Flügel Kawai GE30, W&L 178 oder doch besser ein deutsches Klavier ?

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90 Jahre Klavierbau
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Mechanik durchregulieren
Hammerköpfe vorstechen
Hammerköpfe abziehen
Hammerscheitel anpassen und feinintonieren

Wichtig: Alle Schrauben anziehen, besonders die Gehäuseschrauben

Was oft Geräusche macht sind die Rosettenschrauben und die Schrauben des Metallgewindes für den Transportschlitten.

Vor den Stimmen unbedingt Saiten an den Steg anklopfen - wenn eine Saite "pfeift" liegt es oft daran, dass der Saitenauflagefilz bei der Vorderlänge zu wenig Druck hat : Saite lösen und etwas Filz darunterlegen - fertig !
 
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fisherman
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Klingt vernünftig, was Du sagst 90JKB; aber wenn es der Händler von virtualcai nicht "drauf hat", nützen die Fern-Ratschläge auch nix. Oder?
 
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@ fishermann

Wird ja noch andere Klavierschrauber in der Nähe geben :rolleyes:
 
virtualcai
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Es geht nicht um meinen Flügel, sondern um den, welchen vegano zurückgegeben hat. Ich habe nur aus Interesse gefragt, weil mir nach wie vor unklar ist, wo die primären Qualitäten eines Flügels liegen und ab wo es eine Sache der Intonation ist.
Dann interessieren mich W&L Flügel, da mir neulich Herr Bittner (der mit der chinesischen Frau) dort recht kompetent erschien und ich mir überlege dort einen Flügel zu erwerben - allerdings eher einen gebrauchten Förster als einen neuen W&L.
Oder ich kaufe noch ein paar Kilo Rubbellose, dann ginge sich vielleicht auch der fantastische Bösendorfer aus, den sie dort stehen haben.
An anderen Klavierschraubern fehlt es hier in Wien natürlich auch nicht.
 
K
Klavierbauermeister
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Kann ja wohl nicht angehen daß man einen neuen W&L erst mal reparieren muß bevor er funktioniert.
 
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Als Reparatur würde ich das nicht bezeichnen ;)

Es geht nur darum das Potenzial voll auszuschöpfen-
 
klaviermacher
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Kann ja wohl nicht angehen daß man einen neuen W&L erst mal reparieren muß bevor er funktioniert.
@klavierbauermeister
Ich hatte so einen 161er vor dem Verkauf repariert...
Zuerst mal die Hammerschwänze im Winkel zu den Fängern geschliffen und die Fänger im Winkel dazu gestellt. Dann die Tastenböden gerichtet und reguliert sowie nach intoniert. An mehr Details erinnere ich mich nicht mehr - ist schon ein paar Jahre her. Gab jedenfalls ein Weilchen Arbeit.
Ich glaube, dass die Hammerschwänze bei den heutigen nach wie vor nicht bearbeitet werden und die Achsen nach jedem Abfangen einen unnötigen seitlichen Klaps bekommen.

@virtualcai - Ja, nach den erzählten Erlebnissen hätte man mit ziemlicher Sicherheit nur besser stechen müssen. Ich kann einen Hammer so umintonieren, dass er gerade mal für ein Konzert hält oder aber auch so, dass er auf lange Dauer hält. Hängt viel vom Filz ab wie lange man dabei Arbeit hat. Ein gründliches Vorstechen ermöglicht auch bei einem W&L ein haltbares Ergebnis.

LG
Michael
 
klaviermacher
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Und dass muss dann der Klavierhändler machen und nicht die herstellende Firma? Das ist doch bei zB Kawai (bzw allem, was nicht ganz billig ist) anders, oder?
Hi virtualcai,

In Deinem Fall ist die herstellende Firma zugleich der Klavierhändler. Er kann es sich aussuchen, ob er jemand zu Dir schickt und einen ganzen Tag herumstechen lässt oder das Instrument austauscht - vermutlich schickt er jemand oder holt die Mechanik ab... Ein Händler muss schon viel selbst machen - nur bei gröberen Schäden springt der Hersteller ein.

Ich würde Dir sowieso den gebrauchten Förster anraten - ausgenommen er hat neue Hämmer bekommen, die nicht sorgfältig aufgestochen wurden.

LG
Michael
 
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@ virtualcai

Die Wendls sind schon fertig wenn sie zu Händler kommen, doch kann man aus den Instrumenten noch mehr rausholen - das ist Sache des Händlers selbst.

Wenn Du das Instrument direkt in Wien kaufst, sind die sehr gut bearbeitet und das Potenzial ist gut ausgeschöpft.

Wenn der Förster eine DDR - Produktion ist - lass die Finger weg - ansonsten kann er eine Alternative sein.
 

virtualcai
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Danke, wiederum sehr gute Ratschläge, ich habe mich auch schon nach der Qualität zu DDR-Zeiten gefragt. Auf der Website schreiben sie ja nur, dass die tschechische Zweigstelle enteignet wurde.
Vor zwanzig Jahren habe ich mir den ersten Flügel gekauft, den ich angespielt habe, einen gebrauchten Pallik und Stiasny für umgerechnet EURO 1400,-. Damit war ich damals auch sehr zufrieden. Bin dann aber in eine Wohnung gezogen, in welcher der Boden geschwankt hat, sooft der Bus vorbeifuhr - was letztlich das Ende des Stimmstocks war.
Hier drohen jetzt Wandheizung und Lüftungsanlage. Alles nicht so einfach ...
 
klaviermacher
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Bin dann aber in eine Wohnung gezogen, in welcher der Boden geschwankt hat, sooft der Bus vorbeifuhr - was letztlich das Ende des Stimmstocks war.

Hallo virtualcai,

Der Stimmstock wäre auch nicht kaputt gegangen, wenn der Flügel im Bus mitgefahren wäre :D
Es muss andere Gründe gehabt haben...

Gegen die jetzigen Bedrohungen nimmt sich ein Bus, der vorbei rauscht wie ein sanftes Sommerlüfterl.:floet:

LG
Michael
 
virtualcai
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Ja, die anderen Gründe lagen im Gussrahmen.
 
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Wenn sich die klimatische Situation so darstellt, wie von Dir beschrieben, rate ich grundsätzlich zu einem modernen Instrument, da diese Trockenheit und sonstige Schwankungen des Raumklimas besser aushalten.

LG
 
virtualcai
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Da die Wände sehr großflächig und dafür nur leicht erwärmt werden (vor allem auf der gute vier Meter entfernten Fensterseite) und ich persönlich zu trockene Luft auch nicht mag und gegebenenfalls zusätzlich zu den Pflanzen Luftbefeuchter aufstellen werde, wird das wohl nicht so schlimm sein, wie es zuerst geklungen hat. Gegen direkte Sonneneinstrahlung (nur in den Wintermonaten, wenn die Sonne tief steht) müsste eine durchlässige weisse Gardine schon reichen, oder?
Der Ort für den Flügel steht jedenfalls schon fest - wäre auch nirgendwo anders in der Wohnung besser.
 
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Grundsätzlich solltest Du für ein gleichmäßiges Raumklima sorgen.

Wenn die Sonne auf den Flügel knallt ist das nicht so toll, vielleicht wäre ein Rollo oder eine Jalousie (schreibt man das so :D) besser.
 
P
pennacken
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Bei mir ist die Situation ähnlich: Großes Südwestseitenfenster, darunter die Heizung, der Flügel in ca. 1 - 1,5 m Abstand. Wenn die Sonne scheint, Jalousie 3-4 geschlossen (Vorhang bringt nichts) und - ganz wichtig - die Luftfeuchtigkeit bleibt Dank Venta um die 50%, im Sommer gelegentlich etwas darüber, im Winter 45 bis 50%. Der Flügel, Ibach, ca. 1910, fühlt sich wohl dabei.

LG

Pennacken
 

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