Digitalpiano über PC

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falloutboy

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Hallo,

ich bin neu hier und bin auf der Suche nach einem passenden Digitalpiano (max. 700€). Nach Recherchen auf diesem und anderen Boards kommen das Casio Privia PX 120 und das Yamaha P-85 in die engere Auswahl. Ich glaube jedoch, dass die generellen Kaufempfehlungen treffen auf meinen Anwendungsfall nur bedingt zu. Daher bitte ich nicht all zu genervt auf den 1001. "Suche DP-Thread" zu reagieren ;)

Ich bin seit 25 Jahren musikalisch völlig unbefleckt und möchte das nun endlich ändern. Mein Ziel ist neben klassischen Stücken vor allem aktuelle Titel, z.B. Sigor Ros oder Coldplay, spielen zu können. Ich strebe also keineswegs eine professionelle Karriere an.

Das DP möchte ich über meinen PC betreiben. Bei meiner Recherche stieß ich auf den folgenden hilfreichen Link: http://www.pianoclues.com/2008/03/15/how-to-use-virtual-instruments-with-your-digital-piano/.

Dort wird erläutert, dass dies über MIDI möglich sein, da neben der Information welche Taste am DP gedrückt wurde, auch übertragen wird mit welche Stärke sie gedrückt wurde. Werden auch weitere Informationen übertragen? Gibt es da bei den Digitalpianos Unterschiede? Welches Modell eignet sich hierfür? Ich möchte nicht unnötig viel Geld für einen mittelmäßigen DSP ausgeben, den ich letztlich sowieso nicht nutzen werde. Wichtiger ist mir das Handling der Tasten. Da ich auch im Bekanntenkreis keine Klavierspieler habe, kann ich die Entscheidung im Musikladen nur schwerlich selbst treffen.

Ein Klavier kommt bei mir nicht in Frage, da ich das meinen Mitbewohnern und Nachbarn nicht zumuten kann. Platz ist jedoch reichlich vorhanden.

Kann mir jemand auch Tipps zu Soundkarten mit geringer Latenz und günstiger, möglichst freier, Software geben (lauffähig unter Windows XP x64? Gibt es sogar schon Software, die die GPU der Grafikkarte als DSP nutzt und dennoch wenig Latenz produziert?

Viele Grüße
Maik

Nachtrag: Ich stieß gerade auf "Masterkeyboards", die wohl eher meinen Bedürfnissen gerecht werden. Hat jemand Erfahrungen damit? Gibt es da gute Modelle in der Preisklasse?
 
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DoctorGradus

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Hallo,

die Frage ist ob du Sound im E-Piano generieren willst oder auf dem Computer.

  • E-Piano ist lediglich Klaviatur, der Sound wird im Computer genieriert.

    In diesem Fall kommen die Midi Daten in den Rechner (z.B. auch über USB Schnittstelle, das erspart eine Midi fähige Soundkarte), und wird dort von einem Samplerprogramm in Klang umgewandelt.

    Es muss da ganz brauchbare Software für geben. Ein Direkttest mit meinem E-Piano und der MIDI Standardsoftware von Windows war unbenutzbar weil es mal gut und gern Verzögerung im Sekundenbereich gab.

    Da der Klang dann im Computer erzeugt wird muss man keinen Sampler mehr im E-Piano haben, es reicht also ein Masterkeyboard. Jedoch sind viele Masterkeyboards eingeschränkt, haben keine Gewichtete Tastatur, es fehlt Anschlagdynamik u. Ä. was eine Klaviatur haben sollte.
  • Ich habe ein E-Piano dass ich auch per USB-MIDI an den Computer anschließe, den Sound lass ich trotz allem übers E-Piano laufen. Beim Wiedergeben meiner Aufnahmen ist also wieder das E-Piano das Ausgabegerät und generiert den Sound.

Ich habe mich damals für ein richtiges E-Piano entschieden weil ich mich nicht auf die Bastlerlösung einlassen wollte. Das Gehört reagiert schon recht empfindlich auf geringste Verzögerungen in der Klanggenerierung.

Gute Samplersoftware ist wohl auch nicht billig.

Aber ich schau mir mal deinen Link an, der scheint ganz interessant zu sein.
 
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Martin Major

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bei solchen fragen bist du bei www.musiker-board.de/vb besser aufgehoben.

dort gibts genügend experten, die auch beruflich solche setups benutzen.

grundsätzlich ist zu sagen, dass ein gutes masterkeyboard viele daten via midi überträgt. jede taste auf dem keyboard (nicht nur die tontasten, auch alle zusätzlichen regler wie modulationsrad, pitch-bend rad, slider, knöpfe usf) sind sogenannte "controller", die jede änderung ihres wertes via midi an den computer übermitteln. als masterkeyboard werden im musiker-board gerne tasten von doepfer empfohlen.

auf dem computer muss also eine software laufen, die diese daten entgegennimmt. zumeist ist das ein sogenannter sequenzer.

mit einem sequenzer kann man die daten eines keyboards aufnehmen (nicht die töne, nur die wertänderungen der controller), bearbeiten und wiedergeben. vorteil davon ist, dass man "verspieler" leicht ausbessern kann, weil man alle controllerdaten im nachhinein verändern kann. gute masterkeyboards haben eine gewichtete tastatur. sehr gute masterkeyboards senden nicht nur die anschlagdynamik, sondern auch aftertouch (man schlägt eine taste an, nimmt den druck weg, ohne die taste loszulassen, und übt wieder druck aus. diese druckänderungen können als werte für den controller "aftertouch" benutzt werden, um zum beispiel die lautstärke des angeschlagenen tones zu ändern, oder vibrato hinzuzufügen usf). nur wenige masterkeyboards senden sogar die information, wie schnell die taste wieder losgelassen wird.

häufige anwendung dafür ist das sog. quantisieren. man nimmt etwas auf, merkt, dass man nicht ganz genau im takt ist, korrigiert die noten, spielt diese im sequenzer ab (und schickt sie damit uU an das keyboard zurück).

mit diesen midi-daten kannst du dann entweder dein digitalpiano ansteuern und den klang des digis aufnehmen (siehe dr. gradus post), oder du kannst ein softwareinstrument benutzen, um die klänge zu erzeugen (die man als sog. plug-in (meist vsti oder dxi) in den sequenzer einbindet).

als soundkarte für asio aufnahmen von audio-material kann man einem einsteiger sicherlich produkte von m-audio zwischen 150 und 200 euro empfehlen. asio-treiber sind zwar gut und schön, aber die tatsächliche leistung hängt dann immer noch sehr von dem verwendeten sequenzer ab, und der cpu des computers.

auf meinem asus v5 mit einem intel pentium duo core 2x2,6 läuft zb bei 3,4 gb ram der sequenzer "sonar producer 7" mit den asio treibern der soundkarte "terratec phase 88" mit wenigen millisekunden latenz.

aber wie gesagt, auf www.musiker-board.de/vb gibts genügend leute, die tatsächlich täglich mit solchen setups arbeiten, in den rubriken "keys" (masterkeyboards) und "recording" wirst du sicher fündig werden (suchfunktion benutzen, sonst macht man sich unbeliebt :) ).
 
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falloutboy

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Hallo DoctorGradus, hallo Martin Major,

vielen vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Ich werde mich jetzt auf dem musiker-board umsehen und kann dann ja meine Erkenntnisse hier rein posten. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen.

Zu meinem Erstaunen gibt es schon für 500€ Masterkeyboards mit Hammermechanik, Aftertouch- und Velocity Sensitivity. Mit meiner begrenzten Marktkenntnis schätze ich, dass es eine solche Klaviatur in E-Pianos gleicher Preisklasse bei weitem nicht gibt. Daher werde ich mich da genauer umschauen.

Sehr hilfreich sind auch eure Infos bzgl. Latenz und MIDI Daten.

Viele Grüße,
Maik
 
Guendola

Guendola

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es heißt, das Edirol UD-25 hätte eine sehr gute Latenz. Wenn das tatsächlich stimmt, kann man direktes Spielen über Computer vergessen, es sei denn, man hat noch eine alte PCI Soundkarte mit MIDI-Anschluß, da war die Latenz nämlich tatsächlich gleich Null, was aber vermutlich auch daran liegt, daß diese Soundkarten noch ihren eigenen MIDI-Chip hatten.

Etwas spontaner als MIDI ist der analoge Weg, also aus der Kopfhörerbuchse in das Soundinterface. Aber dann kann man natürlich genausogut direkt einen Kopfhörer anschließen.

Einen Computer brauchst du also eigentlich nicht, um Digitalpiano zu spielen, es sei denn du willst Sounds benutzen, die auf dem Rechner gespeichert sind.

Aftertouch ist ein Feature, das Digitalpianos nicht benötigen, damit werden Effekte ausgelöst.

Velocity Sensitivity heißt lediglich, daß die Lautstärke sich nach der Anschlagsstärke richtet, das haben selbst die billigsten Digitalpianos, sonst wären es keine Digitalpianos.

E-Piano ist eigentlich ein Begriff, der aus der Zeit stammt, wo man noch nicht ernsthaft versucht hatte, den Klang eines Klaviers oder Flügels elektronisch zu simulieren, es gibt aber hochinteressante Instrumente in dieser Klasse. Der bekannteste Vertreter ist wohl das Fender Rhodes, das man z.B. bei Supertramp viel hört.

Dem Klavier am nähesten kommst du mit einem Digitalpiano oder Stagepiano. Stagepianos sind etwas kompakter und bühnentauglicher, dafür passen Digitalpianos vom Design her eher ins Wohnzimmer. Beide versuchen nicht nur, den Klang eines Klaviers möglichst gut zu imitieren sondern auch ein möglichst ähnliches Spielgefühl auf der Klaviatur zu bieten. Das darf man bei Keyboards und E-Pianos nicht erwarten.

Unter Keyboards versteht man hierzulande vor allem eine Mischform aus elektronischer Orgel und Synthesizer. Man hat also diverse Klänge und Effekte zur Verfügung, die möglicherweise sogar noch verändert werden können. Anschlagdynamik und Aftertouch sind hier Features, die man aber nicht als gegeben hinnehmen kann. Die Klaviatur ist meistens sehr leichtgängig und hat mit der eines Klavieres vom Spielgefühl her nichts mehr zu tun. Im Prinzip ist natürlich jedes Tasteninstrument zu den Keyboards zu zählen...

Dann gibt es noch reine Orgeln und Synthesizer, aber die Liste ist eh schon zu lang!
 
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