Durchgefallen (D-Prüfung)

Dieses Thema im Forum "Orgel-Forum" wurde erstellt von Beate, 2. Okt. 2017.

  1. Beate
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    Beate

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    Hallo, meine Orgellehrerin war sich sicher, dass ich die D-Prüfung schaffe. Ich war auch bestens vorbereitet und konnte an meiner Heimatorgel alles. Gescheitert ist die Prüfung, weil ich die beiden Choräle nicht gut hinbekommen habe, die ich innerhalb von 8 Tagen einüben musste. Die hatten wohl nicht genug Zeit, sich zu setzen, so dass es in der Prüfungssituation dann doch nicht hingehauen hat. Ich bin so enttäuscht. Ist jemand von Euch auch schonmal durch die D-Prüfung gefallen?

    Liebe Grüße von
    Lorinaja
     
  2. LankaDivore
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    LankaDivore

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    Ohh, das tut mir sehr leid für dich, aber du kannst die Prüfung mit Sicherheit wiederholen. Beim nächsten Mal weißt du dann immerhin genau was auf dich zukommt und kannst dich dem entsprechend vorbereiten. :kuscheln: Wegen welcher Choräle bist du denn durchgefallen?
     
  3. Peter16Fuß
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    Peter16Fuß

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    Das tut mir sehr leid! Lass dich nicht entmutigen… Durchgefallen bin ich seinerzeit nicht, ich hab mich erst gar nicht zur Prüfung angemeldet, weil neben der Chorleiterei und dem Selber-Singen in zwei Chören das Üben auf der Strecke blieb und ich dann noch lästigerweise Abitur machen musste. Deswegen treibe ich heute 20 Jahre später mein Unwesen als „scheinloser“ Hilfsorganist...
    Mein Tipp: überleg in Ruhe, woran es gelegen hat, ob es tatsächlich an den 8 Tagen Vorbereitungszeit lag, ob dir die Nerven einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, ob die Übetechnik für die beiden Choräle vielleicht nicht optimal war etc. Tipps zur besseren Vorbereitung können dir bestimmt Berufenere als ich in diesem Forum liefern (@Rheinkultur?)

    Nochmal: Kopf hoch!
     
  4. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Dass Du jetzt enttäuscht bist, verstehe ich gut.
    Aber sieh es positiv, ich erinnere mich noch an einen Beitrag von Dir vor zwei Jahren, in dem Du schriebst, Du würdest Choräle nur auf dem Manual mit einfacher Begleitung spielen.
    Da bist Du jetzt doch schon ein gutes Stück weiter, wenn Deine Lehrerin Dir die D-Prüfung zugetraut hat.

    Was hat denn konkret mit den Chorälen nicht geklappt? Wie gehst Du denn normalerweise vor, wenn Du einen neuen Choral einübst?
    Und wie oft hast Du die Möglichkeit, auf "fremden" oder "weniger gewohnten" Orgel zu spielen? Ich erinnere mich gut an einen Gottesdienst in meiner Anfangszeit, als mir die Orgel (vor allem die Pedale!) so fremd erschienen, dass ich, obwohl ich die Varianten mit Pedal gut geübt hatte, mitten im Geschehen auf die Manualiter-Variante umstieg, weil ich im Pedal ständig daneben lag. Natürlich hat's hinterher auf der gewohnten Orgel alles wieder 1a funktioniert.

    Es gibt mehrere Bereiche, wo Du ansetzen könntest, damit es beim nächsten Mal besser klappt. Aber dazu müsstest Du etwas mehr davon erzählen, wie Du im Normalfall übst.

    Was sagt denn Deine Lehrerin, woran hing es ihrer Meinung nach? Oder war sie bei Deiner Prüfung nicht dabei?
     
  5. Beate
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    Beate

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    Hallo,

    vielen Dank für Eure netten und mitfühlenden Beiträge!
    @Dorforganistin, das ist ja ganz enorm, dass Du Dich noch an einen Beitrag von mir erinnerst, den ich vor 2 Jahren geschrieben habe. Wahnsinn!

    Hier die Antworten auf Eure Fragen:
    Die Choräle waren: EG330 O dass ich tausend Zungen hätte (ist nicht besonders schwer) + Intonation, die im Choralbuch steht
    und EG171 Bewahre uns Gott, behüte uns Gott (ist um einiges schwerer) + Choralvorspiel von Ekkehardt Nagel

    Ich brauche sonst immer 2 Monate, um einen Choral "aufführungsreif" zu können. Ich übe immer alles einzeln und dann alle Kombinationen (Hände zusammen, re. Hand + Pedal usw.). Ich habe in der einen Woche vor der Prüfung so extrem viel geübt, dass ich diese beiden Choräle dann auch gut konnte, aber bei mir braucht wohl alles Zeit, um sich zu setzen. Für eine Prüfungssituation war das alles wohl noch nicht sicher genug. Außerdem war der eine Prüfer ein unangenehmer Typ, was die ganze Atmosphäre negativ beeinflusst hat. Meine Finger haben gezittert, was bei Gottesdiensten nie der Fall ist. Ich habe immer wieder im Pedal falsch gelegen und es oft ganz verloren. Die linke Hand war auch oft weg oder ganz daneben. Nur mit der rechten Hand habe ich durchgehalten.
    Meine Orgellehrerin war bei der Prüfung nicht dabei. Sie kommt nur bei jungen Schülern mit. Ich bin schon 47. Sie hätte nicht gedacht, dass ich durchfalle. Auch die Pfarrer, mit denen ich zusammenarbeite, hätten das nicht für möglich gehalten, denn in Gottesdiensten klappt immer alles supergut. Auf anderen Orgeln spielen bin ich gewöhnt, weil ich in ca. 20 verschiedenen Dörfern Orgel spiele. Ich bin auch eine Dorforganistin
    :-)
    Ich finde es bei den Choralbuchsätzen so schwierig, durchzublicken. Mal werden ein paar Töne aus dem Alt mit der rechten und mal mit der linken Hand gespielt. Ich überblicke die 4 verschiedenen Stimmen immer nicht auf einen Blick und die Koordination bzw. Gehirn-Finger und Gehirn-Fuß-Verbindung klappt auch nicht so gut. Es dauert immer lange, bis ich das, was da in den Noten steht auch in den Fingern habe.

    Die beiden Vorspielstücke und die Liturgie sind bei der Prüfung durchgegangen, denn das, was ich schon 9 Monate geübt hatte, ging so einigermaßen.

    Liebe Grüße von
    Lorinaja
     
  6. hasenbein
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    hasenbein

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    Wie alt bist Du, Lorinaja?

    Wenn Du erwachsen bist, finde ich ehrlich gesagt, dass Du, wenn Du für 1 Choral 2 Monate brauchst, nicht geeignet bist, um Organistin als Job zu machen, auch nicht für taube Omas auf dem Dorf. Sorry. Auch wenn man nicht so virtuos ist, sollte man doch immerhin in der Lage sein, etwas bei Bedarf innerhalb von Tagen anhörbar hinzukriegen.
     
  7. altermann
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    altermann

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    Hasenbein, trample woanders rum.
     
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  8. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    In dem Fall finde ich deinen Beitrag auch völlig unangemessen, @hasenbein. Kann sein, dass es bei euch im Kaff nichts spannenderes gibt als Kasualien und Gottesdienste zu spielen - in den meisten Gemeinden ist man um jeden motivierten Organisten froh, der gerne Gottesdienste spielt. Und wenn das, wie Beate schreibt, im Bedarfsfall auch immer klappt, allemal besser als gar keine Musik oder gar eine Gitarre... Ich finde deine Ansprüche hier 1. zu hoch, 2. utopisch (nicht realisierbar) und 3. nicht notwendig.
     
  9. Beate
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    Beate

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    Ich spiele in den Gottesdiensten ohne Pedal. Ich spiele 4-stimmig, aber nicht nach Orgelchoralbuch, sondern ich harmonisiere. Ich brauche dafür nur die Sopranstimme und die Akkordsymbole. Das klappt immer supergut. Wenn ich Orgelhausaufgaben machen muss, also ein Lied nach Choralbuchsatz begleite, funktioniert das nicht so toll. Ich frage mich, ob es eine Sache der Begabung ist, wenn man so lange braucht, um Choralbuchsätze zu können. Meine Chorleiterin sagt immer, dass das reine Übungssache ist.

    Viele Grüße von
    Beate
     
  10. Debösi
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    Debösi

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    @hasenbein ... da bekommt man mal richtig Lust, alles falsch zu machen, wirklich alles, was man falsch machen kann auf dem Kasten, und sich vorzustellen, dass Du den ganzen Tag zuhören mußt. Uärghhh!:blöd:
    Mensch! Bei aller Liebe zur Präzision, der hohen Kunst des Vortrags, der wirklich schönen Musik die wir alle so lieben, bewundern, und uns bemühen, nach ihr zu streben: ES SOLL DOCH AUCH SPASS MACHEN !!!! Hab ein bißchen Geduld mit uns Normalsterblichen!
     
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  11. hasenbein
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    hasenbein

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    Naja, ehrlich gesagt bin ich nicht traurig drum. Unendlich langweilige "Gottesdienste" mit ein paar verstreut sitzenden Omas, dazu unbeholfene, schief tönende Musik - so schafft sich die Kirche ganz in Ruhe selber ab [emoji1] [emoji1] [emoji1]
     
  12. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Um mal wieder den Bogen zu schlagen, ja, es ist Übungssache.
    Gerade wenn man vom Klavier kommt, neigt man am Anfang dazu, alles mit den Händen machen zu wollen, oder das, was eigentlich die Füße alleine spielen, mit der linken Hand zu doppeln.
    Das geht aber vorbei, wenn man jede Woche mindestens einen Choral vierstimmig spielt, auch und gerade im Gottesdienst.

    Wenn du in den Gottesdiensten ohne Pedal spielst, dann hattest du für die Prüfung schlicht zu wenig Übung.

    Verschiedene Orgeln zu spielen und sich schnell auf deren Eigenheiten einzustellen, dazu gehört auch das Pedalspiel.

    Vielleicht nimmst du dir einfach mal vor, mindestens einen Choral pro Monat vierstimmig mit Pedal zu üben. Von wöchentlich will ich jetzt gar nicht reden ;-)

    Wusste deine Orgellehrerin, dass du die Choräle nur für die Prüfungssituation übst und die Gottesdienste anders begleitest?
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Okt. 2017
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  13. Barratt
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    Barratt Lernend

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    Andere Frage:

    Du bist offenbar ganz gut gebucht. Das wäre nicht so, wenn Du

    machtest.

    Ich gehe also davon aus, Du wolltest die Prüfung ablegen, um Dich in der Vorbereitung darauf selbst zu verbessern und Deinen Horizont erweitern.

    Ist doch prima. Dann nimm doch einfach künftig noch das passende Pedal mit in Deine Harmonisierung rein. Damit gewinnst Du Routine mit dem Pedalspiel und gehst die Prüfung - falls Dir daran liegt - ganz entspannt zu einem späteren Zeitpunkt noch mal an.
     
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  14. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Naja, aus Organistensicht verstehe ich auch nicht so recht, warum man die Möglichkeiten des Pedals nicht regelmäßig nutzt, aber es gibt hier bei uns zwei Nebenamtler die das seit Jahren auch so machen.
    Gebucht sind beide auch ordentlich, aber in unserer Gemeinde ist es so, dass die Pfarrerin die Lieder auch danach auswählt, wer an der Orgel dran ist. Vermeintlich komplizierte Sachen gibt sie nur mir ;-)

    Um der Orgel dauerhaft gerecht zu werden, nützt es wenig, den Basston der eigenen Harmonisierung im Pedal nur zu verdoppeln. Sorry.

    Natürlich gibt es ganz wunderbare Literatur für Orgel manualiter, aber wenn man wirklich vorankommen möchte, sollte man die Zeit und Mühe investieren, sich dem Pedalspiel zu nähern.

    Da Beate eine Orgellehrerin hat, werde ich jetzt keine einfachen Choräle aus dem Orgelbuch zum Üben empfehlen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Okt. 2017
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  15. Beate
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    Beate

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    Hallo,
    danke für Eure Beiträge! Ich spiele zwar auf schlichte Weise, aber weder schief noch schräg noch unbeholfen und ich bin schon sehr lange kirchenmusikalisch tätig. Nachdem ich immer mehr in dem Bereich aktiv bin, wollte ich endlich auch mal alles nach den Regeln der Orgelkunst lernen; deshalb habe ich vor 1 3/4 Jahren mit Orgelunterricht begonnen und möchte auch endlich mal eine Qualifikation nachweisen können.
    LG von Beate
     
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  16. Dorforganistin
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    Wenn du eines Tages die D-Prüfung schaffen willst, ändere jetzt die Art und Weise, wie du im Gottesdienst die Lieder begleitest.
    Glaub mir, wenn du die 4-stimmigen Sätze aus dem Choralbuch immer nur für den Unterricht übst, wird es ewig dauern, bis du dich damit sicher genug fühlst in der Prüfungssituation.
     
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  17. Beate
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    Beate

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    Wie soll ich die 4-stimmigen Sätze im Gottesdienst spielen, wenn ich 2 Monate brauche, um sie zu können? Selbst das Auffrischen von schon Gehabtem dauert bei mir ca. eine Woche. Und von den meisten Pfarrern erfahre ich die Lieder frühestens 3 Tage vor dem jeweiligen Gottesdienst.
     
  18. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Naja, um das Grundprinzip zu verinnerlichen, ist es egal, welche Choräle du übst.
    Und vielleicht hast du ja die Möglichkeit, dir in deiner Heimatgemeinde nach Absprache mit dem/r Pfarrer/in bestimmte Choräle zu wünschen. Die kannst du dann in Ruhe auch schon ein paar Wochen vorher vorbereiten.
     
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  19. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Nachtrag: wenn man sich die 3-stimmigen Varianten im Choralbuch anschaut, dann gibt es da einige, die man mit einer Stimme pro Hand bzw Fuß spielen kann. Das hilft vielleicht, wenn man bei den vierstimmigen noch zu sehr durcheinander kommt.
     
  20. Pedall
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    Pedall

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    Ich kenne Organisten, die jetzt schon wissen, daß sie in 9 Wochen "Macht hoch die Tür" spielen werden.
     
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