Erste Orgelbegleitung/Kirche

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devasya

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Hallo Leute,

…ich hab mich jetzt in der Zwischenzeit darum gekümmert, eine Messbegleitung zu machen. Einerseits um meine Aufregung in den Griff zu bekommen (denn irgendwann muss man ins kalte Wasser springen), andererseits um so bald als möglich ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, vor Menschen zu spielen, sie zu begleiten, in einer Kirche, mit entsprechendem Hall und allen anderen Dingen, die da noch so auf einen einprasslen.

Ich dürfte bei uns im Dom spielen, bereits um acht Uhr morgens (wo noch nicht so viel los ist). Hab mir jetzt mal für Mai die Liederliste geben lassen, damit ich entsprechend Zeit habe, mich auf alles vorzubereiten. Ich werde auch nur EIN Lied spielen & nicht schon eine gesamte Messe begleiten.

Für mich gehts jetzt erstmal darum, es zu versuchen, mich der Situation zu stellen und möglichst fehlerfrei durchzukommen - soweit das möglich ist.

Ich hab mir mal überlegt am 27 Mai zu spielen, also am Pfingstmontag. Für mich wären zwei Stücke recht interessant: Heilliglied (715,4) und der Hallelujaruf (646,1). Werd das noch mit meinem Lehrer genau besprechen & ihn fragen, was besser wär bzw. wie er das machen würd.

Spielen werd ich wahrscheinlich an der kleinen Orgel unten an der Priesterempore.

Darf ich mal in die Runde fragen, welches eure ersten Lieder waren, die ihr mit der Orgel begleitet habt? Wie war das damals für euch? Vor allen Dingen auf den Hall und „das singende Volk“ /den „singenden Kantor“ bezogen?

Der Kantor würde ca. 7 Meter links von mir stehen, mit Mikrofon, da wärs dann halt interessant zu wissen, wie’s mit der „Versetzung des Halls“ ist… beim Volk dasselbe. Plus kommt’s dann noch’mal drauf an, ob ich an der Chororgel oder an der zweiten, etwas kleineren Orgel unten an der Priesterempore spiele. Ich glaub, mir wär die Chororgel lieber :-)

Wie habt ihr euch auf euer erstes Vorspiel damals vorbereitet? Was gilt zu beachten, habt ihr irgendwelche Tipps?

Es kann auch sein, dass ich kurzfristig dann doch noch kneife & erst im Juni was mache, den Plan bekomm ich wohl vom Dirigenten noch.

Vielen Dank und liebe Grüße,
Deva
 
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Für mich wären zwei Stücke recht interessant: Heilliglied (715,4) und der Hallelujaruf (646,1).
Warum denn gleich so "schwere" Sachen? Mit "schwer" meine ich, dass Du dort besonders aufpassen musst. Das heißt, beim Sanctus musst du auf die Einsetzungsworte "... und singen mit den Chören und Engeln, das Lob Deiner Herrlichkeit" achten, und beim Halleluja wird's wahrscheinlich einen fliegenden Organistenwechsel geben müssen, weil der Übergang zwischen Antwortgesang und Hallelujaruf fließend sind. Außerdem müsstest du auch ein wenig Improvisieren können (je nach dem wie weit der Pfarrer gerade ist).
Ich hätte das Credo-Lied und/oder das Lied nach der Kommunion (oft auch unter "Danklied" geführt" genommen.

Und das mit Aufgeregtheit legt sich wieder. Spätestens, wenn Du 3 Messen hintereinander spielst (wie morgen meine Wenigkeit), wird sich das wieder legen :-D

Grüße
Jonas

P.S.: Kann es sein, dass ihr ein anderes GB habt? Ich habe mal nach Deine Nummern nachgeschaut, die eine Nummer war ein Agnus-Dei-Lied, die andere ein Responsorium der Heilig-Geist-Vesper.
 
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Ein Tipp, den ich dir geben kann. Spiel AUF JEDEN FALL, egal wie nervös du bist, wenn du da erstmal sitzt. Als ich das erste mal EIN Lied spielen sollte habe ich ernsthaft überlegt, fluchtartig die Kirche zu verlassen oder theatralisch von der Orgelbank zu stürzen und den eigentlichen Organisten spielen zu lassen. Die Blamage wollte ich mir aber nicht antun.

Die Überlegung des theatralischen -von-der-Bank-stürzens kam dann erst wieder, als ich zum ersten mal einen GD allein begleiten sollte.

Heute kann man drüber lachen und ist froh, das ganze durchgezogen zu haben.:musik:

Nachtrag: Ich würde beim ersten Mal nicht unbedingt Liturgie spielen, insbesondere kein Sanctus. Fang mit einem einfachen Choral an. Da merkt man am besten, was man zu beachten hat im Bezug auf die Gemeinde und die Akustik.
 
devasya

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Warum denn gleich so "schwere" Sachen? Mit "schwer" meine ich, dass Du dort besonders aufpassen musst. Das heißt, beim Sanctus musst du auf die Einsetzungsworte "... und singen mit den Chören und Engeln, das Lob Deiner Herrlichkeit" achten, und beim Halleluja wird's wahrscheinlich einen fliegenden Organistenwechsel geben müssen, weil der Übergang zwischen Antwortgesang und Hallelujaruf fließend sind. Außerdem müsstest du auch ein wenig Improvisieren können (je nach dem wie weit der Pfarrer gerade ist).
...da sieht man glaube ich mehr als gut, dass ich noch komplette Anfängerin bin :geheim: Ich hab am Mittwoch meine nächste Orgelstunde und werd dort den Liedplan einfach mitnehmen und ihn zusammen mit meinem Lehrer durchgehen und besprechen.

Folgende Lieder würden an diesem Tag noch auf der Liste stehen:

Eingangslied - 342
Kyrie - 722, 9
Gloria - 715, 2
Antwortgesang - 645, 5
Hallelujaruf - 646, 1
Gabenbereitung - 715, 4
Heiliglied - 715, 4
Zum Agnus - Sprechen
Dankgesang - 351 (1.4.6.)

Und das mit Aufgeregtheit legt sich wieder. Spätestens, wenn Du 3 Messen hintereinander spielst (wie morgen meine Wenigkeit), wird sich das wieder legen :-D
Ich hoffe, dass du Recht behält. Wär nämlich zu schade, wenn ich das nicht in den Griff bekommen würde. Wow, 3 Messen? :-)

P.S.: Kann es sein, dass ihr ein anderes GB habt? Ich habe mal nach Deine Nummern nachgeschaut, die eine Nummer war ein Agnus-Dei-Lied, die andere ein Responsorium der Heilig-Geist-Vesper.
Mit welchem GB arbeitet ihr denn? Ich hab die Lieder aus dem neuen Gotteslob... ;-)

LG,
Deva
 
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Ein Tipp, den ich dir geben kann. Spiel AUF JEDEN FALL, egal wie nervös du bist, wenn du da erstmal sitzt. Als ich das erste mal EIN Lied spielen sollte habe ich ernsthaft überlegt, fluchtartig die Kirche zu verlassen oder theatralisch von der Orgelbank zu stürzen und den eigentlichen Organisten spielen zu lassen. Die Blamage wollte ich mir aber nicht antun.
Also versuchen werd ich es auf jeden Fall, keine Frage :-) Theatralisch von der Orgelbank stürzen? Hihi, das wär allerdings schon'n Gedanken wert, wie ich finde :-D

Ne, im Ernst jetzt: meine Hauptangst ist eher, dass ich mittendrin plötzlich rausfalle, was mir leider häufiger passiert, auch im Unterricht, wenn ich Angst habe, bzw. total unter Druck stehe. Ich fange an, bin eigentlich gut drin im Stück (wie aktuell beim Präludium von Bach) und plötzlich hauts mich raus, ich versuch noch irgendwie wieder rein zu kommen, bin aber so nervös, dass es nicht klappt und hör dann einfach auf zu spielen... mein Lehrer ermuntert mich dann schon immer, einfach weiterzumachen, aber meistens klappt das nicht, weil ich so ein bisschen erstarrt da sitze und im ersten Moment nicht blicke, was da gerade falsch lief...

Neulich isses mir beim Präludium so ergangen, ich hab vor Aufregung im Pedal so mit dem rechten Fuß gezittert, dass ich mich nicht mehr aufs Spiel konzentrieren konnte und dann einfach abgebrochen habe.

Sowas sollte mir bei der Messe nicht passieren, dann bring ich Volk und Priester durcheinander, was mir schon arg peinlich wär.

Oder die Geschichte mit dem Hall: bei uns singt die Gemeinde eh recht gut, wie ich finde, aber du hast halt trotzdem die Verzögerung mit drin. Ich weiß halt noch überhaupt nicht, wie es ist, mit so einer Verzögerung zu spielen. Wenn dann auch noch der Priester ins Mikro singt, haste ne dreifache Verzögerung (Orgel, Volk, Priester)... ich hab diesbezüglich noch gar keine Erfahrung, wie es ist, unter solchen Gegebenheiten zu spielen und hab deshalb so ein bisschen Angst. Weil sowas kann man ja vorher schlecht üben...

Ab und zu darf ich ja im Dom an der Chororgel üben und wenn ich da mit Registern arbeite, die langsamer "nachhallen" (weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll), muss ich arg aufpassen, diesem Hall dann nicht hinterherzuhinken. Man kann mal ne Note verspielen, aber SAUBER und KLAR musst du immer bleiben, wie ich finde. Ein Gewurschtel mag ich gar nicht, an der Orgel, und am Cembalo (was ich vll ab Sept. zu lernen beginne) auch nicht.

Die Überlegung des theatralischen -von-der-Bank-stürzens kam dann erst wieder, als ich zum ersten mal einen GD allein begleiten sollte.
Würd mir nicht anders gehen ;-)

Wie war denn dann aber deine Erfahrung, als du zum ersten Mal ein Lied in der Kirche begleiten musstest? Hast du Fehler gemacht oder ging alles perfekt von der Bühne? Was war das für ein Stück? Welche Orgel hattest du zur Verfügung? Wie hast du dich vorbereitet?

Nachtrag: Ich würde beim ersten Mal nicht unbedingt Liturgie spielen, insbesondere kein Sanctus. Fang mit einem einfachen Choral an. Da merkt man am besten, was man zu beachten hat im Bezug auf die Gemeinde und die Akustik.
Okay, danke :-)
 
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Das erste Lied was ich gespielt habe war glaube ich EG 473 (frag mich jetzt nicht nach dem Namen, Google weiß es bestimmt). Ich finde es als Borbereitung immer sehr hilfreich, wenn einfach mal zwei drei Leute sich während du übst hinter dich setzen und das Lied mitsingen. Bei mir muss immer meine Mutter drunter leiden, auch heute noch ( aber sie hat sich daran gewöhnt ;)

Ob und wie viele Fehler ich gemacht habe, kann ich dir nicht sagen, dafür ist es zu lange her, aber groß verhauen habe ich mich nicht.

Zur Verfügung hatte ich eine 2manualige Orgel mit 13 Registern und 27er Pedal. Damit kommt man ganz gut aus (gut 30er Pedal ist schöner, aber jan kann ja nicht alles haben, für den Anfangnist eine kleine übersichtliche Orgel eh schöner, als so ein riesen "Monstrum"). Glücklicherweise war das zu dem Zeitpunkt meine Übeorgel, so dass mir das Instrument bestens vertraut war.

Mit dem Hall hatte ich nie soo große Probleme. Die Gemeinde hinkt halt hinterher, na und? Solange die Orgel nicht wegrennt und doppelt so schnell mit dem Lied durch ist wie die Gemeinde ist eigentlich alles klar. Irgendwann, wenn man genug Erfahrung hat, merkt man auch, wie schnell man spielen muss und wann man vielleicht doch etwas langsamer werden sollte. Aber das braucht seine Zeit. Für den Anfang wäre es vielleicht sinnvoll, das Lied einmal im Vorfeld mit dem Kantor durchzusingen. Dieser weiß, wie flott seine Gemeinde ist und dann kannst du gleich im richtigen Tempo beginnen.

Das schlimmste was du machen kannst, ist einfach aufzuhören. Das reißt die ganze Gemeinde raus und die hat ohne Orgel null Chance wieder reinzukommen. Für dennletzten Notfall spielst du einfach für 1, 2 Takte nur den Sopran (die Melodie ist das wichtigste!) weiter und steigst dann mit allen anderen Stimmen wieder ein.

Du wirst irgendwann deutlich weniger Aufheregt sein, das legt sich mit der Erfahrung. Cor dem ersten ganzen Gottesdienst wirds nochmal schlimm mit der Aufregung, aber dann wars das auch schon. Nach einnpaar Monaten regelmäßigem Spielennbist du schon deutlich routinierter und orgelst mal egen ein paar Gottesdienste hintereinander weg.:-)

EDIT: wie kommt es eigentlich, dass die Lieder jetzt schon feststehen? Ich gin froh, wenn ich die 'ne Woche vorher habe:angst:
 
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Mit welchem GB arbeitet ihr denn? Ich hab die Lieder aus dem neuen Gotteslob...
Wir haben ebenfalls das Neue Gotteslob.
Ich habe nochmal nachgeschaut, der Grund, warum ich die Lieder nicht gefunden habe, war, dass ihr im Bistum Bozen-Brixen einen anderen Regionalteil habt (der Regionalteil geht ab Nummer 700 los).

Ja, so ist das hier, im erzkatholischen Eichsfeld :-D
Dazu kommen noch die Messen am Samstag und die Werktagsmessen :-D (Alle zwei bis drei Jahre gibt es sogar zusätzlich noch eine Vorabend- und eine Abendmesse, weil die 3 Pfarreien sich abwechseln damit)
Leider fällt, weil ja so oft ein Organist gebraucht wird, die Bezahlung entsprechend gering aus :-(
Im Vergleich: In der evangelischen Kirche hier vertrete ich auch manchmal und bekomme das Doppelte. Dafür haben die auch nur einen Gottesdienst in der Woche.

Ne, im Ernst jetzt: meine Hauptangst ist eher, dass ich mittendrin plötzlich rausfalle, was mir leider häufiger passiert, auch im Unterricht, wenn ich Angst habe, bzw. total unter Druck stehe. Ich fange an, bin eigentlich gut drin im Stück (wie aktuell beim Präludium von Bach) und plötzlich hauts mich raus, ich versuch noch irgendwie wieder rein zu kommen, bin aber so nervös, dass es nicht klappt und hör dann einfach auf zu spielen... mein Lehrer ermuntert mich dann schon immer, einfach weiterzumachen, aber meistens klappt das nicht, weil ich so ein bisschen erstarrt da sitze und im ersten Moment nicht blicke, was da gerade falsch lief...
Ein wichtiger Tipp: Spiele so, wie du beim Üben spielst. Das heißt, sei einfach locker, die da unten haben eh keine Ahnung. Und: Bloß nicht darüber nachdenken, dass du rausfällst bzw. was dann ist. Wenn du dir darüber zuviele Gedanken machst, dann könnte das vielleicht (!) wirklich mal passieren.
Also einfach frisch, fromm, fröhlich, frei ans Werk. Dir wird schon nicht der Kopf abgehackt werden :-D

Und noch etwas Wichtiges: DURCHZIEHEN BIS ZUM SCHLUSS!
Soll heißen: Egal wie oft du dich im Choral vergreifst, halte durch! Denn wenn du abbrichst, sind alle irritiert und wissen nicht mehr weiter. Zur Not auch nur den Sopran spielen.
 
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Ich hab vergessen, welches mein erstes Lied war. Aber ich habe gleich einen kompletten Gottesdienst gespielt, und wenn ich mich im Pedal zu sehr verheddert hatte, bin ich bei der nächsten Strophe zur dreistimmigen Begleitung nur auf dem Manual übergegangen.

Zum Üben vor Publikum kannst Du, wenn Du kein Publikum hast, auch einfach mal ein Aufnahmegerät mitlaufen lassen. Das kann helfen, denn in der Vorstellung "hört" ja "jemand" zu und man kann sich daran gewöhnen, einfach weiterzuspielen und nicht abzubrechen.

Ansonsten stimme ich den Vorrednern zu, wenn Du eh nicht alles spielen musst, dann nimm eine schöne Choralbegleitung und nix Liturgisches.
 
Rheinkultur

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Warum denn gleich so "schwere" Sachen? Mit "schwer" meine ich, dass Du dort besonders aufpassen musst. Das heißt, beim Sanctus musst du auf die Einsetzungsworte "... und singen mit den Chören und Engeln, das Lob Deiner Herrlichkeit" achten, und beim Halleluja wird's wahrscheinlich einen fliegenden Organistenwechsel geben müssen, weil der Übergang zwischen Antwortgesang und Hallelujaruf fließend sind.
Letzteres ist nicht zu empfehlen, ersteres eher weniger problematisch: Da kann der in der Nähe des Spieltischs verbleibende Kantor als Stichwortgeber helfend zur Seite stehen. Stress erzeugen alle Handlungen, die über das reine Spielen hinausgehen: Laufwege zum Spieltisch, Sitzposition auf der Orgelbank einnehmen, Notenblätter zurechtlegen oder die richtige Seite im Buch suchen, registrieren... . Auch sonst ist weniger mehr: Lieber sparsamer harmonisieren und sicher agieren als das Satzbild überfrachten und sich verheddern. Gewandtheit im freien Harmonisieren oder Improvisieren gegebener Melodien braucht Zeit und Erfahrung - wer beides noch gar nicht haben kann, greife auf vorhandene Aussetzungen zurück oder bereite sich mit schriftlichen Mitteln vor: Pedalstimme skizzieren, Akkordbezeichnungen dazuschreiben. Wenn man dazu ein paar Tage Vorbereitungszeit benötigt, nehme man sich diese ruhig. Von unsicheren und ungenügend vorbereiteten Kandidaten auf der Orgelbank hat nämlich keiner etwas. In diesem Sinne viel Erfolg und frohes Schaffen.

LG von Rheinkultur
 
devasya

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Ich finde es als Borbereitung immer sehr hilfreich, wenn einfach mal zwei drei Leute sich während du übst hinter dich setzen und das Lied mitsingen.
Das wär allerdings ne gute Idee, danke :super: Ich könnte da eventuell mal ein paar Leute aus dem Chor fragen, oder es in der Ausbildung direkt ansprechen & den Choral dann mit der Ausbildungsklasse durchgehen und üben.

Zur Verfügung hatte ich eine 2manualige Orgel mit 13 Registern und 27er Pedal. Damit kommt man ganz gut aus (gut 30er Pedal ist schöner, aber jan kann ja nicht alles haben, für den Anfangnist eine kleine übersichtliche Orgel eh schöner, als so ein riesen "Monstrum").
Ja, da hast du Recht, vll wäre es demnach besser, mir stünde die kleinere Orgel neben dem Altar zur Verfügung, als die große Chororgel.

Mit dem Hall hatte ich nie soo große Probleme. Die Gemeinde hinkt halt hinterher, na und? Solange die Orgel nicht wegrennt und doppelt so schnell mit dem Lied durch ist wie die Gemeinde ist eigentlich alles klar.
Weißte, das kann ich eben noch gar nicht beurteilen, weil mir da die Erfahrung fehlt. Kann sein, dass mich die Verzögerung gar nicht stört, aber auch total durcheinander bringt.

Ich weiß nur, dass ich manchmal etwas Schwierigkeiten bekomme, wenn wir mit dem Chor unten (hinter den Priestern aufgestellt) singen müssen und von der Chororgel oben aber begleitet werden. Da muss ich mich dann ganz auf den Dirigenten konzentrieren, um nicht "nachzuhinken".

Das schlimmste was du machen kannst, ist einfach aufzuhören. Das reißt die ganze Gemeinde raus und die hat ohne Orgel null Chance wieder reinzukommen. Für dennletzten Notfall spielst du einfach für 1, 2 Takte nur den Sopran (die Melodie ist das wichtigste!) weiter und steigst dann mit allen anderen Stimmen wieder ein.
Yep, das seh ich auch so und genau davor hab ich ja auch so Panik. Ich werd mir jetzt deshalb zum Ziel setzen, im Unterricht zB. (wo ich ja auch immer so aufgerget bin) nicht mehr abzubrechen, wenn Fehler kommen, sondern einfach weiterzumachen, wenn nötig dann halt nur noch mit einer Stimme.

EDIT: wie kommt es eigentlich, dass die Lieder jetzt schon feststehen? Ich gin froh, wenn ich die 'ne Woche vorher habe:angst:
...echt, du bekommst die Lieder erst ein paar Tage vorher? Hui... also bei uns ist es so, dass die Lieder meist einen Monat vorher schon feststehen, dh. für den Monat Mai zB. bekommst du dann die gesamte Liste... während der Sommermonate bekommst du den Plan sogar schon für alle drei Monate, wenn mich nicht alles täuscht, also für Juni, Juli und August... :-)
 
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Wir haben ebenfalls das Neue Gotteslob.
Ich habe nochmal nachgeschaut, der Grund, warum ich die Lieder nicht gefunden habe, war, dass ihr im Bistum Bozen-Brixen einen anderen Regionalteil habt (der Regionalteil geht ab Nummer 700 los).
Aja, stimmt genau, danke :-) Ist eben alles noch ein bisschen Neuland für mich... ;-)

Ja, so ist das hier, im erzkatholischen Eichsfeld :-D
Dazu kommen noch die Messen am Samstag und die Werktagsmessen :-D (Alle zwei bis drei Jahre gibt es sogar zusätzlich noch eine Vorabend- und eine Abendmesse, weil die 3 Pfarreien sich abwechseln damit)
Ist aber schon großartig, wenn man so oft spielen darf, oder? Wenn ich meinen eigentlich gelernten Job nicht hätte, würde ich glaube ich neben einer Orgel mein Zelt aufschlagen und zu jeder Gelegenheit spielen :-D

Ein wichtiger Tipp: Spiele so, wie du beim Üben spielst. Das heißt, sei einfach locker, die da unten haben eh keine Ahnung. Und: Bloß nicht darüber nachdenken, dass du rausfällst bzw. was dann ist. Wenn du dir darüber zuviele Gedanken machst, dann könnte das vielleicht (!) wirklich mal passieren.
Also einfach frisch, fromm, fröhlich, frei ans Werk. Dir wird schon nicht der Kopf abgehackt werden :-D

Und noch etwas Wichtiges: DURCHZIEHEN BIS ZUM SCHLUSS!
Soll heißen: Egal wie oft du dich im Choral vergreifst, halte durch! Denn wenn du abbrichst, sind alle irritiert und wissen nicht mehr weiter. Zur Not auch nur den Sopran spielen.
Yep, das werde ich machen, bzw. versuchen, danke. Beste Übung hab ich eh im Unterricht, weil ich da leider immer noch sehr sehr aufgeregt bin. Werd mir also für morgen genau das vornehmen: ich spiele meinem Lehrer das Präludium vor und auch wenn ein Fehler kommt, beachte ich ihn nicht, sondern spiele weiter. Ich kann das Stück mittlerweile, wenn ich alleine bin, habe es aber im Unterricht noch nicht einmal geschafft, es in EINEM Zug zu Ende zu spielen. Von daher werd ich mir das jetzt als Ziel setzen: ich konzentriere mich, blende den Rest einfach aus und ziehe durch!
 

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Aber ich habe gleich einen kompletten Gottesdienst gespielt, und wenn ich mich im Pedal zu sehr verheddert hatte, bin ich bei der nächsten Strophe zur dreistimmigen Begleitung nur auf dem Manual übergegangen.
Wow, du hast gleich am Anfang beim ersten Mal einen kompletten Gottesdienst alleine begleitet? War denn der Organist in dem Moment als Hilfe bei dir, nur für den Notfall, oder warst du ganz auf dich alleine gestellt?

Ich muss da ehrlich sein, ich würde das (noch) nicht können. Wie lange hast du denn zu dem Zeitpunkt schon Orgel gespielt? Ich spiele jetzt seit knapp nem halben Jahr, davor hatte ich noch'n halbes Jahr Klavierunterricht... ich übe "viel" (gut, könnte auch noch mehr sein, eh klar), wenn es der Beruf zulässt, 2 Stunden täglich, aber einen ganzen Gottesdienst? Würd ich nicht schaffen, da muss ich ehrlich sein.
 
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Wir hatten nicht den Luxus, dass zwei Organisten an einem Sonntag Zeit hatten, insofern war klar, dass auch die Anfänger gleich "in die Vollen" gehen. Ich fand das auch überhaupt nicht schlimm. Wie der Gottesdienst abläuft, wusste ich ja als fleißige Chorsängerin, und es gibt für alles Noten, auch für die Liturgie, also musste ich mich nur hinsetzen, üben und spielen :)
Ich bin eine sehr gute Blattspielerin, und das kommt mir bei so etwas natürlich zugute.

Als ich meine ersten Gottesdienste begleitet habe, hatte ich seit 8 Jahren Klavierunterricht. Mit der Orgel habe ich da so nebenher angefangen, aber der Fokus lag damals noch auf dem Klavier. Und wie gesagt, wenn ich mit vierstimmigen Sätzen nicht weiterkam, habe ich die dreistimmigen benutzt. Ich bin zwar eine Perfektionistin, aber nicht während einer "Aufführung". Da kann ich problemlos einfach durchspielen und mich allenfalls hinterher ärgern über das, was nicht klappte und was außer mir meist eh nur zwei oder drei andere Leute gemerkt haben ;)

Ich war bisher immer in Gemeinden, wo alle froh waren, dass sich überhaupt jemand fand, der sich an die Orgelbank setzte, und wenn man mit einer positiven Grundstimmung empfangen wird, dann lässt es sich viel leichter spielen, finde ich.

Mach Dich einfach nicht verrückt, jeder hat mal angefangen, und bei jedem geht auch mal was schief. Ich habe auch schon Teile der Liturgie vergessen, ich hatte schon Pfarrer, die Teile der Liturgie vergessen haben, ich hatte schon Pfarrer, die eine halbe Stunde zu spät kamen, was wir dann irgendwie überbrückten, etc. Im Moment, wo es passiert, rutscht einem schon das Herz in die Hose oder gar in die Socken, aber später kann man dann darüber schmunzeln.

Viel Erfolg!
 
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Mach Dich einfach nicht verrückt, jeder hat mal angefangen, und bei jedem geht auch mal was schief. Ich habe auch schon Teile der Liturgie vergessen, ich hatte schon Pfarrer, die Teile der Liturgie vergessen haben, ich hatte schon Pfarrer, die eine halbe Stunde zu spät kamen, was wir dann irgendwie überbrückten, etc.
Vielleicht hilft ein alttestamentarisches Wort:
"Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an."
(1. Samuel 16,7)


Der Organist ersetze "sehen" durch "hören" und "Auge" durch "Ohr" - und gestatte sich dann ein gesundes Maß an Gelassenheit. Mehr als sich im Rahmen der Möglichkeiten gut vorzubereiten geht nicht. Viel Erfolg!

LG von Rheinkultur

P.S.: Wähle positive Bilder und stelle Dir nicht jemanden vor, der sich verrückt machen lässt. "Ich habe mich gründlich und gewissenhaft vorbereitet. Man freut sich, dass die Verkündigung von Gottes Wort dank meiner Mitwirkung besser gelingt".
 
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Ich hatte mal einen Gottesdienst, wo ich mich ständig bei den Liedern verhaspelte und dann das Nachspiel auch verhunzte. Also, nach meinen persönlichen Standards.
Hinterher kam jemand aus der Gemeinde und sagte, das sei heute richtig schön gewesen mit der Musik. Es kam bei der Gemeinde gar nicht so an, dass ich da oben auf der Empore kämpfte.

Deshalb, nur Mut, Du spielst, was Du kannst, und es wird wunderbar werden. Ganz wie @Rheinkultur sagt, denk Dir, es wird gut, und dann wird es auch gut.
Anstelle von "hoffentlich passiert nichts schlimmes" versuche Dir zu sagen "es geschieht bestimmt etwas Gutes"; es ist erstaunlich, wie gut positive Verstärkung wirken kann. Mir hilft das immer wieder.
 
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Au ja, zum Thema Liturgie verfehlt kann ich auchnwas beisteuern. Etwas OT, aber was solls.

Also, es darf ja in der Osternacht zum ersten Mal wieder das Gloria in excelsis (ich weiß, ich habs falsch geschrieben, aber ich finde den Fehler nicht) spielen. Das stand auch so auf dem Gottesdienstplan, den ich mir im Vorfeld 'natürlich' angeschaut habe. Nun war es so, dass auf diesem GdPlan hinter dem Gloria EG 130.1 stand, was mir dummerweise erst im Gottesdienst auffiel. Ich saß also oben auf der Empore und bekam schon Panik, was denn jetzt zu spielen wäre (denn das Gloria hat eigentlich die Nummer 179 o.ä:-), bis ich mich dann irgendwann für EG 130.1 entschied. Während also vorne gebetet wurde, spielte ich hastig die Melodie in Terzen einmal durch (war immerhin zweistimmig, vom Harmonisieren hatte ich da noch gar keine Ahnung). Als es dann zum eigentlichen Gloria kam spielte ich also munter mein kurz vorher (auf stummer Orgel) "eingeübtes" Stück und wunderte mich nach bereits zwei Takten, dass niemand mitsang. Glücklicherweise hat die Pastorin danach einfach weitergemacht und (fast) niemand hat sich über das Zwischenspiel gewundert, da es an diesem Tag eh noch 2 mehr davon gab. Im Nachhinein wurde ich dann autgeklärt, dass man leider die alte Nummer des Glorias aufgeschrieben hätte, 130.1. Es gab also eine Osternacht ohne Gloria, tja!

Kommentar meiner Mutter: Das Stück kannte ich ja gar nicht, klang aber gut :-)

Hach ja mit der Liturgie ist das immer so eine Sache, da passiert echt ständig was
 
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in der Osternacht zum ersten Mal wieder das Gloria in excelsis (ich weiß, ich habs falsch geschrieben, aber ich finde den Fehler nicht)
Nein, falsch geschrieben hast Du "Gloria in excelsis" nicht, Du könntest lediglich "Deo" ergänzen und damit präzisieren, wem gehuldigt werden soll.

Eine soeben vernommene sympathische Äußerung aus dem Munde eines katholischen Priesters, mit dem ich einen gemeinsamen Dienst an der Orgel in der Friedhofskapelle zu absolvieren hatte - gebe ich zur Ermunterung gerne weiter, bevor ich um 13 Uhr die nächste Beerdigung orgeln muss. Nachdem in der nahe gelegenen Pfarrkirche bereits ein kompletter Gottesdienst mit der hauptamtlichen Kantorin stattfand, war in der Kapelle lediglich eine kurze Verabschiedung vor dem Gang zum Grab vorgesehen. Für den Organisten heißt das: Ein freies Vorspiel und Nachspiel. Vor der Sakristei musterte mich der Pfarrer erstaunt und sagte, er hätte gar nicht mit der Anwesenheit eines Organisten gerechnet. Die Bestatterin hatte mich zwei Tage zuvor angerufen und den trauernden Angehörigen ein wenig organisatorische Arbeit abgenommen. Der Pfarrer sagte, er freue sich sehr über meine Mitwirkung, es sei doch einfach etwas ganz anderes, wenn sich ein Organist einfühlsam auf die Situation vor Ort einstelle. Eine CD-Einspielung degradiere den Zelebranten zum bloßen Statisten, der ohne Interaktionsmöglichkeit einfach dastehen müsse, bis die Konserve abgespielt sei. Man muss dazu anfügen, dass sich dieser Pfarrer in seiner Gemeinde meist sehr schwer im zwischenmenschlichen Umgang mit anderen tut. In der Pfarrei gibt es diesbezüglich ständig Spannungen und Konflikte, die regelmäßig in der Lokalpresse Erwähnung finden. Vor einem solchen Hintergrund benötigt ein Kirchenmusiker nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch eine Menge Sensibilität und Einfühlungsvermögen.

Gute Nachricht für die Erstellerin dieses Fadens: Diese schöne Aufgabe darfst Du demnächst ebenfalls übernehmen. Auch so kann man die Angelegenheit sehen. In diesem Sinne: Ran ans Werk und frohes Schaffen!

LG von Rheinkultur
 
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Vielen vielen Dank noch'mal für eure vielen tollen Ratschläge, ich werd versuchen, mich bestmöglich auf alles vorzubereiten und mir dann einfach sagen: "Augen zu und durch" :-)
 
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Hast Du jetzt eigentlich vorgestern im Gottesdienst gespielt? Wenn ja, wie war es?
 
 

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