Fliessband junge Pianisten vorstellten,, die durchweg wesentlich bessser spielen als der Meister selbst.

Das halte ich gerade für ein grosses Verdienst. Das sollte ja das Ziel jedes Klavierprofessors werden, dass seine Schüler es letzendlich besser können. Und da auch er wesentlich mehr spricht als spielt, können sich ihre schüler ganz auf ihre eigenen Eigenheiten konzentrieren.

Ich halte nichts von bestimmten vorgeschriebenen Finger- und Handgelenkhaltungen oder von Vorschriften, wie die Taste touchiert werden sollte. Es gibt einfach zu viele Arten, dies zu tun. Viele unterschiedliche Manieren können zum Erfolg führen, wenn das Verständnis für die Komposition reif wird.

Es wäre aber sinnvoll, wenn jemand die DVD durchgearbeitet hat und ein umfassenderes Resümee verfassen könnte.
 
K
koelnklavier
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Du liegst mit Deinen Vermutungen hinsichtlich der technischen Seite richtig - wobei Fraser ästhetische Überlegungen nicht ausklammert. Die DVD ist die Aufzeichnung von Vorträgen / Demonstrationen, die Fraser vor Studenten gehalten hat. Eine Auseinandersetzung mit Buch und DVD ist sicherlich eine lohnende Sache - vielleicht sogar als Beitrag in PianoNews. Wenn Du dich der Mühe unterziehen möchtest, lasse ich Dir die Materialien leihweise zukommen. Wie schon gesagt, mir fehlt im Augenblick die Zeit und Muße, mich tiefer in die pianistischen Ansätze Frasers (auch manuell) einzuarbeiten.
 
klavigen
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die Balance

Du liegst mit Deinen Vermutungen hinsichtlich der technischen Seite richtig - wobei Fraser ästhetische Überlegungen nicht ausklammert. Die DVD ist die Aufzeichnung von Vorträgen / Demonstrationen, die Fraser vor Studenten gehalten hat. Eine Auseinandersetzung mit Buch und DVD ist sicherlich eine lohnende Sache - vielleicht sogar als Beitrag in PianoNews. Wenn Du dich der Mühe unterziehen möchtest, lasse ich Dir die Materialien leihweise zukommen. Wie schon gesagt, mir fehlt im Augenblick die Zeit und Muße, mich tiefer in die pianistischen Ansätze Frasers (auch manuell) einzuarbeiten.

Natürlich klammert er ästhetische Überlegungen nicht aus. Dies würde das Werk schon a priori disqualifizieren.

Ich danke sehr für das Angebot wegen der zusendung der Materialien aber ich verspüre keine besonde Lust, mich da hineinzuarbeiten. Was ich bisher gelesen und gesehen habe, vermochte nicht, bei mir eine Art von Zündung in Gang zu setzen.
Meine Art, Technik zu vermitteln geht einen völlig anderen Weg.

Wenn gesprächsweise geklärt wurde, was ausgedrückt werden soll, lass ich den Schüler probieren, ob er das lösen kann. Wenn dann unrundes und eckiges zu bemerken ist, spreche ich das an und zeige eine Möglichkeit, das fliessender zu gestalten.
Selbst 6 Jährige haben teilweise schon erstaunlich kluge Bewgungsabläufe aber es führte zu weit, jetzt hier ins detail zu gehen.
 
Guendola
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Ich denke, Frazer wendet sich an diejenigen Klavierspieler, die genug Geld haben, um sich immer wieder neue Bücher, CDs, DVDs etc. zu kaufen, um sich das Klavierspielen oder anderes scheinbar leichter zu machen. Ich nenne diese Gruppe die Ratgeberzielgruppe, also die typischen Leser von "wie werde ich Millionär", "wie sage ich meinem Kollegen daß er stinkt" (gibts noch nicht, vielleicht sollte ich das mal schreiben :D ), "das Peters Prinzip" (das ist allerdinge ein interessantes Buch!) und so weiter. Die Leser von Anselm Grünkern und so weiter sind noch eine andere Kategorie. Den vielgeschmähten Online-Chang finde ich da doch viel inspirierender, denn er gibt keine Lösungen sondern zeigt Wege, auf denen man selbst zu Lösungen gelangen kann, allerdings an eine ganz andere Leserschaft gerichtet. Was allen Ratgebern gemein ist, ist das Prinzip einer plakativen Erklärung eines Problems gefolgt von der simplen Lösung. Sowas ist ideal für Manager und Politiker, die sich schnell informieren müssen um Entscheidungen zu fällen (graus!) aber nicht besonders lehrreich. Eine besondere Zeiterscheinung ist es übrigens nicht, auf dem Dachboden meines Großvaters habe ich schon Ratgeber von ungefähr 1920 gefunden, die ähnlich geschrieben sind ("wie gewinnt man Freunde", "die Hygiene des Mannes" und "erfolgreich leben").

Nichts gegen Ratgeber im allgemeinen aber ein guter Klavierlehrer ist jedem noch so belesenem Schüler immer eine Nase voraus ;)
 
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Ich denke, Frazer wendet sich an diejenigen Klavierspieler, die genug Geld haben, um sich immer wieder neue Bücher, CDs, DVDs etc. zu kaufen, um sich das Klavierspielen oder anderes scheinbar leichter zu machen. Ich nenne diese Gruppe die Ratgeberzielgruppe, also die typischen Leser von "wie werde ich Millionär", "wie sage ich meinem Kollegen daß er stinkt" (gibts noch nicht, vielleicht sollte ich das mal schreiben :D ), "das Peters Prinzip" (das ist allerdinge ein interessantes Buch!) und so weiter. Die Leser von Anselm Grünkern und so weiter sind noch eine andere Kategorie. Den vielgeschmähten Online-Chang finde ich da doch viel inspirierender, denn er gibt keine Lösungen sondern zeigt Wege, auf denen man selbst zu Lösungen gelangen kann, allerdings an eine ganz andere Leserschaft gerichtet. Was allen Ratgebern gemein ist, ist das Prinzip einer plakativen Erklärung eines Problems gefolgt von der simplen Lösung. Sowas ist ideal für Manager und Politiker, die sich schnell informieren müssen um Entscheidungen zu fällen (graus!) aber nicht besonders lehrreich. Eine besondere Zeiterscheinung ist es übrigens nicht, auf dem Dachboden meines Großvaters habe ich schon Ratgeber von ungefähr 1920 gefunden, die ähnlich geschrieben sind ("wie gewinnt man Freunde", "die Hygiene des Mannes" und "erfolgreich leben").

Nichts gegen Ratgeber im allgemeinen aber ein guter Klavierlehrer ist jedem noch so belesenem Schüler immer eine Nase voraus ;)

Ha guendola,

du hast es meiner Meinung nach auf den Punkt gebracht - und danke auch für den Hinweis, dass der Online Chang kein Ratgeber ist, sondern ein Nachschlagewerk, welches zu eigenem Denken anregen kann und soll. Es habe z.b. nisher noch keinen getroffen, der mir erklären konnte, was die "Parallelen Sets !" sind, aber im gleichen Zug dann das Werk verriss.

Der Frazer ist nur was für Menschen, die sich davon nicht verunsichern lassen. als Ergänzung kann man sich das mal durchlesen und ansehen und anhören. Wer aber meint, genauso könne es funktionieren, der irrt sicher.
 
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koelnklavier
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Ich denke, Frazer wendet sich an diejenigen Klavierspieler, die [...] sich immer wieder neue Bücher, CDs, DVDs etc. zu kaufen, um sich das Klavierspielen oder anderes scheinbar leichter zu machen. [...]

Du hast sicherlich Recht damit, daß man aus Büchern nicht Klavierspielen lernen kann. Trotzdem haben seit der Mitte des 18. Jahrhunderts immer wieder Pianisten und Klavierpädagogen ihre Beobachtungen, Ein- und Ansichten zu Papier gebracht. Ebenso stimmt es, daß man mit Ratgeberliteratur leicht Geld verdienen kann, aber ...
... wer hat es nöthiger eine solche Anweisung sich beyzuschaffen als der Dürftige, welcher nicht im Stande ist auf lange Zeit sich einen Lehrmeister zu halten? Stecken nicht oft die besten und fähigsten Leute in der grösten Armut; die, wenn sie ein taugliches Lehrbuch bey Händen hätten, in gar kurzer Zeit es sehr weit bringen könnten?
(Leopold Mozart, Gründliche Vioinschule, 1787)​
Natürlich geben sich all diese Klavier-Ratgeberbücher den Anschein, als habe der Autor den Stein der Weisen gefunden. Da ist CPE Bach nicht unbescheidener als Türk, Czerny, Breithaupt, Gát, Marek, Neuhaus, Chang und Fraser. Aber ich unterstelle all diesen Autoren keine primär ökonomischen Interessen, sondern bin davon überzeugt, daß es ihnen ein Anliegen ist, Beobachtungen und Erkenntnisse nicht nur einer beschränkten kleinen Schülerschar mitzuteilen.

Was allen Ratgebern gemein ist, ist das Prinzip einer plakativen Erklärung eines Problems gefolgt von der simplen Lösung. [...]
Ebenso wie die Vermittlung im Unterricht können auch solche Bücher nur Anregungen geben. Während ich aber als Unterrichtender mit den individuellen Voraussetzungen des Schülers konfrontiert bin, bin ich als Autor gezwungen, zu generalisieren.

Die "Klavier-Ratgeber" ersparen einem nicht das eigenständige Denken. (Aber das behaupten all diese Autoren auch nicht.) Ich sehe solche Bücher durchaus als hilfreich an, eigene Ansichten zu überdenken und (als Lehrer) vielleicht auch selber klarer zu formulieren.

Problematisch werden solche Bücher, wenn sie von unbedarften Klavierpädagogen wirklich als Stein der Weisen, als unumstößliche, nicht zu hinterfragende Wahrheit angesehen werden. Wie oft habe ich an der Hochschule Sprüche gehört wie "Schon bei Breithaupt steht ...", "Neuhaus hat gesagt ...". Aber ist die naive Buchstabengläubigkeit der Epigonen den Autoren anzulasten?

Den vielgeschmähten Online-Chang finde ich da doch viel inspirierender, denn er gibt keine Lösungen sondern zeigt Wege, auf denen man selbst zu Lösungen gelangen kann, allerdings an eine ganz andere Leserschaft gerichtet.
Da hast Du nicht ganz unrecht. Nur - dort, wo es sinnvoll und hilfreich wäre, konkret und anschaulich zu werden, sind seine Terminologie und seine Aussagen sehr schwammig.

Nichts gegen Ratgeber im allgemeinen aber ein guter Klavierlehrer ist jedem noch so belesenem Schüler immer eine Nase voraus ;)
Was aber diesem Land fehlt, sind genügend belesene und aufgeschlossene Klavierlehrer - Lehrer, die nicht so unterrichten, wie es schon vor fünfzig Jahren als antiquiert galt.

Im übrigen denke ich, daß Klavier-Ratgeber wie "Klavierspielen für Dummies" oder "Klavierspielen leicht gemacht", "Noten braucht es nicht" oder Heumanns Simplifizierungen der Musikliteratur viel problematischer und gefährlicher sind.
 
K
koelnklavier
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Die unten beigefügte E-Mail habe ich heute morgen erhalten. Vielleicht hat ja jemand Interesse, an dem Workshop in Heidelberg teilzunehmen.

Dear Fellow Pianist,

As a purchaser of The Craft of Piano Playing, you may be interested to know that Alan Fraser will be giving a master class in the near future in Germany: October 3, 4, 5, 2008 at the Heidelberg Music School. If you are interested in attending there are still places available.

The main focus of the workshop will be repertoire and technique work at the piano, but will include Feldenkrais Awareness Through Movement classes as well that relate overall body organization to piano technique. The class is open to pianists of all calibres – often pianists with advanced technique can learn much from seeing how the same ideas about hand structure and function apply in the beginning stages, and vice versa. All teaching will be in English, with translation to German provided where necessary.

For Registration Information write anna@nspengler.com or call (06223) 97 00 12

We hope to see you at Alan Fraser's workshop!

Milosh Yankovich
Sales Rep
MAPLE GROVE MUSIC PRODUCTIONS
2 Milana Koma Avenue
21000 Novi Sad, Serbia
Phone: +381 (21) 506-091
Fax: +381 (21) 506-560
www.maplegroveproductions.com
email: maplegrovearts@gmail.com
 
A
ariadne
Guest
alan fraser - workshop im herbst 2009

an alle interessierten,

durch zufall habe ich erfahren, daß alan fraser im herbst 2009 in wuppertal einen klavier-workshop veranstalten will / wird (wenn sich genügend interessenten finden). ein genauer termin steht noch nicht fest. ich habe jedenfalls schon einmal mein interesse bekundet. genauere informationen gibt es hier: alan fraser workshop.

lg
a.

ps: der workshop findet statt, wenn sich mindestens 6 teinehmer finden. die werden doch im forum aufzutreiben sein!
 

rolf
rolf
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Ich habe heute folgende Einladung zu einem Workshop mit Alan Fraser erhalten. Termin: 26.-28. Februar in Heidelberg.

hallo,

vermutlich muss man den Workshop mitmachen, um zu wissen, was es da Neues zu lernen gibt.

aus dem Flyer:
Anhand von Beispielen aus dem klassischen Repertoire führen die dargestellten Bewegungsübungen zu einer
Bereicherung der kinästhetischen Selbstwahrnehmung des Pianisten und trainieren die “pianistischen Reflexe”,
indem sie bisher ungenutzte Funktionen des menschlichen Bewegungsapparates für das Klavierspiel aktivieren.
Die Übungen ermöglichen einen neuen Zugang zur Wahrnehmung und Beeinflussung des Handskelettes des
Pianisten, um die Geläufigkeit der Finger und die klangliche Vielfalt zu steigern, mehr Kraft ohne Härte zu
erreichen
und Feinfühligkeit und Unterscheidungsvermögen zu schärfen. Sie zeigen auf, wie unsere allgemeinen
Bewegungsgewohnheiten am Klavier oft kontraproduktiv werden
, und bieten einen neuen Weg an, um die
Handstruktur so zu manipulieren
, dass dies zu erstaunlichen klanglichen Verbesserungen führt. Darüberhinaus
verbinden weitere Übungen diesen technischen Ansatz mit musikalischen und aufführungstechischen Aspekten.

...die markierten Formulierungen bieten sicherlich dankbare Ansätze für Wortklaubereien :D - ich vermute aber, dass es einfach nur etwas ungeschickte Übersetzungen sind, zugleich auch ein etwas ungeschicktes "Werbedeutsch"

Gruß, Rolf
 
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pianisinno
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Workshop Infos...

Hallo zusammen,
ich wollte eigentlich nur mal nachsehen, ob Alan Fraser auch auf Clavio diskutiert wird, und stelle erfreut fest, dass meine gestern Nacht (heute morgen...) verschickte mail mit der Ankündigung des Kurses hier schon zitiert wird.
Kleine Korrektur: der Kurs findet statt in HIRSCHberg, nicht Heidelberg (wenn auch ganz in der Nähe von letzerem...).
Die zitierten holprigen Übersetzungen stammen aus meiner Feder zu nächtlicher Stunde- ich hoffe das schreckt niemanden ab, denn die Textvorlagen waren tatsächlich nicht leicht ins deutsche zu bringen...
Meine persönliche Erfahrung mit Alan Fraser, den ich im Herbst 2008 bei einem Kurs in Heidelberg kennengelernt habe, hat mich motiviert, diesen Kurs in meinem Studio zu veranstalten; als ausgebildeter Konzertpianist und belesener und erfahrener Klavierpädagoge war ich tatsächlich überrascht und fasziniert von der Effizienz dessen, was er lehrt.
Insofern stimmt das:
hallo,

vermutlich muss man den Workshop mitmachen, um zu wissen, was es da Neues zu lernen gibt.
Ich hatte das Buch z,T, gelesen, die DVD mehrmals angesehen, fand alles recht gut, plausibel, anschaulich. Aber es geht doch nichts über die direkte Vermittlung von Mensch zu Mensch, wie wir ja alle aus guten Unterrichtssituationen wissen; genau das hat sich für mich bei besagtem Kurs bestätigt!
Durch seine Ausbildung in der Feldenkrais-Methode verfügt Fraser tatsächlich über ein sehr umfassendes Wissen über Funktionen und Arbeitsweise des Bewegungsapparates; es ist tatsächlich frappierend, wie viele ungenutzte Potentiale es da bei jedem von uns noch gibt, und wie befreiend es für die musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten ist, wenn man beginnt, diese Potentiale zu aktivieren.

Macht euch am besten selbst ein Bild - am Vorabend des Kurses (25. Februar 2010) gibt es einen kostenlosen Einführungsabend, mit einer Vorführung der DVD und der Möglichkeit, Alan Fraser Fragen zu stellen. Wer ihn dann immer noch für uninteressant hält, kann ja nach Hause gehen und weiterüben wie bisher ;-)
Und wer Fragen hat kann mich gerne kontaktieren (auch wenns mir recht wäre wenn meine mailadresse zwecks Spamvermeidung hier bald wieder verschwindet...; falls ja: einfach an info schreiben und nach dem "ät" klavier-kurse mit .de anfügen....)
Mit pianistischen Grüßen
Jens Schlichting
 
Stilblüte
Stilblüte
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Hallo,

Von mehr oder weniger "bahnbrechenden" neuen Unterrichts- und Spielmethoden, die jemand entwickelt, hört man ja öfter; was dahinter steckt, weiß man aber nie so genau.
Könnten Sie etwas genauer beschreiben, welchen Ansatz Fraser verfolgt, inwiefern er die Geschmeidigkeit der Bewegung, Kraftübertratung, Körperhaltung, Vorstellung usw. in veränderter Weise betrachtet und anwendet? Was für unverwendete Potentiale werden da angezapft, was unterscheidet ihn bspw. von Feuchtwanger?
Besteht das Klientel der aktiven Teilnehmer hauptsächlich aus Hobbyspielern?

Gruß Stilblüte
 
P
pianisinno
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Hallo,

Von mehr oder weniger "bahnbrechenden" neuen Unterrichts- und Spielmethoden, die jemand entwickelt, hört man ja öfter; was dahinter steckt, weiß man aber nie so genau.
Könnten Sie etwas genauer beschreiben, welchen Ansatz Fraser verfolgt, inwiefern er die Geschmeidigkeit der Bewegung, Kraftübertratung, Körperhaltung, Vorstellung usw. in veränderter Weise betrachtet und anwendet? Was für unverwendete Potentiale werden da angezapft, was unterscheidet ihn bspw. von Feuchtwanger?
Besteht das Klientel der aktiven Teilnehmer hauptsächlich aus Hobbyspielern?

Gruß Stilblüte

Hallo Stilblüte,
die Antwort auf die letzte Frage zuerst: der Kurs ist offen für alle Levels; mich hat es selbst überrascht, dass Fraser bei dem erwähnten Heidelberger Kurs mit allen Levels erfolgreich gearbeitet hat: da war ein 9jähriger hochbegabter Anfänger, ein über 70jähriger eifriger Laie mit sehr speziellen (teilweise wohl krankheitsbedingten) Einschränkungen in der Beweglichkeit, eine ca 40jährige Anfängern, ich selbst als ausgbildeter Pianist etc. Bei wirklich allen Teilnehmern waren die Erfolge seiner Arbeit verblüffend.

Zu der anderen Frage: es geht vielleicht weniger um bahnbrechende neue Methoden. Es geht ihm mehr um Wahrnehmung, Sensibilisierung und das Entdecken ungewohnter Möglichkeiten. Das kennt sicher jeder von einfachen Situationen wie Fingersatzfragen: man entdeckt einen offensichtlich besseren Fingersatz, empfindet ihn aber zunächst als schwerer und unbequemer als den bereits geübten, aber jetzt als ungünstig erkannten Fingersatz. Das zeigt, dass die Empfindung, dass etwas schwer ist, oft verwechselt wird mit der Empfindung, dass etwas ungewohnt ist, worauf unser Unterbewusstsein grundsätzlich erstmal mit Abwehr, Angst, Flucht etc. reagiert. Genauso wie uns unsere Gewohnheiten im Alltag das alltägliche Leben erst ermöglichen (man kann ja nicht über jeden Schritt und jeden Handgriff immer neu nachdenken...), genauso hindern uns diese Gewohnheiten in anderen Situationen daran, bessere Alternativen zu entdecken.
Hier setzt Fraser an. Er erfindet also nicht das Rad neu, sondern beobachtet, was da ist, was auch viele andere intuitiv oder auch bewußt schon richtig machen, anaysiert Fehler oder ungünstige Bewegungen, versucht, die allgemeingültigen Prinzipien zu verstehen, die unserem Bewegungsapparat zugrundeliegen, und entwickelt daraus einen Weg zu eigenen und individuellen Lösungen.

Könnten Sie etwas genauer beschreiben, welchen Ansatz Fraser verfolgt, inwiefern er die Geschmeidigkeit der Bewegung, Kraftübertratung, Körperhaltung, Vorstellung usw. in veränderter Weise betrachtet und anwendet?

Etwas genauer beschreiben? Dazu müsste ich sein Buch übersetzen;-)
Das ist natürlich viel zu komplex, um es auf einen (oder mehrere) Foren-Einträge runterzubrechen. Ich staune immer wieder, wie komplex die ganze Klavierspielerei ist, es gibt so unendlich viele aufeinander einwirkende Faktoren, allein schon in der reinen Mechanik, also den Spielbewegungen.
ABer zusammenfassend denke ich, dass er diese Faktoren nicht in veränderter Weise betrachtet, sondern eben nur etwas genauer, und dabei z.T. zu neuen Erkenntnissen kommt, z.T. alte Erkenntnisse bestätigt, z.T. falsche Ansichten widerlegt und aus alledem eine recht klare Linie formt.
Wobei ich klarstellen möchte: erstens verstehe ich auch nicht alles was er schreibt (vielleicht irgendwann?), zweitens bin ich selbst auch immer eher zurückhaltend und hinterfrage die Dinge, und genauso gehe ich mit seinen Theorien um. Und wenn ich was finde, was mich nicht überzeugt, dann profitiere ich doch zumindest immer davon, über genau das ausführlich zu diskutieren. In Live noch mehr als im Forum übrigens...
 
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Warnung vor Fraser Website

Über den didaktischen und pianistischen Wert der "Fraser-Technik" darf und soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Ich möchte jedoch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich mir beim Besuch der Website von Maple Grove Music Production gleich einen Trojaner eingefangen habe (der allerdings von meinem Virenscanner sofort entfernt wurde).

Das spricht nicht gerade für hohe Seriosität.
 
rolf
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Ich möchte jedoch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich mir beim Besuch der Website von Maple Grove Music Production gleich einen Trojaner eingefangen habe (der allerdings von meinem Virenscanner sofort entfernt wurde).

Das spricht nicht gerade für hohe Seriosität.

das kann Zufall oder Gottes Fügung sein - einen 100%ig zwingenden Grund, an der Seriösität zu zweifeln, sehe ich darin nicht (aber meine Kenntnis darüber, wie sich Trojaner verbreiten und wer ihre Verbreitungswege anlegt, ist beschämend gering)

Gruß, Rolf
 
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Bachopin
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Hi florhof,

Über den didaktischen und pianistischen Wert der "Fraser-Technik" darf und soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Ich möchte jedoch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich mir beim Besuch der Website von Maple Grove Music Production gleich einen Trojaner eingefangen habe (der allerdings von meinem Virenscanner sofort entfernt wurde).

Das spricht nicht gerade für hohe Seriosität.

einer Seite aufgrund einer Trojaner Meldung des Virenscanners ihrer Seriosität abzusprechen ist eine schwierige Sache.

Da hätte man schon folgende Unternehmen ihre Seriosität absprechen müssen:

  • Microsoft
  • T-Online
  • 1 und 1
  • etc. (aus der Erinnerung und ohne Gewähr. Bei Microsoft bin ich mir aber ziemlich sicher ;-) )

Ich kann aus der Ferne nicht beurteilen, was es mit der Meldung deines Virenscanners auf sich hat. Es gibt aber viele Gründe, die zu so einer Meldung führen können auch ohne dass die Seriosität des Unternehmens in Frage gestellt werden muss.

Ich habe dort übrigens die DVD ohne Probleme bestellt und geliefert bekommen.

Ausserdem gibt es keine Fraser-Technik (erst recht nicht in Anführungszeichen). Das behauptet er nicht. Bitte dazu den obigen ausführlichen Post von pianisinno und meine Posts (https://www.clavio.de/forum/131909-post84.html) zu Fraser lesen.

Wenn die Seite aktuell gehijackt ist sollte man natürlich Vorsicht ( ;-) ) walten lassen.
Gruß
 
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rolf
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Hi florhof,

einer Seite aufgrund einer Trojaner Meldung des Virenscanners ihrer Seriosität abzusprechen ist eine schwierige Sache.

(...)

Wenn die Seite aktuell gehijackt ist sollte man natürlich Vorsicht ( ;-) ) walten lassen.
Gruß

Kölnklavier hatte ja eine e-mail erhalten und hier zitiert, da fand sich folgende Adresse:
Milosh Yankovich
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MAPLE GROVE MUSIC PRODUCTIONS
2 Milana Koma Avenue
21000 Novi Sad, Serbia
Phone: +381 (21) 506-091
Fax: +381 (21) 506-560
www.maplegroveproductions.com
email: maplegrovearts@gmail.com

Novi Sad (österr. Neusatz) ist eine schöne Stadt, hat eine sehenswerte Festung aus dem 18.Jh, befindet sich in Serbien.

schaut man genauer, findet man folgende Administration:
Administrative Contact:
afraser@musician.org
Milana Koma 2
Novi Sad, -- 21000
SI

außerdem findet sich noch:
Technical Contact:
hostmaster@ipowerweb.com
2800 28th Street Suite 205
Santa Monica, California 90405
US

und dann kann man, wenn man will, diese Adressen mal eingeben:
http://who.is/

nicht uninteressant, was man da für Preislisten etc findet - - ich find´s nicht eben vertrauenerweckend, und darum hab ich´s auch nicht angeklickt :)

Gruß, Rolf
 
B
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Hi rolf,

das alles ist aus meiner Sicht völlig ok.

ipowerweb.com ist der Hoster für die Webside (das macht man ja heute so ;-) ). Und bei Herrn Fraser ist der Hoster zumindestens nicht in Taiwan oder irgendwelchen Fidschi Inseln, sondern im ganz normalen Amerika (z. B. wg. ".com").

Und auch das ist richtig Hr. Fraser lebt wohl aktuell in Novisad. Er gibt also seine "echte" Adresse an (das machen nicht alle so). Dass er dort lebt und arbeitet kann man auch in seiner Biographie lesen.

Ist man deswegen unseriös?
Aber bitte nicht wieder einen "Allergie-Thread" gegen Hr. Fraser anfangen. Das hatten wir schon. :D

Gruß

PS: Jetzt muss ich schon wieder Hr. Fraser verteidigen, was ich eigentlich gar nicht will. Es ist mir unerklärlich, warum er so unseriös angegangen wird. Ich bitte alle Kritiker so ein Buch mit 430 Seiten und hoher Informationsdichte (nicht so viel BlaBla wie z. B. bei Neuhaus ;-) ) zu schreiben.
 
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