Designunfälle ?!?

Warum? Das Notenpult ist doch breit genug :-)
 
Ahh, jetzt kapiere ich. :-)
 
Weniger als Designunfall sondern als glückliche Fügung würde ich diese wohldurchdachte Ausführung bezeichnen.
Ab dem Kleinkindalter (Milchflaschen) bis in's hohe Alter (Transfusionflaschen) verwendbar.
Eine Anschaffung für's Leben!
 

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Also jetzt will ich auch mal. Nachdem hier schon mehrfach der wirklich bildhübsche Steinway TriCentennial von Dakota Jackson genannt wurde finde ich, dass man zwei weitere Steinway-Sondermodelle nicht unerwähnt lassen sollte, die mir in ihrer Simplizität und doch Eigenständigkeit wirklich gefallen. Nämlich erstens den nicht minder schönen und ebenfalls von Jackson sicherlich auch wohldesignten Steinway Arabesque:

Arabesque

Weitere Infos: http://www.steinway.com/pianos/steinway/limited-edition/arabesque
Und
View: https://www.youtube.com/watch?v=fyLTErfRVjQ


Außerdem den von Albrecht Graf von Goertz in seinen letzten Lebensjahren designten 125th Aniversary. Goertz erklärt in dem Video nebenbei bei 3:35 übrigens sehr deutlich, dass er in seinem Design immer alles weglässt, was unnötig ist und dass, würde man an seinem Flügel nun noch etwas weglassen, nichts mehr da sei.

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View: https://youtu.be/dCbOui4Z0dE
 
Als Unfälle würde ich die beiden S&S nicht bezeichnen...
Auf keinen Fall, aber der Thread hier hat sich ja schon länger von den wirklichen Unfällen hin zu außergewöhnlichen Designs im positiven wie negativen entwickelt. und diese beiden, ebenso wie den TriCentennial würde ich mir sofort ins Wohnzimmer stellen. Der Arabesque wäre ein Problem, der scheint auf dem D-274 zu basieren und ist leider ein bisschen groß. Da müsste ich anbauen.
______
Edit:
Ich bin mir bewusst, dass hier gleiche Leute mit Fackeln und Heugabeln auftauchen werden, aber ich hielt die "goldene Ära" von 1900 bis 1930 immer für einen einzigen Designunfall. Unbeachtet der spielerischen und klanglichen Qualitäten der Instrumente fand ich sowas hier immer unsagbar hässlich:

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Die Grundform dieser Flügel praktisch aller deutscher Hersteller dieser Jahre weicht nicht von der heutigen ab, die Linien sind klar da, aber es ist so viel unnützes Zeug dran. Die Drechselarbeiten an Beinen und Lyra, die verschnörkelten Notenständer, die geschwungenen Wangen links und rechts der Tastatur (wie nennt man die eigentlich in der Pianofachsprache?) die Kantenverzierungen, all das finde ich einfach nur furchtbar.

Ich finde, wenn man solche Instrumente restauriert, könnte man sie auch optisch etwas modernisieren. Das ist anscheinend bei dem hier geschehen, der nun ein für mich extrem gefälliges, simples Design hat. https://pianova.com/de/suche/instru...xklusiver-konzertfluegel-fuer-individualisten

Das ist dann quasi die Reparatur des Gesamt-Designunfalls der das früher 20. Jahrhundert war.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Kref
Naja, die Schnörkeldinger kann man durchaus als Ikonen einer bestimmten Zeit akzeptieren, genauso wie den Nierentisch. Beides muss nicht gefallen, aber beides hat seine (historische) Berechtigung.

Da Du aber selbst das unnütze Dekorieren ansprichst. Das ist alles, was der alte Goertz zustande gebracht hat. Einige schöne Linien kaputtgemacht und dann ein wenig mit matter und glänzender Folie gespielt, ohne dass ein Gedanke ersichtlich würde. Für mich ein echter, schlimmer Unfall.

Als Fan des TriCentenial kann ich mich aber auch nicht mit der "amerikanisch aufgehübschten Variante" des Arabesque anfreunden! Hier täuscht das wunderschöne Makassar über den Zierrat hinweg. Aber mit Rabatt tät ich den - im Gegensatz zum Goertz - schon gerne nehmen.

Ich erlaube mir, die drei genannten Flügel mal aus meiner Sicht zu personalisieren:

TriCentenial: Ein gutausehender junger Mann, perfekt im klassischen Smoking, ohne bieder oder altbacken zu wirken. Alles stimmt, kein affiges Modestatement trübt das Bild. Unauffällige Manschettenknöpfe. Ein Mann, auf den man (als Mann) neidisch werden könnte. Keine Uhr! Toller unaufdringlicher Duft. Vermutlich nur aromatisierer Alkohol mit Kampfer und Zeder.

Arabesque: dito, aber mit lautem Einstecktuch, schillernden Paspelierungen an Kragen und Hosennaht. Unter der Manschette schaut die (stilvolle) Protzuhr heraus. Und was sollen die Goldknöpfe am Smoking? Klassischer, sauteurer Duft, aber viel zu viel davon.

Goertz: Pickliger Jungmanager im viel zu engem modischen Anzug. Hose zu eng, Jacke zu kurz.
Darunter eine Weste mit Glanzapplikationen. Affige, auffällige Schuhe. Dicke, billige Angeber-Uhr. Duft: Irgendwas von Abercrombie & Fitch, Douglas. Oder BOSS ;-)

Yep! :-D
 

(...)

Als Fan des TriCentenial kann ich mich aber auch nicht mit der "amerikanisch aufgehübschten Variante" des Arabesque anfreunden! Hier täuscht das wunderschöne Makassar über den Zierrat hinweg. Aber mit Rabatt tät ich den - im Gegensatz zum Goertz - schon gerne nehmen.

Spaßig, ich finde den Arabesque nämlich in der Makassar-Version nicht besonders toll, zu protzig. Es gibt aber auch eine matt-schwarze Version, die fände ich besser.

banner-arabesque-2.jpg


Und ja, auch die ist etwas aufgedonnerter als der schlichte Tricentennial, z.B. die Form der Beine und der Doppel-Streifen. Das kann ich diesem Instrument aber nachsehen, denn es ist - man sieht das nur in den direkten Seitenansichten - ein verdammt langes Instrument. Wie schon erwähnt vermute ich, dass er auf dem D-274 basiert. Entsprechend ist es, wenn man wirklich davor steht sicherlich ein viel wuchtigeres Teil als der nur knap 188cm lange Tricentennial. Daher ist so ein kleines bisschen mehr optische Komplexität ggf. verzeihlich. Man müsste die Instrumente wirklich sehen, Fotos sind da schwierig.


Ich erlaube mir, die drei genannten Flügel mal aus meiner Sicht zu personalisieren:

TriCentenial: Ein gutausehender junger Mann, perfekt im klassischen Smoking, ohne bieder oder altbacken zu wirken. Alles stimmt, kein affiges Modestatement trübt das Bild. Unauffällige Manschettenknöpfe. Ein Mann, auf den man (als Mann) neidisch werden könnte. Keine Uhr! Toller unaufdringlicher Duft. Vermutlich nur aromatisierer Alkohol mit Kampfer und Zeder.

Arabesque: dito, aber mit lautem Einstecktuch, schillernden Paspelierungen an Kragen und Hosennaht. Unter der Manschette schaut die (stilvolle) Protzuhr heraus. Und was sollen die Goldknöpfe am Smoking? Klassischer, sauteurer Duft, aber viel zu viel davon.

Goertz: Pickliger Jungmanager im viel zu engem modischen Anzug. Hose zu eng, Jacke zu kurz.
Darunter eine Weste mit Glanzapplikationen. Affige, auffällige Schuhe. Dicke, billige Angeber-Uhr. Duft: Irgendwas von Abercrombie & Fitch, Douglas. Oder BOSS ;-)

Yep! :-D

Naja, ich stimme deiner Reihenfolge absolut zu, der Tricentennial ist eindeutig der schönste, der Goertz der am wenigsten schöne. Beim Goertz würde ich auch keinen Aufpreis gegenüber dem Basisinstrument bezahlen wollen. Er gefällt mir im Grunde, aber auch nicht mehr als ein normaler Flügel.

Andererseits würde ich ihn doch nehmen, wenn ich ihn zum gleichen Preis wie den Basisflügel bekäme (vorausgesetzt ich hätte das Geld für einen Steinway), denn er ist eben doch etwas anders ohne meiner Meinung nach aufdringlich zu sein, andererseits bin ich fast sicher, dass der im Wert steigen wird. In 10 Jahren tausch ich ihn gegen einen Basisflügel und steck mir den Profit ein :)

Den Arabesque würde ich mir, gleichwohl er mir besser gefällt als der Goertz übrigens nicht in die Wohnung stellen. Zu groß, zu wuchtig, zu dominant. Den Tricentennial hingegen ..... da wüsste ich, wo er hinkommt. Zufälligerweise bin ich gerade auf der Suche nach einem guten, gebrauchten Instrument zwischen 180 und 200cm, nur leider, leider, leider in einer ganz anderen Preisregion. Bei mir wird es am Ende vielleicht sogar auf einen der furchtbaren Drechselbein-Flügel hinauslaufen, denn preislich sind die immernoch am besten. Verdammt.... jetzt bin ich traurig.
 
Zuletzt bearbeitet:
@thomas 1966

Ich würde sie durch schlichte Geradlinigkeit ersetzen.
schmoll.gif
 
Und ja, auch die ist etwas aufgedonnerter als der schlichte Tricentennial, z.B. die Form der Beine und der Doppel-Streifen. Das kann ich diesem Instrument aber nachsehen, denn es ist - man sieht das nur in den direkten Seitenansichten - ein verdammt langes Instrument. Wie schon erwähnt vermute ich, dass er auf dem D-274 basiert. Entsprechend ist es, wenn man wirklich davor steht sicherlich ein viel wuchtigeres Teil als der nur knap 188cm lange Tricentennial. Daher ist so ein kleines bisschen mehr optische Komplexität ggf. verzeihlich. Man müsste die Instrumente wirklich sehen, Fotos sind da schwierig.
100% Zustimmung!
andererseits bin ich fast sicher, dass der im Wert steigen wird. In 10 Jahren tausch ich ihn gegen einen Basisflügel und steck mir den Profit ein :)
Der Grund wäre akzeptabel.
Den Tricentennial hingegen ..... da wüsste ich, wo er hinkommt. Zufälligerweise bin ich gerade auf der Suche nach einem guten, gebrauchten Instrument zwischen 180 und 200cm, nur leider, leider, leider in einer ganz anderen Preisregion.
Für den TC brauchst Du nicht nur das Konto, sondern viel Glück oder sehr viel Geduld...
Bei mir wird es am Ende vielleicht sogar auf einen der furchtbaren Drechselbein-Flügel hinauslaufen, denn preislich sind die immernoch am besten.
Nö! Den kaufen die ganzen Weiber :lol:Tatsächlich ist der barocke Stil gerade bei jüngeren Frauen/Mädchen sehr beliebt. Insofern ist bei knapper Kasse ein schnörkelloser Flügel, am besten noch in Nussbaum oder Mahagoni, die preislich beste Wahl. Gibts fast nur von Privat, Händler lassen die fast immer umlackieren, weil jeder schwarz will. Viel Glück & Erfolg!
 
ja, aber da muss man dann kräftig schreinern.
 
Dein TC? :angst:

Manno, diese Preise (A fast 100K :schweigen:)... aber ich kann mich ja nicht einerseits über den steigenden "Wert" meines V freuen und andererseits die Unerreichbarkeit des TC betrauern... Dann wäre der Gebraucht-TC ja ein Schnäppchen? Und dennoch geht er nicht weg...????:konfus:
 

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