Der-die-das Kriebel... B*****klavier II

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bekannte Fakten / Bestandsaufnahme

- Baujahr 1920/21 , von eigenem Opa als Neuklavier angeschafft
- 125er Gehäuse
- Originale Saiten
- Originale Wirbel
- Originale Mechanik
- Filze mehrmals abgezogen
- klimatisch alles mitgemacht (Feuchter Wintergarten mit umkippenden Blumenvasen, als auch dauerhaft beheiztes Seniorenzimmer >28 Grad
- 10 Jahre dann lang komplett ungestimmt und ungeliebt...

Letztes Jahr allmählich wieder ins Bewusstsein gerückt, aber aufgrund der da vorliegenden Infos erstmal nicht weiter verfolgt (war damals schon klar, das wohl eine Generalreparatur notwendig ist) und es wurde ein E Piano angeschafft (Yamaha P515)...

Da aber schnell klar wurde, dass ein Epiano als alleiniges Instrument für mich nicht emotional in Frage kommt, kam die Idee auf doch einen weiteren Blick auf das Kriebel zu werden.

@Tastenscherge wurde beauftragt (nachdem ich hier beim Durchstöbern des Forums bemerkt habe, das er ja quasi nebenan wohnt...) das Schätzelein zum Leben zu erwecken.

Eigentlich ja genau sein Ding, alte Schätzchen mit den rechten Maß wieder spielbar zu machen, allerdings kam man da echt vom Einen ins andere... am Ende war so einiges gerichtet, neu geachst und durchgestimmt...

Am Ende war das Ergebnis natürlich immer noch keine Generalrevision, aber schonmal als Instrument zu erkennen!

Beim Zuschauen war ich aber fasziniert über die mechanischen Zusammenhänge, und wo das geendet hat sieht man ja in dem anderen Faden : https://www.clavio.de/threads/mein-schimmelchen-das-naechste-bastelklavier.27741/

Das Kriebel ist allerdings eine andere Hausnummer! Das ganze erinnert dann eher an das Projekt von @Peter ....

Gestern habe ich erstmal Bilder gemacht und nochmal die Problemfelder gesichtet:

- wackelnde Achsen Hammernusskapseln... immer noch einige
- Die Hämmer stehen wie Kraut und Rüben und treffen nicht immer alle Seiten
- Dämpferfilze semidämpfend
- Hammerfilze nicht mehr abziehbar
- Alle Leder und Filzpolster in der Mechanik runtergespielt (teiweise deutliches klappern...)
- Tastengarnierunge teilweise durchgespielt
- Trockenschäden (Resonanzbodenrisse ) und Feuchteschäden (rostige Schrauben, Stockflecken etc.)
- 100 Jahre alte Staub/schimmel/ was weiss ich Ablagerungen überall...
- und bestimmt noch so einiges weitere :-)

Positiv hervorzuheben:

- kein Schädlingsbefall erkennbar (Motten oder Mäuse...)
- Stimmung bei 432 Hz hält nach 2x Stimmen (Abstand knapp 3 Monate)
- Klaviatur Elfenbein in schönen patinierten Zustand
- Alle Tasten funktionieren und repetieren vernünftig
- sehr leichte Spielart, keine Bleigewichte in den Tasten
- Klang insbesondere im Bass DEUTLICH schöner als beim Schimmelchen (108er)
- Dynamik besser als beim Schimmelchen

Und natürlich:

- auf dem Klavier habe ich vor gut 40 Jahren angefangen zu spielen
- und während meiner Puberät so manche höchst emotionale Stunde verbracht
- Das Klavier hat mich mit (kurze Unterbrechungen) das ganze Leben lang begleitet


Im Moment weiss ich noch nicht wo die Reise hingehen soll (@Tastenscherge brachte schon die Idee nach einer kompletten neuen Mechanik auf...weil das je eigentlich ALLES gemacht werden muss)

Aber nachdem ich gestern da alles wieder zusammengebaut hatte, waren schonmal alle wackelnden Hammernusskapseln in den Diskant verbannt, alle Hämmer treffen wieder die richtigen Saiten, die Dämpfung dämpft nach gezielter CPL Behandlung wieder zu ca. 95%, die Piloten sind korrekt durchreguliert, Auslösung passt, Vorderstifte sind den Tasten "angepasst", und es sind fast keine komischen Geräusche mehr zu hören...
Ich mag mein Kriebel... ist bestimmt nochmal was von zu lesen hier :coolguy:
 

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Peter

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Das Kriebel ist allerdings eine andere Hausnummer! Das ganze erinnert dann eher an das Projekt von @Peter ....
Zu Recht! Die Liste ist nahezu identisch. :-)

(@Tastenscherge brachte schon die Idee nach einer kompletten neuen Mechanik auf...weil das je eigentlich ALLES gemacht werden muss)
Das wäre bei meinem eigentlich auch sinnvoll. Die jetzige Mechanik wird wohl nix Gescheites mehr.
 
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Kleine Kriebel Projekte...

Da mich dieses "Kraut und Rüben" bei den Hämmern nervte, habe ich bei der jüngsten Materialorganisation (hauptsächlich für das Schimmelchen) einen Hammerleistenstreifen für das Kriebel mitgenommen. Aufgrund des Abstandes der Hämmer/Saite von zwischen 5 und 5,5 cm habe ich dann einen 10mm Filz gewählt (war der alte ursprünglich wohlauch mal)

Nach dem Einbau sah das gleich deutlich netter aus, und die Hämmer sind jetzt schon beinahe ordentlich versammelt!

Abstand bei jetzt knapp unter 5cm..

Habe als zweites mal die Achsen gecheckt, da ich jetzt ausserdem an einen kleinen Vorrat an Achstiften und Stangen von Jahn bekommen habe (was ja als Hobbybastler nicht sooo einfach ist...) und bin da auf folgendes Phänomen gestossen.

Die Filze der Hammernusskapseln haben grossenteils eine Plastik/Gummiartige Konsistenz, welche sich sogar dem anständigen Ausreiben per Ahle widersetzt! Da sind der Pfuscherei dann echt Grenzen gesetzt, und da überall neue Kapseln einzubauen wäre ja auch tinnef... (habe leider nicht alle Achsgrössen da, und im Kriebel sind in den Hammernusskapseln mittlerweile Achsen zwischen 1.275 und 1.45 verbaut.... klasse)

Tja, da haben die letzten 100 Jahre doch wohl Spuren hinterlassen ;-)
 

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Versuche das Ausreiben mit den Achsstangen selbst. An einer Seite spitz anschleifen und diese Seite als Ahle verwenden (auf diesem Kanal mehrfach gezeig
Dafür muss man dann alles als Achsstange da haben, so eine Auswahl habe ich da (noch...) nicht. Für das Schimmelchen Projekt habe ich das schon umgesetzt, sogar mit entsprechnder Akku Unterstützung :coolguy:

Und ohne den Stefan Lang hätte ich mich wohl gar nicht ans Klavierbasteln begeben! Der ist wirklich SEHR hilfreich für Hobbybastler (obwohl er ja immer betont, das man auf GAR KEINEN FALL als Laie da was probieren soll, die ganz notwendigen Profitricks wären da gar nicht zu sehen...)

Sobald ich mit dem Neuachsen beim Schimmelchen fertig bin, schreibe ich in dem anderen Thread wie ich das angepackt habe.
 

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