Entwurf - Erweiterung Geschichts-Kapitel Wikipedia zum Steinway D-274

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== Geschichte ==
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In den ersten zwei Jahren nach Unternehmensgründung fertigte Steinway & Sons nur Tafelklaviere. Mit den Baunummern #791 und 792 wurden dann 1856 die ersten beiden Flügel gebaut, in der Konzert-Größe und abgeleitet von dem Design der damals in Europa führenden Flügel von [[Erard]]. Das Scaling, also die Auslegung der Klanganlage mit den Klingenden Längen, machten Vater Heinrich Steinweg und Sohn Henry junior gemeinsam. Diese Flügel sind - wegen ihrer Konzert-Länge - als Vorläufer der D-Flügel zu betrachten, waren anfangs jedoch noch parallel besaitet.

Den einteiligen Rahmen für Flügel entwickelte Henry Steinway und konnte ihn mitsamt der revolutionären Bassüberkreuzung 1859 zum Patent anmelden.

1863 endete der Bau der letzten Flügel mit gerader Besaitung. Um den Ansprüchen des Konzertbetriebs zu genügen, wurden die auf den Bühnen eingesetzten Flügel immer länger, ihre Saiten immer dicker, und damit der Zug auf den Rahmen immer größer. In den frühen 1870er Jahren kam das Bauprinzip des offenen Stimmstocks an seine Grenzen. Die Flügel der Jahre 1872 bis 1878 tragen eine verstellbare Bass-Druckleiste zum Spannen des Resonanzbodens, aber diese Technik erwies sich nicht mehr als haltbar und wurde 1878 aufgegeben - nur die allerersten D-Konzertflügel besitzen sie noch.

Theo Steinweg, nach dem Tode zweier Brüder einzig verbliebene Techniker der Steinways, experimentierte bei kleineren Flügelgrößen mit dem abgedeckten Stimmstock; sieben Experimentalflügel sind aus den Jahren 1869 und 1870 bekannt. Dieses Bauprinzip wurde dann im Serienbau zuallererst beim großen Konzertflügel eingeführt, und dessen Saiten zugleich nochmal dicker sowie seine Länge wiederum größer gemacht. Im Dezember 1875 waren die beiden ersten Konzertflügel des "Centennial"-Modells fertiggestellt, #33.449 und #33.610.<ref> Tagebuch von William Steinway, Privater Schriftverkehr Steinway, öffentlich einsehbar in den LaGuardia-Archives in Queens, New York, und im Web</ref>

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Der Konzertflügel der D-Größe wurde von Theodore Steinway weiter optimiert. Schon während der Centennial-Bauzeit (1875-1884) kann man erkennen, dass dieser Flügeltyp "experimentell" ständig bearbeitet und leicht verändert wurde, es finden sich unter den nur 424 je gebauten Centennials (noch heute 45 Stück mit Standort bekannt, privates Forschungsprojekt) zum Beispiel kaum zwei Flügel mit identer Gussplatte.

Das Bestreben war, unter Beibehalt der prämierten Klangeigenschaften des siegreichen "Centennial"-Flügels einen Konzertflügel zu schaffen, der deutlich leichter ist (das ergibt Handhabungsvorteile auf der Bühne) und kostengünstiger zu fertigen. Ergebnis war der D-Flügel vom Frühjahr 1884, Seriennummern über 51.000, den man in der Seitenlinie erkennt, indem er hinter der Spielmechanik in der Unterkante eine Stufe aufweist; die hintere Zarge ist folglich weniger hoch. Innen erkennt man den bis heute gebauten modernen D an seiner anderen Aufteilung der Saitenfelder; die Bass-Sektion umfasst nun 20 Töne statt 17 beim "Centennial". Der D-Flügel aktueller Konstruktion punktet mit einem Gewicht von nur ca. 480 Kilogramm, etwa 180 Kilogramm weniger als ein "Centennial" - er ist in dem Panel lieferbarer Konzertflügel im Wettbewerb bis heute der leichteste. Nur zwei seiner Konkurrenten erreichen ebenso dieses Gewicht. Auch gehen in seiner Gussplatte nicht alle Streben, die die Sektionen einteilen, bis hinten durch.

Abgeleitet von diesem veränderten Konzertflügeltyp wurde noch in zwei weiteren Jahren der Salonflügel optimiert, bis mit dem Modell C-227 auch der C-Flügel dann statt 85 über die vollen 88 Tasten gebot. An diesem Punkt endete auch die technische Entwicklungsarbeit für Theodore Steinway; sein Neffe Henry Ziegler, Sohn seiner Schwester Dorothea, die einen Steinway-Vorarbeiter geheiratet hatte, war in New York eingearbeitet als Leiter der Entwicklung und Konstruktion, und Theo Steinweg konnte sich auf sein Altenteil in Braunschweig zurückziehen. Die Erweiterung der A- und B-Flügel von 85 auf 88 Tasten war dann die erste große Arbeit von Henry Ziegler, in den Jahren 1892 und 1893.

Da auch heute noch die zum Zeitpunkt 1886 bestanden habenden, von Henry Steinway junior begonnenen und von Theodor Steinweg vollendeten Flügelmodelle A bis D gebaut werden (Stand 2019), kann man trotz der kleineren Flügel S, M, L und O und trotz der Boston- und Essex-Modelle modernerer Zeiten feststellen: Die dreißigjährige Phase des New Yorker Flügelbaus von 1856 bis 1886 war die entscheidende für alle Steinway-Entwicklungen.
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...unn dat gibt wieder Earrgarr... :-P
 
 

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